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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lange, Richard

* 13.5.1887 – ✝ 1.1.1963

Geboren am 13. Mai 1887 in Geithain bei Leipzig, Sohn eines Zimmermanns; Metallarbeiter, bis 1912 auf Wanderschaft. 1908 Mitglied der SPD. Bis zum Ausbruch des Weltkrieges aktiver Gewerkschafts- und Parteifunktionär in Leipzig. 1915 Soldat, als Facharbeiter mit Spezialkenntnissen wurde er Ende 1916 reklamiert. Er ging 1917 zur USPD und wurde als Mitorganisator des Leipziger Munitionsarbeiterstreiks im Juli 1918 erneut an die Front geschickt. Lange kehrte im März 1920 aus französischer Kriegsgefangenschaft nach Leipzig zurück, wo er der KPD beitrat. Er arbeitete in einer Leipziger Metallfirma und wurde Betriebsratsvorsitzender. 1928 Mitglied der BL Westsachsen, von 1926 bis 1928 Stadtverordneter in Leipzig, 1929 wurde Lange in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er bis 1930 angehörte. Nach 1933 illegal für die KPD aktiv, er wurde dienstverpflichtet und stand unter Polizeiaufsicht. 1945 wieder KPD-Mitglied, war er bis 1950 Mitarbeiter der Abteilung Arbeit des Rates der Stadt Leipzig. Er erhielt den VVO in Silber. Richard Lange starb am 1. Januar 1963 in Leipzig.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lange, Fritz

* 23.11.1898 – ✝ 16.9.1981

Geboren am 23. November 1898 in Berlin, Sohn eines Kaufmanns; besuchte bis 1917 die Präparandenanstalt und das Lehrerseminar in Neuruppin, 1917/18 Soldat im Weltkrieg. Von 1919 bis 1924 Volksschullehrer in Berlin-Neukölln. Seit 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD, wurde im März 1924 aus dem Schuldienst entlassen. Ab 1921 gehörte Lange der Reichsleitung der Kommunistischen Kindergruppen an und arbeitete von 1922 bis 1924 in der Berliner Gesandtschaft der Sowjetukraine. 1924 Sekretär der IAH, ab 1925 Redakteur beim KPD-Pressedienst, von 1927 bis 1933 Sekretär und Redakteur in der Agitpropabteilung des ZK, verantwortlich für die Illustrationen im gesamten Pressewesen der KPD. Er gehörte zur RFB-Gauleitung Berlin-Brandenburg, war von 1925 bis 1933 Stadtverordneter in Berlin. Von 1930 bis 1932 auch Mitglied der Reichsleitung des Kampfbundes gegen den Faschismus. Von März bis Oktober 1933 in »Schutzhaft«, danach bis 1942 Bauarbeiter bzw. kaufmännischer Angestellter, im September 1939 zur Wehrmacht einberufen, aber nach fünf Tagen als »Mischling« entlassen. Zusammenarbeit mit Wilhelm Guddorf, Bernhard Bästlein u. a. Am 1.Dezember 1942 verhaftet, am 8. Oktober 1943 vom VGH (im Verfahren gegen Martin Weise, der zum Tode verurteilt wurde) zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im September 1945 Oberbürgermeister von Brandenburg/Havel. Von 1948 bis 1954 Leiter der Zentralen Kontroll-Kommission (ZKK) der DWK bzw. der Kommission für Staatliche Kontrolle, war Lange in der SBZ als »Scharfmacher« berüchtigt. Von 1950 bis 1958 Kandidat des ZK der SED. 1954 anstelle von Else Zaisser Minister für Volksbildung, doch auf dem V. Parteitag 1958 nicht wieder als Kandidat des ZK bestätigt und zur Selbstkritik aufgerufen. Lange wurde vorgeworfen, »die sozialistische Erziehung« der Jugend nicht energisch genug vorangetrieben und sich der Kirche gegenüber zu lau verhalten zu haben. Mitte Dezember 1958 durch Alfred Lemnitz als Volksbildungsminister abgelöst. Zuletzt Mitarbeiter am Institut für Militärgeschichte in Potsdam bzw. im Militärverlag, er lebte ab 1961 im Ruhestand, erhielt den Karl-Marx-Orden. Fritz Lange starb am 16.September 1981 in Ost-Berlin.Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Lange, Hans-Dieter

* 20.6.1926

Geb. in Elbing (Westpr./Elbląg, Polen); in einer bürgerl. Familie; Gymnasium, Abitur; 1942 – 44 Schauspielschule in Danzig; 1944/45 Wehrmacht; 1945 Kriegsgefangenschaft in Kanada. 1945/46 Sanitätshelfer im UNRRA-Lager Bergen-Belsen; 1946 – 49 Schauspieler am Theater Hildesheim u. an den Städt. Bühnen Bonn; 1950 – 62 Sprecher beim Berliner Rundfunk u. beim Dtl.-Sender; dazw. 1960/61 Red. u. Sprecher bei Radio Peking; 1955 SED; 1960 – 90 Synchronsprecher bei DEFA u. DFF; 1962 – 90 Schauspieler u.…

Wer war wer in der DDR

Lange, Martin

* 20.7.1932

Geb. in Zwickau, aufgew. in Dresden; Vater Steuerberater; nach dem Abitur 1951 – 56 Gemeindepraktikum u. Studium am Theolog. Seminar der Ev.-Methodist. Kirche in Bad Klosterlausnitz; 1956 Pfarrer in Reichenbach; 1957 – 64 in Plauen; 1958 Ordination; ab 1962 im Nebenamt Jugendpfarrer; 1964 – 70 Pfarrer in Oelsnitz; 1969 – 81 nebenamtl. Ltr. des Ev.-Methodist. Jugendwerks; Mitarb. im Europ. Methodist. Jugendrat; 1970 – 91 Pfarrer in Berlin; 1971 – 81 Vors. des Ökumen. Jugendrats u. der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langenfeld, Joseph

* 8.8.1887 – ✝ 23.6.1972

Geboren am 8. August 1887 in Niedermending/Krs. Mayen; lernte von 1902 bis 1905 das Polstererhandwerk. Bis 1909 hat er Deutschland als Handwerker durchwandert, dann selbständiger Polsterer. Von 1914 bis 1918 Soldat, nach dem Krieg in Düsseldorf als Metallarbeiter beschäftigt. 1918 der USPD und 1920 der KPD beigetreten, er übte verschiedene Parteifunktionen aus. Im Mai 1924 zog Langenfeld (Wahlkreis Düsseldorf) als Abgeordneter in den Reichstag ein. Im Dezember 1924 nicht wiedergewählt, in der Folgezeit auch kein hauptamlicher Funktionär mehr, sondern als Vertreter tätig. Aktiv im Freidenkerverband, bis 1933 KPD-Mitglied. Im Oktober 1933 hielt er an den Gräbern ermordeter Kommunisten auf dem Stoffeler Friedhof in Düsseldorf Gedenkreden, wurde denunziert und von der Gestapo verhaftet. Ende Oktober 1933 ins KZ Börgermoor gebracht, Weihnachten schwerkrank entlassen. Zuvor mußte er die übliche Erklärung unterschreiben und sich verpflichten, »in Zukunft jeden Verkehr mit Angehörigen oder Anhängern der Kommunistischen Partei oder Sozialdemokratischen Partei Deutschlands aufzugeben und mich jeder staatsfeindlichen politischen Betätigung oder Propaganda ... zu enthalten«. Es ist nicht bekannt, ob er nicht dennoch illegal gegen Hitler weiterkämpfte. Nach 1945 trat er politisch nicht mehr hervor. Joseph Langenfeld, der in Düsseldorf wohnte, starb am 23. Juni 1972.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langhans, Magda

* 16.7.1903 – ✝ 17.1.1987

Geboren am 16. Juli 1903 in Hamburg als Magda Kelm, Tochter einer Arbeiterfamilie; von 1918 bis 1920 Hausangestellte. 1920 begann sie eine Lehre im Druckereigewerbe und war bis 1932 Buchdruck-Anlegerin. 1921 trat sie in die Gewerkschaft ein, 1927 in die KPD. 1930/31 Schülerin an der Internationalen Leninschule in Moskau, danach Mitglied der BL Wasserkante, von 1931 bis 1933 gehörte sie der Hamburger Bürgerschaft an. 1933 zunächst illegale Arbeit, verhaftet und 1934 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, die Magda Langhans im Zuchthaus Lübeck-Lauenhof verbüßte. Von 1941 bis 1945 Angestellte und Verkäuferin. 1945 Mitglied der KPD und bis 1949 Leiterin des Frauensekretariats der BL Hamburg. In die von der britischen Militärregierung eingesetzte Bürgerschaft berufen, gehörte sie von 1946 bis 1953 der gewählten Hamburger Bürgerschaft an. Sie war Landesvorsitzende des DFD in Hamburg und in der KPD von 1951 bis 1956 Vorsitzende der Landeskontrollkommission und Sekretärin für Agitation und Propaganda. Nach dem KPD-Verbot 1956 für die illegale Partei in Bremen und Württemberg aktiv. 1968 gehörte sie zu den Mitbegründern der DKP in Hamburg und war zeitweise im Bezirksvorstand. Magda Langhans starb am 17.Januar 1987 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langnau, Otto

* 11.11.1902

Geboren am 11. November 1902 in Brunau bei Danzig, Sohn eines Kleinbauern; Landarbeiter, von 1921 bis 1923 Bergarbeiter im Ruhrgebiet. Mitglied der KPD, dann zurück nach Brunau, dort 1928 Gemeindevertreter, von 1929 bis Anfang 1933 Gemeindevorsteher der Gemeinde Brunau. 1929/30 Aufenthalt in der Sowjetunion. Langnau war ab Januar 1928 Abgeordneter des Volkstages Danzig und ab Mai 1931 im Kreistag Großer Werder. Zu den Volkstagswahlen 1933 war er gemeinsam mit Anton Plenikowski Spitzenkandidat der KPD. Nachdem die Mandatskommission des Volkstages Plenikowskis Abgeordnetenmandat am 7. Oktober 1937 wegen dessen Flucht für ungültig erklärte, wurde Otto Langnau und Paul Serotzki mit Verfolgungsmaßnahmen gedroht. Beide traten einen Tag später aus der KPD aus und wurden als Hospitanten in die NSDAP-Fraktion aufgenommen. Nach 1945 veranlaßte die Kaderabteilung des ZK der KPD dann Untersuchungen über die Situation innerhalb der Danziger KPD 1937. Paul Serotzki erklärte, er und Langnau hätten sich mit diesem Schritt nicht nur der Verhaftung entzogen, sondern hätten auch die damalige KPD-Taktik des »trojanischen Pferdes« angewandt. Über Otto Langnaus weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

Wer war wer in der DDR

Langnitschke, Wolfgang

* 6.12.1941 – ✝ 8.6.1998

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Grundschule; Lehre u. Arbeit als Maurer; 1961 SED; 1961 – 64 NVA; 1964/65 Maurer; 1965 – 68 Studium an der Ingenieurschule für Bauwesen; 1968 – 73 Mitarb. im Büro des Min.-Rats der DDR; 1971 – 76 Fernstudium an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1974 – 76 Abt.-Ltr. in der Verw. der Wirtschaftsbetriebe des Min.-Rats; 1977 – 79 Justitiar bei der SED-Vermögensverw.-Firma »Fundament«; 1979 – 87 pol. Mitarb., 1987 – 89 stellv. Ltr. u. Nov. 1989 Ltr. der Abt. Finanzverw. u.…

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Langusch, Max

* 1.11.1904 – ✝ 4.2.1944

Geboren 1. November 1904 in Laurahütte bei Kattowitz; Bergmann, arbeitete Ende der zwanziger Jahre im niederrheinischen Steinkohlerevier bei Moers. Mitglied der KPD und ehrenamtlicher Funktionär im Einheitsverband der Bergarbeiter Deutschlands innerhalb der RGO. Im Mai 1935 emigrierte er in die Niederlande, nahm im Sommer 1935 am VII. Weltkongreß der Komintern teil und war unter dem Decknamen Werner Delegierter der »Brüsseler Konferenz« in Moskau. Nach einem Sonderlehrgang dem KPD-Grenzapparat in der Tschechoslowakei zugeteilt, Instrukteur in den sächsischen Grenzgebieten. Im August 1936 wurde Langusch bei einer illegalen Einreise in die Niederlande festgenommen und nach Belgien abgeschoben. Hier war er Mitglied der Emigrationsleitung und arbeitete unter dem Decknamen Rudi als Instrukteur und Leiter der sogenannten Seemannsabteilung für die AL West. Im September 1939 wurde Langusch von der belgischen Polizei verhaftet und im Februar 1940 in die Niederlande gebracht. Er war dann in Arnheim inhaftiert und wurde nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Oktober 1940 an die Gestapo ausgeliefert, am 11. November 1943 durch den VGH zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt und in Brandenburg-Görden inhaftiert. Dort starb Max Langusch am 4. Februar 1944.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Larsen, Ferdinand

* 25.11.1873 – ✝ 12.5.1947

Geboren am 25. November 1873 in Apenrade; von Beruf Seemann, ab 1907 Schauspieler am Schiller-Theater in Hamburg. Er wurde ab 1915 bei der Hamburger Hochbahn AG angestellt, dort 1919 Mitglied des Betriebsrates und Mitglied der KPD, übte verschiedene Funktionen aus. 1930/31 war Larsen Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Später trat er politisch nicht mehr hervor. Ferdinand Larsen starb am 12. Mai 1947 in Hamburg.

Wer war wer in der DDR

Lask, Berta

* 17.1.1878 – ✝ 28.3.1967

Geb. in Wadowitz (Galizien / Wadowice, Polen) in einer jüd. Fam.; Vater Papierfabrikant, Mutter Lehrerin; 1885 Umzug der Fam. nach Brandenb.; Volksschule in Berlin, Gymn. in Bad Freienwalde; 1923 KPD in Berlin; arbeitete liter. für Agit.-Prop.-Gruppen u. Arbeitersprechchöre; hatte mit ihren Sprechchorwerken u. Massenspielen (»Thomas Müntzer« UA 1925) beachtl. zeitgenöss. Erfolge; 1925 erste Reise in die UdSSR; die Erlebnisse weiterer Reisen verarbeitete sie u. a. in »Koll.-Dorf u. Sowjetgut. Ein…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Latzke, Fritz

* 6.3.1900 – ✝ 29.9.1958

Geboren am 6. März 1900 in Köslin; Tischler. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD, besuchte 1929/30 einen Lehrgang an der Reichsparteischule und war 1930/31 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Danach zunächst Sekretär des KPD-UB Köslin, dann Sekretär der BL Pommern in Stettin. Bereits 1924/25 gehörte Latzke dem Provinziallandtag Pommern an und wurde im Juli 1932 (Wahlkreis Pommern) als KPD-Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Am 2. März 1933 verhaftet, kam er in »Schutzhaft«, zunächst nach Berlin-Plötzensee und im Februar 1934 ins KZ Esterwegen. Im Sommer 1934 entlassen, arbeitete er als Tischler. Im August 1939 zur Wehrmacht einberufen, 1944 schwer verwundet (Oberschenkelamputation). Bis September 1945 im Lazarett, kam Latzke als Flüchtling aus Pommern nach Schleswig-Holstein. Hier schloß er sich wieder der KPD an, wurde rasch einer der führenden Funktionäre der KPD in Schleswig-Holstein. Von 1947 bis 1949 Vorsitzender der KPD in Kiel, Mitglied des Sekretariats der Landesleitung, aber 1949/50 wegen »trotzkistischer Abweichungen und Titoismus« aus der KPD ausgeschlossen. Latzke verzog nach Nordrhein-Westfalen, war dort Hilfsarbeiter in einer Möbelfabrik. 1950 wurde er Mitbegründer der Unabhängigen Arbeiterpartei Deutschlands (UAPD ) und blieb auch nach deren Auflösung Linkssozialist. Fritz Latzke starb am 29.September 1958 in Gütersloh.

Wer war wer in der DDR

Lange, André

* 28.6.1973

Geb. in Ilmenau; begann 1982 im Trainingszentrum Ilmenau mit Rennrodeln; 1987 KJS Oberhof, ASK Vorwärts Oberhof; Spartakiadesieger; 1990 WSV Oberhof 05, später BSR Rennsteig Oberhof (Trainer Matthias Trübner); 1993 Wechsel zum Bobsport; Sportfördergruppe der Bundeswehr Oberhof (z. Zt. Hauptfeldwebel); Dt. Juniorenmstr.: 1994 Zweier u. Vierer (5. Pl.), 1995 Vierer (1. Pl.); fünfmal Junioren-WM: Zweier (1997/98), Vierer (1997 – 99); zweimal Olymp. Spiele: 2002: Vierer (Gold), 2006: Zweier (Gold),…

Wer war wer in der DDR

Lange, Fritz

* 16.12.1899 – ✝ 25.7.1987

Geb. in Berlin; Vater Beamter im Ausw. Amt; 1918 Abitur, anschl. Studium der Physik in Freiburg, Kiel u. Berlin, dort 1924 Prom. mit einer Arbeit zur Tieftemperaturphysik bei Walther Nernst; bis 1924 Assistent am Physikal. Inst. der Berliner Univ.; 1931 Reise in die UdSSR u. sporad. Kontakte zur KPD; 1933 Flucht aus Berlin, 1935 endgültige Emigr. über England in die UdSSR; Fortsetzg. der physikal. Forschungen am Physikal.-techn. Inst. in Charkow; 1940 Eingabe an die sowj. Regierung, die auf die…

Wer war wer in der DDR

Lange, Heinz

* 25.5.1931

Geb. in Dargezin (Krs. Greifswald); Vater Landarb.; 1937 – 45 Volksschule; 1945 – 48 Lehre als Tischler; 1948 FDJ; 1949 / 50 Krankenpfleger; 1951 / 52 Studium an der mittl. med. FS in Greifswald; 1952 SED; 1952 / 53 Lehrgang an der SED-LPS Mecklenb.; 1953 – 57 Lehrer, 1957 – 59 Lehrstuhlltr. an der SED-BPS in Greifswald; 1956 – 62 Fernstudium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1959–62 Sektorltr. bzw. Ltr. der Abt. Agit. u. Prop. der SED-BL Rostock; 1962 – 66 1. Sekr. der SED-KL…

Wer war wer in der DDR

Lange, Thomas

* 27.2.1964

Geb. in Eisleben; Vater Gen.-Major  Gerhard L., Mutter Ärztin; 1970 – 83 EOS, KJS, Abitur; 1974 – 96 aktiver Ruderer; erst bei der HS-Sportgemeinschaft der MLU Halle, ab 1978 im SC Chemie Halle (Trainer: Lothar Trawiel); SED; 1980 Junioren-WM (Doppelzweier); 1981 u. 1982 Junioren-WM (Einer); ab 1983 Studium der Med. an der MLU Halle; 1983 u. 1985 WM (Doppelzweier); 1987 u. 1989 WM (Einer); 1988 Olymp. Spiele: Sieger (Einer); 1990 2. Platz bei den Weltmeisterschaften (Doppelzweier); 1992 Olymp.…

Wer war wer in der DDR

Langer, Eberhard

* 26.6.1934

Geb. in Chemnitz; Vater Angest., Grund- u. Oberschule, 1952 Abitur; Stud. an der Ingenieurschule Karl-Marx-Stadt, Dipl.-Ing. für Werkstoffkunde; 1957 TKO-Ltr., 1962 Bereichsltr. im VEB Schraubenfabrik Karl-Marx-Stadt; 1962 SED; 1962 / 63 Ass. des Werkdir., 1963 – 68 Betriebsdir. VEB Schraubenfabrik Karl-Marx-Stadt, 1968 – 79 Dir. des VEB Schraubenkombinat Karl-Marx-Stadt; 1972 Prom. zum Dr.-Ing.; 1979 – 84 1. Stellv. des OB von Karl-Marx-Stadt; 1982 VVO; 1984 / 85 Stud. an der PHS der SED; 1985…

Wer war wer in der DDR

Langhoff, Wolfgang

* 6.10.1901 – ✝ 24.8.1966

Geb. in Berlin; Vater Kfm.; 1916 - 18 Schiffsjunge u. Leichtmatrose; dann Statist u. erste Rollen am Schauspielhaus Königsberg u. am Thalia-Theater Hamburg; 1924 in Wiesbaden erste Rolle als jugendl. Held; seit 1928 am Schauspielhaus Düsseldorf; 1928 KPD; Mitbegr. der Agit.-Prop.-Gruppe »Nordwest ran«, des »Bundes für neue Volkskunst« u. der Ges. zur Organisierung sozialwiss. Vorträge, Mithrsg. einer Betriebsztg.; 28.2.1933 - 1.4.1934 KZ Esterwegen, Darstellung seiner Erlebnisse in »Die…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langner, Paul

* 20.2.1896 – ✝ 17.5.1935

Geboren am 20. Februar 1896 in Mansfeld; zunächst Landarbeiter, dann Bergmann, später auch unter Tage. 1914 SPD, von 1916 bis 1918 Soldat, 1918 aktiv bei der Revolution in Kiel. 1917 Mitglied der USPD, ging mit dem linken Flügel 1920 zur KPD und trat 1921 in Mitteldeutschland politisch hervor. Damals arbeitete er noch als Bergmann in Gatterstadt, nahm an der März-Aktion 1921 teil und mußte deshalb aus Mitteldeutschland flüchten. 1922 hauptamtlicher KPD-Funktionär, ab August 1922 Redakteur der »Sozialistischen Republik« in Köln und 1923 aktiv an den Vorbereitungen des Oktoberaufstandes beteiligt. Als Anhänger der Linken im August 1924 nach Stuttgart geschickt, wo er die Leitung der KP-Zeitung »Süddeutsche Arbeiter-Zeitung« übernahm und nach der Verhaftung Hans Bohlas im September 1924 (unter dem Decknamen Kupfer) Polleiter des Bezirks Württemberg wurde. Hier lernte er seine spätere Lebensgefährtin Roberta Gropper kennen. Polleiter blieb er bis zu seiner Verhaftung im März 1925, vom Staatsgerichtshof in Leipzig im Oktober 1925 aber freigesprochen. Langner kehrte 1926 nach Stuttgart zurück und übernahm wieder die Chefredaktion der SAZ. Vom März 1927 bis Mitte 1928 Chefredakteur der »Arbeiter-Zeitung« in Mannheim, wurde 1928 für einige Monate Polleiter des Bezirks Oberschlesien. Er kam Anfang 1929 als Orgleiter des KPD-Bezirks Berlin-Brandenburg nach Berlin und war hier 1929 auch Stadtverordneter. Ende 1929 wurde er von Arthur Vogt als Orgleiter abgelöst und in die Redaktion der »Roten Fahne« versetzt, wo er den Gewerkschaftsteil leitete. 1930 einige Zeit Polleiter des Bezirks Schlesien in Breslau. Die von Langner 1931 veröffentlichte Broschüre »Der Massenstreik im Kampf des Proletariats« wurde auf der ZK-Sitzung am 19.Februar 1932 von Ernst Thälmann kritisiert. Sie enthalte »neben vielem wertvollen Material und fleißiger Arbeit einige ideologische Fehler«. Thälmann berichtete außerdem: »Der Genosse Langner hat bereits in einer Erklärung an das ZK seine Fehler erkannt. Wir können diesen Schritt des Genossen Langner nur begrüßen.« Seit Anfang 1932 leitete Langner den Pressedienst des ZK, wurde aber Ende 1932 als Anhänger der Neumann-Gruppe seiner Funktion enthoben und aus der BL Berlin ausgeschlossen. Das ZK degradierte ihn zum einfachen Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Am 1. März 1933 im Deutschen Kriminalpolizeiblatt wegen »Hochverrats« zur Fahndung ausgeschrieben, kam Langner kurze Zeit in »Schutzhaft«. Nach seiner Entlassung emigrierte er nach Frankreich, im August 1934 in die Sowjetunion. Dort gab er gegenüber Fritz Heckert eine Erklärung ab, in der er sich von der Neumann-Remmele-Gruppe distanzierte. Daraufhin »rehabilitiert«, wurde er stellvertretender Leiter der Pressekommission der RGI. Paul Langner starb am 17. Mai 1935 in Moskau.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langowski, Karl

* 1.10.1905 – ✝ 1.11.1965

Geboren am 1. Oktober 1905 in Kiel; Schlosser, 1925 Mitglied der KPD und des RFB. 1927/28 als Kohlentrimmer und Heizer auf hoher See, ab 1931 wieder Schlosser in Kiel bzw. in Hamburg. Langowski gehörte der UBL Kiel an und leitete die Rote Jungfront. 1930 drei Monate U-Haft, 1931/32 Kursant an der M-Schule der Komintern (Schuldeckname Josef), nach Rückkehr Mitarbeiter des AM-Apparates (deren Reichsleiter Zersetzung der Reichswehr). Ab Februar 1933 illegale Arbeit, Langowski gehörte zur Leitung um Hans Kippenberger und Hermann Dünow. Nach Verrat von Alfred Kattner am 19. Dezember 1933 verhaftet, am 16. August 1935 durch den VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Berlin-Moabit, Luckau und Brandenburg verbüßte. Im April 1945 Befreiung durch die Rote Armee, Aufbau der Gemeindeverwaltung und der KPD-Ortsgruppe in Klosterfelde, Arbeitsgebietsleiter sowie bis Juli 1946 Polleiter der KPD/SED Niederbarnim. In den folgenden Jahren belasteten Verdächtigungen und Rückschläge seinen Lebensweg. Vom MfS wurde später festgestellt, daß Langowski mit »umfassenden Aussagen« zur »weiteren Aufklärung des AM-Apparates« durch die Gestapo und zu Festnahmen im Jahre 1934 beitrug, dazu in späteren Prozessen als Zeuge gegen seine Genossen auftrat. Da Hermann Dünow Langowski bezichtigte, im Zuchthaus Luckau als Spitzel Verrat geübt zu haben, erfolgte 1946 die Verhaftung durch die SMAD – jedoch mit anschließender Rehabilitierung. Anläßlich einer Zusammenkunft ehemaliger Brandenburger Häftlinge im Frühjahr 1947 wies Langowski Dünows Vorwürfe zurück. Nach einem ominösen Unfalltod seiner Frau wurde er aus der Partei ausgeschlossen, Anfang 1957 wieder in die SED aufgenommen. Er war von Sommer 1957 bis Mitte Januar 1963 Auskunftsperson der MfS-Kreisdienststelle Fürstenwalde, zuletzt Direktor des Kommunalen Wohnungsunternehmens des Kreises Niederbarnim. Karl Langowski starb am 1. November 1965 in Woltersdorf/Krs. Fürstenwalde.

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Lanius, Walter

* 30.5.1896 – ✝ 29.7.1929

Geboren am 30. Mai 1896 in Chemnitz, Sohn eines Werkmeisters; lernte Lithograph. 1911 Mitglied der Sozialistischen Jugend, in Chemnitz im oppositionellen Jugendzirkel, nach der Lehrzeit Übersiedlung nach München. Mitglied der Spartakusgruppe, unterhielt auch zum Kreis um Kurt Eisner Beziehungen. 1916 zum Militär eingezogen, nahm er als Soldat 1918 an der Revolution in München teil und war in der Münchner Räterepublik aktiv. Seit Gründung der KPD Mitglied der Partei, er zog 1920 nach Berlin. Ab 1921 Mitarbeiter der Gewerkschaftsabteilung der KPD-Zentrale, dort 1922 Leiter der Abteilung Chemie. 1923/24 Anhänger der Rechten, wurde im Herbst 1924 aus der Zentrale entlassen, aber in den illegalen Apparat der Partei übernommen. Lanius schrieb außerdem (Pseudonym Lehmann) Artikel in der Parteipresse und stand immer in enger Verbindung zu Heinrich Brandler und August Thalheimer. Später wieder Leiter der Abteilung Chemie im ZK, wurde Lanius unter dem Vorwand der Einschränkung des Apparats bereits Ende 1927 gekündigt. Er protestierte dagegen, wurde Ende 1928 als erster Rechter aus der KPD ausgeschlossen und war dann in der KPO aktiv. Walter Lanius starb am 29. Juli 1929 an den Nachwirkungen einer Blinddarmoperation und Gelbsucht. Die Grabrede hielt am 2. August 1929 Heinrich Brandler. Seine Frau Emma Lanius, geborene König (*28.10. 1892 – † 2. 12. 1970), arbeitete im technischen Apparat des ZK der KPD und später in der sowjetischen Handelsvertretung, sie blieb nach dem Tod ihres Mannes in der KPD. Als Jüdin verfolgt, kam sie 1944 in das KZ Theresienstadt. Sie überlebte und war nach dem Krieg u. a. Kaderleiterin im Dietz Verlag. Der gemeinsame Sohn Karl Lanius (* 3. 5. 1927) lernte Werkzeugmacher und kam Ende 1944 als sogenannter Mischling in ein NS-Arbeitslager. Nach der Befreiung studierte er Maschinenbau und Physik. Er wurde 1964 Professor und leitete lange Jahre das AdW-Institut für Hochenergiephysik, war von 1973 bis 1976 Vizedirektor des RGW-Kernforschungszentrums in Dubna/UdSSR, von 1988 bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre european de recherches nucleaires (CERN) in Genf.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Laß, August

* 21.10.1903 – ✝ 18.11.2001

Geboren am 21. Oktober 1903 in Berlin, Sohn eines Schmieds; von Beruf Mechaniker. 1920 wurde er Mitglied des DMV und der KJD, seit Februar 1923 gehörte er der KPD an. Ab Mitte der zwanziger Jahre Funktionär des KJVD im Bezirk Berlin-Brandenburg, Delegierter des X. KPD-Parteitages 1925. Im selben Jahr Heirat mit Wilhelmine Laß, geborene Pauly (Scheidung 1935). Später Redakteur der »Roten Fahne« bzw. bei der KPD-Presse in Danzig, Parteiname Helmuth. Im Mai 1933 wurde ihm die Leitung der illegalen KPD in Danzig übertragen. Am 4. November 1933 durch die Danziger Kriminalpolizei festgenommen und zunächst nach Marienberg, dann nach Königsberg gebracht. Am 18. November 1933 reiste Laß mit hohen Gestapoangehörigen nach Berlin und betätigte sich nun als V-Mann. Er war der Gestapo bei der Festnahme vieler illegal wirkender KPD-Funktionäre behilflich, darunter Rudolf Reutter, Hans Lübeck, Ulrich Brurein sowie Lambert Horn, dem Polleiter für Berlin-Brandenburg. Im Februar 1934 warnte die KPD-Führung in der Zeitschrift »Rundschau« vor Laß. Ende April 1934 trat er in die SS ein, arbeitete als Mechaniker bei den Königsberger Werken und Straßenbahnen und war ab Februar 1936 für den SD-Oberabschnitt Nordost (marxistische Organisationen) tätig. Von 1939 bis 1943 Gefolgschaftsmitglied bei der Wehrmacht, dann Navigationstruppführer bei der Fliegerhorstkompanie in Neuhausen. Im April 1945 geriet er in Königsberg in sowjetische Kriegsgefangenschaft, blieb aber unbehelligt. Anfang September 1949 entlassen, kehrte er nach West-Berlin zurück, arbeitete wieder als Mechaniker und lebte bis zu seinem Tode am 18. November 2001 in Alt-Mariendorf.

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Lask, Berta

* 17.1.1878 – ✝ 28.3.1967

Geboren am 17. Januar 1878 in Wadowice/ Galizien, Tochter einer jüdischen Fabrikantenfamilie. 1901 heiratete sie den Berliner Arzt Louis Jacobsohn, lernte durch seine Tätigkeit früh die sozialen Mißstände kennen und näherte sich der Arbeiterbewegung an, wurde 1923 Mitglied der KPD. Sie schrieb für die kommunistische Presse, engagierte sich in der kulturpolitischen Arbeit der KPD, unterstützte Agitpropgruppen und verfaßte literarische Texte für Arbeitersprechchöre. Erfolgreich war ihr Stück »Thomas Müntzer« (1925), 1927 kam das Drama »Leuna 1921« heraus, zugleich war sie Mitarbeiterin der »Roten Fahne« und des »Klassenkampfes« (Halle). Berta Lask war Mitbegründerin des BPRS und wurde 1932 dessen zweite Sekretärin im Bundesvorstand. 1933 für einige Monate in NS-Haft, emigrierte sie mit einem ihrer Söhne und ihrer Schwiegertochter über die Tschechoslowakei in die Sowjetunion. Dort schrieb sie für die »Deutsche Zentral-Zeitung«, fühlte sich aber in der deutschen Sektion des sowjetischen Schriftstellerverbandes isoliert und erhielt kaum Anerkennung. Während des Krieges bemühte sich Berta Lask vergeblich, von Archangelsk nach Moskau zu kommen, um dort an der antifaschistischen Arbeit teilzunehmen. 1953 durfte sie in die DDR ausreisen, lebte in Ost-Berlin, wo sie ihren 1938 begonnenen autobiographischen Roman »Stille und Sturm« (1955) abschloß. Sie erhielt 1958 den VVO in Silber. Berta Lask starb am 28.März 1967 in Ost-Berlin. Berta Lasks Söhne Ludwig (* 20. 7. 1903 – † 14. 12. 1973), Hermann (* 3. 2. 1905 – † 8. 6. 1959) und Ernst (* 20. 5. 1906 – † 30. 6. 1936) wirkten vor 1933 als Funktionäre der KPD im Berliner UB und gehörten dem AM-Apparat an. Ludwig, Hermann und Ernst emigrierten wie ihre Mutter in die Sowjetunion. Ernst arbeitete am Agrarinstitut, später am Institut für Weltwirtschaft und Weltpolitik. Er starb 1936 in Moskau. Hermann und Ludwig wurden 1938 verhaftet. Hermann war dann Angehöriger der Arbeitsarmee und kehrte 1948 nach Deutschland zurück, Ludwig war acht Jahre in einem Lager an der Kolyma und kam erst 1953 in die DDR.Bernd-Rainer Barth

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Latzke, Käthe

* 1899 – ✝ 31.3.1945

Geboren 1899 in Königsberg, Tochter einer Arbeiterfamilie. Kaufmännische Angestellte, kam während des Krieges nach Hamburg. Sie wurde Lebenspartnerin von Hans Westermann, dem späteren KPD-Funktionär und Bürgerschaftsabgeordneten. Seit 1918 Mitglied der FSJ, dann der KJD bzw. des KJVD, 1924 der KPD. Sie arbeitete im Büro der Roten Hilfe Hamburg, 1929 wegen »Rechtsabweichung« aus der KPD ausgeschlossen, da sie der von Westermann geführten Hamburger Versöhnlergruppe angehörte. Beide leisteten nach 1933 illegale Arbeit. Am 6. März 1935 von der Gestapo festgenommen und im August 1935 vom OLG Hamburg zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die Käthe Latzke zunächst in Lübeck-Lauerhof verbüßte, anschließend »Schutzhaft« im KZ Moringen. Im Gefängnis und KZ mußte sie Unsägliches erleiden, hatte Ödeme an den Beinen, Hungertyphus und Herzanfälle. 1940 wurde sie aus der Haft entlassen, ihr aber verboten, in Hamburg zu bleiben. Sie zog nach Stralsund, bekam über Paul und Magda Thürey Kontakt zur Widerstandsgruppe um Bernhard Bästlein. Ende 1943 auf Veranlassung der Hamburger Gestapo erneut verhaftet und im April 1944 in das KZ Ravensbrück verschleppt, wo Käthe Latzke am 31. März 1945 an Typhus starb.

Wer war wer in der DDR

Lange, Ernst

* 30.11.1905 – ✝ 2.2.1971

Geb. in Berlin; Mutter Arbeiterin; Volksschule; Lehre als Holzarb.; 1921 SAJ; 1923 KJVD; 1925 DHV; 1927 KPD; ab 1928 Kurier u. Instrukteur der Org.-Abt. des ZK der KPD; 1929 – 32 Mitarb. im »Münzenberg-Konzern«; Ltr. der »Universum-Bücherei«; 1932/33 Pol.-Ltr. des Berliner KPD-UB Südost; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit; Febr. – Juli 1933 »Schutzhaft« im KZ Sonnenburg u. Gefängnis Berlin-Spandau; nach Entlassung erneut illeg. Arbeit als Instrukteur der BL Berlin; Dez. 1934 erneut verhaftet u. im Jan.…

Wer war wer in der DDR

Lange, Gerhard

* 22.9.1933

Geb. in Berlin; 1955 – 60 Studium der Theol. in Erfurt u. Neuzelle, 1960 Priesterweihe; 1961 – 63 Kaplan in Berlin; 1963 – 70 Kaplan u. Rektor des St.-Otto-Kinderheims in Zinnowitz (Usedom); 1970 – 74 Diözesanjugendseelsorger im Bistum Berlin; 1974 Ordinariatsrat; 1981 Prälat; 1974 – 90 Chefred. der kath. Kirchenztg. »St. Hedwigsblatt«; 1974 – 89 Beauftr. des Vors. der Berliner Ordinarienkonf. bzw. Bischofskonf. zu Verhandlungen mit der Dienststelle des Staatssekr. für Kirchenfragen. 1991 Ltr.…

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Lange, Ingeburg

* 24.7.1927 – ✝ 13.7.2013

Geb. in Leipzig; Vater Dreher u. KPD-Funktionär Alfred L.; Grund- u. Berufsschule; 1943 – 46 Ausbildung zur Schneiderin; 1945 KPD; Mitgl. des Antifa-Jugendaussch. Leipzig-Großzschocher; 1946 SED u. FDJ; 1947 FDGB; 1946/47 Lehrgang u. anschl. Assistentin an der Antifa-Schule Königs Wusterhausen; 1947 Lehrerin an der Jugendschule Nordwest in Mutzschen (Sachsen); 1947 – 49 Sekr., 1949/50 1. Sekr. der FDJ-Gebietsltg. Wismut; 1948 – 50 Mitgl. der SED-Gebietsltg. Wismut u. Mitgl. des Sekr.; 1950/51 2.…

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Langendorf, Antonie

* 3.1.1894 – ✝ 23.6.1969

Antonie Glanzmann wurde am 3. Januar 1894 in Leipzig geboren; besuchte die Handelsschule und lernte Kontoristin. 1910 Mitglied der SPD, kam sie nach dem Weltkrieg nach Mannheim. Hier heiratete sie den technischen Kaufmann Rudolf Langendorf. Antonie Langendorf, seit 1918 Mitglied der USPD, übte dann in der KPD verschiedene Funktionen aus. Sie war Stadtverordnete in Friedrichsfeld, das später in Mannheim eingemeindet wurde. Als Frauenleiterin der KPD in Baden wurde sie 1929 in den Badischen Landtag gewählt, dem sie bis 1933 angehörte, 1930 auch Mitglied der BL Baden. 1933 vorübergehend in »Schutzhaft«, sie emigrierte in die Schweiz, kehrte aber nach Deutschland zurück. Sie arbeitete mit ihrem Mann in der illegalen Widerstandsbewegung; er war führender Kopf in der Lechleiter-Gruppe und wurde am 15. September 1942 hingerichtet. Antonie Langendorf wurde am 22. August 1944 verhaftet und im Dezember 1944 in das KZ Ravensbrück eingeliefert. Dort befreit, trat sie 1945 wieder der KPD bei. Frauenleiterin in der BL Baden, später in der Kreisleitung Mannheim, von 1946 bis 1950 Landtagsabgeordnete, dann Stadträtin (Stadtverordnete) in Mannheim. Wegen ihres lauteren Charakters auch von politischen Gegnern geachtet, blieb sie nach dem KPD-Verbot 1956 noch einige Jahre im Mannheimer Stadtrat. Seit 1968 Mitglied der DKP, in der Mannheimer VVN aktiv. Antonie Langendorf starb am 23. Juni 1969 in Mannheim.

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Langerhans, Heinz

* 22.2.1904 – ✝ 4.5.1976

(* 1904 – † 1976) Geboren am 22. Februar 1904 in Bad Homburg, Sohn eines Juristen. Er trat 1922 der KPD bei und wurde 1923 Mitarbeiter der linken BL Berlin-Brandenburg. Nach dem Sieg der Linken 1924 die »rechte Hand« von Ruth Fischer in der Zentrale und Sekretär im Polbüro. Da er sich nach der Absetzung von Fischer und Arkadi Maslow in der linken Opposition engagierte, wurde er 1926 aus der KPD ausgeschlossen. Langerhans studierte in Berlin und dann am Institut für Sozialforschung in Frankfurt/M. bei Max Horkheimer, 1931 Promotion zum Dr. phil. Im Dezember 1933 wegen Verbreitung antifaschistischer Literatur verhaftet, saß er bis 1939 im KZ Sachsenhausen. Anschließend Emigration über Belgien nach Frankreich, dort interniert. Im Frühjahr 1941 kam Langerhans über Martinique in die USA, bis 1944 dort Forschungsarbeiten und von 1947 bis 1959 Professor für Soziologie am Gettysburg-College, danach 1963 in Dakka. Zurückgekehrt nach Deutschland, wurde Langerhans 1964 Professor in Saarbrücken, dann von 1966 bis 1972 in Gießen, dort Direktor des Seminars für Politik. Er hatte schon 1944/45 mit Ruth Fischer in New York »The Network« herausgegeben und ihr Buch »Stalin und der deutsche Kommunismus« ins Deutsche übersetzt. Heinz Langerhans starb am 4. Mai 1976.

Wer war wer in der DDR

Langhoff, Matthias

* 5.3.1941

Geb. in Zürich; Vater  Wolfgang L. u. Bruder  Thomas L. Regisseure u. Schauspieler; SED; 1961 von  Helene Weigel als Regieassistent ans Berliner Ensemble verpflichtet; 1963 erste Regiearb. zus. mit  Manfred Karge, mit dem L. auch später ein Regieduo bildet; 1968 Theatereklat um die gemeinsame Bearb. von Aischylos »Sieben gegen Theben«, die als Kritik am Einmarsch sowj. Panzer in Prag gedacht ist; danach zus. mit Karge Beendigung der Arbeit am Berliner Ensemble; 1969 – 78 an der von  Benno Besson…

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Langner, Margarete

* 19.1.1906 – ✝ 8.7.1992

Geb. in Berlin; Vater Diener u. Gärtner; 1912 – 19 Volksschule in Berlin-Steglitz; 1919 / 20 Arbeiterin in einer Radio-Spulenfabrik u. einer Schmuckkettenwerkstatt; 1920 / 21 Dienstmädchen; 1921 – 26 Verkäuferin, Gelegenheitsarb., zeitw. arbeitslos; 1926 / 27 Lehrstelle in einer Kaffeestube; 1927 – 30 Verkäuferin; 1930 – 32 arbeitslos; 1932 – 35 Filialltr. in einem Buttergeschäft; 1935 – 42 Verkäuferin; 1942 – 45 Geschäftsf. in einer Konditorei; 1933 – 45 antifasch. Arbeit. 1945 / 46 Ltr. der…

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Langrock, Willi

* 13.11.1889 – ✝ 18.9.1962

Geb. in Leipzig; Vater Zigarrenmacher; Volksschule; 1904 – 08 Lehre als Schriftsetzer, Arbeit bei versch. Druckereien, ab 1912 bei der »Leipziger Volksztg.«; 1906 SPD; 1915 »Gruppe Internationale«; ab 1915 mehrmals zum Militärdienst gezogen; 1915 – 17 Vors. der FSJ in Leipzig; 1916 Verurteilung wegen »Vorber. zum Hoch- u. Landesverrat« zu sechs Mon. Gefängnis; 1917 USPD; Sept. 1918 Desertion aus der Armee; Nov. 1918 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrats in Leipzig; 1919 Mitbegr. der KPD in…

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Lanius, Karl

* 3.5.1927 – ✝ 21.7.2010

Geb. in Berlin; Vater Lithograph u. hauptamtl. KPD-Funktionär, Mutter Sekretärin im ZK der KPD; Lehre als Werkzeugmacher; zeitw. in einem Gestapo-Arbeitslager inhaftiert. 1945 Studium des Maschinenbaus an der TH Berlin-Charlottenburg, dann Physikstudium an der HU Berlin; SED; seit 1952 Mitarb. des Inst. (anfangs Forschungsstelle) für Hochenergiephysik der DAW in Zeuthen (b. Berlin); 1962 – 72 u. 1976 – 88 dessen Dir.; 1957 Prom.; 1962 Habil.; ab 1964 Prof. mit Lehrauftrag an der HU Berlin; 1967…

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Laß, Wilhelmine

* 6.4.1901 – ✝ 29.12.1937

Wilhelmine (Mimi) Pauly ist am 6. April 1901 in Hamburg geboren; Stenotypistin. Seit 1919 Mitglied der Kommunistischen Jugend und der KPD. Sie war Mitglied der BL der KJD Wasserkante. Sie war seit 1925 mit dem führenden KJVD-Funktionär August Laß verheiratet. Nach ihrer Übersiedlung nach Berlin arbeitete sie von 1924 bis 1929 als Stenotypistin im ZK des KJVD, 1930 im UB Zentrum, 1931/32 im Reichssekretariat der Proletarischen Freidenker und 1932/33 erneut als Mitarbeiterin im zentralen Apparat der Kommunistischen Jugend, später der KPD. Herbert Wehner berichtete in seinen Erinnerungen über die Verratsmotive von August Laß: »Laß hatte seiner Frau in einem Brief erklärt, daß er vor der Wahl gestanden habe, zu sterben, oder diese Rolle zu übernehmen. Er habe sich zum zweiten entschlossen, weil das Sterben schwer sei, besonders für eine verlorene Sache. Laß Frau, die ich durch eine Genossin aufsuchen ließ, als mir das erste Anzeichen von Laß Provokateurstätigkeit bekannt geworden war, übergab uns diesen Brief. Sie hat, soweit es sich noch tun ließ, geholfen, gefährdete Stellen in Berlin gegen Laß’ Provokationsversuche abzudichten.« Im Dezember 1933 emigrierte sie mit ihrer Tochter Edith (* 3. 7. 1931) nach Moskau und war dort in der VAA beschäftigt, Parteiname Charlotte Retzlaff. Am 26. November 1937 in Moskau verhaftet, der »Spionage für Deutschland« beschuldigt und am 23. Dezember zum Tode verurteilt. Wilhelmine Laß wurde am 29.Dezember 1937 in Butowo erschossen. Ihre »Rehabilitierung« erfolgte erst im Februar 1964 Das Schicksal der Tochter Edith ist bis heute unbekannt.

Wer war wer in der DDR

Laßner, Gerd

* 19.8.1940 – ✝ 24.8.2005

Geb. in Waldkirchen (Erzgeb.); Vater Spielzeughersteller, Mutter Sachbearb.; Grundschule; 1954 – 57 Ausbildung zum Maschinenbauer; 1957 im Beruf tätig; 1957 – 59 ABF Karl-Marx-Stadt; 1959 – 63 Studium der Mathematik u. Physik an der KMU Leipzig, Dipl.-Math.; dort bis 1966 Aspirant, Dr. rer. nat.; bis 1969 Oberassistent; 1966 – 69 u. 1976 – 79 wiss. Mitarb. u. Sektorenltr. im Laboratorium für theoret. Physik am Vereinigten Inst. für Kernforschung in Dubna (UdSSR); 1969 Habil. u. 1970 Prof. für…

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Lauck, Hans-Joachim

* 27.9.1937

Geb. in Freyburg (Krs. Querfurt); Vater Arbeiter; Berufsausbildung als Betriebsschlosser in Merseburg; 1955 – 58 Besuch der Ing.-Schule für Walzwerktechnik in Riesa, Ing. für Walzwerktechnik; 1962 – 68 Fernstudium an der Bergakad. Freiberg, Dipl.-Ing. für Metallformung; 1963 SED; Assistent des Produktionsdir., 1970 – 79 Dir. des Stahl- u. Walzwerks Brandenb.; 1975/76 Besuch der PHS; 1979 – 86 GD des Qualitäts- u. Edelstahlkombinats Brandenb.; 1985 Prom. zum Dr.-Ing. an der Bergakad. Freiberg;…

Wer war wer in der DDR

Lange, Fritz

* 23.11.1898 – ✝ 16.9.1981

Geb. in Berlin; Vater Kfm.; 1904 – 12 Siemens-Oberrealschule in Berlin-Charlottenburg; 1912 – 17 Präparandenanstalt u. Lehrerseminar in Neuruppin; 1917/18 Kriegsdienst; 1919 staatl. Sonderlehrgang für Kriegsseminaristen an der Berliner Univ., Lehrerprüfung; 1919 – 24 Volksschullehrer in Berlin-Neukölln; 1919 USPD; 1920 KPD; 1921 – 24 Mitgl. der Reichsltg. der Kommunist. Kindergr.; 1922 – 24 kultureller Mitarb. in der Berliner Gesandtschaft der Sowjet-Ukraine; 1924 Sekr. der Kinderhilfe der IAH;…

Wer war wer in der DDR

Lange, Gerhard

* 20.1.1935 – ✝ 30.1.1990

Geb. in Magdeburg; Vater Ofensetzer; 1953 Abitur; 1953 – 57 Jurastudium an der MLU Halle; Dipl.-Jur.; 1954 SED; 1957 wiss. Assistent an der MLU; 1959 Eintritt in das MfS, BV Halle, Abt. IX (Untersuchungsorgan); 1969 stellv. Operativ des Ltr. der BV Halle; 1973/74 Delegierung zur PHS; 1981 Ltr. der BV Suhl (Nachf. von  Heinz Pommer); 1982 Mitgl. der SED-BL Suhl; 1983 Gen.-Major; 1989 Entlassung; 1990 Suizid.Jens Gieseke

Wer war wer in der DDR

Lange, Kurt

* 10.7.1925 – ✝ 28.10.1989

Geb. in Gablenz (Krs. Rothenburg); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Bergarb.; 1940 – 45 Wehrmacht, 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1949 Rückkehr nach Dtl. u. Eintritt in die DVP, 1949/50 Kursant, Zug- u. Kompanieführer in Zittau, 1950/51 Kdo.-Ltr. der VP-Bereitschaft Zittau; 1951 SED; 1951 Offizier in der Fachabt. II der HV Ausbildung; 1951/52 Sonderlehrgang in der UdSSR; 1952/53 Oberoffizier in der Verw. Ausbildung des MdI, 1953 Oberoffizier in der Vorschriftenabt. der KVP, 1953 –…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langendorf, Rudolf

* 29.12.1894 – ✝ 15.9.1942

Geboren am 29. Dezember 1894 in Hausen im Wiesental/Baden, Sohn einer kleinbürgerlich-katholischen Familie; nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete er als Buchhalter. In der Novemberrevolution gehörte er dem Arbeiter- und Soldatenrat von Lörrach an, trat 1919 in Mannheim in die KPD ein und hat Anfang der zwanziger Jahre mit der KAPD sympathisiert. 1925 zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe verurteilt, wurde Langendorf nach seiner Entlassung Mitarbeiter der BL Baden und war dort vornehmlich für den Literaturvertrieb zuständig. Im März 1933 verhaftet, saß er bis 1935 in den KZs Heuberg, Ankenbuck und Kislau in »Schutzhaft«. Nach seiner Freilassung suchte er die Verbindung zu dem ihm schon aus der Weimarer Zeit bekannten badischen KPD-Funktionär Georg Lechleiter. Mit diesem und anderen Kommunisten baute er ab 1941 systematisch die Lechleiter-Gruppe auf, eine der stärksten kommunistischen Widerstandsgruppen. Sie stellte in Mannheim nicht nur Flugblätter her, sondern auch die illegale Zeitung »Der Vorbote«, die sie bis zum »Auffliegen« der Gruppe in Großbetrieben verteilte. Rudolf Langendorf wurde im Februar 1942 verhaftet, im Mai 1942 zusammen mit Georg Lechleiter u. a. Widerstandskämpfern zum Tode verurteilt und am 15. September 1942 hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Langguth, Dieter

* 2.1.1937

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; OS, EOS, Abitur; 1955 – 57 Dienst in der KVP bzw. der NVA; 1957 / 58 Volontär bei der Kreisred. der Ztg. »Das Volk« in Nordhausen; 1958 – 60 Journalistikstudium an der KMU Leipzig; 1960 Praktikant, 1962 Red., 1964 Abt.-Ltr. beim FDJ-Zentralorgan »Junge Welt« (JW); 1971 Prom. zum Dr. phil.; 1971 stellv. Chefred., 1977 – 84 Chefred. der JW (Nachf. von  Klaus Raddatz); 1977 – 84 Mitgl. des Büros u. Sekr. des FDJ-ZR; 1984 – 89 stellv. Abt.-Ltr. Agitation im ZK der…

Wer war wer in der DDR

Langhoff, Thomas

* 8.4.1938 – ✝ 18.2.2012

Geb. in Zürich; Vater  Wolfgang L., Schauspieler, Regisseur u. Intendant; seit 1946 in Berlin; bis 1960 Studium an der Theater-HS in Leipzig; Engagements in Borna u. Brandenb.; erste Filmrolle 1959 in »Verwirrung der Liebe« (R:  Slátan Dudow); 1963 – 71 Schauspieler am Hans-Otto-Theater Potsdam; 1964 in dem TV-Film »Doppelt oder nichts«, 1969 in der TV-Prod. »St. Urban«, 1970 in dem DEFA-Märchenfilm »Dornröschen«; ab 1971 Schauspieler beim DFF, hier u. a. 1973 in den TV-Serien »Eva u. Adam« u.…

Wer war wer in der DDR

Langner, Reinhold

* 21.11.1905 – ✝ 11.1.1957

Geb. in Weinböhla (Sachsen); Vater Holzbildhauer; nach Schulbesuch Maurerlehre, daneben Unterricht an der Techn. Lehranstalt Dresden; zweite Handwerkslehre als Holzbildhauer, Meisterprüfung; 1925 – 33 Stud. an der Kunstgewerbeakad. Dresden bei Arthur Winde, später dessen Ass. Werke u. a.: Kniendes Mädchen (Kiefernholz, 1931), Mutter mit Kind u. Mädchen mit toter Katze (beides Holzschnitte, 1931), Rollbilder (1931), Reisen nach Finnland, Norwegen, Italien, Spanien u. Nordafrika; vor 1933 Mitgl.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langrock, Willi

* 13.11.1889 – ✝ 18.9.1962

Geboren am 13. November 1889 in Leipzig, Sohn eines Zigarrenmachers; Schriftsetzer, ab 1912 in der Druckerei der »Leipziger Volkszeitung«. 1906 Mitglied der SPD, gehörte er ab 1915 zur Gruppe Internationale. Während des Militärdienstes wegen »Vorbereitung zum Hoch- und Landesverrat« sechs Monate im Gefängnis. 1917 trat er zur USPD über, im September 1918 aus der Armee desertiert, gehörte er in der Novemberrevolution 1918 zum Leipziger Arbeiter- und Soldatenrat. Langrock war Anfang 1919 Mitbegründer der KPD in Leipzig und bis 1922 Polsekretär für den Bezirk Mitteldeutschland mit Sitz in Leipzig. Auf dem III. Parteitag im Februar 1920 in Karlsruhe in den ZA gewählt, dem er bis Januar 1923 angehörte. 1921/22 war Langrock Abgeordneter des Sächsischen Landtages. Er leitete von 1923 bis 1925 die Druckerei und den Verlag der KPD in Leipzig, seit 1925 das gesamte KPD-Druckerei- und Verlagswesens. Von März bis Juli 1933 baute er illegale Druckunternehmungen auf und reiste dann im Auftrag der Komintern als Finanz- und Verlagsfachmann durch Europa. 1935 in der Schweiz verhaftet und als »Finanzagent der Komintern« ausgewiesen, 1936 in Frankreich wegen Spionage angeklagt. 1938/39 war Langrock Instrukteur beim ZK der KP der Tschechoslowakei und von 1939 bis 1941 in Norwegen. Danach in Schweden, dort drei Monate interniert und von 1941 bis 1946 Schriftsetzer sowie Leiter der KPD-Gruppe in Stockholm. Im Juni 1946 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde Abteilungsleiter im ZS der SED. Anfang August 1949 zum Leiter der Hauptabteilung Druck und Papierverarbeitung bei der DWK ernannt, war er auch nach Gründung der DDR bis 1954 auf diesem Gebiet tätig. Er erhielt 1959 den VVO in Silber. Willi Langrock starb am 18. September 1962 in Ost-Berlin.Andreas Herbst

Wer war wer in der DDR

Lappe, Rudolf

* 27.5.1914 – ✝ 11.8.2013

Geb. in Chemnitz; Vater Rechtsanwalt u. Notar, aktiv in der Jüd. Gemeinde Chemnitz; 1933 Abitur am Reform-Real-Gymnasium Chemnitz; April 1933 Emigr. nach England; Studium der Elektrotechnik an der Univ. London / Battersea Polytechnic, dort 1936 Bachelor of Science (Engineering); 1937 – 41 Industrietätigkeit als Ing. für elektr. Geräte; ab 1942 selbständiger techn. Berater u. Doz. am Wimbledon Technical College in London; daneben Sozialarbeiter für in London-East End lebende Juden; 1939…

Wer war wer in der DDR

Läßig, Jochen

* 4.12.1961

Geb. in Schlema (Erzgeb.); 1980 Abitur; danach bis 1982 Grundwehrdienst; anschl. versch. Beschäftigungen, u. a. Bühnenarb. am Dt. Nat.-Theater in Weimar; 1983 Aufnahme eines Studiums der Theol. an der MLU Halle, Mitarb. in einer opp. kirchl. Friedensgr.; 1985 Exmatrikulation wegen provokativer pol. Aktivitäten während der obligator. paramilitär. Ausbildung im Zivilverteidigungslager (Verweigerung der Uniform, gezielte Disziplinverstöße); Forts. des Studiums am Theolog. Seminar in Leipzig; 1988…

Wer war wer in der DDR

Last, Otto

* 14.4.1906 – ✝ 17.4.1990

Geb. in Gustow (Rügen); Vater Arbeiter; Volksschule; 1920 – 28 Lehre u. Arbeit als Stellmacher in Stettin, Essen, Nürnberg, Köln u. Dresden; 1928/29 Tischler, dann Hilfsarb. in São Paulo (Brasilien); 1929 KPD; 1929 – 33 Strecken- u. Hafenarb. in Stettin; 1933 – 35 Stellmacher; 1935 – 39 Verhaftung, Verurteilung zu drei Jahren Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrrat«, dann KZ Sachsenhausen; 1939 – 43 Modelltischler; 1943 – 45 Soldat im Strafbat. 999. 1945 2. Sekr. der KPD-KL Randow (Mecklenb.);…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Laufenberg, Heinrich

* 19.1.1872 – ✝ 3.2.1932

(* 1872 – † 1932) Geboren am 19. Januar 1872 in Köln als Sohn wohlhabender katholischer Eltern. Er studierte Philosophie und promovierte 1902 an der Universität Rostock. Anschließend Redakteur der Zeitung der Zentrumspartei »Germania« in Berlin, reiste später zu Studienzwecken nach Großbritannien. Zurückgekehrt nach Deutschland, trat Laufenberg aus der Zentrumspartei aus und wurde Mitglied der SPD. Von 1904 bis 1907 Redakteur des SPD-Organs »Volkszeitung« in Düsseldorf, Teilnehmer am Internationalen Sozialistenkongreß 1907 und Delegierter der SPD-Parteitage 1907 und 1911 bis 1913. Im Weltkrieg gehörte er zu den entschiedensten Gegnern des Krieges und der Burgfriedenspolitik der SPD. Gemeinsam mit Fritz Wolffheim propagierte er revolutionäre Massenaktionen unter Führung einer Kaderpartei nach dem Vorbild der Bolschewiki. Das Hamburger Generalkommando verbot ihm im August 1915 jegliche politische Arbeit und berief ihn zum Militärdienst ein. Von der Front zurück, übernahm Laufenberg die Führung der Linksradikalen in Hamburg. Durch seine und Wolffheims Initiative erlangte die kleine Gruppe der Linksradikalen (100 bis 200 Mitglieder) im Arbeiter- und Soldatenrat eine Position, die ihre zahlenmäßige Stärke bei weitem übertraf. Laufenberg wurde am 12. November 1918 Vorsitzender des Hamburger Arbeiter- und Soldatenrates und versuchte, den Führungsanspruch des Revolutionsorgans konsequent und selbstbewußt durchzusetzen. Seine politischen Gegner nannten ihn bald den »roten Diktator Groß-Hamburgs«. Im Verlaufe der Revolution schloß er sich 1919 der KPD an und trat am 20.Januar 1919 als Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates zurück. Der Nimbus von Laufenberg und Wolffheim aus den Revolutionstagen sicherte der jungen Hamburger KPD-Organisation beachtliche Anfangserfolge, sie zählte im Sommer 1919 6 000 Mitglieder. Gemeinsam mit Wolffheim und Otto Rühle trat Laufenberg für eine ultralinke, anarcho-syndikalistische Politik der KPD ein und wandte sich entschieden gegen die auf dem II. Parteitag 1919 angenommenen »Leitsätze über kommunistische Grundsätze und Taktik«. Im November 1919 in Hamburg von einem außerordentlichen Kriegsgericht zu einem Jahr Festung verurteilt, im April 1920 vom Hamburger Senat amnestiert. Laufenberg wurde vom III. Parteitag 1920 aus der KPD ausgeschlossen, führte daraufhin fast die gesamten Hamburger Mitglieder zur KAPD. Doch bereits im August 1920 wurden Laufenberg und Wolffheim, die an der Spitze des KAPD-Bezirks Nord standen, auch aus dieser Partei ausgeschlossen. Als »National-Bolschewisten« gründeten beide im Herbst 1920 den Bund der Kommunisten, der keine Bedeutung erlangte. In den späteren Jahren trat Laufenberg vornehmlich als Schriftsteller hervor. Er hatte bereits 1911 ein Standardwerk über die »Geschichte der Hamburger Arbeiterbewegung« publiziert und zusammen mit Fritz Wolffheim im und nach dem Weltkrieg zahlreiche Broschüren veröffentlicht. Heinrich Laufenberg starb am 3. Februar 1932 in Hamburg.