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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Kurth, Willy

* 21.11.1881 – ✝ 28.12.1963

Geb. in Berlin; Realgymnasium, Abitur; 1907 – 12 Studium der Kunstgeschichte an der Univ. Berlin bei Heinrich Wölfflin u. Adolph Goldschmidt, 1912 Dr. phil.; 1913 – 45 Mitarb. am Berliner Kupferstichkabinett, ab 1924 als Kustos; 1930 Prof.; umfgr. wiss. Arbeiten; Engagement für die zeitgenöss. Kunst. 1946 – 63 GD der Staatl. Schlösser u. Gärten Potsdam-Sanssouci; ab 1946 Prof. für Kunstgeschichte an der HU Berlin; 1953 Mitgl. der DBA; mitverantw. für den Wiederaufbau der Staatsoper Unter den…

Wer war wer in der DDR

Küttler, Wolfgang

* 8.4.1936 – ✝ 26.5.2024

Geb. in Altenburg (Thür.); Mutter Lehrerin, Vater Gymnasiallehrer; 1954 Abitur; 1954 – 58 Studium der Geschichte u. Latein. Philol. an der FSU Jena; 1958 – 64 wiss. Assistent an der FSU, 1964 – 67 Oberassistent an der KMU Leipzig; 1966 Diss. über Bürgeropp. u. Volksbew. in Riga in der zweiten Hälfte des 16. Jh.; 1966 SED; ab 1967 Mitarb. der AdW; 1974 – 91 Ltr. der Forschungsstelle Methodol. u. Geschichte der Geschichtswiss. am ZI für Geschichte der AdW; 1976 Diss. B über Wladimir I. Lenins…

Wer war wer in der DDR

Laabs, Hans-Joachim

* 1.4.1921 – ✝ 8.7.2009

Geb. in Regenwalde (Hinterpomm./Resko, Polen), aufgew. in Kolberg (Pommern); Vater Bäckermstr.; Volksschule, Gymnasium, 1939 Abitur; Sept. 1939 NSDAP; RAD u. Wehrmacht; Frontbewährung wegen »kommunist. Umtriebe u. Zersetzung der Wehrkraft«; Kriegsgefangenschaft in den USA. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Neulehrer in Hornkaten (Krs. Ludwigslust); 1946 SED; 1947 Ltr. der Grund- u. Oberschule Grabow (Mecklenb.); 1948 Krs.-Schulrat in Ueckermünde; 1949 Stadtschulrat in Schwerin; 1950 Ltr. der HA…

Wer war wer in der DDR

Lacasa, Aurora

* 24.3.1947

Geb. in Paris; Eltern Journalisten (Exilspanier); 1951 – 56 Schulausbildung in Budapest; 1956 Übersiedl. in die DDR, Abitur u. Facharb. für Maschinenbau; ab Ende der 1960er Jahre Arbeit als Dolmetscherin für Span. u. Französ.; Ass. beim DFF, gleichz. Auftritte als Mitgl. des Oktoberklubs Berlin; Ausbildung als Sängerin am Zentralen Studio für Unterhaltungskunst; Auftritte als Liedsängerin mit internat. Folklore in der DDR, UdSSR, Kuba, Polen, Bulgarien, Frankreich, Portugal u. arab. Staaten;…

Wer war wer in der DDR

Laitko, Hubert

* 3.4.1935

Geb. in Spremberg; dort Abitur; 1953 – 59 Studium der Journalistik u. Philos. in Leipzig; 1960 – 63 Aspirant an der HU Berlin, dort 1964 Prom. mit einer Arbeit zur philosoph. Konzeption von Pascual Jordan; 1964 – 69 Assistent; 1970 Berufung zum Honorar-Doz.; 1969 – 91 Mitarb. der AdW u. beteiligt am Aufbau des Inst. für Wissenschaftstheorie u. -org.; ab 1975 Ltr. der Forschungsgr. bzw. des Bereichs Wissenschaftsgeschichte; 1978 Dr. sc. (Habil.) mit einer programmat. Schrift zur Begründung der…

Wer war wer in der DDR

Lammert, Will

* 5.1.1892 – ✝ 30.10.1957

Geb. in Altenhagen (b. Hagen); Vater Maschinenschlosser; 1906 – 10 Lehre als Stuck-, Holz- u. Steinbildhauer; 1911 – 14 Studium (Plastik) an der Staatl. Kunstgewerbeschule in Hamburg; 1913/14 Studienaufenthalt in Paris; 1915 – 17 Soldat bei der Infanterie, schwer verwundet; 1918 Studium an der FS für Keramik in Höhr bei Koblenz; 1918 – 21 freischaff. (in Hagen); Lehrer am Staatl. Kunstfertigungsseminar; 1919 erste Ausstellung in der Galerie Alfred Flechtheims in Düsseldorf; 1922 Arbeit in der…

Wer war wer in der DDR

Landvoigt, Bernd u. Jörg

* 23.3.1951

Geb. als Zwillinge in Brandenb.; Vater Binnenschiffer, Mutter Sekr.; 1957 – 69 EOS mit Berufsausbildung zum Stahlwerker, Abitur; 1965 – 80 Rudersportler; erst BSG Einheit Brandenb., ab 1969 SG Dynamo Potsdam (Trainer: Johannes Wujanz); 1969 Eintritt in die DVP; 1969 – 77 Sportstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1972 Olymp. Spiele: 3. Platz im Achter; 1973 EM (B. L. auch EM im Achter); 1974, 1975, 1978 u. 1979 WM; 1976 u. 1980 Olymp. Spiele: Sieger im Zweier ohne; 1980 endete die…

Wer war wer in der DDR

Lange, André

* 28.6.1973

Geb. in Ilmenau; begann 1982 im Trainingszentrum Ilmenau mit Rennrodeln; 1987 KJS Oberhof, ASK Vorwärts Oberhof; Spartakiadesieger; 1990 WSV Oberhof 05, später BSR Rennsteig Oberhof (Trainer Matthias Trübner); 1993 Wechsel zum Bobsport; Sportfördergruppe der Bundeswehr Oberhof (z. Zt. Hauptfeldwebel); Dt. Juniorenmstr.: 1994 Zweier u. Vierer (5. Pl.), 1995 Vierer (1. Pl.); fünfmal Junioren-WM: Zweier (1997/98), Vierer (1997 – 99); zweimal Olymp. Spiele: 2002: Vierer (Gold), 2006: Zweier (Gold),…

Wer war wer in der DDR

Lange, Gerhard

* 22.9.1933

Geb. in Berlin; 1955 – 60 Studium der Theol. in Erfurt u. Neuzelle, 1960 Priesterweihe; 1961 – 63 Kaplan in Berlin; 1963 – 70 Kaplan u. Rektor des St.-Otto-Kinderheims in Zinnowitz (Usedom); 1970 – 74 Diözesanjugendseelsorger im Bistum Berlin; 1974 Ordinariatsrat; 1981 Prälat; 1974 – 90 Chefred. der kath. Kirchenztg. »St. Hedwigsblatt«; 1974 – 89 Beauftr. des Vors. der Berliner Ordinarienkonf. bzw. Bischofskonf. zu Verhandlungen mit der Dienststelle des Staatssekr. für Kirchenfragen. 1991 Ltr.…

Wer war wer in der DDR

Lange, Ingeburg

* 24.7.1927 – ✝ 13.7.2013

Geb. in Leipzig; Vater Dreher u. KPD-Funktionär Alfred L.; Grund- u. Berufsschule; 1943 – 46 Ausbildung zur Schneiderin; 1945 KPD; Mitgl. des Antifa-Jugendaussch. Leipzig-Großzschocher; 1946 SED u. FDJ; 1947 FDGB; 1946/47 Lehrgang u. anschl. Assistentin an der Antifa-Schule Königs Wusterhausen; 1947 Lehrerin an der Jugendschule Nordwest in Mutzschen (Sachsen); 1947 – 49 Sekr., 1949/50 1. Sekr. der FDJ-Gebietsltg. Wismut; 1948 – 50 Mitgl. der SED-Gebietsltg. Wismut u. Mitgl. des Sekr.; 1950/51 2.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lange, Richard

* 13.5.1887 – ✝ 1.1.1963

Geboren am 13. Mai 1887 in Geithain bei Leipzig, Sohn eines Zimmermanns; Metallarbeiter, bis 1912 auf Wanderschaft. 1908 Mitglied der SPD. Bis zum Ausbruch des Weltkrieges aktiver Gewerkschafts- und Parteifunktionär in Leipzig. 1915 Soldat, als Facharbeiter mit Spezialkenntnissen wurde er Ende 1916 reklamiert. Er ging 1917 zur USPD und wurde als Mitorganisator des Leipziger Munitionsarbeiterstreiks im Juli 1918 erneut an die Front geschickt. Lange kehrte im März 1920 aus französischer Kriegsgefangenschaft nach Leipzig zurück, wo er der KPD beitrat. Er arbeitete in einer Leipziger Metallfirma und wurde Betriebsratsvorsitzender. 1928 Mitglied der BL Westsachsen, von 1926 bis 1928 Stadtverordneter in Leipzig, 1929 wurde Lange in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er bis 1930 angehörte. Nach 1933 illegal für die KPD aktiv, er wurde dienstverpflichtet und stand unter Polizeiaufsicht. 1945 wieder KPD-Mitglied, war er bis 1950 Mitarbeiter der Abteilung Arbeit des Rates der Stadt Leipzig. Er erhielt den VVO in Silber. Richard Lange starb am 1. Januar 1963 in Leipzig.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langendorf, Rudolf

* 29.12.1894 – ✝ 15.9.1942

Geboren am 29. Dezember 1894 in Hausen im Wiesental/Baden, Sohn einer kleinbürgerlich-katholischen Familie; nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete er als Buchhalter. In der Novemberrevolution gehörte er dem Arbeiter- und Soldatenrat von Lörrach an, trat 1919 in Mannheim in die KPD ein und hat Anfang der zwanziger Jahre mit der KAPD sympathisiert. 1925 zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe verurteilt, wurde Langendorf nach seiner Entlassung Mitarbeiter der BL Baden und war dort vornehmlich für den Literaturvertrieb zuständig. Im März 1933 verhaftet, saß er bis 1935 in den KZs Heuberg, Ankenbuck und Kislau in »Schutzhaft«. Nach seiner Freilassung suchte er die Verbindung zu dem ihm schon aus der Weimarer Zeit bekannten badischen KPD-Funktionär Georg Lechleiter. Mit diesem und anderen Kommunisten baute er ab 1941 systematisch die Lechleiter-Gruppe auf, eine der stärksten kommunistischen Widerstandsgruppen. Sie stellte in Mannheim nicht nur Flugblätter her, sondern auch die illegale Zeitung »Der Vorbote«, die sie bis zum »Auffliegen« der Gruppe in Großbetrieben verteilte. Rudolf Langendorf wurde im Februar 1942 verhaftet, im Mai 1942 zusammen mit Georg Lechleiter u. a. Widerstandskämpfern zum Tode verurteilt und am 15. September 1942 hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Kusche, Lothar

* 2.5.1929 – ✝ 20.8.2016

Geb. in Berlin; 1941 – 45 als Schüler nach Polen u. in die ČSR verschickt; ab 1947 Red.-Volontär u. Red. versch. satir. Ztschr. (»Ulenspiegel«, »Frischer Wind«, »Fuffzehn«); 1950 – 93 ständ. Mitarb. der Ztschr. »Weltbühne«, zeitw. stellv. Chefred.; Mitgl. des SV u. des VdJ; 1953 – 54 Dramaturg am Berliner Kabarett »Die Distel«; 1963 – 65 Bearbeitung durch das MfS im OV »Ahornkrs.« (Ermittlung gegen  Johannes Bobrowski u. dessen liter. Freundeskrs., zu dem neben  Manfred Bieler u.  Peter Huchel…

Wer war wer in der DDR

Kutzschebauch, Günter

* 27.10.1930 – ✝ 16.2.1996

Geb. in Zug (Krs. Freiberg, Sachsen); Vater Maler u. Schuhmacher; Volksschule; 1945 – 48 Ausbildung zum Landw.-Gehilfen; 1946 FDJ; 1947 SED; 1948 – 50 Sekr. für Arbeits- u. Sozialpol. der FDJ-KL Marienberg; 1950 – 56 Mitarb. der VP-See; 1950/51 Ausbildung als Seeoffz. in Parow (b. Stralsund); 1952/53 Kursant; 1953 Offiziersschule für pol. Arbeit der KVP in Berlin-Treptow; 1955 – 60 Instrukteur der Abt. Jugend in der Pol. Verw. der KVP/ NVA; 1959 Korv.-Kapitän; 1961 – 63 sowj. Seekriegsakad. in…

Wer war wer in der DDR

Laabs, Klaus

* 21.1.1953

Geb. in Berlin; Sohn von  Hans-Joachim L., Mutter Lehrerin; 1971 Abitur; SED; 1972 – 75 Studium der Diplomatie in Moskau, Abberufung wegen Bildung einer linken Plattform u. unerlaubter Westkontakte; anschl. Produktionsarb.; 1976 – 79 NVA; 1979 – 84 Studium der Romanistik an der HU Berlin; 1984 Ausschl. aus der SED wegen schwulenpol. Engagements u. Protests gegen die Sprengung der denkmalgeschützten Gasometer in Berlin-Prenzlauer Berg; anschl. liter. Übersetzer, Berufsverbot als Dolmetscher; 1988…

Wer war wer in der DDR

Lachnit, Wilhelm

* 12.11.1899 – ✝ 14.11.1962

Geb. in Gittersee (b. Dresden); 1914 – 18 Lehre als Dekorationsmaler in Dresden; Teiln. an Abendkursen der Kunstgewerbeschule, 1921 – 23 Studium an der Dresdner Akad. bei Richard Dreher, Bekanntschaft mit Otto Dix; 1924 Mitgl. der marxist. Künstlervereinigung »Rote Gruppe«; seit 1924 freischaff. als Maler in Dresden tätig; Beteiligung an der 1. Dt. Kunstausstellung in der UdSSR; 1925 KPD; 1925 – 29 Studienreisen nach Nordafrika, Südfrankreich u. Italien; Ltg. von Kursen der Arbeiterzeichnerbew.;…

Wer war wer in der DDR

Lakomy, Reinhard (Lacky)

* 19.1.1946 – ✝ 23.3.2013

Geb. in Magdeburg; Klavierunterricht; Georg-Philipp-Telemann-Musikschule; Abitur; Praktikant in einem Erdbaubetrieb, Lagerarb., Vermesser, Einkäufer; Pianist bei den Jazz Youngsters in Halle; Studium an der HS für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden;  Klaus Lenz Bigband; 1969 – 72  Günther-Fischer-Quartett u. -Quintett (Keyboards, Komposition, Arrangements); 1969 Jazz Jamboree Warschau; 1972 R.-L.-Chor (u. a. mit  Uschi Brüning u.  Angelika Mann); 1973 R.-L.-Ensemble; LP »Reinhard Lakomy«; 1974…

Wer war wer in der DDR

Land, Rainer

* 15.2.1952

Geb. in Caputh (b. Potsdam), aufgew. in Potsdam; Vater Psychologe, Mutter Lehrerin; 1969 – 72 Ausbildung zum Rinderzüchter in Jüterbog; 1971 SED; 1972 Abitur; 1972 – 75 NVA; 1975 – 81 Studium u. Forschungsstudium an der Sekt. Philos. der HU Berlin; seit 1978 in versch. informellen u. offiz. Zirkeln bzw. Forschungsgr., die sich um eine Modernisierung des Marx. bemühten; 1980/81 Ablehnung eines Diss.-Entwurfs u. Sekt.-Wechsel im Zusammenhang mit der Maßregelung von  Peter Ruben; 1981 – 87…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Landwehr, Heinrich

* 24.7.1908 – ✝ 8.5.1974

Geboren am 24. Juli 1908 in Bremen, Sohn eines Schuhmachermeisters; lernte Buchdrucker. 1923 Mitglied der SAJ, trat 1927 mit 20 SAJ-Mitgliedern demonstrativ zum KJVD über, in der Folgezeit Leiter des KJVD im Bezirk Weser-Ems. 1928 Mitglied der KPD, 1930 wurde Landwehr in die Bremer Bürgerschaft gewählt. Er kam 1931 als KJVD-Vorsitzender nach Niederschlesien und wurde in das ZK des KJVD berufen. Ende 1932 nach Moskau delegiert und dort Jugendsekretär bei der RGI. Seine Frau Wilma Landwehr (* 5. 1. 1913), geborene Mahlstedt, Tochter eines Formers, von 1929 bis 1931 Orgleiterin des KJVD im Bezirk Weser-Ems, folgte ihrem Mann 1931 nach Niederschlesien. Ab 1933 illegale Arbeit in Bremen und Berlin, beide emigrierten im Dezember 1933 über die Tschechoslowakei in die UdSSR. 1934 kehrte Heinrich Landwehr von Moskau nach Deutschland zurück und leistete im Ruhrgebiet unter dem seit 1932 angenommenen Decknamen Hans Schwarz illegale Arbeit. Er ging im Sommer 1936 wieder in die Sowjetunion und geriet dort in die stalinistischen Säuberungen. Zunächst erhielt er eine »Parteirüge« und wurde in einen landwirtschaftlichen Betrieb zwangsversetzt, dann im August 1937 vom NKWD verhaftet. Landwehr wurde nach dem Hitler-Stalin-Pakt im Dezember 1939 an NS-Deutschland ausgeliefert. Er arbeitete von 1940 bis 1945 als Buchdrucker in Bremen. Im Dezember 1945 wurde Landwehr Mitglied der SPD und gehörte 1946/47 dem SPD-Vorstand Bremen an. Nach längerer schwerer Krankheit fand er in der Bremer Automobilindustrie Arbeit, von 1959 bis 1970 war er Landesgeschäftsführer der Bremer SPD. Heinrich Landwehr starb am 8. Mai 1974 in Bremen. Seine Frau Wilma war von 1934 bis 1936 Praktikantin im europäischen Sekretariat der KJI, nach der Verhaftung ihres Mannes Tabakarbeiterin in Rostow am Don. In der UdSSR trug sie von 1933 bis 1939 den Decknamen Dolly Wehner. Nach Auslieferung ihres Mannes kam auch sie nach Deutschland zurück und war bis 1945 Arbeiterin in Bremen. 1946 trat sie in die SPD ein, gehörte dort lange Jahre dem SPD-Vorstand an und saß von 1950 bis 1971 als Abgeordnete in der Bremer Bürgerschaft. Wilma Landwehr starb am 8. August 1981.

Wer war wer in der DDR

Lange, Ernst

* 30.11.1905 – ✝ 2.2.1971

Geb. in Berlin; Mutter Arbeiterin; Volksschule; Lehre als Holzarb.; 1921 SAJ; 1923 KJVD; 1925 DHV; 1927 KPD; ab 1928 Kurier u. Instrukteur der Org.-Abt. des ZK der KPD; 1929 – 32 Mitarb. im »Münzenberg-Konzern«; Ltr. der »Universum-Bücherei«; 1932/33 Pol.-Ltr. des Berliner KPD-UB Südost; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit; Febr. – Juli 1933 »Schutzhaft« im KZ Sonnenburg u. Gefängnis Berlin-Spandau; nach Entlassung erneut illeg. Arbeit als Instrukteur der BL Berlin; Dez. 1934 erneut verhaftet u. im Jan.…

Wer war wer in der DDR

Lange, Gerhard

* 20.1.1935 – ✝ 30.1.1990

Geb. in Magdeburg; Vater Ofensetzer; 1953 Abitur; 1953 – 57 Jurastudium an der MLU Halle; Dipl.-Jur.; 1954 SED; 1957 wiss. Assistent an der MLU; 1959 Eintritt in das MfS, BV Halle, Abt. IX (Untersuchungsorgan); 1969 stellv. Operativ des Ltr. der BV Halle; 1973/74 Delegierung zur PHS; 1981 Ltr. der BV Suhl (Nachf. von  Heinz Pommer); 1982 Mitgl. der SED-BL Suhl; 1983 Gen.-Major; 1989 Entlassung; 1990 Suizid.Jens Gieseke

Wer war wer in der DDR

Lange, Kurt

* 10.7.1925 – ✝ 28.10.1989

Geb. in Gablenz (Krs. Rothenburg); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Bergarb.; 1940 – 45 Wehrmacht, 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1949 Rückkehr nach Dtl. u. Eintritt in die DVP, 1949/50 Kursant, Zug- u. Kompanieführer in Zittau, 1950/51 Kdo.-Ltr. der VP-Bereitschaft Zittau; 1951 SED; 1951 Offizier in der Fachabt. II der HV Ausbildung; 1951/52 Sonderlehrgang in der UdSSR; 1952/53 Oberoffizier in der Verw. Ausbildung des MdI, 1953 Oberoffizier in der Vorschriftenabt. der KVP, 1953 –…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lange, Paul

* 5.1.1880 – ✝ 14.6.1951

Geboren am 5. Januar 1880 in Leipzig-Plagwitz, Sohn eines Buchbinders; Lehre und Arbeit als Rechtsanwaltsschreiber und Handlungsgehilfe. 1898 trat Paul Lange der SPD bei. Von 1903 bis 1906 war er Berichterstatter bzw. Lokalredakteur der »Leipziger Volkszeitung«. Ab 1906 arbeitete er als Redakteur der Gewerkschaftszeitung des Handlungsgehilfenverbandes zunächst in Hamburg und ab 1912 in Berlin. Während des Weltkrieges war Lange Anhänger der Spartakusgruppe und Mitarbeiter der »Neuen Zeit«. 1918 wurde er Mitglied der Spartakuszentrale. Auf dem Gründungsparteitag referierte Paul Lange über wirtschaftliche Kämpfe und wurde in die erste KPD-Zentrale gewählt. Vom II. bis zum V. Parteitag 1919/20 gehörte Lange der Zentrale dann als Ersatzmann an, von Ende 1918 bis 1920 war er auch Mitarbeiter der »Roten Fahne«. Im Juni 1920 noch KPD-Kandidat bei den Reichstagswahlen, opponierte er gegen die Gewerkschaftspolitik der Partei und verließ im November 1920 die KPD. Er trat zunächst der USPD bei und ging mit der Mehrheit 1922 wieder zur SPD. Ab 1927 war Paul Lange ehrenamtlicher Vorsitzender des Verbandes ostdeutscher Konsumvereine und von 1930 bis 1933 Geschäftsführer der Konsumgenossenschaft Berlin sowie SPD-Funktionär. 1933 zog Lange nach Leipzig und lebte dort bis 1945 als Sozialrentner. Im Juni 1945 trat er der KPD bei und arbeitete in der Kreisredaktion Leipzig der »Sächsischen Volkszeitung«, ab Herbst 1945 in der »Leipziger Volkszeitung«. Er blieb bis zu seinem Tod Redakteur, war zuletzt stellvertretender Chefredakteur der »Leipziger Volkszeitung«. Paul Lange starb am 14. Juni 1951 in Leipzig.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langendorf, Antonie

* 3.1.1894 – ✝ 23.6.1969

Antonie Glanzmann wurde am 3. Januar 1894 in Leipzig geboren; besuchte die Handelsschule und lernte Kontoristin. 1910 Mitglied der SPD, kam sie nach dem Weltkrieg nach Mannheim. Hier heiratete sie den technischen Kaufmann Rudolf Langendorf. Antonie Langendorf, seit 1918 Mitglied der USPD, übte dann in der KPD verschiedene Funktionen aus. Sie war Stadtverordnete in Friedrichsfeld, das später in Mannheim eingemeindet wurde. Als Frauenleiterin der KPD in Baden wurde sie 1929 in den Badischen Landtag gewählt, dem sie bis 1933 angehörte, 1930 auch Mitglied der BL Baden. 1933 vorübergehend in »Schutzhaft«, sie emigrierte in die Schweiz, kehrte aber nach Deutschland zurück. Sie arbeitete mit ihrem Mann in der illegalen Widerstandsbewegung; er war führender Kopf in der Lechleiter-Gruppe und wurde am 15. September 1942 hingerichtet. Antonie Langendorf wurde am 22. August 1944 verhaftet und im Dezember 1944 in das KZ Ravensbrück eingeliefert. Dort befreit, trat sie 1945 wieder der KPD bei. Frauenleiterin in der BL Baden, später in der Kreisleitung Mannheim, von 1946 bis 1950 Landtagsabgeordnete, dann Stadträtin (Stadtverordnete) in Mannheim. Wegen ihres lauteren Charakters auch von politischen Gegnern geachtet, blieb sie nach dem KPD-Verbot 1956 noch einige Jahre im Mannheimer Stadtrat. Seit 1968 Mitglied der DKP, in der Mannheimer VVN aktiv. Antonie Langendorf starb am 23. Juni 1969 in Mannheim.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Küsel, Erich

* 22.4.1903 – ✝ 11.11.1942

Geboren am 22. April 1903 in Berlin als drittes Kind einer Arbeiterin; wurde Arbeiter. Seit 1926 Mitglied des RFB, 1928 der KPD, dann ab Herbst 1931 Zeitungsfahrer in Berlin. Mitarbeiter des AM-Apparates (Waffenressort). Ab 1933 illegaler Kurier der KPD, 1933 kurzzeitig festgenommen, ihm gelang die Flucht in die Sowjetunion, dort 1933/34 Kursant an der M-Schule der Komintern, unter dem Schuldecknamen Paul. Anschließend Rückkehr nach Deutschland, leistete illegal Widerstandsarbeit u. a. zusammen mit seinem Bruder Franz Küsel (* 11. 9. 1900 – † 7. 10. 1969). Im Mai 1935 wurde er in Berlin festgenommen und am 18. August 1937 im Prozeß zusammen mit Rudolf Thunig und Heinrich Lohlker vom VGH zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. Erich Küsel kam am 11. November 1942 im Zuchthaus Brandenburg ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Kwaschik, Johannes

* 30.9.1948

Geb. in Wittenberg; Vater Pfarrer; Mutter Katechetin; 1955 – 59 Grundschule in Dautschen (b. Torgau); 1959 – 63 POS in Großtreben, 1963 – 67 EOS Torgau, Abitur; 1967 – 69 Studium der Chemie an der KMU Leipzig; 1969 – 75 Theologiestudium am Katechet. Oberseminar in Naumburg, 1975 – 78 dort wiss. Mitarb.; 1978 – 85 Gemeindepfarrer in Bad Schmiedeberg; 1985 – 90 Rektor des Katechet. Aus- u. Weiterbildungszentrums in Schwerin. 7.10.1989 Mitbegr. der SDP in Schwante; Gründungsinitiator des SPD-Orts-…

Wer war wer in der DDR

Laartz, Gerhard (»Hugo«)

* 29.7.1940

Geb. in Berlin; Vater Handwerksmeister, Mutter Hausfrau; 1947 – 57 Oberschule; Lehre als Fernmeldemechaniker, 1960 – 65 Arbeit beim Fernmeldeamt Berlin, 1966 bei der Interflug in Berlin-Schönefeld; ab 1948 Klavierunterricht; 1955 Gründer des Trios »Music Stromers«, 1962 Auftritte im Berliner Friedrichstadtpalast; 1962 – 65 Ausbildung an der Musikschule Berlin-Friedrichshain, Zulassung als Berufsmusiker; 1968 Verbot der »Music Stromers«, danach für einen Monat Bassist in der…

Wer war wer in der DDR

Ladebeck, Walter

* 2.10.1928 – ✝ 3.9.1998

Geb. in Schönebeck; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; 1944 / 45 Luftwaffenhelfer; 1945 brit. Kriegsgef. 1946 Arbeiter; 1946 SED, FDJ; 1947 – 49 Lehre als Molkereikaufm.; 1949 Besuch der Landessportschule u. Mitarb. im Kreissportaussch. Schönebeck; 1951 / 52 Sekr. der FDJ-KL Schönebeck; Lehrgang an der FDJ-HS in Bogensee; 1952 1. Sekr. der FDJ-KL Schönebeck; 1952 1. Sekr. der GST-KL Schönebeck; 1953 Lehrgang an der SED-BPS Magdeburg; 1954 / 55 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-KL Schönebeck;…

Wer war wer in der DDR

Lamberz, Werner

* 14.4.1929 – ✝ 6.3.1978

Geb. in Mayen (Eifel); Vater Peter L., Maurer/ Angest.; Volksschule; 1939 – 43 Dt. Jugend; 1941 – 44 in der nationalpol. Erziehungsanstalt (Napola) »Adolf-Hitler-Schule« Sonthofen; 1943 – 45 Dt. Jungvolk, dann HJ; während eines Ferienaufenthalts 1944 vom KPD-Gen. seines Vaters in der Umgebung von Mayen versteckt, zeitw. Arbeit in einem Baubetrieb u. einer Gärtnerei. 1945 Ausb. zum Heizungsbauer in Mayen; nach der Übersiedl. zum Vater in die SBZ 1946 – 48 Ausbildung zum Heizungsbauer u. Monteur…

Wer war wer in der DDR

Landgraf, Günther

* 14.9.1928 – ✝ 12.1.2006

Geb. in Kriegern (Krs. Podersam, ČSR / Kryry, Tschechien); 1947 – 52 Physikstudium an der TH Dresden; anschl. dort wiss. Assistent u. Oberassistent am Inst. für Techn. Mechanik; 1961 Prom. mit einer Arbeit zur Theorie der biegesteifen Kreiszylinderschale unter Berücksichtigung der Querkraftschubverzerrungen; anschl. Tätigkeit im VEB Germania Chemieanlagen- u. Apparatebau Karl-Marx-Stadt; 1969 Habil. zum Thema »Berechnung beliebig belasteter Rotationsschalen mit u. ohne Berücksichtigung der…

Wer war wer in der DDR

Lang, Alexander

* 24.9.1941 – ✝ 31.5.2024

Geb. in Erfurt; Vater Architekt; OS in Erfurt; 1961/62 Ausbildung als Plakat- u. Schriftmaler; 1962 – 64 Bühnenarb. am Theater Erfurt; 1964 – 66 Ausbildung an der Staatl. Schauspielschule Berlin; 1966/67 Engagement am Maxim-Gorki-Theater Berlin (1966 »Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie« von Max Frisch, TR, R: Wolfram Krempel); 1967 – 69 am Berliner Ensemble (BE), u. a. 1966 in »Purpurstaub«, (Rolle: O’Killing, R: Hans-Georg Simmgen); 1969 – 87 am Dt. Theater (DT) als Schauspieler, ab 1978 als…

Wer war wer in der DDR

Lange, Fritz

* 23.11.1898 – ✝ 16.9.1981

Geb. in Berlin; Vater Kfm.; 1904 – 12 Siemens-Oberrealschule in Berlin-Charlottenburg; 1912 – 17 Präparandenanstalt u. Lehrerseminar in Neuruppin; 1917/18 Kriegsdienst; 1919 staatl. Sonderlehrgang für Kriegsseminaristen an der Berliner Univ., Lehrerprüfung; 1919 – 24 Volksschullehrer in Berlin-Neukölln; 1919 USPD; 1920 KPD; 1921 – 24 Mitgl. der Reichsltg. der Kommunist. Kindergr.; 1922 – 24 kultureller Mitarb. in der Berliner Gesandtschaft der Sowjet-Ukraine; 1924 Sekr. der Kinderhilfe der IAH;… Geboren am 23. November 1898 in Berlin, Sohn eines Kaufmanns; besuchte bis 1917 die Präparandenanstalt und das Lehrerseminar in Neuruppin, 1917/18 Soldat im Weltkrieg. Von 1919 bis 1924 Volksschullehrer in Berlin-Neukölln. Seit 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD, wurde im März 1924 aus dem Schuldienst entlassen. Ab 1921 gehörte Lange der Reichsleitung der Kommunistischen Kindergruppen an und arbeitete von 1922 bis 1924 in der Berliner Gesandtschaft der Sowjetukraine. 1924 Sekretär der IAH, ab 1925 Redakteur beim KPD-Pressedienst, von 1927 bis 1933 Sekretär und Redakteur in der Agitpropabteilung des ZK, verantwortlich für die Illustrationen im gesamten Pressewesen der KPD. Er gehörte zur RFB-Gauleitung Berlin-Brandenburg, war von 1925 bis 1933 Stadtverordneter in Berlin. Von 1930 bis 1932 auch Mitglied der Reichsleitung des Kampfbundes gegen den Faschismus. Von März bis Oktober 1933 in »Schutzhaft«, danach bis 1942 Bauarbeiter bzw. kaufmännischer Angestellter, im September 1939 zur Wehrmacht einberufen, aber nach fünf Tagen als »Mischling« entlassen. Zusammenarbeit mit Wilhelm Guddorf, Bernhard Bästlein u. a. Am 1.Dezember 1942 verhaftet, am 8. Oktober 1943 vom VGH (im Verfahren gegen Martin Weise, der zum Tode verurteilt wurde) zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im September 1945 Oberbürgermeister von Brandenburg/Havel. Von 1948 bis 1954 Leiter der Zentralen Kontroll-Kommission (ZKK) der DWK bzw. der Kommission für Staatliche Kontrolle, war Lange in der SBZ als »Scharfmacher« berüchtigt. Von 1950 bis 1958 Kandidat des ZK der SED. 1954 anstelle von Else Zaisser Minister für Volksbildung, doch auf dem V. Parteitag 1958 nicht wieder als Kandidat des ZK bestätigt und zur Selbstkritik aufgerufen. Lange wurde vorgeworfen, »die sozialistische Erziehung« der Jugend nicht energisch genug vorangetrieben und sich der Kirche gegenüber zu lau verhalten zu haben. Mitte Dezember 1958 durch Alfred Lemnitz als Volksbildungsminister abgelöst. Zuletzt Mitarbeiter am Institut für Militärgeschichte in Potsdam bzw. im Militärverlag, er lebte ab 1961 im Ruhestand, erhielt den Karl-Marx-Orden. Fritz Lange starb am 16.September 1981 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Lange, Hans-Dieter

* 20.6.1926

Geb. in Elbing (Westpr./Elbląg, Polen); in einer bürgerl. Familie; Gymnasium, Abitur; 1942 – 44 Schauspielschule in Danzig; 1944/45 Wehrmacht; 1945 Kriegsgefangenschaft in Kanada. 1945/46 Sanitätshelfer im UNRRA-Lager Bergen-Belsen; 1946 – 49 Schauspieler am Theater Hildesheim u. an den Städt. Bühnen Bonn; 1950 – 62 Sprecher beim Berliner Rundfunk u. beim Dtl.-Sender; dazw. 1960/61 Red. u. Sprecher bei Radio Peking; 1955 SED; 1960 – 90 Synchronsprecher bei DEFA u. DFF; 1962 – 90 Schauspieler u.…

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Lange, Martin

* 20.7.1932

Geb. in Zwickau, aufgew. in Dresden; Vater Steuerberater; nach dem Abitur 1951 – 56 Gemeindepraktikum u. Studium am Theolog. Seminar der Ev.-Methodist. Kirche in Bad Klosterlausnitz; 1956 Pfarrer in Reichenbach; 1957 – 64 in Plauen; 1958 Ordination; ab 1962 im Nebenamt Jugendpfarrer; 1964 – 70 Pfarrer in Oelsnitz; 1969 – 81 nebenamtl. Ltr. des Ev.-Methodist. Jugendwerks; Mitarb. im Europ. Methodist. Jugendrat; 1970 – 91 Pfarrer in Berlin; 1971 – 81 Vors. des Ökumen. Jugendrats u. der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lange, Arthur Ernst Heinrich

* 8.5.1906 – ✝ 27.10.1972

(* 1906 – † 1972) Geboren am 8. Mai 1906 in Dömitz an der Elbe; Lehre und Arbeit als Schlosser. Lange war Mitglied und Funktionär der KPD in Berlin und gehörte zum Nachrichtenapparat von Hans Kippenberger, offiziell war er seit 1925 bei der Sternwarte in Berlin-Treptow angestellt. Mitorganisator der letzten Tagung der KPD-Führung am 7. Februar 1933 in Ziegenhals bei Berlin. Als Angehöriger des Nachrichtenapparates am 12. Dezember 1933 verhaftet, wurde Arthur Lange 1935 in einem Prozeß vor dem VGH zusammen mit Hermann Dünow und Karl Schuster zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Februar 1937 erneut festgenommen und in das KZ Sachsenhausen eingeliefert, aus dem er im April 1939 entlassen wurde, danach Hilfsarbeiter in Berlin-Friedenau. Am 19. April 1944 wiederum verhaftet und in das KZ Neuengamme überführt, wo er im April 1945 befreit wurde. Nach 1945 wieder in Hamburg, dort wurde er Mitglied der SPD. Arthur Lange starb am 27. Oktober 1972 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Langenfeld, Joseph

* 8.8.1887 – ✝ 23.6.1972

Geboren am 8. August 1887 in Niedermending/Krs. Mayen; lernte von 1902 bis 1905 das Polstererhandwerk. Bis 1909 hat er Deutschland als Handwerker durchwandert, dann selbständiger Polsterer. Von 1914 bis 1918 Soldat, nach dem Krieg in Düsseldorf als Metallarbeiter beschäftigt. 1918 der USPD und 1920 der KPD beigetreten, er übte verschiedene Parteifunktionen aus. Im Mai 1924 zog Langenfeld (Wahlkreis Düsseldorf) als Abgeordneter in den Reichstag ein. Im Dezember 1924 nicht wiedergewählt, in der Folgezeit auch kein hauptamlicher Funktionär mehr, sondern als Vertreter tätig. Aktiv im Freidenkerverband, bis 1933 KPD-Mitglied. Im Oktober 1933 hielt er an den Gräbern ermordeter Kommunisten auf dem Stoffeler Friedhof in Düsseldorf Gedenkreden, wurde denunziert und von der Gestapo verhaftet. Ende Oktober 1933 ins KZ Börgermoor gebracht, Weihnachten schwerkrank entlassen. Zuvor mußte er die übliche Erklärung unterschreiben und sich verpflichten, »in Zukunft jeden Verkehr mit Angehörigen oder Anhängern der Kommunistischen Partei oder Sozialdemokratischen Partei Deutschlands aufzugeben und mich jeder staatsfeindlichen politischen Betätigung oder Propaganda ... zu enthalten«. Es ist nicht bekannt, ob er nicht dennoch illegal gegen Hitler weiterkämpfte. Nach 1945 trat er politisch nicht mehr hervor. Joseph Langenfeld, der in Düsseldorf wohnte, starb am 23. Juni 1972.

dissidenten.eu

Kusý, Miroslav

* 1931 – ✝ 2019

Miroslav Kusý wurde 1931 in Bratislava (Pressburg) geboren. 1954 beendete er sein Philosophiestudium an der Karls-Universität in Prag und arbeitete bis 1956 als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für dialektischen Materialismus an der Prager Hochschule für Politische Wissenschaft und Wirtschaft. In dieser Zeit befasste er sich auch verstärkt mit erkenntnistheoretischen Fragen. 1952 trat Kusý der Kommunistischen Partei bei. 1957 übernahm er die Stelle eines wissenschaftlichen Dozenten am…

Handbuch Deutsche Kommunisten

L’ Hoste, Johann

* 14.3.1890 – ✝ 1.1.1956

Geboren am 14. März 1890 in Niederlinxweiler (heute St. Wendel)/Saar; von Beruf Eisenbahner, Funktionär der KPD und der RGO. Mitglied des Gemeinderates und des Kreistages St. Wendel, 1932 wurde L’ Hoste in den Landesrat Saar gewählt. Er wandte sich gegen den Anschluß des Saargebietes an Deutschland und emigrierte nach Frankreich, dort Gießereiarbeiter. Am 12. Oktober 1940 wurde er verhaftet, nach Deutschland ausgewiesen und am 11. November 1941 durch das OLG Hamm zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis 1944 im Zuchthaus Siegburg, anschließend im KZ Flossenbürg, gelang ihm beim Transport in das KZ Dachau die Flucht. Wegen Zugehörigkeit zur »Bewegung zum Anschluß der Saar an Frankreich« (MRS) wurde L’ Hoste später aus der KPD ausgeschlossen. Er starb am 1. Januar 1956. Sein Sohn Hubert L’ Hoste (* 10. 2. 1923) kam im Januar 1934 als Kind auf Einladung des (1940 vom NKWD in der UdSSR erschossenen) sowjetischen Schriftstellers Michail Kolzow (dessen »Spanisches Tagebuch« erst 1986 in der DDR und ohne jeden Hinweis auf das Schicksal des Autors erschien) nach Moskau. Kolzows Lebensgefährtin Maria Osten schrieb das Buch »Hubert im Wunderland«, das Hubert L’ Hostes Kindheit und Jugendzeit behandelte. 1941 wurde Hubert nach Kasachstan verbannt und noch 1942 ist Wolfgang Leonhard dem völlig ausgezehrten Hubert L’ Hoste im Karaganda-Gebiet begegnet. Nach 1945 konnte er in der UdSSR studieren und wurde Chefagronom in einem Weinbau-Sowchos auf der Krim. Hubert L’ Hoste starb am 5.August 1959.

Wer war wer in der DDR

Labs, Helga

* 22.5.1940

Geb. in Wenigtreben (Krs. Bunzlau, Niederschl. / Trzebin Mały, Polen); Vater u. Mutter Bauern; 1947 – 55 Grundschule; 1955 FDJ; 1955 – 59 Studium am Inst. für Lehrerbildung in Rochlitz, Unterstufenlehrerin; ab 1956 Mitgl. der FDJ-KL Rochlitz; 1956 FDGB; 1959/60 dort FDJ-Sekr.; 1959 SED; 1960 – 63 Instrukteurin der Abt. Schulen; 1963 – 66 Sekr. für Schuljugend; 1966 – 69 Sekr. der BL der FDJ Karl-Marx-Stadt; 1961 Jugend-HS »Wilhelm Pieck«; 1966 – 69 Vors. der Pionierorg. Karl-Marx-Stadt; 1974 –…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lademann, Max

* 17.5.1896 – ✝ 21.3.1941

Geboren am 17. Mai 1896 in Leipzig, besuchte in Saalfeld die Mittelschule und in Remscheid die Realschule. Anschließend Schlosserlehre. Später absolvierte er in Hamburg eine technische Schule. Von 1916 bis 1918 Soldat im Dragoner-Regiment 13, aus dem er gegen Ende des Weltkrieges desertierte. Spätere Gerüchte, er habe als »Roter Reitergeneral« am russischen Bürgerkrieg teilgenommen, waren reine Erfindung. Lademann hatte sich früh der sozialistischen Jugendbewegung angeschlossen. Nach dem Krieg Mitglied der USPD, kam 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD. Seit 1921 hauptamtlicher UB-Leiter in Sangerhausen. Von 1922 bis 1924 lebte er in Eisleben, zeitweise Vorsitzender des ADGB-Kreiskartells und Anfang 1924 dort Stadtverordneter. Im März 1924 wegen Teilnahme an den Vorbereitungen des Oktoberaufstandes 1923 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Im Mai desselben Jahres im Wahlkreis Merseburg Reichstagsabgeordneter, kam daher wieder frei. Mitte 1924 (bis 1930) Orgleiter des KPD-Bezirks Halle-Merseburg. Im Dezember 1924 in den Preußischen Landtag gewählt, dem er ununterbrochen bis 1933 angehörte. Als die Versöhnler 1928 im Bezirk Halle-Merseburg dominierten, zählte Lademann noch zu ihnen, 1929 schwenkte er zum ZK über und behielt zunächst seine Funktion (im Gegensatz zum Polleiter Johannes Schröter). Von 1930 bis 1933 dann Orgleiter im Bezirk Niedersachsen. Am 19. April 1933 verhaftet, am 4. September 1933 vom Landgericht Hannover zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt, anschließend am 19. Dezember 1934 zu drei Jahren Zuchthaus. Danach in das KZ Sachsenhausen eingeliefert. Er meldete sich zu einem der »Himmelfahrtskommandos«, zum Blindgänger entschärfen, weil den Häftlingen dafür geringe Erleichterungen versprochen wurden. Beim Entschärfen einer Bombe kam Max Lademann am 21. März 1941 ums Leben. Kurz vorher hatte er in einem aus dem Lager geschmuggelten Brief noch an seine Schwestern geschrieben: »Was hinter mir liegt ist Grauen und Elend. Ich will Euch damit nicht belasten, es würde alle Eure Vorstellung übersteigen.«

Wer war wer in der DDR

Lambrecht, Hermann

* 27.9.1908 – ✝ 4.6.1983

Geb. in Weimar in einer Künstlerfamilie; Studium der Astronomie, Physik u. Mathematik in Berlin u. Jena; hier 1935 Prom. mit einer Diss. über die Struktur der Spiralnebel; 1940 Habil.; 1935 Mitarb. an der Sternwarte Breslau. 1945 kommissar. Ltr. u. 1948 Dir. der Univ.-Sternwarte Jena, Organisator ihres Wiederaufbaus; 1948 a. o. Prof., 1953 Lehrstuhlinhaber für Astronomie an der FSU Jena; Dekan der Mathemat.-Naturwiss. Fak.; 1962/63 Ausbau der Univ.-Sternwarte mit mod. Instrumenten für Forschung…

Wer war wer in der DDR

Landsberg, Rolf

* 28.2.1920 – ✝ 27.12.2003

Geb. in Berlin in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Architekt; 1927 – 34 Volksschule u. Kleistgymnasium Berlin; 1934 Emigr. der Fam. nach Großbritannien; 1934 – 37 Besuch der Christopher School Letchworth, anschl. Studium der Chemie in London, 1940 Bachelor of Science; 1940 – 42 Internierung als »feindl. Ausländer« in Kanada, dort Anschluß an die KPD; Mitbegr. der FDJ in England; 1944 – 47 Angeh. der brit. Armee, u. a. als Dolmetscher in Dtl. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1947 – 49 Aspirant u. Ass. am…

Wer war wer in der DDR

Lang, Lothar

* 20.3.1928 – ✝ 20.7.2013

Geb. in Werdau (Sachsen); nach 1945 kurze Zeit Lehrer; Studium der Kunstgeschichte, Geschichte u. Pädagogik; Doz. an der PH Potsdam u. am Inst. für Lehrerweiterbildung Berlin; seit 1957 Kunstkritiken für die Ztschr. »Weltbühne«; 1962 – 73 Ltr. des Kunstkabinetts am Inst. für Lehrerweiterbildung Berlin-Weißensee, dann Berlin-Pankow; hier erhielten viele junge Künstler ihre erste Ausstellungsmöglichkeit; ab 1964 Hrsg. der »Marginalien«, Ztschr. für Buchkunst u. Bibliophilie; 1965 – 73 Hrsg. von 20…

Wer war wer in der DDR

Lange, Fritz

* 16.12.1899 – ✝ 25.7.1987

Geb. in Berlin; Vater Beamter im Ausw. Amt; 1918 Abitur, anschl. Studium der Physik in Freiburg, Kiel u. Berlin, dort 1924 Prom. mit einer Arbeit zur Tieftemperaturphysik bei Walther Nernst; bis 1924 Assistent am Physikal. Inst. der Berliner Univ.; 1931 Reise in die UdSSR u. sporad. Kontakte zur KPD; 1933 Flucht aus Berlin, 1935 endgültige Emigr. über England in die UdSSR; Fortsetzg. der physikal. Forschungen am Physikal.-techn. Inst. in Charkow; 1940 Eingabe an die sowj. Regierung, die auf die…

Wer war wer in der DDR

Lange, Heinz

* 25.5.1931

Geb. in Dargezin (Krs. Greifswald); Vater Landarb.; 1937 – 45 Volksschule; 1945 – 48 Lehre als Tischler; 1948 FDJ; 1949 / 50 Krankenpfleger; 1951 / 52 Studium an der mittl. med. FS in Greifswald; 1952 SED; 1952 / 53 Lehrgang an der SED-LPS Mecklenb.; 1953 – 57 Lehrer, 1957 – 59 Lehrstuhlltr. an der SED-BPS in Greifswald; 1956 – 62 Fernstudium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1959–62 Sektorltr. bzw. Ltr. der Abt. Agit. u. Prop. der SED-BL Rostock; 1962 – 66 1. Sekr. der SED-KL…

Wer war wer in der DDR

Lange, Thomas

* 27.2.1964

Geb. in Eisleben; Vater Gen.-Major  Gerhard L., Mutter Ärztin; 1970 – 83 EOS, KJS, Abitur; 1974 – 96 aktiver Ruderer; erst bei der HS-Sportgemeinschaft der MLU Halle, ab 1978 im SC Chemie Halle (Trainer: Lothar Trawiel); SED; 1980 Junioren-WM (Doppelzweier); 1981 u. 1982 Junioren-WM (Einer); ab 1983 Studium der Med. an der MLU Halle; 1983 u. 1985 WM (Doppelzweier); 1987 u. 1989 WM (Einer); 1988 Olymp. Spiele: Sieger (Einer); 1990 2. Platz bei den Weltmeisterschaften (Doppelzweier); 1992 Olymp.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lange, Albert Gustav

* 3.6.1901 – ✝ 14.10.1954

Geboren am 3. Juni 1901 in Barmen; besuchte das Gymnasium und studierte einige Semester. 1919 Eintritt in die sozialistische Jugendbewegung, 1922 Mitglied der KPD. Zunächst Volontär, von 1925 bis 1928 Redakteur am Düsseldorfer KPD-Organ »Freiheit«. 1929 in die politische Redaktion der »Roten Fahne« nach Berlin geholt, wo Albert Lange bis Anfang 1933 blieb; zuletzt Agitpropsekretär für Berlin. Im Oktober 1933 verhaftet (er bekam schon in der Weimarer Republik sechs kürzere Strafen wegen politischer Delikte) und zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Am 13. April 1936 entlassen; da er sich »gut geführt« hatte, kam er nicht ins KZ. Zum Dreher umgeschult, arbeitete er in den dreißiger Jahren in diesem Beruf und mußte mit sechs Mark Wochenlohn Frau und Kind ernähren. 1940 war Lange nach Ansicht der Gestapo »innerlich umgestellt«, so daß er für »wehrwürdig« erklärt und als Soldat eingezogen wurde. 1943 geriet er in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1947 zurückkehrte. Wieder Mitglied der KPD, war Lange von 1949 bis zu seinem Tod Redakteur am KPD-Organ »Freies Volk« in Düsseldorf. Während einer Urlaubsreise mit seiner Frau in Süd-Frankreich erlitt er auf seinem Motorrad einen Schlaganfall. An den Folgen starb Albert Lange am 14.Oktober 1954.

Wer war wer in der DDR

Langer, Eberhard

* 26.6.1934

Geb. in Chemnitz; Vater Angest., Grund- u. Oberschule, 1952 Abitur; Stud. an der Ingenieurschule Karl-Marx-Stadt, Dipl.-Ing. für Werkstoffkunde; 1957 TKO-Ltr., 1962 Bereichsltr. im VEB Schraubenfabrik Karl-Marx-Stadt; 1962 SED; 1962 / 63 Ass. des Werkdir., 1963 – 68 Betriebsdir. VEB Schraubenfabrik Karl-Marx-Stadt, 1968 – 79 Dir. des VEB Schraubenkombinat Karl-Marx-Stadt; 1972 Prom. zum Dr.-Ing.; 1979 – 84 1. Stellv. des OB von Karl-Marx-Stadt; 1982 VVO; 1984 / 85 Stud. an der PHS der SED; 1985…