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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Handke, Georg Ulrich

* 22.4.1894 – ✝ 7.9.1962

Geb. in Hanau (Main); Vater Schlosser; 1900 – 09 Volks- u. Mittelschule in Hanau; 1909 – 11 Ausbildung zum Industrie- u. Bankkfm. in Hanau; 1911 – 18 Mitgl. der SAJ in Hanau; 1913 – 15 Buchhalter; 1915 – 18 Militärdienst, Gefr., Fronteinsatz in Frankreich, Italien, Rumänien; 1917 USPD, Dez. 1918 Mitgl. des Spartakusbundes, dann der KPD u. des Zentralverb. der Angest.; 1919 kfm. Ltr. des Spartakusbund-Verlags »Freiheit« (Hanau); 1919 – 21 Chefred. der »Arbeiterztg.« (Hanau); 1919 – 30…

Wer war wer in der DDR

Hanke, Brunhilde

* 23.3.1930

Geb. in Erfurt; Vater Dreher; Volksschule; 1945 – 47 Ausbildung zur Näherin; 1945 FDGB; 1946 SED; Mitgl. der Antifa-Jugend bzw. der FDJ; 1948 – 50 Sekr. bzw. 1. Sekr. der FDJ-KL Rudolstadt; 1950 Lehrgang an der Jugend-HS Bogensee, Krs. Bernau; anschl. dort Assistentin, Kabinettsltr. u. Klassenltr.; 1951/52 Besuch der Zentralschule des Komsomol in Moskau; 1952 – 61 Sekr. der FDJ-BL Potsdam; 1952 – 63 Mitgl. des ZR der FDJ; ab 1952 Mitgl. der SED-BL Potsdam; 1954 – 60 Fernstudium an der PHS, 1962…

Wer war wer in der DDR

Hannawald, Sven

* 9.11.1974

Geb. in Erlabrunn (Erzgeb.); aufgewachsen in Johanngeorgenstadt; KJS Klingenthal, ursprüngl. ausgebildet für Nord. Kombination; 1987 Spartakiadesieger in zwei Sprungsdisz. u. in der Nord. Kombination; danach Spezialisierung als Skispringer. 1991 Umzug der Familie nach Jettingen (b. Ulm); Ski-Internat Furtwangen; Schulabschluß mittl. Reife u. Berufsausb. als Kommunikationstechniker, anschl. Verpflichtung zur Bundeswehr; Umzug nach Hinterzarten (Schwarzwald), Mitgl. des SC Hinterzarten,…

Wer war wer in der DDR

Hänsch, Wolfgang

* 11.1.1929

Geb. in Königsbrück (b. Dresden); 1948 – 51 Studium an der Staatl. Ing.-Schule für Bauwesen Dresden; seit 1951 als Architekt mit Bauaufgaben u. Projekten des Wohnungs- u. Gesellschaftsbaus in Dresden betraut; 1961 – 68 Chefarchitekt im VEB Dresden-Projekt u. VEB Baukombinat Dresden; ltd. Architekt für den Kulturpalast Dresden; 1970 – 85 Chefarchitekt für den Wiederaufbau der Semperoper; des weiteren in Dresden: Wohnungsbau Blochmannstraße u. Borsbergstraße, Ladenzentrum Webergasse,…

Wer war wer in der DDR

Harich, Wolfgang

* 9.12.1923 – ✝ 15.3.1995

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Lit.-Wiss. Walter H.; 1934 – 42 Volksschule u. Gymnasium in Neuruppin u. Berlin; bereits als Oberschüler Gasthörer im Fach Philos. bei Nicolai Hartmann u. Eduard Spranger an der Univ. Berlin; 1942/43 Wehrmacht, nach Lazarettaufenthalt desertiert; 1944/45 Teiln. an illeg. pol. Arbeit in Berlin, Kontakte zur kommunist. Widerstandsgr. »Ernst«. Mai 1945 von  Wolfgang Leonhard mit der Kulturarbeit in Wilmersdorf u. a. Westberliner Stadtteilen…

Wer war wer in der DDR

Harrington, Olliver (Ollie)

* 14.2.1912 – ✝ 2.11.1995

Geb. in Valhalla (New York); Vater Arbeiter, Mutter jüd. ungar. Emigrantin; 1919 Umzug in die South Bronx; 1929 Besuch der National Academy of Design, finanziert durch Aushilfsjobs; erste Publ. in der New Yorker Presse für die farbige Bevölkerung – die »Amsterdam News«, dem »Baltimore Afro-American« u. dem »Pittsburgh Courier«, für den er die folgenden 30 Jahre arbeitete; 1933 KP der USA; ab 1933 Zeichnungen in der kommunist. Presse (»Daily Worker«, »New Masses«); 1934 – 38 Kunst- u.…

Wer war wer in der DDR

Hartke, Werner

* 1.3.1907 – ✝ 14.6.1993

Geb. in Eschwege; Vater Altphilologe, Religionshistoriker u. Theologe Wilhelm H.; Gymnasium, Abitur; 1925 – 32 Studium der klass. Philol. u. Archäol. sowie Philos., Mathematik, Biol. u. Pädagogik (Sport) an der Univ. Berlin; 1932 Prom. zum Dr. phil. an der Univ. Berlin u. Assistent; 1934 Lektor u. außerplanmäßiger Oberassistent an der Univ. Königsberg; 1.5. 1937 NSDAP; 1939 Habil. über die »Geschichte u. Pol. im spätantiken Rom« (erschien 1940, mehrere Auflagen) u. Doz. an der Univ. Königsberg;…

Wer war wer in der DDR

Hartmann, Günter

* 18.3.1930

Geb. in Halberstadt; Vater Arbeiter; Volksschule; 1945 Mitgl. des Antifa-Jugend-Aussch. Blankenburg (Harz); 1945/46 Landvermesser bei der Bodenreform; 1946 FDJ; 1947/48 Studium an der Ing.-Schule Magdeburg u. der Bergakad. Freiberg (Sachsen), Vermessungsing.; 1948 NDPD; Stadtjugendltr. der FDJ in Kölleda; 1949/50 Reviermarkscheider bei der SAG Wismut in Johanngeorgenstadt; 1951 – 58 Mitgl. des Hauptaussch. der NDPD; 1951 Jugendref. beim LV Sachsen-Anh.; 1952 – 54 Mitgl. des BV Halle; 1954 – 71…

Wer war wer in der DDR

Hartwig, Helmut

* 4.1.1920 – ✝ 9.1.1994

Geb. in Chemnitz; Vater Schlosser, Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1934 – 38 Lehre und Arbeit als Rechtsanwalts- und Notariatsangest.; 1938 – 40 Sachbearb. einer Angest.-Krankenkasse; 1940 RAD, dann Militärdienst in der dt. Wehrmacht; 1945 Desertion. 1945 KPD/SED; 1945 Vors. des Antifa-Jugendaussch. Chemnitz; 1946 FDJ-Krs.-Vors. Chemnitz, dann Instrukteur beim FDJ-LV Sachsen; 1946 – 47 Mitglied des FDJ-KV Chemnitz und Stadtverordn.; 1947 Org.-Sekr. des FDJ-LV; 1947 – 50 Mitgl. des SED-LV…

Wer war wer in der DDR

Hase, Dagmar

* 22.12.1969

Geb. in Quedlinburg; KJS Halle; SC Chemie Halle; 1983 Spartakiade: Gold 400 m Lagen, Silber 800 m Freistil u. 200 m Lagen; DDR-Meisterschaften: 1988 Bronze 200 m Freistil, 1989 Silber 200 m Rücken, 1990 Gold 200 m Rücken. Sept. 1990 Wechsel zum SC Magdeburg (Trainer Bernd Henneberg); Ausbildung als Reiseverkehrskauffrau; 1992 Olympiasiegerin 400 m Freistil, Olympia-Silber 200 m Rücken u. 4 x 100 m Lagen; 1996 Olympia-Silber 400 m, 800 m u. 4 x 200 m Freistil, Bronze 200 m Freistil; WM: 1991 Gold…

Wer war wer in der DDR

Hattenhauer, Katrin

* 10.11.1968

Geb. in Nordhausen; Vater vor der Geburt gest., Mutter Krankenschwester; Schule in Nordhausen; Ausbildung zur Facharbeiterin für Schreibtechnik in Nordhausen; währenddessen Mitarbeit am Theater Nordhausen u. a. als Puppenspielerin u. Kulissenmalerin; Mitarbeit im Kirchl. Forschungsheim Wittenberg u. Praktikum in der Zionsgemeinde Dresden; 1988 Aufnahme eines Studiums am Theolog. Seminar in Leipzig, Febr. 1989 exmatrikuliert nach verdeckter staatl. Einflußnahme, danach keine längeren…

Wer war wer in der DDR

Hauschild, Thea

* 3.12.1932

Geb. in Weißenfels; Vater Schlosser; Volksschule; 1948 – 50 Hausgehilfin; 1949 FDGB; 1950 FDJ; 1950 Anlernstepperin in einer Weißenfelser Schuhfabrik; 1950 – 53 ABF Halle, Abitur; 1954 SED, 1953 – 57 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1957 – 62 Stellv. des Vors. bzw. Vors. der Plankommission beim Rat des Krs. Weißenfels; 1961 – 63 Abg. des Krs.-Tags; 1959 – 62 Mitgl. der SED-KL; 1962/63 Ltr. der Unterabt. Koordinierung beim Rat des Bez. Halle; Aug. 1963 – Juni 1984 OB von Dessau (Nachf.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Handke, Georg Ulrich

* 22.4.1894 – ✝ 7.9.1962

Als Sohn eines Schlossers am 22. April 1894 in Hanau geboren; besuchte die Oberrealschule und die höhere Handelsschule in Hanau, dann dort kaufmännischer Angestellter bei einer Bank. 1913 Mitglied der sozialistischen Jugend. Von 1914 bis 1918 diente Handke beim Ulanenregiment Nr. 6 in Hanau. Während des Krieges aktiv in der Spartakusgruppe und der USPD, nach der Demobilisierung Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates Hanau. Unter dem Pseudonym Ernst Spinger nahm Handke am Gründungsparteitag der KPD als Delegierter Hanaus teil. Er gehörte hier der Leitung der vom Arzt Dr. Georg Wagner geführten KPD-Gruppe an. 1919/20 war er sowohl Redakteur der Zeitung »Freiheit« als auch kaufmännischer Leiter des Verlages Freiheit, Organ des Spartakusbundes/KPD in Hanau. Von April 1920 bis 1922 Leiter der kommunalpolitischen Abteilung der Zentrale der KPD. Er ging 1921 mit der Wagner-Gruppe zu Paul Levi und der KAG über, wurde in deren erste Leitung gewählt, blieb aber dann doch in der KPD. Er war Delegierter des VII. Jenaer Parteitags 1921 und von 1919 bis 1930 Stadtverordneter der KPD in Hanau sowie von 1924 bis 1930 Provinziallandtagsabgeordneter. Von November 1923 bis 1930 war Handke Chefredakteur der »Arbeiter-Zeitung« in Frankfurt/M. und Mitglied der BL Hessen. Dann leitete er von 1931 bis 1933 die Genossenschaftsabteilung des ZK der KPD. 1933/34 illegal Oberberater zunächst für Ostdeutschland, dann für das Ruhrgebiet. Am 21. September 1934 wurde Georg Handke in Berlin verhaftet, am 2. Juli 1935 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, saß davon sieben Jahre in Einzelhaft. Auch seine spätere Frau Emmy Handke, geborene Christoph (* 30. 9. 1902 – † 17. 1. 1994), die in erster Ehe mit dem KPD-Funktionär Karl Thoma ( Ewald Blau) verheiratet war, erhielt eine langjährige Freiheitsstrafe. 1945 aus dem Zuchthaus Zwickau befreit, schloß sich Georg Handke wieder der KPD an. Zunächst von der US-Armee als Bürgermeister von Zwickau eingesetzt, war er dann Regierungspräsident in Zwickau-Plauen. Von Juli 1945 bis Oktober 1946 1. Vizepräsident und danach Präsident der Deutschen Zentralverwaltung für Handel und Versorgung der SBZ, von Mai 1948 bis Oktober 1949 stellvertretender Vorsitzender der DWK. In der DDR war Handke von Oktober 1949 bis September 1952 Minister für Innerdeutschen- und Außenhandel, von Oktober 1952 bis Oktober 1953 Botschafter in Rumänien und ab November 1953 (bis August 1959) Staatssekretär und 1. Stellvertretender Minister für Auswärtige Angelegenheiten. Ab 1958 war Handke Präsident der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft, er erhielt 1959 den Karl-Marx-Orden und wurde auf dem V. SED-Parteitag 1958 als Mitglied ins ZK gewählt. Georg Handke starb am 7.September 1962.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Hanke, Erich

* 13.1.1911 – ✝ 10.4.2005

Geb. in Petershagen (b. Berlin); Vater Schlosser; 1914 – 24 Volksschule; 1924 – 27 Ausbildung zum Maurer, Abend-Fachschule, bis 1933 Arbeit als Maurer in Berlin; 1927 Rote Sportorg.; 1928 Mitgl. der Gewerkschaft; 1930 KPD; 1933 – 35 illeg. pol. Arbeit in Berlin, 1933 Pol.-Ltr. UB Strausberg, 1933/34 KPD-UB-Ltr. Berlin-Pankow, 1934 Pol.-Ltr. des KPD-UB Nordring, dann Techn. Ltr. der KPD-BL Berlin-Brandenb.; 10.8.1935 verhaftet; 1936 wegen Hochverrats verurteilt; bis 1945 Haft, zunächst in Luckau,…

Wer war wer in der DDR

Hannemann, Dietrich

* 7.10.1934

Geb. in Potsdam; 1953 Abitur, 1953 – 58 Studium der Med. an der HU Berlin; 1961 Prom.; 1965 Facharzt für Chirurgie; 1971 Facharzt für Sportmed.; 1971 – 89 SED; 1977 – 90 Dir. des Sportmedizin. Dienstes (SMD) (Nachf. von Günter Welsch); 1977 – 90 Mitgl. des Bundesvorst. des DTSB u. Persönl. Mitgl. des NOK der DDR. 1991 – 2003 Geschäftsf. der Helmut Rödler Physiotherapieschule Berlin u. Chemnitz; Mitgl. der Europ. Vereinigung der Olympiaärzte u. der Internat. Föderation für Sportmed.; Apr. 1999…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hansen, Jakob

* 24.1.1884 – ✝ 1956

Geboren am 24. Januar 1884 in Kiel; lernte Schlosser und übersiedelte nach Hamburg. 1920 schloß er sich der KPD an und wurde als aktiver Funktionär Mitte der zwanziger Jahre Mitglied der BL Wasserkante. Von 1927 bis 1930 gehörte er als Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft an. Vom 4. März bis 22. April 1933 in »Schutzhaft«, Hansen erklärte seinen Bruch mit dem Kommunismus und wurde im August 1933 Mitglied der SA. Politisch trat er nicht mehr hervor. Jakob Hansen starb 1956 in Bremen.

Wer war wer in der DDR

Harig, Gerhard

* 31.7.1902 – ✝ 13.10.1966

Geb. in Niederwürschnitz (Erzgeb.); Vater Landarzt; ab 1913 Schiller-Realgymnasium in Leipzig; 1922 – 27 Studium der Physik, Mathematik u. Mineralogie in Leipzig u. Wien; 1928 philosoph. Prom. zu einem experimental-physikal. Fachthema in Leipzig; 1927 – 33 Assistent am Inst. für theoret. Physik der TH Aachen, entlassen; 1931 Sekr. der Ges. für die Freunde des Neuen Rußlands, Ortsgr. Aachen; März/April 1933 verhaftet; Mitgl. der KPD; illeg. pol. Arbeit in Leipzig; 1933 Emigr. in die UdSSR…

Wer war wer in der DDR

Hart, Jürgen

* 20.9.1942 – ✝ 9.4.2002

Geb. in Treuen (Vogtl.); Lehrerstudium für Dt. u. Musik in Leipzig; 1967 – 70 Schuldienst; erste Kabarettversuche bereits während der Oberschulzeit in Auerbach u. des Armeedienstes 1961 – 63; 1970 – 75 Ltr. des Poetischen Theaters »Louis Fürnberg« der KMU Leipzig, zu dem auch das Studentenkabarett »academixer« gehörte; 1976 – 90 Dir. der »academixer« (anfangs freie Gruppe u. Tourneekabarett, seit 1980 feste Spielstätte in Leipzig); seine Frau Katrin Bremer-Hart gehörte seit 1969 dem…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Härtle, Franz Xaver

* 2.12.1891 – ✝ 21.5.1943

Geboren am 2. Dezember 1891 in Pfersee bei Augsburg; lernte Schlosser und siedelte nach der Militärzeit nach Offenbach über, wo er der SPD beitrat. 1919 Mitglied der KPD und Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Offenbach. Delegierter des VIII. Parteitags 1923. Seit 1923 Sekretär des kommunistischen Industrieverbandes Chemie. Härtle stand auf dem linken Flügel der Partei, er war 1924 hauptamtlicher Orgleiter des KPD-Bezirks Hessen-Frankfurt. 1927/28 Teilnehmer an Versammlungen der linken Opposition. Mit der offiziellen Begründung, er habe »Unterschlagungen« begangen, wurde er als Oppositioneller 1928 aus der KPD ausgeschlossen. Mitglied des Leninbundes. 1929/30 Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus. Seine Wiederaufnahme in die KPD wurde abgelehnt und er im Mai 1930 auch aus dem Kampfbund ausgeschlossen. Härtle lebte bis 1933 in Offenbach und verzog dann nach Berlin, wo er mehrmals verhaftet wurde und sich illegal betätigte. Franz Xaver Härtle wurde am 21. Mai 1943 in seiner Wohnung in Alt-Tegel nach Verrat festgenommen und am 26. Mai 1943 in einem Gefängnis in Berlin ermordet.

Wer war wer in der DDR

Hartmann, Werner

* 30.1.1912 – ✝ 8.3.1988

Geb. in Berlin; Vater Handwerker; 1930 Abitur; Studium der Physik an der TH Berlin-Charlottenburg; 1935 Dipl. mit einer Arbeit über künstl. Sperrschichten in Metall-Halbleiter-Übergängen bei  Gustav Hertz; danach im von Gustav Hertz gegr. Forschungslabor II der Siemenswerke Berlin tätig; 1936 Prom. an der TH Berlin (b.  Max Volmer, Richard Becker, Hans Kopfermann) mit einer im Siemenslabor angefertigten, von Walter Schottky angeregten u. betreuten Diss. über elektr. Eigenschaften oxidischer…

Wer war wer in der DDR

Harych, Theo

* 19.12.1903 – ✝ 22.2.1958

Geb. in Doruchow (Krs. Schildberg, Westpr./ Doruchów, Polen); Vater Landarb.; 1910 – 18 Hütejunge u. Knecht bei verschiedenen Bauern in Schles.; 1916 Dorfschule, abgebrochen; 1919 Flucht zum Bruder nach Mitteldtl.; Arbeit in einer Zuckerfabrik u. als Kumpel im Braunkohlenbergwerk Mücheln; Mitgl. der Bergarbeitergewerkschaft; 1921 Teiln. am Mitteldt. Aufstand, danach zwei Wochen in Haft; 1923 Besuch einer Fahrschule u. einer Diener-FS in Halle; danach 18 Mon. Wanderbursche in Sachsen, 1925…

Wer war wer in der DDR

Hass, Karl Dieter

* 23.10.1934 – ✝ 11.7.1996

Geb. in Brandenburg; Vater Schlosser; Besuch der Volksschulen in Wusterwitz u. Genthin, OS in Genthin, 1953 Abitur; anschl. Studium der Chemie an der HU Berlin, 1957 vorzeitige Diplomprüfung, 1957 – 60 dort Aspirantur, 1960 Prom. bei  Lothar Kolditz; 1960 – 66 wiss. Oberass. an der FSU Jena, dort 1965 Habil.; 1966 Doz. an der HU Berlin, ab 1968 dort ord. Prof. für Chemie; 1971 SED; 1971 – 80 Dekan der math.-naturwiss. Fak. der HU Berlin, 1979 – 85 Dir. der Sektion Chemie, 1988 – April 1990…

Wer war wer in der DDR

Hauff, Monika

* 17.4.1944

Geb. in Wernigerode; EOS, dort im Chor der Gerhart-Hauptmann-OS; Ausb. zur med.-techn. Ass. in Saalfeld; in versch. Bands; 1967 beim Schlagerfestival der Ostseeländer in Rostock 1. Preis, 1968 2. Preis; 1968 im Studio für Unterhaltungskunst; bildete mit  Klaus-Dieter Henkler das Gesangsduo »Hauff & Henkler«, 300 Lieder aufgen.; zu den Erfolgstiteln gehören: »Es bleibt eine Spur im Sand«, »Gib dem Glück eine Chance«, »Heimat«, »Kinder Europas«, »Mondschein in der Heide«, »Stürme«. Nach 1990…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hausen, Erich

* 5.2.1900 – ✝ 19.12.1973

Als Sohn des Schlossers und späteren Elektrikers Hartwig Hausen am 5. Februar 1900 in Muskau/Oberlausitz geboren; lernte Elektriker. Gegen Kriegsende zum Heer eingezogen, kehrte er im Januar 1919 aus Belgien nach Weißwasser zurück, wo er der USPD beitrat. Bald Vorsitzender und später UB-Leiter der USPD in Weißwasser, 1920 ging Hausen mit der linken USPD zur KPD. Nach der März-Aktion 1921 wurde er Lokalredakteur der »Roten Fahne der Lausitz« in Cottbus. Auf dem VII. Parteitag in Jena 1921 als Kandidat für den Bezirk Lausitz in den ZA gewählt. Mitglied der BL Lausitz und Ende 1922 Polleiter dieses Bezirks. Delegierter des VIII. Parteitags 1923, erneut als Mitglied in den ZA berufen. Am 7. Dezember 1923 im illegalen Parteiquartier verhaftet, anschließend vom Staatsgerichtshof in Leipzig zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung Ende 1925 erwerbslos, anschließend Sekretär der Roten Hilfe in Thüringen. 1926 vom ZK für den Bezirk Schlesien als Polleiter nach Breslau entsandt und später durch Wahl in dieser Funktion bestätigt. Auf dem XI. Essener Parteitag 1927 als Kandidat ins ZK gewählt, vertrat Hausen zusammen mit Heinrich Galm und Albert Bassüner im ZK die sogenannten Rechten. Wegen seiner Opposition nach der Wittorf-Affäre der Funktion in Breslau, wo er die Mehrheit hatte, enthoben. Hausen verteidigte im November/Dezember 1928 vor dem EKKI in Moskau seinen Standpunkt und lehnte gemeinsam mit Galm die Bedingungen des EKKI ab. Als er einige Tage vor dem Bezirksparteitag im Dezember 1928 nach Breslau zurückkehrte, war es dem Apparat bereits gelungen, die Mehrheit der Delegierten für Ernst Thälmann zu gewinnen. Hausen und 16 Oppositionelle wurden aus der KPD ausgeschlossen. Bereits vorher hatte er in Breslau (mit dem Kindergärtnerinnen-Gehalt seiner Frau) die Zeitschrift »Gegen den Strom« herausgegeben, die zum ersten Organ der Rechten, der KPO, wurde. 1929 übernahm er in Stuttgart als Sekretär die Leitung der KPO und gehörte gleichzeitig zu deren Reichsleitung. Am 7.März 1933 verließ Hausen Stuttgart, ging nach Straßburg, kehrte nach kurzer Zeit nach Deutschland zurück, um die Inlandsarbeit der KPO zu übernehmen. Er wurde (Pseudonym Ernst Fabel) Polleiter des illegalen Dreierkopfes der KPO in Berlin ( Robert Siewert, Org., Fritz Wiest, Gewerkschaft). Bei einem Grenzübertritt in Bad Elster verhaftet und zunächst unter Spionageverdacht und wegen Devisenvergehens festgehalten. Da Hausen im Besitz eines gültigen französischen Passes (Charles Bischoff) war und sich keinerlei belastendes Material bei ihm befand, nach sechs Monaten aus dem Gefängnis entlassen und nach Frankreich abgeschoben. Er bekam keine Aufenthaltsgenehmigung, daher lebte er illegal in Straßburg, von dort aus leitete er die KPO-Arbeit und siedelte mit seiner Frau 1936 nach Troyes und 1938 nach Vincennes über. Bei Kriegsausbruch verhaftet und in verschiedenen Internierungslagern festgehalten, konnte Hausen mit seiner Frau 1941 in die USA entkommen. Erst nach elfjährigem Streit mit den dortigen Behörden als Flüchtling anerkannt, lebte er als Elektriker in Swarthmore/Pennsylvania. Erich Hausen starb dort am 19. Dezember 1973.

Wer war wer in der DDR

Handke, Heinz

* 25.1.1927 – ✝ 2.9.2003

Geb. in Stannowitz (Krs. Ohlau, Oberschles./ Stanowice, Polen); Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; 1943 Bürogehilfe, 1943/44 RAD, 1944/45 Wehrmacht, 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1949 Rückkehr nach Dtl., Chemiearb.; Eintritt in die DVP, 1949/50 Offiziersschüler bzw. Zugführer an der VP-Schule Naumburg, 1950 Abt.-Ltr. in der VP-Bereitschaft Halle; 1951 Offiziershörer an der VP-Schule Kochstedt; 1951 Adjudant beim Chef der KVP; 1952 SED; 1952/53 Stabschef, anschl. Kdo-Ltr. der…

Wer war wer in der DDR

Hanke, Helmut

* 5.11.1932 – ✝ 7.12.2015

Geb. in Herrnskretschen (Krs. Tetschen, ČSR/ Hřensko, Tschechien); Vater Flößer; 1938 – 45 Hauptschule, durch Kriegsende abgebrochen; Aussiedlung. 1945 SBZ; 1946 – 49 Ausbildung zum Schriftsetzer, 1949/50 im Beruf tätig; 1950 – 52 Lehrer an versch. FDJ-Schulen; 1951 SED; 1953 hauptamtl. FDJ-Funktionär; 1954 – 59 Lehrauftrag an der BPS Potsdam; 1959 – 61 Sekr. der SED-KL Potsdam; 1959 – 61 Fernstudium der Ges.-Wiss. an der PHS, Dipl. Ges.-Wiss.; 1961 – 65 Aspirantur am IfG, 1965 Dr. phil.; 1965…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hans, Willy

* 20.7.1905 – ✝ 4.11.1988

Geboren am 20. Juli 1905 in Berlin. Sohn einer Arbeiterfamilie; Bürobote, Hilfsschlosser und Revolverdreher. Er trat 1919 in die FSJ und 1924 in die KPD ein, Polleiter der KJD in Berlin-Moabit und Mitglied der RJ. 1926 Teilnehmer am KJVD-Reichskongreß in Hamburg. Von November 1930 bis Ostern 1931 Kursant an der M-Schule der Komintern in Moskau. Danach Orgleiter für den Bezirk Nordwest der KPD. Ab 1932 Instrukteur der Orgabteilung der BL Berlin-Brandenburg. Ab Februar 1933 illegal tätig als persönlicher Kurier von Arthur Vogt. Hans wurde Mitte April 1933 verhaftet und am 21.Februar 1934 vom Reichsgericht in Leipzig zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt (Prozess A. Vogt, Ewald Blau). Nach der Freilassung wieder illegale Arbeit, deshalb im April 1937 für einige Wochen im KZ Sachsenhausen. Nach erneuter Festnahme im September 1939 saß er bis April 1941 als Häftling im Berliner Gestapogefängnis. Ab Juli 1941 in der Strafeinheit 999, Anfang Mai 1945 geriet Hans in jugoslawische Kriegsgefangenschaft und leitete dort einen Antifa-Ausschuß. Im Mai 1946 entlassen, Rückkehr nach Deutschland. Mitglied der SED und Mitarbeiter im FDGB-Bundesvorstand, zuletzt Vorsitzender des FDGB-KV Handel, Nahrung und Genuß in Berlin-Pankow. Willy Hans starb am 4. November 1988 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Hansen, Georg

* 9.3.1903 – ✝ 11.5.1976

Geb. in Köln; Vater Buchbinder, Mutter Pelznäherin; 1917 – 22 Arbeit in den Draht- u. Rohrzieher Messingwerken in Köln; 1919 DMV; Nov. 1919 KPD; sympathisierte 1921/ 22 mit der Gruppe um Paul Levy; 1922/23 Hemmschuhleger bei der DR; April 1923/24 Volontär in der Ztg. »Soz. Rep.« in Köln; Anf. 1924 Red. des »Rhein-Ruhr-Pressedienstes« Düsseldorf; Mai 1924/25 Red. der Ztg. »Ruhr-Echo«; Anf. 1925 wegen Opp. zur Linie von Ruth Fischer zeitw. Ausschl. aus der KPD; Ende 1926/27 Mitarb. im ZK der KPD;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hark, Joseph

* 22.5.1875 – ✝ 15.4.1945

Geboren am 22. Mai 1875 in Bochum als zweites von neun Kindern eines Bergmanns; zunächst in einer Spinnerei tätig, dann Bergmann, Übersiedlung ins Aachener Kohlerevier. Um die Jahrhundertwende trat Hark dem Bergarbeiterverband bei, 1906 auch der SPD. Wegen der Haltung der SPD im Krieg trat er 1915 aus der Partei aus, schloß sich 1917 der USPD an und ging mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Bis 1926 Bergarbeiter, dann Invalide, war Hark 1924 Reichstagskandidat der KPD (nicht gewählt) und Redakteur der »Arbeiterzeitung« in Aachen, Mitglied der UBL Aachen und der erweiterten BL Niederrhein. Auf dem Essener XI. Parteitag 1927 wurde er als Arbeiter zum Kandidaten des ZK gewählt. Hark sympathisierte mit den Versöhnlern, wurde 1929 nicht wieder ins ZK berufen, blieb aber bis 1933 für die KPD aktiv, November 1929 Gemeindeverordneter in Kohlscheid und Mitglied des Kreistages Aachen-Land. Um der Festnahme zu entgehen, emigrierte er 1937 nach Holland. Dort nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1940 verhaftet, am 14. Januar 1941 vom OLG Hamm zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Ende 1942 aus dem Zuchthaus Siegburg entlassen, er kehrte nach Kohlscheid bei Aachen zurück. Anläßlich der Aktion »Gewitter« am 20. August 1944 erneut festgenommen, ins KZ Oranienburg verschleppt und 1945 noch ins KZ Bergen-Belsen überführt. Dort kam Joseph Hark am 15.April 1945 ums Leben.

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Hartenhauer, Christian

* 2.5.1948

Geb. in Chemnitz; Vater Textilarb.; Grund- u. Oberschule mit Berufsausbildung zum Dreher, Abitur; 1966 – 1970 Stud. der Wirtschaftswiss. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Ök.; 1968 SED; 1970 – 73 Forschungsstud. an der HfÖ, Prom. mit der Arbeit »Rationalisierung der Rechtsanwendung auf dem Gebiet des internat. Wirtschaftsrechts mittels elektron. Datenverarbeitung«; 1974 Mitarb. im Min. für Außenhandel der DDR; 1975 / 76 NVA; ab 1976 hauptamtl. FDJ-Funktionär im Min. für Außenhandel; 1977 – 82 1. Sekr.…

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Hartling, Gunar

* 5.3.1930 – ✝ 31.5.2005

Geb. in Chemnitz; Vater Kraftfahrer; Volksschule; 1945 Ausbildung zum Forstarb., danach im Forstamt Döbeln; 1948 SED; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Rochlitz; 1954 Abt. III (Wirtschaft) der BV Karl-Marx-Stadt; 1956 stellv. Ltr., 1958 Ltr. der Abt. III; 1960 – 65 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1976 Ltr. der Abt. XIII (Rechenzentrum) des MfS Berlin; 1977 Oberst; Dez. 1989 von seiner Funktion entbunden; Jan. 1990 Entlassung, Rentner; gest. in Berlin.Jens…

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Hartung, Fritz

* 12.1.1883 – ✝ 24.11.1967

Geb. in Saargemünd (Elsass-Lothringen); Vater preuß. Ministerialbeamter; 1905 Prom. bei Otto Hintze an der Univ. Berlin mit einer Arbeit über die preuß. Verw. in Ansbach-Bayreuth von 1792 – 1806; 1910 Habil. an der Univ. Halle mit einer Arbeit über Karl V. u. die dt. Reichsstände von 1546 – 55; 1915 nichtbeamteter a. o. Prof. an der Univ. Halle; 1915 – 18 Militärdienst; 1918 – 22 an der Univ. Halle; 1922 – 23 ord. Prof. an der Univ. Kiel; 1923 – 48 ord. Prof. an der Univ. Berlin (Nachf. Otto…

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Harzheim, Willi (Wilhelm)

* 6.4.1904 – ✝ 27.12.1937

(* 1904 – † 1937) Geboren am 6. April 1904 in Horst-Süd/Gelsenkirchen, Sohn eines Bergmanns. Mit 14 Jahren selber Bergmann, trat 1920 in die USPD und 1923 in die KPD ein, UB-Leiter von Buer und Mitglied der engeren BL Ruhr. Ab 1929 Veröffentlichungen in der KPD-Presse, wurde Mitglied der Berliner Ortsgruppe des BPRS, dann Vorstandsmitglied und führte bereits ab 1930 die Korrespondenz der Zentrale des Bundes. Als junger Autor trat Harzheim gemeinsam mit Hans Marchwitza und Erich Weinert in KPD-Veranstaltungen auf. Von Johannes R. Becher gefördert, fuhr er 1930 neben diesem, Egon Erwin Kisch und Anna Seghers als Mitglied der 14köpfigen deutschen Delegation des BPRS zur II. Internationalen Konferenz proletarischer und revolutionärer Schriftsteller nach Charkow. Redaktionssekretär der Zeitschrift des BPRS »Linkskurve«; heiratete 1932 Nora Shapiro (*1910 – †1990). Harzheim half Becher 1933 bei der Flucht aus Deutschland. Er selber reiste mit seiner Lebensgefährtin Reni Begun über Danzig in die Sowjetunion, wurde als Politemigrant anerkannt und arbeitete als Polit- und Kulturleiter bei deutschen Arbeitsemigranten in Westsibirien. Dort schuf er eine deutsche Theatergruppe und startete im Sommer 1935 eine große Tournee. Sein letzter Leserbrief »Wir wollen uns Ernst Thälmann würdig erweisen« wurde am 23. September 1937 noch in der DZZ gedruckt, aber zwei Monate später, am 20. November 1937, wurde er vom NKWD verhaftet. Willi Harzheim wurde am 27. Dezember 1937 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Wilhelm Mensing veröffentlichte 2001 eine Biographie über Willi Harzheim.

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Hasse, Sella

* 12.2.1878 – ✝ 27.4.1963

Geb. in Bitterfeld, ab 1891 in Berlin; ab 1896 Studium bei Franz Skarbina, Walter Leistikow u. Lovis Corinth in Berlin; seit 1902 enger persönl. Kontakt zu Käthe Kollwitz, unter deren Einfluß neben Porträts u. Landschaften Grafiken mit sozialkrit. Motiven sowie zum Thema Arbeitswelt/Arbeiter entstehen; 1904 Übersiedl. nach Hamburg, 1910 nach Wismar; Pressezeichnungen für die »Hamburg Woche«; 1912 Reise nach Paris, später zahlr. Reisen nach Worpswede, Rügen, Prag, Wien, Amsterdam, Kopenhagen, ins…

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Hauptmann, Elisabeth

* 20.6.1897 – ✝ 20.4.1973

Geb. in Peckelsheim (Westf.); Vater Sanitätsrat; Volksschule; Lyzeum, 1912 – 18 Lehrerstudium in Droyßig (b. Zeitz); 1918 – 22 Lyzeal-Lehrerin in Linde (Westpr.), erste literarische Schreibversuche; 1922 – 33 Berlin; 1922/23 Sekr.; 1924 Beginn der Zusammenarbeit mit  Bertolt Brecht; 1925 – 27 als Lektorin für Bertolt Brecht u. Ernst Toller angest. beim Gustav Kiepenheuer Verlag; 1927 – 33 freischaff. Schriftst. u. Mitarb. Bertolt Brechts; eigene Kurzgeschichten (veröff. in Ztg. u. Ztschr.),…

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Hauser, Harald

* 17.12.1912 – ✝ 6.8.1994

Geb. in Lörrach (Baden); Vater Hochschullehrer; Volksschule, Realgymnasium; 1930 – 33 Studium der Rechtswiss. in Freiburg i. Br. u. Berlin; 1930 KJVD; 1931 längere Studienreise in die UdSSR; 1932 KPD; Agit.-Prop.-Ltr. der »Roten Studentengr.« an der Univ. Berlin; Jan. 1933 Emigr. nach Frankreich; Gelegenheitsarbeiten, Journalist, Chauffeur, Sportlehrer; Mitarb. des M-Apparates (Nachrichtendienst der KPD), im Auftrag  Bruno Haids zus. mit seiner Frau Edith Loewenstein »Gegnerarbeit«; arbeitete ab…

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Handwerker, Berthold

* 13.6.1920 – ✝ 15.5.2002

Geb. bei Tilsit (Ostpr./Sowjetsk, Rußland); Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; Ausb. zum Elektroinstallateur; Uffz. bei der Wehrmacht. 1945 – 48 Elektromonteur; 1946 SED; 1948 – 51 Abt.-Ltr., 2. Sekr., dann 1. Sekr. der SED-KL Spremberg; 1952 Lehrgang an der PHS; 1952 – 54 Sekr. für Wirtsch. der SED-BL Potsdam; 1954 – 65 Instrukteur, Sektorenltr. u. 1955 – 59 Ltr. der Abt. Grundstoffindustrie (Abt. Kohle, Bergbau, Energie u. Chemie) im ZK der SED (Nachf. von  Paul Kraszon); 1965 Ltr. der…

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Hanke, Kurt

* 5.4.1914 – ✝ 15.9.1993

Geb. in Jena; Vater Arbeiter; Volks- u. Oberrealschule; kaufm. Ausbildung u. Tätigkeit; 1926 Mitgl. der Kinderfreunde, 1931 SAJ; 1939 – 44 Sanitäter bei der Luftschutzpolizei; 1944 Wehrmacht; sowj. Kriegsgef. 1945 SPD, 1946 SED; 1945 – 47 Vertriebsltr. bei der Thüringer Verlagsanstalt; anschl. Red. der Ztg. »Thüringer Volk«, 1949 Abt.-Ltr. bzw. stellv. Chefred.; 1950 – 54 erster Chefred. der SED-Ztg. »Das Volk« in Erfurt; zeitw. Vors. des BV Erfurt des VDJ; Mitgl. der SED-BL Erfurt; 1954 – 57…

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Hansch, Ernst

* 5.2.1914 – ✝ 24.11.1970

Geb. in Hamburg-Altona; Vater Möbeltisch- ler u. Werftarb., Mutter Tabakarb.; Volksschule in Hamburg-Altona; 1929 – 33 Ausbildung zum Buchdrucker u. Drucker in Hamburg-Altona; 1932 MASCH in Hamburg; 1933/34 KJVD-UB-Ltg. Hamburg-Altona; 1934 KPD; 1934 – 40 Emigr. in die Niederlande, illeg. Parteiarbeit in Amsterdam u. Rotterdam; 1935 – 38 Zirkelltr. der illeg. Emigrantenorg. in den Niederlanden; 1939/40 Ltr. Agit. u. Prop. der KPD-LL Niederlande; 1940 Verhaftung, 1940 – 42 U-Haft in Hamburg; vom…

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Harfouch, Corinna

* 16.10.1954

Geb. in Suhl; Vater Lehrer, Mutter Horterzieherin; 1961 – 73 POS u. EOS, Abitur; Ausbildung zur Krankenschwester; 1975 zwei Semester Studium der Textiltechnik an der TU Dresden; 1978 – 81 an der HS für Schauspielkunst Berlin, Meisterklasse am Berliner Theater im Palais (TiP), erster Erfolg in der  Ruth-Berghaus-Insz. von Goethes »Stella« im TiP; 1982/83 am Städt. Theater Karl-Marx-Stadt, hier u. a. in »Der Widerspenstigen Zähmung«, »Faust II«; ab 1983 am Berliner Ensemble, u. a. als Polly in …

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Harkenthal, Wolfgang

* 14.1.1922 – ✝ 3.1.2006

Geb. in Aschersleben; Vater Mechaniker; Mutter Schneiderin; 1938 – 41 Ausbildung zum Elektrokfm.; 1941 Angest. der Kammerlichtspiele GmbH in Magdeburg; 1942 Wehrmacht, Panzerfunker an der Ostfront; 1945/46 Kriegsgefangenschaft. 1946 – 50 Mitarb., Presseref. der Sowexportfilm-Vertrieb in Dtl.; SED; 1950 – 55 Ltr. der Presse- u. Werbeabt. der Progress Film Vertrieb GmbH; 1955 – 58 Stellv. des Ltr. u. Ltr. des Lichtspielwesens in der HV Film im Min. für Kultur; 1958/59 Abt.-Ltr. der VVB Film; 1960…

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Härtig, Helmut

* 24.3.1902 – ✝ 10.11.1997

Geb. in Pirna (Sachsen); Vater Volksschullehrer; 1908 – 21 Schulbesuch in Pirna, Abitur; 1921 – 25 Studium an der Bergakad. Freiberg, dort 1924 Dipl. als Markscheider u. 1925 als Berging.; 1926 – 35 Direktionsass. u. Abt.-Ltr. bei den Eintrachtwerken Welzow, Niederlausitz; 1930 Dr.-Ing. an der Bergakad. Clausthal; 1934 NSDAP; 1935 – 38 Pächter u. Ltr. der Braunkohlen-Tiefbaugrube »Wilhelmszeche« in Siegersdorf bei Bunzlau; 1938 – 47 Betriebs- u. Obering. bei den Michelwerken Großkayna bei…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hartmann, Rudolf

* 11.12.1885 – ✝ 2.2.1945

Geboren am 11. Dezember 1885 in Demern/ Mecklenburg, Sohn eines Gutsbesitzers; Realschule in Schönberg und Gymnasium in Bützow. Nach dem Abitur (1906) studierte er bis zum Abbruch 1912 an mehreren Universitäten. Später arbeitete er auf dem väterlichen Gut und nahm am Weltkrieg teil. Zwei schwere Verwundungen im August 1915 und im April 1916 machten ihn zum Pazifisten. In seinem Wehrpaß stand: »weigert sich, Offizier zu werden«. Von September 1918 bis 1920 in französischer Kriegsgefangenschaft. Hartmann gründete im April 1922 den Freiheitsbund Demern, suchte Kontakt zu allen politischen Parteien, aber nur die KPD antwortete ihm. Nach Gesprächen mit Funktionären der KPD, u.a. mit dem Landtagsabgeordneten Hugo Wenzel, trat er mit 40 Mitgliedern des Freiheitsbundes im Sommer 1922 der KPD bei. Er hatte sich zeitweise mit seiner Familie überworfen und lebte als Dichter und Schriftsteller. Im Juli 1923 wurde Hartmann (mit der höchsten Stimmenzahl) für die KPD in den Landtag von Mecklenburg-Strelitz gewählt und blieb bis 1927 deren Abgeordneter. 1926/27 auch in der BL Mecklenburg, war er 1928 Mitglied des vorbereitenden europäischen Bauernkomitees in Berlin. In den folgenden Jahren lebte er von der aktiven Politik zurückgezogen auf seinem kleinen Gut in Mecklenburg als Privatgelehrter. Ende 1942 äußerte er: »Wir werden den Krieg niemals gewinnen können. Die Front hätte eine so kolossale Länge, daß die Menschen in Deutschland für die Besetzung der eroberten Gebiete und die Front nicht ausreichen würden. Der Führer ist ein hemmungsloser Mensch und kann nicht genug bekommen.« Für diesen »Defätismus« wurde Hartmann am 12. Dezember 1942 verhaftet und am 16. April 1943 vom Sondergericht in Schönberg zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Im Dezember 1944 sollte er aus dem Zuchthaus Dreibergen-Bützow entlassen werden, statt dessen ordnete das Reichssicherheitshauptamt am 30. November 1944 seine Überstellung in das KZ Sachsenhausen an, wo er am 2. Februar 1945 eintraf. Vier Wochen später kam er mit einem Gefangenentransport ins KZ Mauthausen. Unter den Häftlingen, die dort am 5. März 1945 sofort in der Gaskammer ermordet wurden, befand sich auch Rudolf Hartmann.

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Hartung, Marie

* 17.1.1884 – ✝ 17.4.1971

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zur u. Arbeit als Schneiderin; 1905 SAJ; 1906 Arbeiterinnenbildungsverein; 1908 SPD; 1908 – 33 Angest. des Konsum-Vereins Königsberg; Geschäftsf. bzw. Bez.-Sekr. der AWO Königsberg; 1911 Wahl zur Vertrauensperson der Frauen in Königsberg; 1919 – 22 USPD; ab 1923 erneut SPD; Mitgl. der Ltg. der SPD Königsberg u. des BV Ostpr.; 1919 – 33 Abg. des Provinziallandtags u. des Provinzialaussch. Ostpr. sowie…

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Hasch, Wolfram

* 10.9.1963

Geb. in Weimar; aufgewachsen in einem kath. Elternhaus, Vater Musikhochschuldoz., Mutter Klavierlehrerin; 1970 – 80 Pestalozzi-OS Weimar, in der 9. Klasse demonstrativer Austritt aus der FDJ, schon als Schüler wg. Westkontakten vom MfS im OV »Schreiber« erfaßt, später in der OPK »Stephan« u. in den OV »Blauköpfe« u. »Hagen«; 1980 Beginn einer Lehre als Wirtschaftskaufm., Abbruch aus persönl. Gründen; Arbeit als Altenpfleger im St. Hedwigsheim Weimar; 1981 – 83 Mitorg. des Montagskreises der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hassel, Wilhelm

* 16.7.1892 – ✝ 13.7.1967

Geboren am 16. Juli 1892 in Eupel; nach der Lehrzeit als Schlosser nach Hamburg, trat dort 1913 der SPD und 1917 der USPD bei. Er kam als enger Freund Ernst Thälmanns mit diesem 1920 zur KPD. Hassel arbeitete als Maschinenbauer in Hamburg. 1924 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt, der er bis 1927 angehörte. Mitte 1925 als Orgleiter in den KPD-Bezirk Ruhr entsandt, wo er nach dem »Offenen Brief« im Oktober 1925 auch für einige Wochen Polleiter war. 1926 ging er wieder nach Hamburg. Er sympathisierte einige Zeit mit der linken Opposition, unterschrieb 1926 den oppositionellen »Brief der 700«, zog seine Unterschrift wieder zurück und wurde Anfang 1927 vom ZK als Polleiter nach Hessen-Kassel geschickt, Delegierter des XI. Parteitags in Essen. Im Oktober 1927 in Kassel von Robert Neddermeyer abgelöst (wegen »Trunkenheit«), doch die Oppositionspresse behauptete, Hassel habe Gelder unterschlagen und Saufgelage abgehalten. Er wurde UB-Sekretär der KPD in Lübeck, kehrte 1929 zurück nach Hamburg und war wieder kurz Mitglied der BL. Dann trat er politisch nicht mehr hervor. Wilhelm Hassel starb am 13.Juli 1967 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hauschild, Robert

* 28.4.1900

Geboren am 28. April 1900 in Gera; wurde nach dem Besuch des Gymnasiums Journalist. Seit 1919 Mitglied der KPD, Mitte der zwanziger Jahre Redakteur und Mitarbeiter an verschiedenen KPD-Zeitungen. Hauschild machte sich einen Namen als Experte für militärpolitische Fragen und arbeitete im AM-Apparat der KPD mit. Auch als Autor für philosophische Themen (etwa das Verhältnis von Marx und Feuerbach) oder als Engels-Editor wurde er bekannt. 1932 in die Sowjetunion übergesiedelt, arbeitete Hauschild unter dem Pseudonym Rudolf Haus als Redakteur der »Deutschen Zentral-Zeitung« und der Zeitschrift »Gegen-Angriff« in Moskau. Am 31. August 1936 vom NKWD verhaftet und im Mai 1937 zu fünf Jahren Lager verurteilt. Robert Hauschild wurde im Gulag ermordet, das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hausladen, Hans

* 19.1.1901 – ✝ 20.4.1938

Geboren am 19. Januar 1901 in Wendelstein/ Krs. Mittelfranken in Bayern, Sohn eines Arbeiters; bis 1929 Bergmann in Essen und Bottrop. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD und bis 1929 auch Funktionär der KPD und des RFB in Bottrop. Im April 1929 wurde Hausladen Redaktionsvolontär in der Gewerkschaftsabteilung der BL Ruhrgebiet in Essen. Von Juli 1929 bis Februar 1931 UB-Sekretär, besuchte von Januar bis März 1930 einen Lehrgang an der Reichsparteischule Berlin-Fichtenau. Ab Februar 1931 Leiter des Einheitsverbandes der Bergarbeiter im Ruhrgebiet, im Mai 1932 im Wahlkreis Westfalen-Nord in den Preußischen Landtag gewählt. Im März 1933 verhaftet und bis April 1934 im Polizeigefängnis Essen sowie im KZ Sonnenburg inhaftiert, wo er schwer gefoltert wurde. Nach seiner Freilassung arbeitete Hausladen illegal, emigrierte im August 1934 zunächst in die Niederlande, anschließend ins Saargebiet und nach Frankreich. Von Februar bis Juli 1935 war er für die RGI (Bergbau) in Paris tätig. Anschließend kam er in die Sowjetunion, dort im Büro der RGI in Moskau Referent unter dem Parteinamen Henry Jakob. 1937 vom NKWD verhaftet. Obwohl Wilhelm Pieck sich für ihn am 20. April 1938 bei Dimitroff einsetzte, wurde Hans Hausladen am 10. August 1938 vom NKWD erschossen. Sein älterer Bruder Anton Hausladen, geboren am 7. März 1894 ebenfalls in Wendelstein, von Beruf Metalldrücker, seit 1919 Mitglied der KPD, gehörte ab Februar 1927 der erweiterten BL Nordbayern an. Im Mai 1930 UB-Sekretär für Nürnberg-Fürth und Mitglied der engeren BL Nordbayern, außerdem stand er an der Spitze der RGO Nordbayerns, 1928 auch zum Stadtrat von Fürth gewählt. Anton Hausladen wurde am 20. April 1933 verhaftet und 1934 freigelassen, aber kurz danach erneut festgenommen und am 15. Mai 1934 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, er kam anschließend ins KZ. Über zehn Jahre in Haft, davon 28 Monate im Strafblock. 1943 entlassen und zur Zwangsarbeit in die Tschechoslowakei geschickt, nach Kriegsende kehrte er nach Fürth zurück, bis Juli 1948 Wohnungsreferent der Stadt Fürth. Anton Hausladen starb an den Folgen des in der Haft zugezogenen schweren Leberleidens am 12. September 1949 in Fürth.