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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Büser, Joseph

* 7.7.1886 – ✝ 1.9.1954

Geboren am 7. Juli 1886 in Langenfeld/Rheinland als Sohn eines Bauern; arbeitete nach der Lehre als Schmied, 1908 Mitglied der SPD. Im Weltkrieg Soldat, übersiedelte nach dem Krieg nach Köln. Er schloß sich der USPD an und kam mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Aktiver Funktionär im Bezirk Mittelrhein, Mitglied der BL und 1924 und 1928 Kandidat bei den Reichstagswahlen (aber nicht gewählt). Der XII. Parteitag der KPD 1929 berief Büser als Betriebsarbeiter (er war Angestellter der städtischen Verkehrsbetriebe Köln und seit 1927 Betriebsratsvorsitzender des Gesamtbetriebsrats) zum Mitglied des ZK. Von 1925 bis 1929 auch Stadtverordneter der KPD in Köln. Da er bei den anstehenden Neuwahlen im Herbst auf einen aussichtslosen Listenplatz gesetzt wurde, soll er sich an dem KPD-Funktionär Michael Sommer »gerächt« haben, indem er diesen wegen des ungerechtfertigten Benutzens der Freifahrkarte denunzierte. Büser wurde von den städtischen Betrieben gekündigt und ging zeitweilig als Parteisekretär nach Stuttgart. Das Polbüro sprach Büser am 4. Oktober 1929 eine »scharfe Rüge« aus. Anfang Februar 1930 noch zum Vorsitzenden des II. Bezirkskongresses der RGO in Stuttgart gewählt. Eine in Moskau in den dreißiger Jahren gefertigte Aufstellung der auf dem XII. Parteitag gewählten Mitglieder und Kandidaten des ZK der KPD vermerkte, Büser sei 1931 wegen »Korruption« bzw. Schlägerei unter Freunden aus der Partei ausgeschlossen worden. Das Polbüro hatte in seiner Sitzung vom 14. Januar 1931 den »Fall Büser« als »erledigt« erklärt. Im Frühjahr 1931 soll ein Brief Büsers an den Kölner Oberbürgermeister Adenauer bekannt geworden sein, in dem er Adenauer um eine Wiederbeschäftigung im Dienst der Stadt Köln gebeten habe. Die BL Mittelrhein gab bekannt, »Büser«, ein »wild gewordener Bürger, aber kein revolutionärer Arbeiter«, sei bereits 1930 aus der Partei ausgeschlossen worden. Wie bei »Abweichlern« üblich, wurde auch beim ZK-Mitglied Büser versucht, ihn zu kriminalisieren. Nach 1933 mehrfach verhaftet, trat er nach 1945 nicht mehr politisch hervor. Joseph Büser starb am 1. September 1954 in Köln-Ehrenfeld.

Wer war wer in der DDR

Butting, Max

* 6.10.1888 – ✝ 13.7.1976

Geb. in Berlin; Vater Kfm.; Realgymnasium in Berlin; 1908 – 14 Studium der Komposition, Philos. u. Geschichte an der Univ. München; 1914 schwere Erkrankung, deshalb nicht zum Militärdienst; 1917/18 zivildienstverpflichtet; 1919/20 im Geschäft des Vaters; 1921 – 27 Ltr. musikal. Veranstaltungen der linken »Novembergr.«; seit 1925 journalist. u. als Komponist tätig, Aufführungen auf Musikfesten der Internat. Ges. für Neue Musik u. in Donaueschingen; 1928 – 30 Doz. am…

Wer war wer in der DDR

Caden, Gert

* 10.6.1891 – ✝ 9.9.1990

Geb. in Berlin; Vater Berufsoffizier; aufgew. in versch. Garnisonsstädten; 1901 – 07 Realgymnasium in Leipzig, Zeichenunterricht bei Prof. Fedor Flinzer, Abitur; 1907 – 09 Kadettenschule in Leipzig; 1909 – 14 Königl.-Sächs. 4. Infanterieregiment in Bautzen, 1910 Ltn.; im Ersten Weltkrieg an der Westfront, 1914 u. 1916 Tod zweier Brüder an der Front; 1919 Demobilisierung; wegen pazifist. Haltung u. Hinwendung zur Malerei Bruch mit dem Vater; ab 1919 Ausbildung an der Akad. der Bild. Künste in…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Caro, Walter

* 19.6.1906 – ✝ 15.8.1988

Geboren am 19. Juni 1906 in Berlin, Sohn eines jüdischen Kaufmanns. Er besuchte das Sophiengymnasium in Berlin und begann im Oktober 1924 ein Studium, zunächst der Philosophie, dann der Chemie, 1930 promovierte er am Kaiser-Wilhelm-Institut für Faserstoffchemie in Berlin. Bis 1931 dort als Chemiker tätig, dann arbeitslos. Seit 1926 KJVD-Mitglied, 1930 trat er in die KPD ein, gehörte deren AM-Apparat an und übernahm Aufgaben für den sowjetischen Nachrichtendienst. Er selbst schrieb über seinen Lebenslauf im Oktober 1953: »Von Mitte 1930 an arbeitete ich in einer Sonderabteilung des ZK der KPD. Von 1932 bis 1951 war ich bezahlter politischer Funktionär. Aus dieser Tätigkeit schied ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland auf eigenen Wunsch aus, um mich einer wissenschaftlichen Laufbahn zu widmen. 1935-1951 war ich im Ausland (Sowjetunion, China, USA). Über meine Tätigkeit von 1930 bis 1951 kann das ZK der SED Auskunft geben.« Nach seiner Rückkehr in die DDR 1951 zunächst Chemiker, ab Ende 1953 am Physikalisch-Chemischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin, habilitierte er sich 1963 bei Robert Havemann. Bis Ende 1968 Dozent für physikalische Chemie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Walter Caro ging im November 1972 nach West-Berlin, wo er am 15. August 1988 starb. Caros erste Lebensgefährtin Erna Eifler (* 31. 8. 1908 in Berlin) arbeitete als Stenotypistin. Seit 1927 Mitglied des KJVD, bis 1930 bei der sowjetischen Handelsvertretung tätig, 1930/31 in Moskau. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland Mitglied der KPD und Einsatz im AM-Apparat (Betriebsberichterstattung, Abteilung Chemie), wo sie mit Walter Caro zusammenarbeitete. Im Februar 1935 ging sie nach Moskau, dort Mitarbeiterin der 5. Abteilung der Roten Armee (GRU), hielt sich von Ende 1935 bis August 1938 mit Walter Caro in China auf. Sie erhielt eine nachrichtendienstliche Ausbildung und wurde im August 1939 in den Niederlanden eingesetzt. Nach Kriegsausbruch Rückkehr in die Sowjetunion. Im Mai 1942 Fallschirmabsprung bei Allenstein/Ostpreußen. In Berlin scheitert ihre Kontaktaufnahme, sie reiste weiter nach Hamburg, wo sie am 15. Oktober 1942 verhaftet wurde. Nach Gestapo-Verhören in Hamburg und Berlin Anfang Juli 1944 in das KZ Ravensbrück eingeliefert, dort wurde Erna Eifler am 7. Juli 1944 ermordet.

Wer war wer in der DDR

Cebulla, Julius (Johannes)

* 30.6.1917 – ✝ 24.3.1999

Geb. in Brünne (Krs. Oppeln, Oberschles./ Brynica, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum u. Arbeit als Tischler; 1937 RAD; 1938 – 45 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; Eintritt in die DVP/ KVP, Wachtposten, Kdo.-Ltr. bzw. Hauskommandant; 1949/50 Studium an der Höheren Polizeischule in Kochstedt (Dessau); 1950 – 53 Ref.-Ltr. bzw. Instrukteur in der HVDVP, zul. Hptm.; 1951 SED; 1953 Instrukteur bzw. ab 15.7.1954 stellv. Ltr. der…

Wer war wer in der DDR

Chemnitzer, Johannes (Hans)

* 24.3.1929

Geb. in Wildenfels (Krs. Zwickau); Vater Arbeiter; Volks- u. Handelsschule; 1946 FDJ, SED; 1948 – 51 Studium an der FS für Landw. in Zwickau u. Elbisbach, staatl. geprüfter Landwirt; 1949 FDGB; 1952 – 55 Sekr. für Landw. in der SED-KL Zwickau-Land; 1955 –58 PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1958 – 62 Sekr. für Landw. in der SED-BL Gera (Nachf. von Rudolf Bahmann), 1961/ 62 Vors. der Ständ. Kommission für Landw. des Bez.-Tags Gera; 1963 – 89 1. Sekr. der SED-BL Neubrandenb. (Nachf. von …

Wer war wer in der DDR

Chwalek, Roman

* 24.7.1898 – ✝ 27.11.1974

Geb. in Woinowitz (Krs. Ratibor, Oberschles./ Wojnowice, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; 1912 – 14 Ausbildung in einer Maschinenfabrik; 1915 – 18 Militärdienst, zul. Uffz.; 1918 Einheitsverb. der Eisenbahner, USPD; 1919 – 30 Schlosser im Reichsbahnausbesserungswerk Oppeln, 1. Vors. des Betriebsrates; 1920 KPD, 1920 – 31 Mitgl. ihrer BL Oberschles.; 1924 – 30 Stadtverordneter in Oppeln, 1930 – 33 MdR u. Reichsltr. der Industriegr. Eisenbahn in der RGO, Nov. 1932 Org.-Ltr. des Reichskomitees…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Classen, Gertrud

* 3.7.1905 – ✝ 3.9.1974

Geboren am 3. Juli 1905 in Königsberg/Ostpreußen, Tochter eines Meiereiverwalters. Nach Lyzeum und Mittelschule Ausbildung bei einem Kunstmaler, Besuch der Kunstakademien in Königsberg und Berlin. Seit 1924 Bundesführerin des Wandervogelmädchenbundes, der sich 1926 mit anderen unabhängigen Pfadfinder- und Wandervögelbünden zur Deutschen Freischar zusammenschloß. 1928 Austritt aus der Freischar, demonstrativ forderte sie alle auf, Mitglied des KJVD zu werden. Sie gehörte zunächst der anarchistischen »Paul-Albrecht-Gruppe« bzw. der Leninjugend an, trat dann aber inoffiziell in die KPD ein. Ihre Bürgen waren Hans Kippenberger und Leo Roth. Sie arbeitete für den AM-Apparat der KPD u. a. zusammen mit den Töchtern des Chefs der Heeresleitung General Kurt von Hammerstein. Als Mitglied des ABBKD gründete sie den »Bund revolutionärer Fach- und Kunstschüler«. Nach 1933 illegale Arbeit als Leiterin einer Gruppe junger Künstler an der Vereinigten Staatsschule für freie und angewandte Kunst. Sie übermittelte gemeinsam mit dem Gartenarchitekten Walter Rossow während ihrer Reisen nach Frankreich und Großbritannien Geheiminformationen für den Nachrichtendienst der KPD. Nach einem längeren Aufenthalt in der Schweiz kehrte sie im Sommer 1939 nach Berlin zurück, wo sie mehrmals verhört und zeitweilig festgenommen wurde. Nach dem 20. Juli 1944 beschaffte sie für Ludwig von Hammerstein falsche Papiere und half ihm, unterzutauchen. Nach Kriegsende langjährige Krankenhausaufenthalte, von 1950 bis 1953 Meisterschülerin an der AdK in Ost-Berlin, bis 1965 freischaffende Bildhauerin. Gertrud Classen starb am 3. September 1974 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Claus, Roland

* 18.12.1954

Geb. in Hettstedt; Vater Arbeiter; Schulbesuch in Hettstedt u. Merseburg; 1973 Abitur; 1968 FDJ; 1973 – 76 Studium an der TH Leuna-Merseburg, Dipl.-Ing.-Ökon.; 1976/77 Ass. an der TH Leuna-Merseburg; 1977 – 81 stellv. Sekr., dann Sekr. der FDJ-Grundorg. an der TH Leuna-Merseburg; 1977 – 89 als IM »Peter Arndt« des MfS erf.; 1978 SED; 1983 – 90 Mitgl. der SED-BL Halle u. 1983 – 87 1. Sekr. der FDJ-BL Halle (Nachf. von Horst Dübner); 1987/88 Studium an der PHS; 1988/ 89 Abt.-Ltr. Verbandsorgane u.…

Wer war wer in der DDR

Cohrs, Eberhard

* 4.1.1921 – ✝ 16.8.1999

Geb. in Dresden; Vater Hutfabrikant; 1936 – 39 Ausbildung zum Konditor; Militärdienst; Sept. 1944 – Febr. 1945 Mitgl. des SS-Totenkopf-Wachbatl. im KZ Sachsenhausen (was er später verschwieg). 1945 Prüfung als Humorist vor der Internat. Artistenloge; Tourneen bis in die 50er Jahre vor allem mit Roby Hanson als Partner, Mitwirkung in der »Tönenden Funkillustrierten« (mit Uli Busch beim Sender Dresden), im »Leipziger Allerlei« (mit  Heinz Quermann beim Sender Leipzig); bis 1961 Gastspiele in ganz…

Wer war wer in der DDR

Correns, Erich

* 12.5.1896 – ✝ 18.5.1981

Geb. in Tübingen; Vater Karl Erich C., Biologe; Gymnasium in Leipzig u. Münster; Militärdienst; 1918 – 22 Studium der Chemie, Physik u. Botanik an den Univ. Berlin u. Tübingen, 1922 Prom. zum Dr. phil. in Berlin; 1922 – 24 Assistent am Kaiser-Wilhelm-Inst. (KWI) für Chemie Berlin u. am KWI für Lederforschung Dresden; 1925 Industriechemiker bei IG Farben Elberfeld, 1931 Ltr. des Acetylcellulose-Betriebs Elberfeld, 1933 Ltr. der Kupfer-Kunstseidenfabrik Dormagen, 1937 Ltg. u. Aufbau der Zellwolle-…

Wer war wer in der DDR

Creutzmann, Uwe

* 16.2.1944

Geb. in Lyck (Ostpr. / Ełk, Polen); Vater Angest.; 1950 – 61 POS in Berlin-Kaulsdorf; 1961 – 64 Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser im VEB TRO »Karl Liebknecht«, in Berlin-Oberschöneweide (Berufsausbildung mit Abitur); 1965 / 66 NVA; 1966 – 71 Studium an der HU Berlin, Sektion Landw., Dipl.-Agraring.; 1971 – 73 Abt.-Ltr. für Pflanzenprod. im VEG Deutsch Wusterhausen; ab Jan. 1974 Mitarb. der Red. des DBD-Organs »Bauern-Echo«; 1974 DBD; stellv. u. Nov. 1989 – 92 Chefred. des »Bauern-Echo«…

Wer war wer in der DDR

Busse, Ernst

* 24.11.1897 – ✝ 31.8.1952

Geb. in Solingen; Vater Schleifer; Volksschule; Ausbildung zum Schleifer, danach bis 1925 im Beruf tätig; 1912 SAJ, 1913 Mitgl. des DMV, 1916 Jugendfunktionär; 1916/17 Militärdienst, wegen Krankheit in die Rüstungsindustrie entlassen; 1918 Spartakusbund, 1921 KPD; Arbeiterkorrespondent; 1925 – 30 hauptamtl. im DMV, wegen pol. Differenzen gemaßregelt; 1930/31 ehrenamtl. Ltr. der aus dem DMV ausgeschl. Metallarb. des Bez. Mönchen-Gladbach, ab 1931 mit Bernhard Bästlein RGO-Ltr. im Bez.…

Wer war wer in der DDR

Büttner, Henry

* 12.11.1928

Geb. in Wittgensdorf; Malerlehre, Dekorateur u. Schildermaler; Plakatmaler im HO-Warenhaus Karl-Marx-Stadt; seit 1958 freischaff. Karikaturist; Arbeiten regelmäßig in der Ztschr. »Eulenspiegel« u. in and. Ztschr.; lebt zurückgezogen in Wittgensdorf. Seine Zeichnungen zeigen skurrile Alltagssituationen vor allem zwischen Männern und Frauen.Bravo, da capo. Berlin 1978; Gesellschaftsspiele. Berlin 1980; Das gute Beispiel. Berlin 1988; Krampflos in die nächste Runde. Berlin 1990; Das dicke…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Caden, Gert

* 10.6.1891 – ✝ 9.9.1990

Geboren am 10. Juni 1891 in Berlin, Sohn eines preußischen Generalleutnants. Er besuchte die Kadettenschule und gehörte dem Pagenkorps am sächsischen Königshof in Dresden an. Während des Ersten Weltkrieges wurde er zum Pazifisten, beendete seine militärische Laufbahn als Oberleutnant und wurde Kunstmaler. Studium an der Kunstakademie in Dresden, 1921 Anschluß an die Gruppe der internationalen Konstruktivisten (später von den Nazis als entartete Kunst verleumdet). Über Ernst Schneller und Hans Kippenberger fand er 1931 Anschluß an die KPD und wurde Mitarbeiter des AM-Apparates (Deckname Cello), knüpfte Kontakte in die Reichswehr und die Rüstungswirtschaft. Er wurde Mitglied der deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaft, gehörte dem Stahlhelm an und hatte Zugang zu Informationen aus der Stahlhelmführung. Nach 1933 konnte er seine Informationsverbindungen noch ausbauen und berichtete bis 1937 über Reichswehrübungen, Ausbildungseinrichtungen der Reichswehr und nahm an internen wehrpolitischen Diskussionen teil. Bis Mitte 1937 traf er sich in Paris bzw. in Prag mit Hermann Nuding und Ella Schwarz. 1938 emigrierte er nach Frankreich, 1939/40 Internierung, Anfang 1942 kam er über Marokko nach Kuba und wurde Mitbegründer und Leiter des Komitees deutscher Antifaschisten in Havanna, 1946 des »Freundeskreises Alexander von Humboldt«. Im Januar 1948 Rückkehr nach Deutschland, wurde Mitglied der SED und 1949 Leiter der 2. Deutschen Kunstausstellung in Dresden. 1949/50 Abgeordneter der Provisorischen Volkskammer und ab 1950 Stadtverordneter in Dresden, freischaffender Maler. Er arbeitete nach seiner Rückkehr nach Deutschland sowohl für den sowjetischen Nachrichtendienst KGB als auch für das MfS, erhielt 1978 den Nationalpreis der DDR. Gerd Caden starb am 9.September 1990 in Dresden.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Carow, Heiner

* 19.9.1929 – ✝ 31.1.1997

Geb. in Rostock; Vater Kfm.; 1950 – 52 Regiekl. im DEFA-Nachwuchsstudio bei  Gerhard Klein u.  Slátan Dudow; 1952 – 56 DEFA-Studio für populärwiss. Filme (1952 »Bauern erfüllen den Plan«, 9 weitere Kurzdokumentarfilme folgten); seit 1957 Regisseur bei der DEFA; 1959 Mitgl. der Gruppe »Berlin« unter der Ltg. von Slátan Dudow; Kinder- u. Jugendfilme (1957 »Sheriff Teddy«, Buch u. R: 1958 »Sie nannten ihn Amigo«, 1965 »Die Reise nach Sundevit«, 1975 »Ikarus«), Gegenwartsfilme (1959 »Das Leben…

Wer war wer in der DDR

Charisius, Eberhard

* 2.10.1916 – ✝ 29.3.1980

Geb. in Wiesbaden; Vater Reg.-Dir.; Volksschule, 1926 – 35 Gymnasium in Düsseldorf; 1934/35 NSDAP, SS (Sanitäter); 1937 Abschluß der Offz.-Schule in Dresden, Oblt.; 1938 Kampffliegerschule in Faßberg (Funker, Beobachter), 1940 Flugzeugführerschule in Zeltweg (b. Insterburg); bis 1941 im Kriegseinsatz; 22.6.1941 Notlandung wegen Motorschaden; 1941 – 45 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1942 Zentr. Antifa-Schule in Oranki; 1942 – 45 Mitgl. der Gr.  Ulbricht bei Stalingrad; Agit. u. Prop. an der…

Wer war wer in der DDR

Cherk, Johannes

* 17.12.1911 – ✝ 25.9.2002

Geb. in Hamborn bei Duisburg; Vater Bergarb.; Volksschule; Arbeit als Bergarb.; 1945 KPD, 1946 SED; Studium an der LPS u. an der PHS der SED; bis 1952 1. Sekr. der SED-KL Mansfeld; 1952 / 53 2. Sekr. der SED-BL Halle, nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 wg. »Nichtausübung seiner Funktion in einer für die Partei entscheidenden Situation« abberufen.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Chwalek, Roman

* 24.7.1898 – ✝ 27.11.1974

Geboren am 24. Juli 1898 in Woinowitz/Oberschlesien, Sohn eines Eisenbahners; Lehre in einer Maschinenfabrik. 1915 bis 1918 Militärdienst, 1918 Mitglied im Eisenbahnerverband und der USPD. Chwalek war von 1919 bis 1930 Schlosser im Reichsbahnausbesserungswerk in Oppeln und dort 1. Vorsitzender des Betriebsrates. 1920 trat er der KPD bei und blieb bis 1931 in der KPD-BL Oberschlesien und von 1924 bis 1930 Stadtverordneter in Oppeln. Im September 1930 im Wahlkreis Oppeln und im Juli 1932 im Wahlkreis Liegnitz in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Chwalek war zunächst Reichsleiter der Industriegruppe Eisenbahn der RGO und ab November 1932 Orgleiter des Reichskomitees der RGO. 1933 illegale Arbeit, im September 1933 verhaftet und im August 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte, anschließend im KZ Sachsenhausen. Im Juni 1939 freigelassen, lebte er bis 1945 als Schlosser in Berlin-Neukölln. Im Mai 1945 gehörte er zu den Mitunterzeichnern des Aufrufs des Vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses für Groß-Berlin. Als Kommunist Vorsitzender des FDGB in Berlin, von 1946 bis 1955 Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes und von 1949 bis 1951 Vorsitzender des ZV der IG Eisenbahn in der SBZ/DDR. Ab 1950 Minister für Arbeit und 1953/54 für Eisenbahnwesen in der Regierung Grotewohl, im Mai 1954 abberufen. Die ZPKK der SED besaß eine schriftliche Erklärung, in der er sich anläßlich seiner Entlassung aus dem KZ der Gestapo gegenüber verpflichtet hatte, jegliche politische Tätigkeit gegen das NS-Regime künftig einzustellen. Ab November 1954 bis 1968 Vorstandsmitglied bzw. Stellvertreter des Präsidenten des Verbandes Deutscher Konsumgenossenschaften in der DDR. Roman Chwalek starb am 27. November 1974 in Ost-Berlin. Seine Frau Martha Chwalek, geborene Wende (*1. 10. 1899 – † 15. 2. 1986), war Sekretärin und Stenotypistin. Seit 1925 KPD-Mitglied, 1928 Stadtverordnete in Breslau, ab 1930 im schlesischen Provinziallandtag. Sie arbeitete im RGO-Reichskomitee und absolvierte 1931/32 einen Lehrgang an der Leninschule in Moskau. Nach 1933 im Widerstand, deshalb am 18. Januar 1934 festgenommen und im Februar 1935 vom VGH zusammen mit Wilhelm Agatz zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Bis Juli 1938 in KZs. Von 1945 bis 1949 als Mitglied der KPD/SED im Bezirksamt Berlin-Neukölln, ab 1948 Verwaltungsleiterin des Krankenhauses Berlin Prenzlauer Berg. Später Leiterin des Hauptamtes für Gesundheitswesen in Ost-Berlin.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Classen, Herta

* 5.3.1913 – ✝ 17.4.1986

Geb. in Chemnitz; Vater Angest.; Volks- u. Handelsschule; Ausbildung u. Arbeit als Anwaltsgehilfin, 1933 – 46 Verkäuferin im Leinehaus Voigt in Pulsnitz (Sachsen). 1945/46 KPD/SED; Red. der »Sächs. Ztg.«, Landtagsberichterstatterin; 1948/49 Studium an der PHS, 1950 – 53 Fernstudium an der PHS; Herbst 1949 – Jan. 1951 Presseref. des SED-PV bzw. des ZK der SED; 1951 – 56 Red., 1956 – 59 Chefred. des Dtl.-Senders; 1959 – 69 Intentantin des Berliner Rundfunks, anschl. bis 1982 als Kommentatorin…

Wer war wer in der DDR

Clement, Fritz

* 28.2.1926 – ✝ 20.7.2004

Geb. in Magdeburg; Vater Galvaniseur; Volks- u. Mittelschule; Ausbildung zum Maurer; 1943 – 45 Wehrmacht, 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED u. FDJ; 1949 – 53 hauptamtl. FDJ-Funktionär, 1950 Sekr. der SED-GO im FDJ-LV Sachsen-Anh.; 1953 – 55 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1960 Höherer Akadem. Kurs an der Militärakad. »Friedrich Engels« in Dresden; 1955 – 62 Instrukteur, 1962 – 88 Sektorenltr. (Sektor NVA) in der Abt. für Sicherheitsfragen des…

Wer war wer in der DDR

Coldam, Hanno

* 25.10.1932 – ✝ 13.4.1992

Geb. in Berlin; Vater Schmied; Volksschule; Ausbildung zum Schmied; danach Requisiteur beim Zirkus Barlay, ab 1950 Tierpfleger bei Gilbert Houcke, 1954 Dompteur im Zirkus Aeros, ab 1960 Staatszirkus der DDR, dort bis 1990 Chefdompteur u. Lehrmstr. vieler Nachwuchsdresseure; dressierte internat. stark beachtete Raubtiergr., so 18 Löwen (u. a. komische Darbietung »Rasierlöwen«), eine Gruppe schwarzer Panther, zul. 16 indische Löwen; Vorführung auch durch seine Frau Regina Marcella u. Tochter…

Wer war wer in der DDR

Cremer, Fritz

* 22.10.1906 – ✝ 1.9.1993

Geb. in Arnsberg (Westf.); Vater Polsterer u. Dekorateur; 1916 – 21 Gymnasium; 1921 – 25 Ausbildung zum Steinbildhauer in Essen; 1926 KJVD; 1926 – 28 Arbeit als Steinmetzgeselle, führte u. a. Skulpturen nach Modellen von  Will Lammert aus, besuchte Plastikkurse an der Folkwang-Schule in Essen; 1928 KPD; 1928 – 34 Studium an der Vereinigten Staatsschule für freie u. angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg, Lehrer Wilhelm Gerstel; 1930 Mitbegr. einer Gruppe des Roten Studentenbundes; 1934 – 38…

Wer war wer in der DDR

Croy, Jürgen

* 19.10.1946

Geb. in Zwickau; Vater Kfz.-Klempner; Grundschule; 1955 – 80 aktiver Fußballspieler (Mittelstürmer, dann Torhüter), bis 1965 bei der BSG Aktivist Karl Marx Zwickau, dann Motor bzw. BSG Sachsenring Zwickau; 1963 – 67 Ausbildung zum u. Arbeit als Elektriker; 1965 UEFA – Junioren-Turniersieger; 1967 –75 Studium an der PH Zwickau, Dipl.-Sportlehrer; 1976 – 82 hier auch wiss. Mitarb.; 1982 – 88 Fußballtrainer bei der BSG Sachsenring Zwickau, seit 1988 deren Vors.; 1967 u. 1975 DDR-Pokalsieger, 94…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Busse, Ernst

* 24.11.1897 – ✝ 31.8.1952

Geboren am 24. November 1897 in Solingen, Sohn eines Schleifers; lernte auch Schleifer. 1916/17 Soldat, wegen Krankheit in die Rüstungsindustrie entlassen. 1918 Mitglied des Spartakusbundes, 1919 der KPD, ehrenamtlich Referent der BL Rheinland-Westfalen. 1925 in München-Gladbach zum hauptamtlichen DMV-Sekretär gewählt, blieb er bis 1930 in dieser Funktion. 1930 Ausschluß aus dem DMV. 1931 zusammen mit Bernhard Bästlein Leiter des Sekretariats der RGO im Bezirk Köln. Im Juli 1932 im Wahlkreis Koblenz-Trier in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Ab Januar 1933 RGO-Leiter in Thüringen, bis zu seiner Verhaftung im Oktober 1933 in Erfurt illegale Arbeit. Im November 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Ab 1937 im KZ Buchenwald. Dort gehörte er zum illegalen »Parteiaktiv« und war deutscher Vertreter im Internationalen Lagerkomitee. Als Blockältester, 1. Lagerältester und zuletzt Kapo im Krankenbau, besaß er eine einflußreiche Position in der von der SS geduldeten Lagerselbstverwaltung. Nach der Befreiung stellvertretender Chef der Polizei in Weimar, leitete er die KPD-BL Thüringen. Nachdem die US-Besatzungstruppen abgezogen und die SMA gebildet war, wurde Busse 1. Vizepräsident der Landesverwaltung Thüringen bzw. ab Herbst 1946 Innenminister. 1946/47 gehörte er dem Sekretariat des SED-LV Thüringen an. Gegen Busse gab es seitens der Berliner KPD-Zentrale mehrere Untersuchungen und Anschuldigungen wegen seiner Rolle als Lagerältester in Buchenwald und Kapo im Krankenbau. Er wurde 1947 aus Thüringen nach Berlin berufen und als Vizepräsident der Deutschen Zentralverwaltung für Land- und Forstwirtschaft politisch »kaltgestellt«. Gegen Busse ermittelten dann auch sowjetische Stellen wegen des Vorwurfs von Liquidierungen russischer Häftlinge im Krankenbau des KZ Buchenwald. Am 29.März 1950 zu einer Besprechung nach Berlin-Karlshorst einbestellt und dort vom NKWD verhaftet. Am 27. Februar 1951 wurde Busse vom Militärtribunal der sowjetischen Garnison in Berlin aufgrund des Kontrollratsgesetzes Nr. 10 als »Kriegsverbrecher« zu lebenslänglicher Lagerhaft verurteilt und am 11. Juni 1951 in das Sonderlager Nr. 6 in Workuta eingeliefert. Dort ist Ernst Busse am 31. August 1952 im Schacht 1 infolge der unmenschlichen Haftbedingungen umgekommen. Seine Frau Anna Busse (*13.10.1907 – †9.2.1984), Tochter eines Wäschereibesitzers, war Arbeiterin. Seit 1930 in der Kampfgemeinschaft rote Sporteinheit und im KJVD, 1931 in der KPD aktiv, ab 1933 illegale Arbeit für RGO Thüringen. Sie wurde im Oktober 1939 festgenommen und zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis verurteilt, 1944 in Solingen erneut verhaftet. 1946/47 Sekretärin im thüringischen Innenministerium, von 1950 bis 1952 kaufmännische Angestellte und ab 1952 Instrukteurin bei der IG Druck und Papier der DDR. Sie bekam jahrelang keine Auskunft über den Aufenthalt ihres Mannes, erst nach dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 wurde ihr mündlich mitgeteilt, daß Busse verstorben sei. Mitte der sechziger Jahre zog Anna Busse in ihre Geburtsstadt Erfurt. Durch die ZPKK der SED wurde Ernst Busse 1956 nichtöffentlich »rehabilitiert«, blieb jedoch über dreißig Jahre in der DDR eine »Unperson«.Helmut Müller-Enbergs / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Büttner, Theodora

* 17.6.1930

Geb. in Thum (Erzgebirge); Vater kaufm. Angest., Mutter Verkäuferin; 1936 – 49 Besuch der Grund- u. OS; 1946 – 53 FDJ; 1949 – 53 Studium der Geschichte u. Anglistik (Lehrerin) an der Univ. Leipzig; 1953 SED; 1953 Assistentin am Inst. für Allg. Geschichte der KMU Leipzig, 1957 Prom. über die mittelalterl. sozial-religiöse Bewegung der Circumcellionen, 1965 Habil. mit einer Studie über die sozialökonom. Struktur Adamaous (Westafrika) im 19. Jh.; 1966 Doz. für Geschichte Afrikas am Afrika-Inst. der…

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Callam, Albert

* 31.1.1887 – ✝ 1.3.1956

Geboren am 31. Januar 1887 in Stolp/Pommern, Sohn eines Bautechnikers, ab dem 11. Lebensjahr Waise. Maurer und Fliesenleger in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz. 1907 Mitglied der SPD, bis 1914 politische Arbeit in der Schweiz (u. a. mit Fritz Heckert). Von 1915 bis 1918 Soldat. 1916 schloß er sich der Spartakusgruppe in Chemnitz an und wurde 1917 Mitglied der USPD, 1919 der KPD. Er war bis 1933 Geschäftsführer von KPD-Verlagen und Druckereien, u. a. der »Neuen Zeitung« in Jena. Zeitweise leitete er auch den Verlag des Zentralorgans »Die Rote Fahne«. Auf dem VIII. Parteitag 1923 in Leipzig in die Revisionskommission der KPD gewählt. Callam wurde am 30. April 1933 in Breslau verhaftet und bis Februar 1934 im KZ Esterwegen festgehalten, emigrierte im Mai 1934 nach Prag, 1937 nach Frankreich. Hier war er u.a. für den Druck illegaler Materialien der KPD-Auslandsleitung zuständig. Im September 1939 interniert, gelang Callam im Dezember 1941 die Ausreise nach Mexiko, wo er von 1942 bis 1946 als Verlagsleiter bzw. Geschäftsführer der Zeitschrift »Freies Deutschland« tätig war. Im Mai 1946 reiste er gemeinsam mit Alexander Abusch und Paul Merker über Wladiwostok nach Deutschland, im Juli 1946 trafen sie in Berlin ein. Er wurde Mitglied der SED, zeitweilig Geschäftsführer beim Berliner Verlag. Albert Callam starb am 1. März 1956.

Wer war wer in der DDR

Caspar, Günter

* 6.8.1924 – ✝ 8.7.1999

Geb. in Berlin; Vater Angest.; nach dem Abitur 1942 Wehrmacht; 1944 – 48 brit. u. amerik. Kriegsgefangenschaft. 1948 – 50 Studium der Geschichte in Berlin (drei Semester); 1948 SED; 1949 Journalist bei der »Täglichen Rundschau«, 1950 – 55 Red. u. Autor der kulturpol. Mon.-Ztschr. »Aufbau« (Ltg.:  Bodo Uhse); ab 1955 Lektor im Aufbau-Verlag, 1956 – 63 amtierender Cheflektor, danach bis 1989 Ltr. des Lektorats »Zeitgenöss. dt. Lit.«. Maßgebl. Förderer der DDR-Lit.; bes. Verdienste um die Publ.…

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Charpentier, Fritz

* 22.12.1869 – ✝ 2.8.1928

Am 22. Dezember 1869 in Norden/Aurich geboren; nach dem Besuch der Bürger- und Handelsschule in einer Privaten Lehranstalt zum Kaufmann ausgebildet. Kaufmann und Reisender im Rheinland und im Ruhrgebiet, vor dem Weltkrieg trat er der Sozialdemokratie bei. Als Kriegsgegner 1917 Mitglied der USPD, 1919 Parteisekretär in Solingen. Mit dem linken Flügel der USPD (Delegierter des Spaltungsparteitags) kam Charpentier 1920 zur KPD, übernahm als Sekretär die Leitung des UB Solingen. Ab 1921 Abgeordneter des Preußischen Landtags. Als Levi-Anhänger und Gegner der März-Aktion wurde er im Herbst 1921 in einer Funktionärssitzung von Vertretern der »Offensivtheorie« niedergeschlagen und verletzt. Charpentier blieb nach einigen Schwankungen (kurze Zeit gehörte er im Landtag zur »Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft« Paul Levis) in der KPD, er wurde Parteisekretär in Elberfeld. Anfang 1924 als Anhänger der Mittelgruppe Chefredakteur der Remscheider »Bergischen Volksstimme«. Im Juli 1924 von den Linken dieser Funktion enthoben und 1924 nicht wieder in den Landtag gewählt. Wegen seiner Aktivität bei den Aufstandsvorbereitungen 1923 polizeilich gesucht, emigrierte er nach Sowjetrußland, lebte in Leningrad und geriet in Opposition zum dortigen System. Die sozialdemokratische Presse berichtete 1928, Charpentier sei in Leningrad erschossen worden. Diese Meldung wies die »Rote Fahne« zurück und schrieb, Charpentier sei längere Zeit krank gewesen, im Juli in ein Moskauer Krankenhaus eingeliefert worden und dort am 2. August 1928 gestorben. Da die Gerüchte, Fritz Charpentier sei 1928 in der Sowjetunion im Gefängnis umgekommen, nicht verstummten, kam es zu Auseinandersetzungen in der rheinischen KPD.

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Chmiel, Markus

* 10.4.1897 – ✝ 12.5.1958

Geboren am 10. April 1897 in Ostrolenka; Arbeiter, war 1918 Soldat und für die Spartakusgruppe aktiv. Vorsitzender der kleinen Gruppe von Spartakusanhängern in Bismarckhütte und Beuthen in Oberschlesien, kam als Delegierter zum Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 nach Berlin. Chmiel wurde in die nach langer Debatte vom Gründungsparteitag gebildete Programmkommission (15 Mitglieder) für Bismarckhütte gewählt. Seit 1919 in Wuppertal, war er im jüdischen Arbeiterverein organisiert und arbeitete als selbständiger Schneider. Er wurde am 18. Februar 1935 verhaftet und am 14. März 1936 vom OLG Hamm zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es: »Max Chmiel ist 38 Jahre alt, ledig, selbständiger Schneider von Beruf, staatenloser Ostjude und seit 1919 in Deutschland, einer politischen Organisation hat er vor der Erhebung angeblich nicht angehört... Chmiel ist wegen Annahme einer kommunistischen Flugschrift verurteilt worden.« Unter Anrechnung der Untersuchungshaft im August 1936 entlassen, floh Markus Chmiel nach den Niederlanden und emigrierte später nach Südamerika, wo er am 12. Mai 1958 in Montevideo/Uruguay starb.

Wer war wer in der DDR

Cierpinski, Waldemar

* 3.8.1950

Geb. in Neugattersleben (Krs. Bernburg), aufgew. in Jesar (Nienburg); Vater Landwirt; 1966 KJS Halle, Abitur; Sportstudium, Dipl.-Sportlehrer, seit 1964 aktiv in der Leichtathletik (Hindernis-, Langstrecken- u. Marathonlauf), zuerst bei der BSG Aufbau Nienburg (Saale), seit 1966 beim SC Chemie Halle (Trainer: Jörg Ramelow, dann Walter Schmidt); 1967 Sieger (Hindernis) bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft, 1969 Junioren-WR, 1976 u. 1980 Olympiasieger im Marathonlauf, 1976 DDR-Sportler des…

Wer war wer in der DDR

Claudius, Eduard

* 29.7.1911 – ✝ 13.12.1976

Geb. in Buer (b. Gelsenkirchen); Vater Bauarb.; 1925 – 27 Maurerlehre, 1927 – 29 Maurer in versch. Baufirmen; ab 1927 Gewerkschaftsfunktionär u. Arbeiterkorrespondent; 1929 – 32 Wanderungen durch Italien, Österreich, Frankreich, Spanien u. die Schweiz; 1932 KPD; 1933 Verhaftung; 1934 Emigr. in die Schweiz; 1936 von der Schweizer Bundespolizei verhaftet, vor drohender Auslieferung Flucht nach Spanien; 1936 – 38 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg, anschl. Internierung in Frankreich u. 1939 – 45…

Wer war wer in der DDR

Clermont, Friedrich

* 5.4.1934 – ✝ 4.1.2011

Geb. in Flensburg; Vater Landwirt; Grundschule; 1951 FDJ; 1953 – 56 Besuch der Landw. FS in Teterow, staatl. geprüfter Landwirt; 1954 SED; 1956/57 Agronom in der MTS Prenzlau; 1964 – 69 Fernstud. an der HU Berlin, Dipl.-Landw.; 1957 – 69 Vors. der LPG »IV. Parteitag« in Klinkow; 1962 – 76 Mitgl. der SED-BL Neubrandenb.; 1963 – 76 Abg. der Volkskammer, 1966 Mitgl. des Aussch. für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtsch.; 1969 NP; seit 1969 Ltr. der KAP Pflanzenprod. in Dedelow; 1971 – 76 Mitgl. des…

Wer war wer in der DDR

Collein, Edmund

* 10.1.1906 – ✝ 21.1.1992

Geb. in Bad Kreuznach; 1925 – 27 Studium an der TH Darmstadt u. am Bauhaus Dessau bei Walter Gropius u. Hannes Meyer, 1930 Bauhausdipl.; 1931 Mitarb. an Wiener Arbeiterwohnungsbauten, ab 1932 an der Werkbund-Siedl. Wien-Lainz, 1938 Arbeit an Krankenhausbauten in München u. Berlin; 1939 – 45 Wehrmacht. 1945 – 51 Hochbauamt des Magistrats von Berlin, danach Ltr. des Hauptamts für Stadtplanung; 1950 erste Reise in die UdSSR u. Mitarb. an den »16 Grundsätzen des Städtebaus«; 1951 Vizepräs. der DBA…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Creutzburg, August

* 6.3.1892 – ✝ 11.9.1941

Geboren am 6. März 1892 in Fischbach/Thüringen, Sohn des Tischlers Alfred Paul Luis Creutzburg; er lernte Maler und Lackierer. Bis 1912 arbeitete er als Tüncher. Am 1. Mai 1908 Eintritt in die SPD und im Mai 1909 in die Gewerkschaft. Von 1912 bis 1918 Soldat. 1917 Mitglied der USPD, wurde Anfang Dezember 1918 zum Vorsitzenden der USPD des Freistaates Gotha gewählt und kam als beratender Sekretär in die von der USPD geführte Regierung. Während des Kapp-Putsches im März 1920 Kommandant der 1.Thüringer Volkswehrarmee. Ab Mai 1920 besoldeter Sekretär der USPD in Jena, er setzte sich 1920 für die Vereinigung mit der KPD ein. Ab Dezember 1920 KPD-Sekretär in Jena, im Juni 1923 wurde er Orgleiter des Bezirks Magdeburg, ab Mai 1924 Polleiter. Im Mai 1924 im Wahlkreis Magdeburg in den Reichstag gewählt, dem er bis 1928 und von 1930 bis 1933 (Wahlkreis Thüringen) angehörte. Als einer der »Feuerwehrleute« des ZK ständig in verschiedene Bezirke versetzt, in denen die Zentrale Schwierigkeiten hatte, er gehörte nie zu einer Oppositionsgruppe. Im August 1924 wurde Creutzburg Polleiter des KPD-Bezirks Wasserkante, den er auf dem X.Parteitag im Juli 1925 vertrat (er war Teilnehmer fast aller anderen Parteitage). Noch im Oktober 1925 Polleiter des Bezirks Niederrhein, dann Ende 1925 einige Zeit Sekretär in Thüringen und ab Ende 1926 Orgleiter im Bezirk Niederrhein. Ende 1927 wurde er als »Kommissar« des ZK in den Bezirk Pfalz versetzt, um dort die ultralinke Führung zu isolieren. Im August 1928 Orgleiter des Bezirks Ruhr in Essen, im Juli 1929 nach Berlin berufen, er übernahm bis März 1933 die Leitung der Orgabteilung des ZK. Anschließend illegal als Instrukteur in Berlin, aber da er sich nicht »bewährte«, im Dezember 1933 in die Emigration geschickt, seine Frau Else Creutzburg, geborene Bluhm (* 1892 – †1976), blieb mit den Kindern Karl Spartakus und Sonja (beide * 1922) in Deutschland. Zunächst war Creutzburg von der âSR aus am Aufbau von Grenzstellen beteiligt, anschließend AL West in Amsterdam. Von Februar 1935 bis Mitte April 1935 war er in holländischer Haft. Über Frankreich kam Creutzburg in die Sowjetunion, wo er unter den Parteinamen Krieger/Röhmer lebte. Hier begann 1936 ein Parteiverfahren der IKK wegen nicht-konspirativen Verhaltens in den Niederlanden (die Untersuchung führte Herbert Wehner). Creutzburg wurde als Redakteur an die DZZ nach Engels an die Wolga versetzt. Seine neue Lebensgefährtin Cläre Vater (* 6. 5. 1900 – † 3. 9. 1984), mit der er seit 1929 zusammenlebte, folgte ihm im Herbst 1936 in die ASSR der Wolgadeutschen. Sie war die Tochter des Magdeburger KPD-Funktionärs Albert Vater. 1919 Mitglied der KPD, arbeitete als Sekretärin in den BL Magdeburg und Chemnitz bzw. in der Zentrale der KPD in Berlin. 1928 wurde sie aus dem hauptamtlichen Apparat der Roten Hilfe entlassen, weil sie sich mit deren Generalsekretär Jakob Schloer solidarisiert hatte. Danach bis 1933 Sekretärin in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. In Moskau 1935/36 Stenotypistin beim EKKI. Am 20. September 1937 wurde ihre Tochter Tamara geboren. Am 8. Februar 1938 wurde August Creutzburg (im Juni 1938 Cläre Vater) vom NKWD verhaftet und am 28. Oktober 1938 vom Militärkollegium wegen »Beteiligung an Spionage und terroristischer Tätigkeit« zum Tode verurteilt. Seine Strafe wurde in 25 Jahre Lagerhaft umgewandelt, er kam in ein Arbeitslager im Saratower Gebiet. Creutzburg machte verzweifelt mehrere Eingaben, darunter an Stalin, und bat um die Aufhebung des Urteils. Resignierend stellte er einen Antrag auf Ausreise nach Nazi-Deutschland. August Creutzburg wurde am 11. September 1941 im Wald von Orjol mit hunderten Kommunisten vor dem deutschen Einmarsch vom NKWD erschossen. Seine juristische Rehabilitierung erfolgte erst im Jahre 1998. Cläre Vater, zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt, wurde zusammen mit Margarete Buber-Neumann von Moskau aus und gegen ihren Protest am 24. Februar 1940 mit ihrer nun zweijährigen Tochter nach NS-Deutschland ausgeliefert. Hier am 7. November 1940 zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, arbeitete sie nach ihrer Freilassung aus dem Zentralen Frauengefängnis in Leipzig als Sekretärin in einer Textilfabrik. Nach 1945 war sie Dezernentin im Arbeitsamt in Berlin-Reinickendorf. 1946 trat sie der SED bei, war ab August 1946 Referentin in der Deutschen Zentralverwaltung für Verkehr. Im Zusammenhang mit der Artikelserie Margarete Buber-Neumanns in westlichen Medien über die stalinistischen Säuberungen mußte Cläre Vater im August 1949 eine Erklärung abgeben, in der sie fälschlich die Verfolgung und Haft in der Sowjetunion bestritt. Sie lebte nach 1945 in Berlin mit Ernst Wollweber, dem späteren DDR-Minister für Staatssicherheit, zusammen.

Wer war wer in der DDR

Crüger, Herbert

* 17.5.1911 – ✝ 17.1.2003

Geb. in Rixdorf (b. Berlin); Vater Buchdrucker; 1914 Tod des Vaters; Volksschule in Berlin; Schiffsjunge, 1928 – 31 Ausbildung zum Kfm. in Berlin; anschl. arbeitslos; Mitgl. der HJ in Berlin-Neukölln, Anhänger der Otto-Strasser-Gr.; 1932 Übertritt zum KJVD bzw. der Roten Jungfront (RJ); 1932/33 Techn. (miltär.) Ltr. des RFB/RJ im Untergau Berlin-Neukölln (»Tommy«); illeg. Arbeit in der Landvolkbew. in Ostpr.; ab 1933 illeg. pol. Arbeit für den M-Apparat (Nachrichtendienst der KPD) in der SA;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bussow, Carl

* 24.1.1887 – ✝ 3.9.1972

Am 24. Januar 1887 in Boizenburg geboren; übersiedelte er 1905 nach Hamburg und wurde Hafenarbeiter. Bussow kam mit der linken USPD 1920 zur KPD, in der er verschiedene Funktionen ausübte, u. a. wurde er 1924 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. 1926 als Ultralinker aus der KPD ausgeschlossen, legte Bussow sein Mandat nieder und zog sich aus der Politik zurück. Carl Bussow starb am 3. September 1972.

Wer war wer in der DDR

Butzmann, Manfred

* 14.9.1942

Geb. in Potsdam; Vater Gärtner. 1945 – 55 in Eutzsch (b. Wittenberg); 1961 Abitur; 1961 – 64 Ausbildung zum Offsetretuscheur in Berlin u. Arbeit in Potsdam; ab 1962 im Malzirkel von  Magnus Zeller in Caputh (b. Potsdam); 1964 – 69 Grafikstudium an der Kunst-HS Berlin-Weißensee bei  Arno Mohr,  Werner Klemke u.  Klaus Wittkugel; 1969/70 dort Aspirant für Grafik; seit 1970 freischaff. in Berlin-Pankow; 1971 VBK; 1973 – 77 Mstr.-Schüler an der AdK bei Werner Klemke, Unterbrechung durch Einberufung…

Wer war wer in der DDR

Carlsohn, Hans

* 2.12.1928 – ✝ 18.7.2006

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Kupferschmied abgebrochen; RAD; 1945 Arbeit bei einem Sattler; ab 1946 als Heizungshilfsmonteur; 1946 SED; 1948 Einstellung bei der VP, Revier Leipzig, dann Bereitschaften in Großenhain, Küstrin u. Potsdam; Mitarb. für Pol.-Kultur; 1951 Einstellung beim MfS, HA Personenschutz, als persönl. Begleiter  Erich Mielkes; ab 1953 sein persönl. Ref.; 1971 Ltr. des Sekr. des Min.; 1983 VVO; 1985 Gen.-Major; Dez. 1989 von seiner Funktion…

Wer war wer in der DDR

Castorf, Frank

* 17.7.1951

Geb. in Berlin; Vater Eisenwarenhändler; EOS, Abitur; 1969/70 Ausbildung bei der Reichsbahn; 1970 - 72 NVA (Grenztruppe); 1971 - 76 Studium der Theaterwiss. an der HU Berlin bei Ernst Schumacher, Rudolf Münz, Jochen Fiebach, Dipl.; zahlr. Reisen in die VR Polen zu Kulturveranstaltungen; 1976 - 78 Dramaturg am Bergarbeitertheater Senftenberg, erste Inszenierung: »Stückfragmente« von Brecht als Collage; 1978 Verweis am Theater wegen fehlender Dramaturgie-Konzeption zu »Handbetrieb«; Wechsel zum…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Chemnitz, Walter

* 10.9.1901 – ✝ 2.10.1947

Geboren am 10. September 1901 in Rudolstadt/ Thüringen; lernte Maurer. Von 1926 bis 1933 in der Stadtverordnetenversammlung in Lörrach/ Baden für die KPD aktiv, wurde im Oktober 1929 in den Badischen Landtag und im September 1930 in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Walter Chemnitz war Vorsitzender der RGO-BL Baden-Pfalz. Anfang 1933 hielt sich Chemnitz in der Schweiz auf und wurde wegen politischer Betätigung ausgewiesen, im April 1933 in Deutschland verhaftet und in das KZ Kislau gebracht. Nach seiner Freilassung emigriert, während des Spanischen Bürgerkrieges Soldat der Internationalen Brigaden. 1938 schwer verwundet, kehrte Chemnitz nach Deutschland zurück, arbeitete als Maurer in Rudolstadt und wurde dort im August 1938 verhaftet. Nach einem langjährigen Zuchthausaufenthalt gegen Kriegsende noch in eine Strafeinheit gepreßt. An der Ostfront eingesetzt, geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Walter Chemnitz starb am 2. Oktober 1947 in Kuibyschew (Samara).

Wer war wer in der DDR

Chowanetz, Karl Rudolf

* 3.1.1933 – ✝ 26.1.2000

Geb. in Bielitz (Krs. Falkenberg, Oberschles. / Bielice, Polen); Vater Meister in der Ölraffinerie, Mutter Hausfrau; 1939 – 45 Schulbesuch in Bielitz, danach Umsiedl. nach Stralsund. 1946 – 49 Schlosserlehre; 1950 – 55 Funktionär der FDJ in Velgast; 1950 – 2000 SED (PDS); 1955 – 57 Hauptwachtmeister der KVP; 1958 – 60 Abt.-Ltr. im Zentralhaus der Jungen Pioniere in Berlin; 1959 – 64 Fernstudium zum Dipl.-Pädagogen; 1961 – 63 Chefred. der Kinderzeitungen »ABC-Zeitung« u. »BUMMI«; 1963 – 75…

Wer war wer in der DDR

Cilenšek, Johann

* 4.12.1913 – ✝ 14.12.1998

Geb. in Großdubrau (Krs. Bautzen); Vater Porzellandreher; 1924 – 33 OS in Bautzen; 1933 RAD; 1934 Hilfsarb. in der Porzellanfabrik Hermsdorf; 1935 – 39 Studium am Kirchenmusikal. Inst. Leipzig bei Johann Nepomuk David (Komposition) u. Friedrich Högner (Orgel); 1937 NSDAP; 1939 – 45 dienstverpflichtet als Schleifer u. Dreher. 1945/46 KPD/SED; Lehrer für Tonsatz u. Komposition am Thür. Landeskonservatorium Erfurt; 1947 Prof. für Tonsatz u. Komposition, 1966 – 72 Rektor der HS für Musik »Franz…

Wer war wer in der DDR

Claus, Carlfriedrich

* 4.8.1930 – ✝ 22.5.1998

Geb. in Annaberg (Erzgeb.); 1945 – 48 Ausbildung zum Kfm.-Gehilfe; seit 1951 künstler. Arbeit in Annaberg; Autodidakt, zunächst experiment. poetische Texte; 1953/54 Theater- u. Kunstkritiken für die Ztg. »Volksstimme« (Karl-Marx-Stadt); 1958 – 60 Phasenmodelle u. Letternfelder; 1959 experiment. Sprechprozesse auf Tonband; mit Sprachblättern Übergang zur bildenden Kunst; 1962 Einbeziehung der Rückseite der Sprachblätter; 1964 erste Personalausstellung Staatl. Kunsthalle Baden-Baden; 1975 Mitgl.…

Wer war wer in der DDR

Coburger, Karli

* 4.10.1929

Geb. in Neuhaus-Schierschnitz (Thür.); Vater Porzellandreher; Volks- u. 1943 – 46 Handelsschule, Kfm; 1946 – 48 Wirtschafts-OS Sonneberg; 1948/49 Volontär im Plastewerk Köppelsdorf; 1949 SED; 1949/50 Lehrgang an der DVA; 1950 – 52 Betriebsassistent; Techn. Abendschule; 1952 Mitarb. des MfS, BV Leipzig; 1953 MfS Berlin, HA IX (Untersuchungsorgan); 1957 – 60 Fernstud. Kriminalistik an der Polizeischule Aschersleben; 1966 Staatsexamen in Kriminalistik an der HU Berlin; 1976 Prom. zum Dr. jur. an…

Wer war wer in der DDR

Cornu, Auguste

* 9.8.1888 – ✝ 6.5.1981

Geb. in Beaume (Frankreich), aufgewachsen in einer Intellektuellenfam. auf Korsika; 1906 – 14 Studium der Germanistik, Ökon. u. Rechtswiss. in Paris u. Dtl., dort erste Kontakte zur Sozialdemokratie u. Gewerkschaftsbew.; 1913 Mitgl. der Sozialist. Partei Frankreichs, 1920 der KP Frankreichs (KPF); 1920 Prom. mit einer philosoph.-histor. Studie über Moses Hess; anschl. Gymnasiallehrer für dt. Sprache u. Lit.; 1934 Habil. mit einer Arbeit über den jungen Marx u. nebenamtl. Lehrtätigkeit an der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Creutzburg, Richard

* 21.1.1905 – ✝ 1936

Geboren am 21. Januar 1905 in Tabarz/Thüringen; Bruder von August Creutzburg, wurde Fabrikarbeiter. Anfang der zwanziger Jahre im Bezirk Mittelrhein Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes. 1923 als Rechter vom Posten des Jugendleiters abgewählt. 1925 zunächst Redakteur der »Sozialistischen Republik« in Köln, später politischer Redakteur (kurzzeitig Chefredakteur) an anderen kommunistischen Organen, der »Freiheit« in Düsseldorf, der »Arbeiter-Zeitung« in Mannheim, zuletzt Redakteur der »Roten Fahne«. Creutzburg wurde 1928 von der KPD zum Studium an die Komintern-Schule nach Moskau geschickt, aber schon Anfang 1929 aus der UdSSR ausgewiesen. Als rechter Kommunist war er angeblich »Mitglied einer Geheimorganisation, die sich als Ziel den Kampf gegen die Sowjetunion und die KPdSU gesetzt hat«. Aus der KPD ausgeschlossen, ging er zur KPO und war für diese aktiv. Schon im März 1929 hatte die KPD-Zeitung »Sozialistische Republik« vor dem »früheren Genossen Richard Creutzburg« gewarnt, der Kommunisten über die UdSSR »aufklären« wollte. Als Erwerbsloser lebte er in Köln in schlimmer Armut. Im August 1936 stürzte Richard Creutzburg von der Mühlheimer Rheinbrücke, zweifelhaft, ob es Selbstmord war oder er von den Nazis ermordet wurde. Die KPO ehrte ihn als »ein Opfer des Hitlerfaschismus, auch wenn er nicht direkt von der Gestapo ermordet wurde«. Martin Creutzburg veröffentlichte 2003 im Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung eine biographische Skizze über Richard Creutzburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Crüger, Herbert

* 17.5.1911 – ✝ 17.1.2003

Geboren am 17. Mai 1911 in Berlin-Rixdorf, Sohn eines Buchdruckers; Schiffsjunge, von 1928 bis 1931 kaufmännische Ausbildung in Berlin, anschließend arbeitslos. Gehörte zunächst der HJ in Berlin-Neukölln an, trat 1932 zum KJVD und zur Roten Jungfront über, arbeitete dann für den AM-Apparat der KPD. 1934/35 U-Haft, 1935 Flucht in die Tschechoslowakei, dort weiter für den AM-Apparat tätig. 1937 Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der spanischen Republik in Barcelona, ab September 1938 wieder in Prag, dann in Zürich, 1940 in Schweizer Arbeitslagern interniert. Seit 1942 KPD-Mitglied, ab 1943 für die Herstellung der Zeitschrift der Bewegung Freies Deutschland verantwortlich. Im Januar 1946 Rückkehr nach Deutschland, war bis 1948 Regierungsrat für Jugendfürsorge im Ministerium für Arbeit und Wohlfahrt in Hessen, von 1948 bis 1950 2. Sekretär der KPD-Landesleitung Südwürttemberg. Ende 1950 wegen seiner »Westemigration« Funktionsverbot und 1951 in die DDR beordert. Ab 1953 Dozent im gesellschaftswissenschaftlichen Grundstudium an der Humboldt-Universität. Als Teilnehmer an kritischen Diskussionen nach dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 wurde Crüger im März 1958 vom MfS verhaftet und im Dezember 1958 in einem Geheimprozeß vom Bezirksgericht Potsdam zu acht Jahren Zuchthaus wegen »schweren Staatsverrats« verurteilt. Aus dem Zuchthaus Bautzen II vorzeitig entlassen, arbeitete Crüger dann an der AdW. Im Mai 1990 rehabilitiert, Mitglied der PDS. Herbert Crüger starb am 17. Januar 2003 in Zeuthen. 1990 und 1998 veröffentlichte er seine Lebenserinnerungen: »Verschwiegene Zeiten. Vom geheimen Apparat der KPD ins Gefängnis der Staatssicherheit« und »Ein alter Mann erzählt«.Bernd-Rainer Barth