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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Weigel, Hansjörg

* 15.3.1943 – ✝ 29.4.2020

Geb. in Chemnitz; Vater Beamter im Strafvollzug; 1949 – 57 Grundschule in Königswalde, 1957 – 59 Mittelschule in Werdau, Mittl. Reife; 1959 – 61 Ausbildung zum Kfz-Elektriker, FDJ-Gruppensekr. im Ausbildungsbetrieb; 1961 – 90 berufstätig in einer PGH in Werdau; 1963 Verweigerung des Wehrdienstes, 1966/ 67 Bausoldat; ehrenamtl. Gemeindearbeit im Sinne christl. Friedenserziehung; 1973 maßgebl. Gründungsinitiator des Christl. Friedensseminars Königswalde, das zweimal jährl. Veranstaltungen mit…

Wer war wer in der DDR

Ablaß, Werner Erich

* 11.12.1946

Geb. in Briesen (Mark); Vater Zimmermann; 1953 – 63 POS in Briesen; 1963 – 68 Pfleger in den Züssower Diakonieanstalten; 1969 – 72 im Buchhandel in Potsdam; 1973 – 85 Versicherungskfm. bei der Staatl. Versicherung in Potsdam, 1985 wegen eines Antrags auf Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl., den er später zurückzog, seiner Funktion enthoben; 1985 – 87 Reinigungskraft im kirchl. Oberseminar in Hermannswerder; Jan. – April 1987 Revisor der Staatl. Versicherung in Potsdam; 1987 – 90 Ltr. eines ev.…

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Abusch, Alexander

* 14.2.1902 – ✝ 27.1.1982

Als Sohn des Kutschers und späteren Huthändlers Chaskel Abusch am 14. Februar 1902 in Krakau geboren. Nach der kaufmännischen Lehre (von 1916 bis 1919) kurze Zeit kaufmännischer Angestellter. 1918 Mitglied der FSJ, 1919 der KPD, Redakteur bei KP-Organen, zunächst der »Nordbayerischen Volkszeitung« in Nürnberg. Wegen eines Hochverratsverfahrens Flucht nach Thüringen und ab März 1923 politische Arbeit unter dem Pseudonym Ernst Reinhardt, politischer Redakteur der »Neuen Zeitung« in Jena. Nach dem Reichswehreinmarsch und dem Verbot der Partei 1923 wurde Abusch Chefredakteur der illegalen Zeitung »Revolution«, nach Aufhebung des Verbots der KPD dann vom März 1924 bis Januar 1926 Chefredakteur der »Neuen Zeitung«, Jena. Abusch gehörte dem linken Parteiflügel an, er war von 1923 bis 1926 Mitglied der BL GroßThüringen und von 1924 bis 1926 Mitglied des ZA der KPD. 1925 schloß er sich der ultralinken Opposition 4(Werner Scholem, Arthur Rosenberg, Theodor Neubauer) an und war nach dem »Offenen Brief« der Komintern (1925) für diese bis Dezember 1926 aktiv. Auf der Konferenz des KJVD am 15. Oktober 1925 trat er als Korreferent gegen das ZK-Mitglied Philipp Dengel auf. Im März 1926 wegen seiner oppositionellen Haltung als Chefredakteur abgelöst und nach Berlin versetzt, Redakteur beim Pressedienst der KPD, danach ab Herbst 1926 Redakteur der »Roten Fahne«. Abusch trennte sich von der Opposition und ging zur Thälmann-Gruppe über. Im November 1928 kam er nach der Wittorf-Affäre als Chefredakteur an das »Ruhr-Echo« in Essen, er löste den Versöhnler Stephan ab. Im Rahmen des ultralinken Kurses wieder in der Spitzenführung, ab Juni 1930 politischer Redakteur der »Roten Fahne«, und einige Monate sogar deren Chefredakteur, als Neumann-Anhänger im Juni 1932 abgesetzt. Auf der Reichsparteikonferenz der KPD im Oktober 1932 gab Abusch eine selbstkritische Erklärung ab und bekannte sich zur Linie Thälmann. Bis Januar 1933 Chefredakteur und Mitglied des Sekretariats der BL in Essen. Abusch wurde von Walter Ulbricht zunächst nach Paris geschickt, war dort einer der beiden Hauptredakteure des »Braunbuches über den Reichstagsbrand« und an der Kampagne zur Befreiung Georgi Dimitroffs durch die Gegenprozesse in London und Paris beteiligt. Im August-September 1934 wurde er als Chefredakteur an die KPD-»Arbeiterzeitung« ins Saargebiet (zum Abstimmungskampf) beordert und blieb nach der Niederlage dort, um die neue illegale Parteileitung zu beraten. Vom März 1936 bis September 1939 war Abusch Mitarbeiter des Politbüros der KPD und Chefredakteur der »Roten Fahne« zuerst in Prag, dann in Paris. In dieser Eigenschaft nahm er am VII. Weltkongreß der Komintern, an der »Brüsseler Parteikonferenz« 1935 und an der »Berner Konferenz« 1939 teil. Nach Kriegsausbruch bis Oktober 1939 in Frankreich interniert, gehörte Abusch im Winter 1939/40 der illegalen KPD-Leitung unter Anton Ackermann an. Am 8. März 1940 verhaftet, kam er in ein Internierungslager, Flucht nach Toulouse, hier von Juli 1940 bis Mai 1941 Mitglied der Leitung der illegalen KPD mit Walter Beling und Otto Niebergall. Im Oktober 1941 konnte er nach Mexiko reisen, wo er u. a. Chefredakteur der Zeitschrift »Freies Deutschland« wurde. Über Wladiwostok ist er am 16. Juli 1946 gemeinsam mit Paul Merker nach Berlin zurückgekehrt. Das ZS setzte Abusch als Sekretär des Kulturbundes (KB) ein und kooptierte ihn Ende 1947 in den PV der SED. Im Februar 1950 Mitglied des Sekretariats des Politbüros, im Zusammenhang mit der Noel-H.-Field-Affäre als erster führender Funktionär abgesetzt. Nach der Entmachtung und späteren Verhaftung Merkers war er vor allem 1952/53 als Jude und Westemigrant besonders gefährdet. 1951 hat ihn das MfS als »geheimen Informator« angeworben, doch 1956 beendete das MfS die Zusammenarbeit. Erst mit Beginn der »Entstalinisierung« trat Abusch wieder in den Vordergrund. Von 1956 bis 1958 Staatssekretär im Ministerium für Kultur, nach dem Tode Johannes R. Bechers trat er dessen Nachfolge als Minister für Kultur an. Im Februar 1957 zum Mitglied des ZK kooptiert, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Bereits 1949/50 Mitglied der Provisorischen Volkskammer, 1958 wurde er erneut Abgeordneter und war lange Jahre Vorsitzender der KB-Fraktion. Von 1961 bis 1971 Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates, verantwortlich für Kultur und Erziehung. Nach 1945 Autor einer Reihe von Büchern, darunter »Der Irrweg einer Nation« (1947), »Stalin und die Schicksalsfragen der deutschen Nation« (1949). 1981 veröffentliche er seine Memoiren »Der Deckname«, 1986 folgte der zweite Band »Mit offenem Visier«. 1967 verlieh ihm die Universität Jena die Ehrendoktorwürde. Er war Träger hoher Orden, darunter des Karl-Marx-Ordens. Alexander Abusch starb am 27.Januar 1982 in BerlinKarin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

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Ackermann, Anton

* 25.12.1905 – ✝ 4.5.1973

Geboren am 25. Dezember 1905 in Thalheim/Erzgeb. als Eugen Hanisch, Sohn eines Strumpfwirkers und Heimarbeiters, auch er arbeitete als Strumpfwirker. 1919 schloß er sich der FSJ, 1920 der KJVD und dem Textilarbeiterverband an. 1926 trat er der KPD bei und wurde Bezirksleiter des KJVD Erzgebirge/Vogtland. 1929 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, von 1931 bis 1933 dort Aspirant und Lektor. Zeitweilig arbeitete er auch in der Deutschland-Abteilung des EKKI als persönlicher Mitarbeiter von Fritz Heckert und Wilhelm Pieck. Im März 1933 nach Deutschland zurückgekehrt, gehörte er bis September 1933 zunächst als Sekretär von John Schehr, dann als Agitpropleiter der illegalen Landesleitung an, von Oktober 1933 bis Juli 1935 Polleiter der illegalen KPD-Bezirksorganisation Berlin. Im Juli 1935 nahm er am VII. Weltkongreß der Komintern in Moskau teil. Ackermann unterstützte in dieser Zeit Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck im Machtkampf gegen die Gruppe um Hermann Schubert und Fritz Schulte. Auf der »Brüsseler Konferenz« zum Mitglied des ZK und Kandidaten des Polbüros gewählt. Von Ende 1935 bis April 1937 gehörte er zur KPD-Leitung in Prag, von 1937 bis März 1940 in Paris Mitglied des vorbereitenden Ausschusses für eine Deutsche Volksfront. 1937 leitete er zeitweilig die Politschule der Internationalen Brigaden in Spanien. Im April 1940 kam er nach Moskau, wurde 1941 Redakteur der Zeitung »Das freie Wort«, ab 1943 Chefredakteur des NKFD-Senders. Am 1. Mai 1945 traf Ackermann als Leiter der KPD-Gruppe für Sachsen in Deutschland ein. Mitverfasser des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945, gehörte er dem Sekretariat des ZK der KPD an. Im Februar 1946 erschien sein programmatischer Aufsatz »Gibt es einen besonderen deutschen Weg zum Sozialismus?«, den er im September 1948 selbstkritisch widerrufen mußte. Mit Helmut Lehmann (SPD) verfaßte Ackermann die »Grundsätze und Ziele der SED«. Von 1946 bis 1954 Mitglied des PV bzw. des ZK der SED, bis Sommer 1953 gehörte er dem ZS bzw. ab 1949 dem Polbüro als Kandidat an. Im Herbst 1946 in den Sächsischen Landtag gewählt. Ab Oktober 1949 Staatssekretär im Außenministerium, dort gleichzeitig für den Aufbau des DDR-Nachrichtendienstes zuständig, und Anfang 1953 zusätzlich Direktor des Marx-Engels-Lenin-Stalin-Instituts. Wegen seiner Kritik an Ulbricht und Beteiligung an der innerparteilichen »Fraktionsarbeit« von Wilhelm Zaisser und Rudolf Herrnstadt im August 1953 aus allen Funktionen abberufen, erhielt er im Januar 1954 eine »strenge Rüge«. Von 1954 bis 1958 zum Leiter der Hauptverwaltung Film im MfK degradiert. Seine Parteistrafe wurde zwar im Juli 1956 gelöscht, doch erlangte er nie mehr die herausragende Bedeutung wie vor seinem Sturz. Ab 1958 Mitglied und Abteilungsleiter in der Staatlichen Plankommission (SPK). Im Juni 1962 von allen Funktionen entbunden, lebte er als Parteiveteran. Anton Ackermann beging am 4.Mai 1973 Selbstmord. Er war Träger hoher Auszeichnungen, darunter des VVO in Gold (1965). Ackermann war von 1932 bis 1949 in erster Ehe mit Elli Schmidt verheiratet. Frank Schumann veröffentlichte 2005 eine biographische Dokumentation über Anton Ackermann.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Adam, Johannes

* 22.9.1923

Geb. in Nossen; Vater Arbeiter; 1942 Abitur Oberschule Nossen; nach dem Abitur 1942 war er als SS-Rottenführer in Auschwitz eingesetzt; 1947 – 52 Studium der Math. an der TH Dresden u. der Univ. Leipzig, dort Dipl.; 1952 – 55 Doz. an der ABF Dresden; 1955 – 59 Mitarb. am Industrie-Inst. der TH Dresden; ab 1959 Mitarb. am Lehrstuhl für Sozialhygiene der MLU Halle (Saale); 1960 Prom. mit der Arbeit »Wahrscheinlichkeitsrechnung u. Statistik als Stoffe des Mathematikunterrichts der…

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Adam, Wilhelm

* 27.7.1905 – ✝ 1.8.1991

Geboren am 27. Juli 1905 in Ludenburg bei Düsseldorf als Sohn eines Metallarbeiters. Zahntechniker, 1921 Mitglied der SAJ, 1922 der KJD, 1923 der KPD. Ab Februar 1933 illegale Arbeit, Emigration in das Saargebiet und nach Frankreich, 1934 nach Dänemark. Unter den Decknamen Gilbert und »kleiner Hans« war er Leiter der AL Nord mit Sitz in Kopenhagen, bis er 1936 von Sepp Schwab abgelöst wurde. Im Dezember 1936 reiste er zu Einheitsverhandlungen mit anderen antifaschistischen Gruppen nach Norwegen, anschließend leitete er wieder von Dänemark aus die »Grenzarbeit« in Südjütland, nach der Besetzung Dänemarks redigierte er u. a die illegale Zeitung »Deutsche Nachrichten«. Im April 1945 noch in Gestapohaft. 1945 kehrte Adam nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der KPD/SED und war bis 1948 Sekretär für Kultur und Erziehung der KPD/SED Schwerin. Im Oktober 1949 wurde er Hauptreferent der Westkommission beim PV der SED, bis 1963 dann Sektorleiter für gesamtdeutsche Arbeit in der Kulturabteilung des ZK. 1963 ging Adam an die Filmhochschule nach Potsdam-Babelsberg, war dort Dozent, Parteisekretär und Prorektor für Studienangelegenheiten, 1967 kommissarischer Direktor des Instituts für Filmwissenschaft, erhielt den VVO in Gold. Wilhelm Adam starb am 1. August 1991 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Adolph, Alfred (urspr. Alfred Adolf)

* 30.7.1895 – ✝ 27.4.1959

Geb. in Sommerfeld (Niederlausitz/Lubsko, Polen); Vater Zigarrenmacher; 1902 – 09 Volksschule in der Maschinenfabrik Weißwasser; 1909 – 12 Ausbildung zum Schlosser u. Dreher; 1913 Mitgl. des DMV; 1913/14 Wanderschaft; 1915 – 18 Militärdienst; 1918 Mitgl. des Spartakusbundes u. 1918/19 des Arbeiterrates Weißwasser; 1919 Mitbegr. der USPD in der Lausitz; 1919 – 22 Arbeiter in Weißwasser; 1920 KPD; 1921 u. 1922 Ltr. des Metallarbeiterstreiks in der Lausitz, deshalb Dez. 1922 entlassen; Mitgl. der…

Wer war wer in der DDR

Adolphi, Günter

* 18.2.1902 – ✝ 26.8.1982

Geb. in Riga, Vater Beamter; nach dem Abitur 1920 Dienst in der lett. Armee; 1921 – 26 Studium Maschinenbau an der TH Dresden u. in Berlin; 1926/27 Hilfsschlosser u. Montagearb. in Maschinenbaubetrieben der USA; 1928 – 34 Betriebsltr. des US-Konzerns Corn Products Refining Co.; 1934/35 Ing. bei Krupp-Gruson Magdeburg; ab 1935 im Ammoniakwerk Merseburg (Leuna-Werke) als Technologe u. Betriebsltr. tätig. Ab 1949 Ltr. des Verfahrenstechnikums u. der chem. Versuchsabt. im o. g. Werk; ab 1961 Prof.…

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Agatz, Wilhelm

* 10.6.1904 – ✝ 29.8.1957

Geboren am 10. Juni 1904 in Heisingen bei Essen, Sohn eines Bergarbeiters. Nach der Schulentlassung Bergmann, 1918 Mitglied des Bergarbeiterverbandes, 1920 der SAJ, von der er 1922 zur kommunistischen Jugend übertrat, 1924 Mitglied der KPD. Agatz war aktiver Gewerkschafter. Nach seinem Ausschluß 1930 aus dem Bergarbeiterverband gehörte er im Ruhrgebiet zu den Aktivisten der RGO. 1931 Leiter des Einheitsverbandes der Bergarbeiter innerhalb der RGO und deren Reichsleitung. Seit September 1930 war Agatz Reichstagsabgeordneter. Nach dem Machtantritt der Nazis organisierte er bis zu seiner Verhaftung im Januar 1934 von Berlin aus die illegale Arbeit der RGO. Im Februar 1935 wurde er vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte, anschließend war er bis Oktober 1939 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im Januar 1943 Maurer bei der Hochtief AG. 1945 zunächst in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, danach schickte ihn das ZK der KPD in die Westzonen, wo er sich beim Aufbau der Bergarbeitergewerkschaft engagierte. Bis Ende 1948 war Agatz 2. Vorsitzender des Industrieverbandes Bergbau der britischen Besatzungszone, anschließend Sekretär der Hauptverwaltung der IG Bergbau im DGB. Da er innerhalb des DGB die Politik der KPD vertrat, wurde er im August 1950 aus dem DGB ausgeschlossen. Anschließend war Agatz politischer Mitarbeiter des KPD-Parteivorstandes, dem er bis zum Verbot 1956 angehörte. Er war von 1946 bis 1949 MdL in Nordrhein-Westfalen und von 1949 bis 1953 Abgeordneter der KPD im Deutschen Bundestag. Wilhelm Agatz starb am 29. August 1957 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Ahrbeck, Hans

* 19.5.1890 – ✝ 1.4.1981

Geb. in Linden (b. Hannover); Vater Apotheker; Studium der Germanistik, Geschichte, Theol. u. Philos. 1910 – 14 u. 1919/20 in Leipzig, Gießen u. Göttingen; 1915 – 18 Militärdienst, Offz.-Laufbahn abgelehnt; nach Wiederaufnahme des Studiums Mitgl. der freien Studentenschaft, Lehrender in Arbeiterkursen; 1920 St.-Ex. u. Gymnasiallehrer an einer priv. Mädchenschule in Magdeburg; 1925 Prom. mit einer Arbeit über W. Raabe in Göttingen; 1926 Lehrer an der Lessing-OS in Magdeburg; 1929 Doz., 1930 Prof.…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Christoph

* 4.1.1930

Geb. in Salzwedel; Vater Organist; 1943 – 48 Organistenamt an der Kirche St. Marien in Salzwedel übernommen; 1948 – 53 Studium der Theol. u. Kirchenmusik in Halle bei H. Wunderlich (Orgel), K. Fiebig u. J. Weyrauch (Komposition), priv. Orgelunterricht bei  Günther Ramin; 1953 – 60 Domkantor in Naumburg (Saale) u. Doz. an der Kirchenmusikschule in Halle; 1960 – 76 Dir. der Kirchenmusikschule in Dresden, Ltr. des Inst.-Chors (Tourneen im In- u. Ausland, A-cappella-Werke u. mod. Oratorien); 1976 –…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Rosemarie

* 19.3.1915 – ✝ 7.1.2008

Geb. in Cobe (Japan/Kobe) als Tochter eines Deutschen u. einer Japanerin; 1935 Abitur am Oberlyzeum in Rostock; 1935 – 40 Studium der Medizin an den Univ. Rostock, Hamburg u. Jena, 1940 Staatsexamen; 1940 – 42 Volontär-Ärztin in der Landesheilanstalt Stadtroda; Approbation verzögert wegen der japan. Mutter; ab 1942 Facharztausbildung an der Hals-Nasen- u. Ohren-Klinik der FSU Jena. 1946 Fachärztin, 1947 Oberärztin, 1948 Habil. u. Doz. an der HNO-Klinik der FSU; 1951 Chefärztin der HNO-Klinik des…

Schlott, Volker

* 20.4.1958

Geb. in Oelsnitz (Vogtl.), dort erste musikal. Ausb. an der Musikschule; 1974 – 78 Studium an der Hochschule für Musik »[linkintern=?ID=706]Hanns Eisler[/linkintern]« in Berlin (Saxophon, Flöte, Klavier), dort seit 1995 Dozent; seit 1978 profess. Musiker in versch. Genres: in Wolfgang Fiedlers Band »Fusion« (1978 Auftritt bei der »Jazzbühne Berlin«, auf LP veröffentlicht), 1980 – 83 im Quartett von  [linkintern=?ID=1920]Uwe Kropinski[/linkintern] (1981 auf Kleeblatt-LP veröffentlicht),…

Wer war wer in der DDR

Abrassimow, Pjotr Andrejewitsch

* 16.5.1912 – ✝ 16.2.2009

Geb. in Boguschewskoje (Gebiet Witebsk); Weißrusse; Vater Bauer; Elektromechaniker; 1933 – 41 Funktionär in staatl. u. gewerkschaftl. Org.; 1940 Mitgl. der KPdSU; ab 1941 Rote Armee, pol. Offz. im Zentralstab der weißruss. Partisanenbew. 1945 persönl. Ref. des Vors. des Rates der Volkskommissare der Weißruss. SSR u. 1. Sekr. des ZK der dortigen KP, Panteleimon K. Ponomarenko; 1946 – 48 ständ. Vertreter des Min.-Rats der Weißruss. SSR beim Min.-Rat der UdSSR; 1948 Erster stellv. Vors. des…

Wer war wer in der DDR

Acker, Paula

* 3.2.1913 – ✝ 7.11.1989

Geb. in Tübingen; Vater Maurer; Grund- u. Mittelschule in Schwenningen (Neckar); 1928 Naturfreundejugend; 1928 – 30 Handelsschule, Ausbildung zum Industriekfm.; 1930 – 33 Korrespondentin für Fremdsprachen (Engl., Frz.) u. Auslandskorr. in Schwenningen; 1931 – 41 KPD; 1932 illeg. Arbeit für den KPD-Nachrichtendienst in Stuttgart; 1933 »Schutzhaft« im Frauengefängnis Gotteszell (b. Schwäbisch Gmünd); 1934 – 36 Auslandskorr. einer Uhrenfabrik in Schwenningen; ab 1934 illeg. Arbeit für die KPD-BL…

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Ackermann, Else

* 6.11.1933

Geb. in Berlin; Vater Reichsbahnbeamter, Mutter Krankenschwester; 1952 Abitur; Studium der Med. an der HU Berlin, 1957 St.-Ex., 1958 Prom. zum Dr. med.; 1960 – 65 wiss. Assistentin am Lehrstuhl für Pharmakologie u. Toxikologie der Charité, 1965 – 75 wiss. Oberassistentin; 1969 Habil. u. ab 1971 ordentl. Doz. für Klin. Pharmakologie an der Med. Akad. »Carl-Gustav Carus« in Dresden; 1975 – 89 wiss. Oberassistentin am ZI für Krebsforschung (ZIK) der AdW in Berlin-Buch u. Honorardoz. an der Charité;…

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Adam, Theo

* 1.8.1926

Geb. in Dresden; Vater Dekorationsmaler; 1937 – 44 Dresdener Kreuzchor; Abitur; Wehrmacht, Kriegsgefangenschaft. 1946 – 49 Neulehrer in Dresden, priv. Gesangsstudium bei Rudolf Dittrich; 1949 Engagement an der Dresdener Staatsoper, 1952 Debüt in Bayreuth, seit 1953 auch Mitgl. der Dt. Staatsoper Berlin, seit 1954 Gast an der Städt. Oper Frankfurt (Main) u. an der Wiener Oper; 1955 Kammersänger; 1959 NP; 1969 Debüt an der Metropolitan Opera New York; seit 1972 Opernregie (Wagner, Mozart,…

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Adameck, Heinrich

* 21.12.1921 – ✝ 23.12.2010

Geb. in Silberhausen (Thür.); Vater Holzhauer, Mutter Zigarrenarb.; Volksschule; 1936 – 39 Arbeiter u. Ausbildung zum Kfm. in Dingelstädt (Thür.); 1939/40 Lagerist in einer Papierwarenfabrik; 1940 – 44 Wehrmacht, OGfr.; 1944 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft in Rustawi (b. Tbilissi), Antifa-Schule 2041 u. Taliza, Mitgl. u. Mitarbeit im NKFD. Juni 1949 Rückkehr nach Dtl.; Juli 1949 SED; ab Juli 1949 Mitarb. der Abt. Personal u. ab März 1950 Kaderltr. im Thür. Min. des Innern, Abt.-Ltr., kommissar.…

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Adolph, Alfred (urspr. Alfred Adolf)

* 30.7.1895 – ✝ 27.4.1959

Geboren am 30. Juli 1895 in Sommerfeld/Krossen (Niederlausitz), Sohn eines Zigarrenmachers. Schlosser und Dreher, seit 1913 Mitglied des DMV. Nach Wanderschaft Militärdienst von 1915 bis 1918, trat während der Revolution in den Spartakusbund ein, gehörte 1918/19 dem Arbeiterrat in Weißwasser an und war einer der Mitbegründer der USPD in der Lausitz. Er ging mit dem linken Flügel der USPD 1920 zur KPD und organisierte 1920/21 Metallarbeiterstreiks in der Lausitz. Übersiedlung nach Berlin, dort Funktionär der KPD im Wedding, gehörte 1927/28 zu den Versöhnlern. Ab 1928 im AM-Apparat der BL Berlin-Brandenburg und 1928/29 Kursant an der Leninschule in Moskau, 1932 Sekretär für militärpolitische Fragen der BL Berlin-Brandenburg (BB-Ressort). Adolph flüchtete 1933 nach Prag, später in die Sowjetunion, dort Lehrgang an der M-Schule der Komintern. 1935 Rückkehr nach Deutschland, wurde Instrukteur der KPD für Westdeutschland. Von den Niederlanden aus operierte er dann für die »International Seamen and Harbour Workers« und wirkte zeitweise in einer Sabotagegruppe, die deutsche Schiffe versenkte. Später Mitarbeiter der KPD-Auslandsleitung in Paris. Adolph wurde 1937 in Zürich wegen politischer und nachrichtendienstlichter Tätigkeit festgenommen, zu zehneinhalb Monaten verurteilt, 1939 nach Frankreich ausgewiesen, dort interniert. Ab 1940 gehörte er der KPD-Leitung in Südfrankreich an. Im Juli 1946 Rückkehr nach Deutschland, baute als SED-Funktionär zusammen mit August Mayer für die Zentralverwaltung für deutsche Umsiedler einen Suchdienst für vermißte Deutsche auf, ab 1949 Leiter des Suchdienstes. 1950 Leitung der DEWAG, erhielt 1957 den VVO in Gold. Alfred Adolph starb am 27. April 1959 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Adolphs, Karl

* 9.11.1904 – ✝ 24.12.1989

Geb. in Solingen; Vater Schleifer, Mutter Hausfrau; bis 1923 Besuch der Volks- u. Fortbildungsschule; Ausbildung als Nickelpolierer in Solingen; 1918 – 23 Schleifer (Heimarbeit) in Solingen; 1918 SAJ, 1919 KVD; 1921 Unterbez-Ltr. der KJD in Solingen; 1922 KPD; 1924 / 25 Volontär, 1925 / 26 Sekr. im KPD-Unterbez. Solingen; 1926 – 28 Kursant an der Internat. Leninschule in Moskau; 1928 / 29 Mitarb. der Org.-Abt. des ZK der KPD in Berlin; 1929 / 30 ZK-Instrukteur in der KPD-BL Schles. in Breslau…

Wer war wer in der DDR

Agricola, Rudolf

* 29.11.1900 – ✝ 14.1.1985

Geb. in Ladenburg a. Neckar (Krs. Mannheim); Vater Zigarrenfabrikant; Volksschule, Realschule u. -gymnasium; ab 1920 Studium Rechtswiss., Ökon. u. Betriebslehre an den Univ. Heidelberg, Freiburg, Erlangen u. der Handelsschule Mannheim; 1924 Prom. über »Die Beziehungen von Bankzentr. zu Filialen u. Depositenkassen«; 1924 – 31 SPD; 1926 Examen als Dipl.-Handelslehrer; dann in der Industrie tätig; 1927 Handelsoberlehrer u. Stadtverordneter in Zeitz; Vors. der Kinderfreunde; 1931 – 33 Mitgl. der…

Wer war wer in der DDR

Ahrendt, Lothar

* 13.3.1936

Geb. in Erfurt; Vater Feinmechaniker; Volksschule; 1950 – 53 Ausbildung zum Kfz.-Schlosser; 1953 Eintritt in die DVP; 1955 – 59 Kraftfahrer bei der Höheren Polizeischule in Berlin-Kaulsdorf; 1957 SED; 1959/60 Kursant an der Mittleren Polizeischule in Aschersleben, VP-Unter-Ltn.; 1960 – 64 Sachbearb. in der Abt. Schutzpolizei im VP-Präs. Berlin; 1964 – 68 HS des Min. des Innern in Berlin, Dipl.-Staatswiss.; stellv. Ltr. der VP-Inspektion Berlin-Köpenick, 1970 – 78 Ltr. der VP-Inspektion…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Degenhard

* 25.1.1930 – ✝ 4.9.2006

Geb. in Herges-Hallenberg (Thür.); Vater Angestellter; Volks- u. Mittelschule, Lehre u. Arbeit als kaufm. Angest.; 1949 SED; 1951 – 53 Studium der Wirtschaftswiss. an der DVA bzw. an der DASR Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Wirtschaftler, später Prom. zum Dr. rer. oec.; 1953 / 54 wiss. Mitarb. an der DASR; 1954 – 57 wiss. Mitarb. an der HS für Außenhandel in Berlin-Staaken; 1957 – 63 Hauptreferent bzw. Abt.-Ltr. im Min. für Außenhandel; 1963 polit. Mitarb. der Abt. Handel, Versorgung u. Außenhandel,…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Rudolf

* 13.7.1942 – ✝ 27.9.2015

Geb. in Wellerswalde (Sachsen); Vater Pfarrer; 1948 – 56 Grundschule; 1956 – 69 kirchl. Proseminar; 1960 – 65 Theol.-Studium am Theolog. Seminar in Leipzig; 1965/66 Bausoldat; 1968 – 80 Pfarrer in Ziegenhain (Sachsen); 1980 – 96 Pfarrer in Dresden; wichtiger Initiator der kirchl. Friedensbew. seit den 70er Jahren, 1975 – 96 Gründer u. Initiator des Meißner Friedensseminars; Beratung von Wehrpflichtigen, Gemeindeabende zum Thema Zivilcourage, Mitinitiator der Ton-Dia-Serie: »Ohne kleine Leute…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Abel, Karl

* 10.2.1897 – ✝ 28.4.1971

Geboren am 10. Februar 1897 in Obernkirchen/ Wesergebirge, gelernter Schuhmacher. 1916 bis 1919 Soldat. Danach Wanderschaft, seit 1921 Bergarbeiter. Abel trat 1914 der Gewerkschaft, 1916 der Sozialistischen Jugend und 1921 der KPD bei. Von 1924 bis 1932 war er Abgeordneter im Preußischen Landtag. 1926 von seinem Betrieb Preußag entlassen; er wurde hauptamtlicher Funktionär. Bei den Auseinandersetzungen mit der ultralinken Katz-Gruppe wurde Abel, der immer die Parteilinie vertrat, 1925 Gauleiter des RFB Niedersachsen, dann Sekretär für Gewerkschaftsfragen, Anfang 1929 Orgleiter in der KPD-BL Niedersachsen. Im gleichen Jahr wegen der RGO-Politik aus dem Bergarbeiterverband ausgeschlossen. In den letzten Jahren der Weimarer Republik trat er in der KPD etwas in den Hintergrund. 1933/34 Festungshaft, anschließend ließ er sich als orthopädischer Schuhmacher nieder. Wegen seiner kommunistischen Vergangenheit und Verbindung zu Widerstandskreisen kam er von 1938 bis 1940 ins KZ Sachsenhausen. Später Soldat, 1944 nochmals inhaftiert bis zur Befreiung 1945. Er schloß sich wieder der KPD an, war Stadtrat in Obernkirchen, Kreistagsabgeordneter und wurde 1946 von der britischen Besatzungsmacht in den neugegründeten Landtag von Niedersachsen berufen. Im November 1946 Minister für Volksgesundheit und Staatswohlfahrt in Niedersachsen, anschließend bis Februar 1948 Staatsminister ohne Geschäftsbereich. Aus Abels Feder stammt das erste Jugendarbeitsschutzgesetz. Er trat als Minister zurück, blieb bis 1951 Landtagsabgeordneter und beschäftigte sich danach mit Kommunalpolitik in Schaumburg. Bis zum KPD-Verbot 1956 war er Ratsherr der Stadt Obernkirchen, er arbeitete wieder als Schuhmachermeister und Schuhhändler, betätigte sich politisch für die Vereinigung für Frieden und Sicherheit (VFS) und war lange Jahre Vorsitzender der VVN in Niedersachsen. Karl Abel starb am 28. April 1971 in Obernkirchen. Klaus Maiwald veröffentlichte 2006 eine biographische Skizze über Karl Abel.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Abshagen, Robert

* 12.1.1911 – ✝ 10.7.1944

Geboren am 12. Januar 1911 in Hamburg, nach einer kaufmännischen Lehre war er im Versicherungswesen beschäftigt. Danach fuhr er u. a. zur See und fand schließlich eine Anstellung bei einer Bank. 1931 trat er der KPD bei und arbeitete ehrenamtlich in der BL Wasserkante. Nach 1933 aktiv in der illegalen Arbeit gegen das NS-Regime, wurde er von Oktober 1933 bis Januar 1934 inhaftiert, im Herbst 1934 erneut festgenommen und zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Haft in Bremen-Oslebshausen wurde er in das KZ Sachsenhausen gebracht, im Zusammenhang mit der Amnestie anläßlich des 50. Geburtstages Hitlers im April 1939 entlassen. Abshagen bemühte sich in den folgenden Jahren gemeinsam mit Bernhard Bästlein und Franz Jacob um die Zusammenfassung der isoliert voneinander arbeitenden illegalen KPD-Gruppen und Zellen im Großraum Hamburg. Er fuhr nach Berlin, Sachsen, Thüringen sowie in das Rhein-Ruhr-Gebiet und knüpfte Verbindungen zu den dort agierenden Widerstandsgruppen. So gab es Kontakte zu Wilhelm Guddorf, John Sieg und Anton Saefkow in Berlin. Im Zusammenhang mit der großen Verhaftungsaktion der Gestapo gegen die in Berlin wirkende Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe wurden auch deren Verbindungen nach Hamburg aufgedeckt. Am 19. Oktober 1942 wurde Robert Abshagen in Hamburg verhaftet, im Mai 1944 vom Hanseatischen OLG zum Tode verurteilt und am 10.Juli 1944 in Hamburg hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ackerknecht, Erwin

* 1.6.1906 – ✝ 18.11.1988

Geboren am 1. Juni 1906 in Stettin als Sohn des Literaturhistorikers Erwin Ackerknecht, studierte in Freiburg und Berlin Medizin und promovierte 1931 in Leipzig. Seit 1926 KJVD- und KPD-Mitglied, sympathisierte mit Trotzki, gründete 1928 mit Roman Well und Otto Schüssler die trotzkistische Gruppe »Bolschewistische Einheit«. Seit 1929 Mitglied des Leninbundes, 1930 Mitbegründer der Vereinigten Linken Opposition der KPD (später: Linke Opposition der KPD, Bolschewiki-Leninisten). Von Trotzkis Sohn Lew Sedow nach Berlin gerufen, war Ackerknecht, der 1932/33 als Assistenzarzt für Neurologie und Psychiatrie arbeitete, Mitglied der Reichsleitung der Linken Opposition und dessen Internationalem Sekretariat (IS). Er gehörte der Redaktion der »Permanenten Revolution« an. Als Eugen Bauer war Ackerknecht 1933 Leiter des Widerstands der Trotzkisten, emigrierte im Juni 1933 in die Tschechoslowakei und besuchte Trotzki auf Prinkipo. In Paris Leiter des Auslandskomitees der deutschen Trotzkisten »Internationale Kommunisten Deutschlands« (IKD) und unter dem Pseudonym Eugen Bauer Redakteur von »Unser Wort«; u. a. war er für die Kontakte zur SAPD vor allem zu Jacob Walcher zuständig. Der von Trotzki vorgeschlagenen Aufnahme von Ruth Fischer und Arkadi Maslow in die IKD widersetzte er sich. Im Herbst 1934 lehnte er den Kurs des »Entrismus« der französichen Trotzkisten, den Eintritt der Ligue communiste in die (französische sozialdemokratische) SFIO ab und brach mit Trotzki. Ackerknecht verließ die IKD; im März 1935 wurde er Mitglied der SAPD, in der er später (zusammen mit Walter Fabian und Peter Blachstein) eine linke Oppositionsströmung bildete, die jegliche Beteiligung der SAP an der deutschen (Exil-)Volksfront ablehnte. Im Februar 1937 aus der SAP ausgeschlossen, bildeten er und seine Anhänger um die Zeitschrift »Neuer Weg« eine organisatorisch selbständige Gruppe. 1938 gab Ackerknecht die politische Arbeit auf und studierte in Paris Ethnologie. 1939/40 in Frankreich interniert, gelang ihm 1941 die Emigration in die USA. Die Nationalsozialisten hatten ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, er wurde 1948 US-amerikanischer Bürger. Zunächst Lagerarbeiter und Krankenpfleger, dann wurde er als Mediziner an das John-Hopkins-Institute berufen. 1945 fand er eine Anstellung beim Museum für Naturgeschichte in New York. Von 1947 bis 1957 lehrte er an der University of Wisconsin in Madison, danach bis zu seiner Emeritierung 1971 an der Universität Zürich. Der bedeutende Medizinprofessor leitete auch das Medizinhistorische Museum. Er verfaßte Standardwerke, u. a. eine Biographie Rudolf Virchows und die »Kurze Geschichte der Medizin«. Erwin Ackerknecht starb am 18. November 1988 in Zürich.

Wer war wer in der DDR

Ackermann, Rosemarie

* 4.4.1952

Geb. in Lohsa (Lausitz); Schule in Lohsa; KJS, Ausbildung zur Textilfachverkäuferin in Cottbus; Studium der Binnenhandelsökon.; 1963 – 80 aktiv in der Leichtathletik (Hochsprung), zunächst in Hoyerswerda, seit 1967 beim SC Cottbus (Trainer: Erhard Miek); 1967 DDR-Jugendmstr. (1,61 m); dreimal Teiln. an Olympischen Spielen: 1976 Siegerin (1,93 m), 1980 4. Platz; zweimal Teiln. an Europameisterschaften: 1974 Siegerin, 1978 2. Platz; 1974, 1975 u. 1976 Siegerin bei den Hallen-Europameisterschaften;…

Wer war wer in der DDR

Adam, Wilhelm

* 28.3.1893 – ✝ 24.11.1978

Geb. in Eichen (b. Hanau); Vater Landwirt; 1908 – 13 Lehrerseminar in Schlüchtern; 1913 u. 1915 – 18 Militärdienst, Teiln. am Ersten Weltkrieg (Ltn.); 1919 – 34 Volks-, Mittel- u. Oberfachschullehrer (einer Heeres-FS) in Langenselbold (Hessen), ab 1929 in Weimar; 1919 – 29 Mitgl. des Militärvereins Langenselbold, 1920 – 23 des Jungdt. Ordens; 1922 –24 Studium an der Univ. Frankfurt (Main), legte 1927 die Mittelschullehrerprüfung ab; 1923/24 Mitgl. der NSDAP; 1926 – 29 Mitgl. der DVP; 1933 Mitgl.…

Wer war wer in der DDR

Adler, Helga

* 21.12.1943

Geb. in Praschnitz/Przasnysz (b. Warschau); Vater SED-Krs.-Sekretär in Genthin, Mutter Betriebsltr.; 1950 – 58 Grundschule u. POS in Wernigerode u. Genthin; 1958 FDJ; 1958 – 62 EOS in Genthin, Abitur; 1962/63 Ausbildung zur Bauzeichnerin in Magdeburg; 1963 – Nov. 1991 SED bzw. PDS; 1963 – 68 Studium der Geschichte u. Kunstgeschichte an der HU Berlin, 1968 Dipl.-Hist.; 1968 – 74 wiss. Mitarb. am IfG in Berlin, Lehrstuhl Geschichte; 1974/75 u. 1978 – 90 wiss. Mitarb. am IPW in Berlin; 1975 – 78…

Wer war wer in der DDR

Adolph, Alfred

* 23.11.1929

Geb. in Trattendorf (Krs. Spremberg); Vater Arbeiter; Volksschule; 1944 – 47 Ausbildung zum Elektriker im Braunkohlenwerk Spreetal; 1948 – 50 Abiturausb. an der ABF Freiberg; 1950 – 55 Studium an der TH Dresden, Dipl.-Ing.; 1951 SED; 1955 – 62 Projekt-Ing. im VEB Lokomotivbau Elektrotechn. Werke (LEW) Hennigsdorf, 1962 / 63 Lehrgang an der SED-BPS Kleinmachnow; 1963 – 68 Techn. Ltr. im VEB LEW Hennigsdorf; 1968 – 72 Mitarbeiter im AHB Transportmaschinen Export / Import; 1972 / 73 Dir. für…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Adolphs, Karl

* 9.11.1904 – ✝ 24.12.1989

Geboren am 9. November 1904 in Solingen, Sohn einer Arbeiterfamilie; Nickelpolierer. Im November 1919 Mitglied der kommunistischen Jugend. 1922 trat er der KPD bei und wurde 1925 Sekretär des UB Solingen. Von 1926 bis 1928 absolvierte Adolphs die Internationale Leninschule in Moskau. Nach seiner Rückkehr arbeitete er 1928/29 in der Orgabteilung des ZK. Im Januar 1929 Instrukteur in Breslau, gemeinsam mit Ernst Wollweber zerschlug er die rechte Opposition in der BL Schlesien. Nach dem Weggang von Albert Kuntz wurde Adolphs Orgleiter der BL Hessen in Frankfurt/M., 1930/31 in gleicher Funktion Orgleiter der BL Pommern in Stettin. Das ZK zog ihn und den Polleiter Max Strötzel Mitte 1932 »aufgrund mangelhafter Arbeit des Sekretariats« aus Stettin ab. Danach in Essen für den Literaturvertrieb im Ruhrgebiet verantwortlich, von November 1932 bis April/Mai 1933 UB-Sekretär in Bochum. Im September 1933 wurde Adolphs Leiter der illegalen KPD im Bezirk Mittelrhein, im März 1934 Sekretär der illegalen BL Hannover-Braunschweig. Am 4. Februar 1935 in Hannover inhaftiert und im Juni 1936 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, von März 1944 bis April 1945 Häftling im KZ Buchenwald. Nach der Befreiung wurde Adolphs im Mai 1945 Bürgermeister von Ballenstedt, ab Februar 1946 Oberbürgermeister von Bernburg und von November 1946 bis November 1949 Oberbürgermeister von Dessau, danach Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks. Ab August 1952 Vorsitzender des Rates des Bezirkes Leipzig, im April 1959 von dieser Funktion entbunden und auf den einflußlosen Posten eines Direktors des zentralen Kulturparks »Clara Zetkin« abgeschoben. Von 1961 bis 1965 Stellvertreter des Oberbürgermeisters von Leipzig. Er erhielt den Karl-Marx-Orden. Karl Adolphs starb am 24.Dezember 1989.Andreas Herbst

Wer war wer in der DDR

Agsten, Rudolf

* 31.10.1926 – ✝ 20.4.2008

Geb. in Leipzig; Vater Postangest.; 1933 – 44 Volks- u. Oberschule in Leipzig; 1944 Militärdienst, April 1945 schwer verwundet, amerik. u. sowj. Kriegsgefangenschaft (Lazarett in Halle). Nov. 1945 LDPD, 1946/47 hauptamtl. Jugendref. in Halle bzw. Bez. Halle-Merseburg, 1947 Schulungsref. beim LV Sachsen-Anh., 1947/48 Ltr. der LPS in Schierke (Krs. Wernigerode), 1948 – 53 Red. u. Chefred. der »Liberal-Demokrat. Ztg.« (Halle); ab 1949 Mitgl. des ZV der LDPD; 1950 – 52 Abg. des Landtags Sachsen-Anh.…

Wer war wer in der DDR

Akkermann, Siegfried

* 19.2.1935

Geb. in Schaulen (Litauen/Siaulia); Eltern Lehrer; 1953 – 58 Studium der Med. an der Univ. Rostock, 1959 Prom.; dann Assistent am Lehrstuhl für Sozialhygiene, 1963 Oberarzt; 1969 Habil.; Doz. u. bis 1973 stellv. Dir. des Inst. für Sozialhygiene, danach stellv. Dir. des Bereichs Med. der WPU Rostock; 1974 – 76 Gastprof. im Irak; 1976 SED-GO-Sekr. am Bereich Med. der WPU; 1979 Prof. für Sozialhygiene; 1980 ins Präs. des DRK kooptiert, Vizepräs., 1981 – 87 Präs. des DRK (Nachf. von  Werner Ludwig);…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Erhard

* 8.10.1925

Geb. in Kirchscheidungen (Thür.); Vater Tierzuchtinspektor u. Betreiber einer Molkerei; 1935 – 43 Oberrealschule in Landsberg; 1943 Wehrmacht, verwundet in Nordfinnland, Lazarett in Schwerin; ab 1944 Studium der Philos., Geschichte u. vergleichenden Sprachwiss. an der Univ. Rostock. 1945/46 KPD/SED; 1949 Prom. zum Dr. rer. pol. bei  Hermann Duncker an der 1948 neugegr. Ges.-wiss. Fak. mit der Arbeit »Darstellung u. Kritik der erkenntnistheoret. Grundlagen, der Kausalitätsauffassung u. der Ethik…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Werner

* 19.2.1921 – ✝ 6.1.1993

Geb. in Leipzig; Vater Zimmermann (1933 von den Nationalsozialisten ermordet); 1934 Emigr. in die ČSR, Aug. 1934 UdSSR; 1934 – 38 Heim für Kinder von Pol.-Emigranten, Mittelschule in Moskau; 1939 sowj. Staatsbürgerschaft, Mitgl. des Komsomol; 1939 – 41 Studium der Med. an der Moskauer Univ. u. in Frunse (Kirgisien); 1942 – 45 Arzthelfer in der Trud-Armee in Tscheljabinsk u. Ufa; 1945 – 47 Elektromonteur in Spola (Kiewer Gebiet). Okt. 1947 Rückkehr nach Dtl., SED; 1947 – 50 Übersetzer u.…

Wer war wer in der DDR

Abendroth, Hermann

* 19.1.1883 – ✝ 29.5.1956

Geb. in Frankfurt (Main); Vater Buchhändler; Gymnasium; 1900 – 03 Studium in München bei Ludwig Thuille (Musiktheorie u. Komposition), Anna Wirzel-Langenhan (Klavier) u. Felix Mottl (Dirigieren); 1903/04 Dirigent des Orchestervereins München, 1905 – 11 Kapellmstr. des Vereins der Musikfreunde Lübeck, 1907 1. Kapellmstr. am Stadttheater Lübeck, 1910 Ltr. des Philharmon. Chors; 1911 – 14 Städt. Musikdir. in Essen; 1915 – 34 Ltr. des Gürzenich-Orchesters in Köln u. Generalmusikdir. der Stadt;…

Wer war wer in der DDR

Abusch, Alexander

* 14.2.1902 – ✝ 27.1.1982

Geb. in Krakau in einer jüd. Familie; Vater Kutscher u. Altmetallhändler, später Huthändler, Mutter Hausiererin; ab 1902 aufgew. in Nürnberg-Gostenhof; 1916 – 19 Ausbildung zum Kfm., Angest. in Nürnberg; 1918 Freie Soz. Jugend u. 1919 KPD; Teiln. an den rev. Kämpfen 1918 in Bayern u. 1923 in Thür.; 1919 – 21 Mitarb. der »Nordbayr. Volksztg.«; 1921 – 23 Red. u. 1923 Chefred. der »Bayr. Arbeiterztg.« (»Ernst Reinhardt«); 1923 in zwei Hochverratsverfahren wegen »Enthüllungen über geheime Rüstungen«…

Wer war wer in der DDR

Ackermann, Anton

* 25.12.1905 – ✝ 4.5.1973

Geb. in Thalheim (Erzgeb.); Vater Strumpfwirker u. Heimarbeiter; 1912 – 20 Volksschule u. 1920 – 23 Fortbildungsschule in Thalheim; 1919 Freie Soz. Jugend; 1920/21 Hilfsarbeiter in Thalheim; 1920 – 28 KJVD, Funktionen auf örtl. u. regionaler Ebene in KJVD, Textilarbeiterverb. u. RFB; 1921 – 28 Strumpfwirker in Thalheim; 1926 KPD, Ltr. des Bez. Erzgeb. (Vogtl.), Abg. im Thalheimer Stadtparl.; 1929 – 31 Besuch der Internat. Lenin-Schule in Moskau; 1931 – 33 Aspirant der Lenin-Schule, Lektor,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ackermann, Henriette

* 8.9.1887 – ✝ 31.8.1977

(* 1887 – † 1977) Geboren am 8. September 1887 in Köln-Ehrenfeld als Tochter eines Barbiers; sie arbeitete nach der kaufmännischen Lehre als Kontoristin. 1905 Mitglied der SPD, protestierte gegen die Bewilligung der Kriegskredite durch die Reichstagsfraktion der SPD. Im Oktober 1916 in Köln Mitbegründerin einer Sektion der Spartakusgruppe. Wegen ihrer Befürwortung einer Kandidatur Karl Liebknechts als Nachfolger des verstorbenen Kölner Reichstagsabgeordneten Adolf Hofrichter wurde Henriette Ackermann aus der SPD ausgeschlossen. 1917 Delegierte des Gründungsparteitags der USPD in Gotha, Ende 1917 wurde sie wegen antimilitaristischer Propaganda in Berlin inhaftiert. Als Delegierte für Köln-Ehrenfeld nahm sie am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin teil. Nach der KPD-Gründung blieb sie zunächst noch offiziell Funktionärin der USPD, führte aber bereits um die Jahreswende 1920/21 zusammen mit Franz Dahlem und Philipp Fries den VKPD-Bezirk Mittelrhein. Gleichzeitig war sie Vorsitzende der Kölner Stadtverordnetenfraktion der VKPD. Nach dem Ausschluß Ernst Frieslands (Reuter) verließ sie Anfang Februar 1922 die KPD und wurde zunächst KAG-, dann USPD-Mitglied. Die Vereinigung der Rest-USPD mit der SPD im September 1922 lehnte sie ab und blieb Mitglied der USPD unter Georg Ledebour und Theodor Liebknecht. Eine Zeitlang einzige Abgeordnete der USPD in der Kölner Stadtverordnetenversammlung. Sie war bis 1932 Angestellte des Kölner Büros des Freidenkerverbandes. Im März 1933 wurde sie in »Schutzhaft« genommen, 1939/40 und 1944/45 im KZ Ravensbrück inhaftiert. 1945 zunächst Kontoristin in Berlin, anschließend einige Zeit Angestellte der Kölner Stadtverwaltung. Politisch ist sie nicht mehr hervorgetreten. Henriette Ackermann starb am 31.August 1977 in Brühl bei Köln.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Adam, Kurt

* 22.11.1903 – ✝ 22.10.1960

Geboren am 22. November 1903 in Stettin als Sohn eines Rohrlegers. Bote und Fabrikarbeiter, trat 1919 der USPD und 1920 der VKPD bei. Ab 1921 im Apparat der KPD-BL Pommern in Stettin, bis Oktober 1923 Vorsitzender der KJD Pommerns, zeitweise auch UB-Leiter von Stettin, blieb bis 1932 Mitglied der BL Pommern. Nach parteiinternen Auseinandersetzungen mit Werner Kraus und Paul Grobis im Juni 1932 Absetzung als UB-Leiter und Ausschluß aus der KPD. Im November 1932 durch einen Beschluß der Zentralen Beschwerdekommission des ZK der KPD Wiederaufnahme. Bereits Anfang März 1933 festgenommen, saß er zunächst im Zuchthaus Gollnow, dann im KZ Sonnenburg. Im August 1935 emigrierte er über Prag nach Moskau und war hier von September 1935 bis Dezember 1937 Kursant an der Internationalen Leninschule. Anschließend Einsatz als ZK-Instrukteur in Dänemark und illegale Arbeit in Deutschland. Von 1938 bis 1941 Emigrationsleiter der KPD in Dänemark, wurde beschuldigt, mit der Gestapo zusammenzuarbeiten. Deshalb als Emigrationsleiter abgesetzt und von der KPD-Arbeit »abgehängt«. Adam betätigte sich aktiv in der dänischen Widerstandsbewegung, war Mitglied der kommunistischen Gruppe »Bopa«. 1943 Flucht nach Schweden, arbeitete in einer Textilfabrik in Boras. Im Juli 1945 kehrte er nach Dänemark zurück, erhielt vom dänischen Staat nach einem schweren Unfall eine Ehrenpension auf Lebenszeit wegen seines Einsatzes gegen die Nazis. Gemeinsam mit seiner dänischen Frau Valborg Adam, geborene Andersen (* 5. 12. 1916 – † 23. 8. 2003), einer gelernten Modellschneiderin, Mitglied der Sozialistischen Jugend Dänemark und seit 1942 der KP Dänemarks, betrieb er ein Milch- und Buttergeschäft. Adam bemühte sich vergeblich um eine Einreise in die SBZ/DDR, Ende 1957 erhielt er die dänische Staatsbürgerschaft, im März 1958 wurde er Mitglied der KP Dänemarks. Durch Vermittlung von Erich Honecker kam es 1959 zu einer Wiederaufnahme seines Verfahrens, er wurde durch die SED-ZPKK rehabilitiert, kam mit seiner Frau und seinem Sohn Bo im März 1960 in die DDR, arbeitete als Lektor beim Rundfunk. Kurt Adam starb am 22. Oktober 1960 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Adler, Julius

* 23.1.1894 – ✝ 8.4.1945

Geboren als Sohn eines Bergmanns am 23. Januar 1894 in Neunkirchen/Saar. Nach der Schulentlassung Metallarbeiter. Zunächst Mitglied einer katholischen Jugendorganisation, 1923 Eintritt in die KPD. 1924 Stadtverordneter in Hamborn, 1925 Provinziallandtagsabgeordneter, 1928 bis 1933 Reichstagsabgeordneter. Seit 1930 hauptamtlicher Sekretär des KPD-UB Hamborn, ab März 1932 des UB Dortmund. Am 15. März 1933 wurde Adler verhaftet und bis 11. Januar 1935 im KZ Lichtenburg festgehalten. Am 12. Januar 1935 zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, danach wieder bis Ende August 1937 in »Schutzhaft« im KZ Börgermoor. Nach seiner Freilassung war er als Hilfsarbeiter beim Autobahnbau beschäftigt. Zu 60 Prozent kriegsbeschädigt, erhielt er eine Rente von 85 Mark. Bei Kriegsausbruch (1. September 1939) wurde er erneut verhaftet. Julius Adler starb am 8. April 1945 im Vernichtungslager Bergen-Belsen an Flecktyphus.

Wer war wer in der DDR

Adolph, Gerhard

* 20.9.1937

Geb. in Halle (Saale); Grundschule; 1952 – 55 Ausbildung zum Postfacharbeiter; 1955 KVP; ab 1956 NVA; Mittelstreckenläufer; 1958 Delegierung zum ASK Vorwärts Neubrandenburg, anschl. ASK Vorwärts Berlin (Trainer Wilhelm Kustak); 1961 u. 1964 DDR-Vizemeister 20-km-Gehen; fünfmal DDR-Mannschaftsmeister 20-km-Gehen (1959, 1961, 1963 – 65); 1964 DDR-Hallenmeister 10.000-m-Gehen; DDR-Rekorde 10.000 m (1959, 1960 und 1964); Bestleistung 20 km 1:28:37,0 (1964); 1959 – 64 drei Länderkämpfe; 1964 Teiln.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Aenderl, Franz Xaver

* 25.11.1883 – ✝ 20.10.1951

Am 25. November 1883 in Steinweg bei Regensburg geboren, entstammte einer bayerischen Bürgerfamilie, seine Vorfahren wurden schon im 17.Jahrhundert in Rohr (Niederbayern) erwähnt. Aenderl besuchte die Mittelschule und wurde nach der kaufmännischen Lehre Versicherungskaufmann. Als Soldat geriet er in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg Mitglied und hauptamtlicher Parteisekretär der USPD, Anhänger des linken Parteiflügels. Mit der linken USPD Ende 1920 zur KPD, Delegierter des Spaltungsparteitags der USPD und des Vereinigungsparteitages KPD-USPD. 1921 als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag gewählt. In der KPD stand Aenderl auf dem rechten Parteiflügel, wurde aber mit Unterstützung des KPD-Führers Emil Höllein 1924 erneut als Landtagskandidat aufgestellt und gewählt. Im August 1924 Ausschluß aus der KPD, da er sich gegen die linke Taktik der Ruth-Fischer-Führung wandte. Eintritt in die SPD, für die er bis 1928 sein Mandat behielt und 1928 erneut in den Bayerischen Landtag einzog, dem er bis 1932 angehörte. Er lebte als Schriftsteller in Kulmbach. 1933 verhaftet und ins KZ gebracht, nach der Freilassung als Tagelöhner beschäftigt. Angebote von nationalsozialistischer Seite wies er schroff zurück, mußte deshalb mit erneuter Verhaftung rechnen, und emigrierte im August 1934 in die Tschechoslowakei. 1938 floh er über Polen und Dänemark nach England. Als Journalist an einer Londoner Zeitung tätig, veröffentlichte Aenderl 1943 die Broschüre »Bavaria, the problem of German federalism«. 1942/43 sprach er in katholischen Sendungen des Londoner Rundfunks und gründete den »Bavariancircle«, eine unpolitische Vereinigung. Auf Wunsch des bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner kehrte Aenderl 1946 nach Deutschland zurück, wurde Redakteur an der »Mittelbayerischen Zeitung« in Regensburg. 1947 erschien die deutsche Ausgabe seiner Broschüre »Bayern. Das Problem des deutschen Föderalismus«. Aenderl, inzwischen aktiver bayerischer Föderalist, wandte sich scharf gegen den preußischen Militarismus. 1947 mußte er das Angebot, in Straubing eine eigene Zeitung herauszugeben, wegen Krankheit ablehnen. Er übersiedelte nach Kulmbach, war aber nicht mehr in der SPD, sondern gehörte der Bayern-Partei an, für die er auch in seinem Wohnort wirkte. Franz Aenderl starb am 20. Oktober 1951 in Kulmbach.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ahlers, Marie

* 4.4.1889 – ✝ 17.8.1968

Geboren am 4. April 1889 in Siersleben/Mansfelder Gebirgskreis als Marie Albrecht, Tochter eines Bergarbeiters; Landarbeiterin und Näherin (1917 Heirat mit Hermann Ahlers). 1918 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Von 1929 bis 1933 Stadtverordnete in Eisleben sowie von 1929 bis 1933 Mitglied des erweiterten Frauensekretariats des ZK der KPD und seit Gründung in der Reichsleitung des Roten Frauen- und Mädchenbundes (RFMB). 1930 Lebensgemeinschaft, ab 1945 Ehe mit Gerhard Taubenheim (* 1891 – † 1973). Im September 1930 wurde Marie Ahlers im Wahlkreis Merseburg in den Reichstag gewählt, dem sie bis März 1933 angehörte. Nach 1933 leistete sie illegale Arbeit. 1945/46 Mitarbeiterin in der KPD-VBL in Berlin-Tegel und Leiterin des dortigen antifaschistischen Frauenausschusses. Von 1948 bis 1953 war sie 2. Vorsitzende des ZV der IG Land- und Forstwirtschaft im FDGB, von 1958 bis 1963 gehörte sie der ZRK der SED an. Marie Ahlers starb am 17. August 1968.

Wer war wer in der DDR

Albani, Bernd

* 9.2.1944

Geb. in Dresden; Mutter Angest.; 1960 mittlere Reife, anschl. Berufsausbildung zum Physiklaboranten im ZI für Kernforschung der AdW in Rossendorf, 1963 Abitur an der Abendschule; 1963 – 68 Studium der Physik an der TU Dresden, danach Aspirantur an der Lomonossow-Univ. Moskau; 1970 – 76 wiss. Mitarb. an der HS für Verkehrswesen Dresden, 1973 Prom. mit einer Diss. zur Theorie des Festkörpermagnetismus; 1976 – 80 Studium der Theol. am Theolog. Seminar in Leipzig; 1978 sechs Wochen Haft nach…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Hans

* 22.11.1919 – ✝ 27.3.2008

Geb. in Bochum; Vater Arbeiter; Volksschule; 1934 – 38 Ausbildung zum Schlosser; Wehrmacht, Flieger; 1945/46 Heizungsmonteur. 1945/46 SPD/SED; 1945/46 stellv. Vors. der SPD-Ortsgr. Bennewitz u. Mitgl. des SPD-KV Grimma; 1946 Mitgl. des FDGB u. der FDJ; 1946/47 Gemeindevertr. in Bennewitz; 1946 – 49 Mitarb. bzw. Sekr. des SED-KV Grimma; 1950 PHS; 1951/52 2. bzw. 1. Sekr. der SED-KL Frankfurt (Oder), 1952 – 54 1. Sekr. der SED-KL Eberswalde u. 1954 – 58 der SED-KL Stalinstadt; 1954 – 61 Mitgl. des…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Albrecht, Paul

* 7.2.1902 – ✝ 22.5.1985

Geboren am 7. Februar 1902 in Erfurt als Sohn einer Arbeiterfamilie; erlernte das Schlosserhandwerk in Erfurt. 1919 trat er der USPD bei. Im März 1920 nahm er als Zugführer der »1. Volkswehrarmee Gotha« aktiv an der Niederschlagung des Kapp-Putsches teil. 1921 wurde er Mitglied der anarchosyndikalistischen Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD). Ab 1924 Schlosser bei den Norddeutschen Kabelwerken in Berlin-Neukölln, von 1925 bis 1930 dort Betriebsratsvorsitzender. 1927 näherte sich Albrecht der KPD und trat aus der FAUD aus, 1929 Mitglied der KPD. Nach einem Lehrgang an der Propagandistenschule der KPD in Freienwalde 1930 zunächst Org- bzw. ab 1932 Bezirksleiter der RGO Berlin. Von November bis Dezember 1932 war Albrecht Abgeordneter des Reichstages, ab Dezember 1932 (und im März 1933 wiedergewählt) des Preußischen Landtages. Bereits am 28. Februar 1933 inhaftiert, kam er zunächst in »Schutzhaft« in das Lager Spandau, anschließend in das KZ Sonnenburg, dort nach schweren Mißhandlungen durch die SS Ende 1933 freigelassen. Im April 1937 erneut verhaftet, saß er bis Juni 1937 im KZ Sachsenhausen. Albrecht zog im Februar 1943 nach Genthin, wo ihn die russische Kommandantur 1945 als Bürgermeister einsetzte. Er wurde ab August 1945 Landrat des Kreises Jerichow II. Dann bis 1951 Hauptabteilungsleiter im Innenministerium der Landesregierung Sachsen-Anhalt. Wegen »unparteimäßigen Verhaltens« während seiner Haft in den NS-Zeit im Juli 1951 aus der SED ausgeschlossen, 1957 Wiederaufnahme, FDGB-Funktionär in Halle. Paul Albrecht starb am 22. Mai 1985 in Halle/Saale.