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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Abendroth, Hermann

* 19.1.1883 – ✝ 29.5.1956

Geb. in Frankfurt (Main); Vater Buchhändler; Gymnasium; 1900 – 03 Studium in München bei Ludwig Thuille (Musiktheorie u. Komposition), Anna Wirzel-Langenhan (Klavier) u. Felix Mottl (Dirigieren); 1903/04 Dirigent des Orchestervereins München, 1905 – 11 Kapellmstr. des Vereins der Musikfreunde Lübeck, 1907 1. Kapellmstr. am Stadttheater Lübeck, 1910 Ltr. des Philharmon. Chors; 1911 – 14 Städt. Musikdir. in Essen; 1915 – 34 Ltr. des Gürzenich-Orchesters in Köln u. Generalmusikdir. der Stadt;…

Wer war wer in der DDR

Abusch, Alexander

* 14.2.1902 – ✝ 27.1.1982

Geb. in Krakau in einer jüd. Familie; Vater Kutscher u. Altmetallhändler, später Huthändler, Mutter Hausiererin; ab 1902 aufgew. in Nürnberg-Gostenhof; 1916 – 19 Ausbildung zum Kfm., Angest. in Nürnberg; 1918 Freie Soz. Jugend u. 1919 KPD; Teiln. an den rev. Kämpfen 1918 in Bayern u. 1923 in Thür.; 1919 – 21 Mitarb. der »Nordbayr. Volksztg.«; 1921 – 23 Red. u. 1923 Chefred. der »Bayr. Arbeiterztg.« (»Ernst Reinhardt«); 1923 in zwei Hochverratsverfahren wegen »Enthüllungen über geheime Rüstungen«… Als Sohn des Kutschers und späteren Huthändlers Chaskel Abusch am 14. Februar 1902 in Krakau geboren. Nach der kaufmännischen Lehre (von 1916 bis 1919) kurze Zeit kaufmännischer Angestellter. 1918 Mitglied der FSJ, 1919 der KPD, Redakteur bei KP-Organen, zunächst der »Nordbayerischen Volkszeitung« in Nürnberg. Wegen eines Hochverratsverfahrens Flucht nach Thüringen und ab März 1923 politische Arbeit unter dem Pseudonym Ernst Reinhardt, politischer Redakteur der »Neuen Zeitung« in Jena. Nach dem Reichswehreinmarsch und dem Verbot der Partei 1923 wurde Abusch Chefredakteur der illegalen Zeitung »Revolution«, nach Aufhebung des Verbots der KPD dann vom März 1924 bis Januar 1926 Chefredakteur der »Neuen Zeitung«, Jena. Abusch gehörte dem linken Parteiflügel an, er war von 1923 bis 1926 Mitglied der BL GroßThüringen und von 1924 bis 1926 Mitglied des ZA der KPD. 1925 schloß er sich der ultralinken Opposition 4(Werner Scholem, Arthur Rosenberg, Theodor Neubauer) an und war nach dem »Offenen Brief« der Komintern (1925) für diese bis Dezember 1926 aktiv. Auf der Konferenz des KJVD am 15. Oktober 1925 trat er als Korreferent gegen das ZK-Mitglied Philipp Dengel auf. Im März 1926 wegen seiner oppositionellen Haltung als Chefredakteur abgelöst und nach Berlin versetzt, Redakteur beim Pressedienst der KPD, danach ab Herbst 1926 Redakteur der »Roten Fahne«. Abusch trennte sich von der Opposition und ging zur Thälmann-Gruppe über. Im November 1928 kam er nach der Wittorf-Affäre als Chefredakteur an das »Ruhr-Echo« in Essen, er löste den Versöhnler Stephan ab. Im Rahmen des ultralinken Kurses wieder in der Spitzenführung, ab Juni 1930 politischer Redakteur der »Roten Fahne«, und einige Monate sogar deren Chefredakteur, als Neumann-Anhänger im Juni 1932 abgesetzt. Auf der Reichsparteikonferenz der KPD im Oktober 1932 gab Abusch eine selbstkritische Erklärung ab und bekannte sich zur Linie Thälmann. Bis Januar 1933 Chefredakteur und Mitglied des Sekretariats der BL in Essen. Abusch wurde von Walter Ulbricht zunächst nach Paris geschickt, war dort einer der beiden Hauptredakteure des »Braunbuches über den Reichstagsbrand« und an der Kampagne zur Befreiung Georgi Dimitroffs durch die Gegenprozesse in London und Paris beteiligt. Im August-September 1934 wurde er als Chefredakteur an die KPD-»Arbeiterzeitung« ins Saargebiet (zum Abstimmungskampf) beordert und blieb nach der Niederlage dort, um die neue illegale Parteileitung zu beraten. Vom März 1936 bis September 1939 war Abusch Mitarbeiter des Politbüros der KPD und Chefredakteur der »Roten Fahne« zuerst in Prag, dann in Paris. In dieser Eigenschaft nahm er am VII. Weltkongreß der Komintern, an der »Brüsseler Parteikonferenz« 1935 und an der »Berner Konferenz« 1939 teil. Nach Kriegsausbruch bis Oktober 1939 in Frankreich interniert, gehörte Abusch im Winter 1939/40 der illegalen KPD-Leitung unter Anton Ackermann an. Am 8. März 1940 verhaftet, kam er in ein Internierungslager, Flucht nach Toulouse, hier von Juli 1940 bis Mai 1941 Mitglied der Leitung der illegalen KPD mit Walter Beling und Otto Niebergall. Im Oktober 1941 konnte er nach Mexiko reisen, wo er u. a. Chefredakteur der Zeitschrift »Freies Deutschland« wurde. Über Wladiwostok ist er am 16. Juli 1946 gemeinsam mit Paul Merker nach Berlin zurückgekehrt. Das ZS setzte Abusch als Sekretär des Kulturbundes (KB) ein und kooptierte ihn Ende 1947 in den PV der SED. Im Februar 1950 Mitglied des Sekretariats des Politbüros, im Zusammenhang mit der Noel-H.-Field-Affäre als erster führender Funktionär abgesetzt. Nach der Entmachtung und späteren Verhaftung Merkers war er vor allem 1952/53 als Jude und Westemigrant besonders gefährdet. 1951 hat ihn das MfS als »geheimen Informator« angeworben, doch 1956 beendete das MfS die Zusammenarbeit. Erst mit Beginn der »Entstalinisierung« trat Abusch wieder in den Vordergrund. Von 1956 bis 1958 Staatssekretär im Ministerium für Kultur, nach dem Tode Johannes R. Bechers trat er dessen Nachfolge als Minister für Kultur an. Im Februar 1957 zum Mitglied des ZK kooptiert, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Bereits 1949/50 Mitglied der Provisorischen Volkskammer, 1958 wurde er erneut Abgeordneter und war lange Jahre Vorsitzender der KB-Fraktion. Von 1961 bis 1971 Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates, verantwortlich für Kultur und Erziehung. Nach 1945 Autor einer Reihe von Büchern, darunter »Der Irrweg einer Nation« (1947), »Stalin und die Schicksalsfragen der deutschen Nation« (1949). 1981 veröffentliche er seine Memoiren »Der Deckname«, 1986 folgte der zweite Band »Mit offenem Visier«. 1967 verlieh ihm die Universität Jena die Ehrendoktorwürde. Er war Träger hoher Orden, darunter des Karl-Marx-Ordens. Alexander Abusch starb am 27.Januar 1982 in BerlinKarin Hartewig / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Ackermann, Anton

* 25.12.1905 – ✝ 4.5.1973

Geb. in Thalheim (Erzgeb.); Vater Strumpfwirker u. Heimarbeiter; 1912 – 20 Volksschule u. 1920 – 23 Fortbildungsschule in Thalheim; 1919 Freie Soz. Jugend; 1920/21 Hilfsarbeiter in Thalheim; 1920 – 28 KJVD, Funktionen auf örtl. u. regionaler Ebene in KJVD, Textilarbeiterverb. u. RFB; 1921 – 28 Strumpfwirker in Thalheim; 1926 KPD, Ltr. des Bez. Erzgeb. (Vogtl.), Abg. im Thalheimer Stadtparl.; 1929 – 31 Besuch der Internat. Lenin-Schule in Moskau; 1931 – 33 Aspirant der Lenin-Schule, Lektor,… Geboren am 25. Dezember 1905 in Thalheim/Erzgeb. als Eugen Hanisch, Sohn eines Strumpfwirkers und Heimarbeiters, auch er arbeitete als Strumpfwirker. 1919 schloß er sich der FSJ, 1920 der KJVD und dem Textilarbeiterverband an. 1926 trat er der KPD bei und wurde Bezirksleiter des KJVD Erzgebirge/Vogtland. 1929 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, von 1931 bis 1933 dort Aspirant und Lektor. Zeitweilig arbeitete er auch in der Deutschland-Abteilung des EKKI als persönlicher Mitarbeiter von Fritz Heckert und Wilhelm Pieck. Im März 1933 nach Deutschland zurückgekehrt, gehörte er bis September 1933 zunächst als Sekretär von John Schehr, dann als Agitpropleiter der illegalen Landesleitung an, von Oktober 1933 bis Juli 1935 Polleiter der illegalen KPD-Bezirksorganisation Berlin. Im Juli 1935 nahm er am VII. Weltkongreß der Komintern in Moskau teil. Ackermann unterstützte in dieser Zeit Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck im Machtkampf gegen die Gruppe um Hermann Schubert und Fritz Schulte. Auf der »Brüsseler Konferenz« zum Mitglied des ZK und Kandidaten des Polbüros gewählt. Von Ende 1935 bis April 1937 gehörte er zur KPD-Leitung in Prag, von 1937 bis März 1940 in Paris Mitglied des vorbereitenden Ausschusses für eine Deutsche Volksfront. 1937 leitete er zeitweilig die Politschule der Internationalen Brigaden in Spanien. Im April 1940 kam er nach Moskau, wurde 1941 Redakteur der Zeitung »Das freie Wort«, ab 1943 Chefredakteur des NKFD-Senders. Am 1. Mai 1945 traf Ackermann als Leiter der KPD-Gruppe für Sachsen in Deutschland ein. Mitverfasser des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945, gehörte er dem Sekretariat des ZK der KPD an. Im Februar 1946 erschien sein programmatischer Aufsatz »Gibt es einen besonderen deutschen Weg zum Sozialismus?«, den er im September 1948 selbstkritisch widerrufen mußte. Mit Helmut Lehmann (SPD) verfaßte Ackermann die »Grundsätze und Ziele der SED«. Von 1946 bis 1954 Mitglied des PV bzw. des ZK der SED, bis Sommer 1953 gehörte er dem ZS bzw. ab 1949 dem Polbüro als Kandidat an. Im Herbst 1946 in den Sächsischen Landtag gewählt. Ab Oktober 1949 Staatssekretär im Außenministerium, dort gleichzeitig für den Aufbau des DDR-Nachrichtendienstes zuständig, und Anfang 1953 zusätzlich Direktor des Marx-Engels-Lenin-Stalin-Instituts. Wegen seiner Kritik an Ulbricht und Beteiligung an der innerparteilichen »Fraktionsarbeit« von Wilhelm Zaisser und Rudolf Herrnstadt im August 1953 aus allen Funktionen abberufen, erhielt er im Januar 1954 eine »strenge Rüge«. Von 1954 bis 1958 zum Leiter der Hauptverwaltung Film im MfK degradiert. Seine Parteistrafe wurde zwar im Juli 1956 gelöscht, doch erlangte er nie mehr die herausragende Bedeutung wie vor seinem Sturz. Ab 1958 Mitglied und Abteilungsleiter in der Staatlichen Plankommission (SPK). Im Juni 1962 von allen Funktionen entbunden, lebte er als Parteiveteran. Anton Ackermann beging am 4.Mai 1973 Selbstmord. Er war Träger hoher Auszeichnungen, darunter des VVO in Gold (1965). Ackermann war von 1932 bis 1949 in erster Ehe mit Elli Schmidt verheiratet. Frank Schumann veröffentlichte 2005 eine biographische Dokumentation über Anton Ackermann.Bernd-Rainer Barth /

Wer war wer in der DDR

Adameck, Heinrich

* 21.12.1921 – ✝ 23.12.2010

Geb. in Silberhausen (Thür.); Vater Holzhauer, Mutter Zigarrenarb.; Volksschule; 1936 – 39 Arbeiter u. Ausbildung zum Kfm. in Dingelstädt (Thür.); 1939/40 Lagerist in einer Papierwarenfabrik; 1940 – 44 Wehrmacht, OGfr.; 1944 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft in Rustawi (b. Tbilissi), Antifa-Schule 2041 u. Taliza, Mitgl. u. Mitarbeit im NKFD. Juni 1949 Rückkehr nach Dtl.; Juli 1949 SED; ab Juli 1949 Mitarb. der Abt. Personal u. ab März 1950 Kaderltr. im Thür. Min. des Innern, Abt.-Ltr., kommissar.…

Wer war wer in der DDR

Adolph, Alfred (urspr. Alfred Adolf)

* 30.7.1895 – ✝ 27.4.1959

Geb. in Sommerfeld (Niederlausitz/Lubsko, Polen); Vater Zigarrenmacher; 1902 – 09 Volksschule in der Maschinenfabrik Weißwasser; 1909 – 12 Ausbildung zum Schlosser u. Dreher; 1913 Mitgl. des DMV; 1913/14 Wanderschaft; 1915 – 18 Militärdienst; 1918 Mitgl. des Spartakusbundes u. 1918/19 des Arbeiterrates Weißwasser; 1919 Mitbegr. der USPD in der Lausitz; 1919 – 22 Arbeiter in Weißwasser; 1920 KPD; 1921 u. 1922 Ltr. des Metallarbeiterstreiks in der Lausitz, deshalb Dez. 1922 entlassen; Mitgl. der… Geboren am 30. Juli 1895 in Sommerfeld/Krossen (Niederlausitz), Sohn eines Zigarrenmachers. Schlosser und Dreher, seit 1913 Mitglied des DMV. Nach Wanderschaft Militärdienst von 1915 bis 1918, trat während der Revolution in den Spartakusbund ein, gehörte 1918/19 dem Arbeiterrat in Weißwasser an und war einer der Mitbegründer der USPD in der Lausitz. Er ging mit dem linken Flügel der USPD 1920 zur KPD und organisierte 1920/21 Metallarbeiterstreiks in der Lausitz. Übersiedlung nach Berlin, dort Funktionär der KPD im Wedding, gehörte 1927/28 zu den Versöhnlern. Ab 1928 im AM-Apparat der BL Berlin-Brandenburg und 1928/29 Kursant an der Leninschule in Moskau, 1932 Sekretär für militärpolitische Fragen der BL Berlin-Brandenburg (BB-Ressort). Adolph flüchtete 1933 nach Prag, später in die Sowjetunion, dort Lehrgang an der M-Schule der Komintern. 1935 Rückkehr nach Deutschland, wurde Instrukteur der KPD für Westdeutschland. Von den Niederlanden aus operierte er dann für die »International Seamen and Harbour Workers« und wirkte zeitweise in einer Sabotagegruppe, die deutsche Schiffe versenkte. Später Mitarbeiter der KPD-Auslandsleitung in Paris. Adolph wurde 1937 in Zürich wegen politischer und nachrichtendienstlichter Tätigkeit festgenommen, zu zehneinhalb Monaten verurteilt, 1939 nach Frankreich ausgewiesen, dort interniert. Ab 1940 gehörte er der KPD-Leitung in Südfrankreich an. Im Juli 1946 Rückkehr nach Deutschland, baute als SED-Funktionär zusammen mit August Mayer für die Zentralverwaltung für deutsche Umsiedler einen Suchdienst für vermißte Deutsche auf, ab 1949 Leiter des Suchdienstes. 1950 Leitung der DEWAG, erhielt 1957 den VVO in Gold. Alfred Adolph starb am 27. April 1959 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Agsten, Rudolf

* 31.10.1926 – ✝ 20.4.2008

Geb. in Leipzig; Vater Postangest.; 1933 – 44 Volks- u. Oberschule in Leipzig; 1944 Militärdienst, April 1945 schwer verwundet, amerik. u. sowj. Kriegsgefangenschaft (Lazarett in Halle). Nov. 1945 LDPD, 1946/47 hauptamtl. Jugendref. in Halle bzw. Bez. Halle-Merseburg, 1947 Schulungsref. beim LV Sachsen-Anh., 1947/48 Ltr. der LPS in Schierke (Krs. Wernigerode), 1948 – 53 Red. u. Chefred. der »Liberal-Demokrat. Ztg.« (Halle); ab 1949 Mitgl. des ZV der LDPD; 1950 – 52 Abg. des Landtags Sachsen-Anh.…

dissidenten.eu

Aichenwald, Juri

* 1928 – ✝ 1993

Juri Aichenwald wurde 1928 in Moskau geboren. Er war Enkel des bekannten Literaturkritikers Juli Aichenwald, der 1922 wegen antikommunistischer Ansichten aus der UdSSR ausgewiesen worden war. Sein Vater war Kommunist und wurde wegen Mitgliedschaft in der innerparteilichen Opposition um Nikolai Bucharin in den 30er Jahren erschossen. Nach der Verhaftung seiner Mutter 1938 wuchs Juri Aichenwald bei seiner Großmutter auf. Während des Zweiten Weltkrieges war Aichenwald Schüler an einer…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Rudolf

* 13.7.1942 – ✝ 27.9.2015

Geb. in Wellerswalde (Sachsen); Vater Pfarrer; 1948 – 56 Grundschule; 1956 – 69 kirchl. Proseminar; 1960 – 65 Theol.-Studium am Theolog. Seminar in Leipzig; 1965/66 Bausoldat; 1968 – 80 Pfarrer in Ziegenhain (Sachsen); 1980 – 96 Pfarrer in Dresden; wichtiger Initiator der kirchl. Friedensbew. seit den 70er Jahren, 1975 – 96 Gründer u. Initiator des Meißner Friedensseminars; Beratung von Wehrpflichtigen, Gemeindeabende zum Thema Zivilcourage, Mitinitiator der Ton-Dia-Serie: »Ohne kleine Leute…

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Albrecht, Degenhard

* 25.1.1930 – ✝ 4.9.2006

Geb. in Herges-Hallenberg (Thür.); Vater Angestellter; Volks- u. Mittelschule, Lehre u. Arbeit als kaufm. Angest.; 1949 SED; 1951 – 53 Studium der Wirtschaftswiss. an der DVA bzw. an der DASR Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Wirtschaftler, später Prom. zum Dr. rer. oec.; 1953 / 54 wiss. Mitarb. an der DASR; 1954 – 57 wiss. Mitarb. an der HS für Außenhandel in Berlin-Staaken; 1957 – 63 Hauptreferent bzw. Abt.-Ltr. im Min. für Außenhandel; 1963 polit. Mitarb. der Abt. Handel, Versorgung u. Außenhandel,…

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Alexan, Georg Friedrich

* 12.7.1901 – ✝ 11.1.1995

Geb. in Mannheim / Baden in einer jüd. Familie; Vater Kaufm., Mutter Hausfrau; Volksschule; 1916 – 19 Lehrling; 1919 – 21 Büroangest.; 1921 – 31 Mitarb. im elterl. Ladengeschäft; daneben Besuch der Handelshochschule u. der Freien VH (Abendkurse für dt., franz. u. engl. Literatur u. Sozialgeschichte); 1931 Übersiedl. nach Paris, dort freier Schriftsteller; 1933 SDS; Gründung des Verlags Editions meteor; zwei Romane unter dem Namen Friedrich Alexan (»Mit uns die Sintflut« 1934; »Im Schützengraben…

Wer war wer in der DDR

Allendorf, Marie-Luise

* 26.11.1927 – ✝ 19.9.2010

Geb. in Dudeldorf (b. Bitburg / Eifel); Vater Bäcker, Mutter Schneiderin; Grund- u. OS; 1944 NSDAP; 1944 / 45 im Rahmen des Pflichtjahrs in Mecklenb. Helferin in der Kinderlandverschickung. 1945 – 48 Näherin in Harzgerode; 1948 – 50 Mitarb. im FDJ-LV Sachsen-Anh. u. Lehrerin an FDJ-Schulen; 1949 SED; 1949 Lehrgang an der FDJ-Jugendhochschule Bogensee; 1950 / 51 Lehrerin an einer KPS des SED-LV Sachsen-Anh., 1951 / 52 Schülerin an der SED-LPS in Ballenstedt; 1952 / 53 Lehrerin an der…

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Alt, Robert

* 4.9.1905 – ✝ 13.12.1978

Geb. in Breslau (Wrocław/Polen) in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Stubenmaler; Volksschule u. Realgymnasium; 1924 – 27 Studium der Soziol. u. der Philos. in Breslau u. Berlin; Mitgl. der Jungsozialisten, 1924 SPD; 1927 – 29 Studium an der Pädagog. Akad. in Frankfurt (Main); Mitgl. des Soz. Studentenbundes; 1929 1. Lehrerprüfung u. Lehrer an der Volksschule Berlin-Neukölln (Grundschule der Karl-Marx-Schule); 1932 zudem Lehrer an der Volksschule der jüd. Gemeinde; 1933 KPD; 1933 2. Lehrerprüfung u.…

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Ablaß, Werner Erich

* 11.12.1946

Geb. in Briesen (Mark); Vater Zimmermann; 1953 – 63 POS in Briesen; 1963 – 68 Pfleger in den Züssower Diakonieanstalten; 1969 – 72 im Buchhandel in Potsdam; 1973 – 85 Versicherungskfm. bei der Staatl. Versicherung in Potsdam, 1985 wegen eines Antrags auf Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl., den er später zurückzog, seiner Funktion enthoben; 1985 – 87 Reinigungskraft im kirchl. Oberseminar in Hermannswerder; Jan. – April 1987 Revisor der Staatl. Versicherung in Potsdam; 1987 – 90 Ltr. eines ev.…

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Acker, Paula

* 3.2.1913 – ✝ 7.11.1989

Geb. in Tübingen; Vater Maurer; Grund- u. Mittelschule in Schwenningen (Neckar); 1928 Naturfreundejugend; 1928 – 30 Handelsschule, Ausbildung zum Industriekfm.; 1930 – 33 Korrespondentin für Fremdsprachen (Engl., Frz.) u. Auslandskorr. in Schwenningen; 1931 – 41 KPD; 1932 illeg. Arbeit für den KPD-Nachrichtendienst in Stuttgart; 1933 »Schutzhaft« im Frauengefängnis Gotteszell (b. Schwäbisch Gmünd); 1934 – 36 Auslandskorr. einer Uhrenfabrik in Schwenningen; ab 1934 illeg. Arbeit für die KPD-BL…

Wer war wer in der DDR

Adam, Johannes

* 22.9.1923

Geb. in Nossen; Vater Arbeiter; 1942 Abitur Oberschule Nossen; nach dem Abitur 1942 war er als SS-Rottenführer in Auschwitz eingesetzt; 1947 – 52 Studium der Math. an der TH Dresden u. der Univ. Leipzig, dort Dipl.; 1952 – 55 Doz. an der ABF Dresden; 1955 – 59 Mitarb. am Industrie-Inst. der TH Dresden; ab 1959 Mitarb. am Lehrstuhl für Sozialhygiene der MLU Halle (Saale); 1960 Prom. mit der Arbeit »Wahrscheinlichkeitsrechnung u. Statistik als Stoffe des Mathematikunterrichts der…

Wer war wer in der DDR

Adler, Helga

* 21.12.1943

Geb. in Praschnitz/Przasnysz (b. Warschau); Vater SED-Krs.-Sekretär in Genthin, Mutter Betriebsltr.; 1950 – 58 Grundschule u. POS in Wernigerode u. Genthin; 1958 FDJ; 1958 – 62 EOS in Genthin, Abitur; 1962/63 Ausbildung zur Bauzeichnerin in Magdeburg; 1963 – Nov. 1991 SED bzw. PDS; 1963 – 68 Studium der Geschichte u. Kunstgeschichte an der HU Berlin, 1968 Dipl.-Hist.; 1968 – 74 wiss. Mitarb. am IfG in Berlin, Lehrstuhl Geschichte; 1974/75 u. 1978 – 90 wiss. Mitarb. am IPW in Berlin; 1975 – 78…

Wer war wer in der DDR

Adolphi, Günter

* 18.2.1902 – ✝ 26.8.1982

Geb. in Riga, Vater Beamter; nach dem Abitur 1920 Dienst in der lett. Armee; 1921 – 26 Studium Maschinenbau an der TH Dresden u. in Berlin; 1926/27 Hilfsschlosser u. Montagearb. in Maschinenbaubetrieben der USA; 1928 – 34 Betriebsltr. des US-Konzerns Corn Products Refining Co.; 1934/35 Ing. bei Krupp-Gruson Magdeburg; ab 1935 im Ammoniakwerk Merseburg (Leuna-Werke) als Technologe u. Betriebsltr. tätig. Ab 1949 Ltr. des Verfahrenstechnikums u. der chem. Versuchsabt. im o. g. Werk; ab 1961 Prof.…

dissidenten.eu

Ahonen, Heiki

* 1956

Heiki Ahonen wurde 1956 in Pärnu (Pernau) geboren. In der Stalin-Zeit war seine Familie schweren Repressionen ausgesetzt: Sein Großvater wurde 1941 als Offizier der estnischen Armee von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD erschossen. Sein Vater war 1946–55 in stalinistischen Lagern inhaftiert. Seine Mutter und deren Schwester Lagle Parek wurden 1949 in die Umgebung von Nowosibirsk verschleppt. Ahonen beendete 1975 mit 24 Jahren die Technische Hochschule für Bauwesen und Mechanik in Tallinn.…

dissidenten.eu

Akimow, Dschepar

* 1909 – ✝ 1983

Dschepar Akimow wurde 1909 in dem Ort Tuak (Тuvaq, seit 1945 Rybatsche) auf der Krim geboren. Ab 1925 besuchte er die Oberschule für Lehrer der krimtatarischen Sprache und war danach bis 1931 in dem Dorf Tschair als Lehrer tätig. In den Jahren 1931–35 studierte er an der Fakultät für Krimtatarische Sprache und Literatur des Pädagogischen Instituts der Krim. 1935 wurde er Mitarbeiter am Pädagogischen Forschungsinstitut der Krim, dessen amtierender Direktor er später war. Klassiker der…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Erhard

* 8.10.1925

Geb. in Kirchscheidungen (Thür.); Vater Tierzuchtinspektor u. Betreiber einer Molkerei; 1935 – 43 Oberrealschule in Landsberg; 1943 Wehrmacht, verwundet in Nordfinnland, Lazarett in Schwerin; ab 1944 Studium der Philos., Geschichte u. vergleichenden Sprachwiss. an der Univ. Rostock. 1945/46 KPD/SED; 1949 Prom. zum Dr. rer. pol. bei  Hermann Duncker an der 1948 neugegr. Ges.-wiss. Fak. mit der Arbeit »Darstellung u. Kritik der erkenntnistheoret. Grundlagen, der Kausalitätsauffassung u. der Ethik…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Rosemarie

* 19.3.1915 – ✝ 7.1.2008

Geb. in Cobe (Japan/Kobe) als Tochter eines Deutschen u. einer Japanerin; 1935 Abitur am Oberlyzeum in Rostock; 1935 – 40 Studium der Medizin an den Univ. Rostock, Hamburg u. Jena, 1940 Staatsexamen; 1940 – 42 Volontär-Ärztin in der Landesheilanstalt Stadtroda; Approbation verzögert wegen der japan. Mutter; ab 1942 Facharztausbildung an der Hals-Nasen- u. Ohren-Klinik der FSU Jena. 1946 Fachärztin, 1947 Oberärztin, 1948 Habil. u. Doz. an der HNO-Klinik der FSU; 1951 Chefärztin der HNO-Klinik des…

Wer war wer in der DDR

Alexander, Karl Friedrich

* 1.5.1925 – ✝ 10.5.2017

Geb. in Berlin; Vater Rechtsanwalt; 1942 Abitur in Berlin, danach Praktikum u. a. bei Siemens & Halske; RAD u. Wehrdienst, Funker, Aug. 1944 frz. Kriegsgefangenschaft. Ende 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1946 Physikstudium in Berlin; 1947 SED; 1947 Forts. des Studiums in Göttingen, dort Mitgl. der KPD, 1951 Dipl. am Max-Planck-Inst. für Physik; Übersiedl. nach Berlin (Ost); 1954 Prom. an der HU Berlin; seit 1955 am Aufbau des Zentrums für Kernforschung (ZfK) Rossendorf (b. Dresden) beteiligt, 1955/56…

Wer war wer in der DDR

Allenstein, Walter

* 5.10.1906 – ✝ 26.3.1992

Geb. in Berlin-Schöneberg; Vater Arbeiter; Volksschule, Ausbildung zum kfm. Angest., im Beruf tätig; 1924 Jungbanner u. Reichsbanner; 1926 SPD, 1928 Ausschl. aus dem Reichsbanner u. Übertritt zum RFB, 1928 KPD; 1928 – 33 Funktionär des illeg. RFB bzw. des Abwehrapparats des ZK der KPD in Berlin; 1933 illeg. Arbeit; 1939/40 u. 1943 – 45 Wehrmacht; Juni 1945 kurzz. amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 49 stellv. Ltr., dann Ltr. der HA in der Dt. ZV für Industrie bzw. in der DWK; 1946 SED; 1949 –…

Wer war wer in der DDR

Altenbourg, Gerhard

* 22.11.1926 – ✝ 30.12.1989

Geb. in Rödichen-Schnepfenthal (Thür.); Vater Prediger einer ev.-freikirchl. Gemeinde; seit 1929 in Altenburg (Thür.); 1944/45 Wehrdienst, Lazarett. 1946 – 48 schriftsteller. Tätigkeit, Zeichenunterricht bei Erich Dietz; 1948 – 50 Studium an der HS für Baukunst u. bildende Kunst in Weimar; danach freischaff. in Altenburg, Annahme des Künstlernamens »Altenbourg«; 1959 Beteiligung an der documenta II in Kassel; 1961 Gastatelier in der AdK in Berlin (West); 1964 Anklage u. Verurteilung wegen…

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Abramkim, Waleri

* 1938 – ✝ 1986

Waleri Abramkim wurde 1944 in Moskau als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. 1970 beendete er sein Studium am Moskauer Institut für Chemie und Technologie und arbeitete danach als Ingenieur an einem Forschungsinstitut für anorganische Chemie. Er war Autor von etwa 30 fachwissenschaftlichen Veröffentlichungen. Während des Studiums begann Abramkin, Lieder zu schreiben und beteiligte sich an der Organisation des Moskauer „Klubs des Amateurliedes“. Er leitete an seiner Hochschule einen der damals…

Wer war wer in der DDR

Ackermann, Rosemarie

* 4.4.1952

Geb. in Lohsa (Lausitz); Schule in Lohsa; KJS, Ausbildung zur Textilfachverkäuferin in Cottbus; Studium der Binnenhandelsökon.; 1963 – 80 aktiv in der Leichtathletik (Hochsprung), zunächst in Hoyerswerda, seit 1967 beim SC Cottbus (Trainer: Erhard Miek); 1967 DDR-Jugendmstr. (1,61 m); dreimal Teiln. an Olympischen Spielen: 1976 Siegerin (1,93 m), 1980 4. Platz; zweimal Teiln. an Europameisterschaften: 1974 Siegerin, 1978 2. Platz; 1974, 1975 u. 1976 Siegerin bei den Hallen-Europameisterschaften;…

Wer war wer in der DDR

Adam, Theo

* 1.8.1926 – ✝ 10.1.2019

Geb. in Dresden; Vater Dekorationsmaler; 1937 – 44 Dresdener Kreuzchor; Abitur; Wehrmacht, Kriegsgefangenschaft. 1946 – 49 Neulehrer in Dresden, priv. Gesangsstudium bei Rudolf Dittrich; 1949 Engagement an der Dresdener Staatsoper, 1952 Debüt in Bayreuth, seit 1953 auch Mitgl. der Dt. Staatsoper Berlin, seit 1954 Gast an der Städt. Oper Frankfurt (Main) u. an der Wiener Oper; 1955 Kammersänger; 1959 NP; 1969 Debüt an der Metropolitan Opera New York; seit 1972 Opernregie (Wagner, Mozart,…

Wer war wer in der DDR

Adolph, Alfred

* 23.11.1929

Geb. in Trattendorf (Krs. Spremberg); Vater Arbeiter; Volksschule; 1944 – 47 Ausbildung zum Elektriker im Braunkohlenwerk Spreetal; 1948 – 50 Abiturausb. an der ABF Freiberg; 1950 – 55 Studium an der TH Dresden, Dipl.-Ing.; 1951 SED; 1955 – 62 Projekt-Ing. im VEB Lokomotivbau Elektrotechn. Werke (LEW) Hennigsdorf, 1962 / 63 Lehrgang an der SED-BPS Kleinmachnow; 1963 – 68 Techn. Ltr. im VEB LEW Hennigsdorf; 1968 – 72 Mitarbeiter im AHB Transportmaschinen Export / Import; 1972 / 73 Dir. für…

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Adolphs, Karl

* 9.11.1904 – ✝ 24.12.1989

Geb. in Solingen; Vater Schleifer, Mutter Hausfrau; bis 1923 Besuch der Volks- u. Fortbildungsschule; Ausbildung als Nickelpolierer in Solingen; 1918 – 23 Schleifer (Heimarbeit) in Solingen; 1918 SAJ, 1919 KVD; 1921 Unterbez-Ltr. der KJD in Solingen; 1922 KPD; 1924 / 25 Volontär, 1925 / 26 Sekr. im KPD-Unterbez. Solingen; 1926 – 28 Kursant an der Internat. Leninschule in Moskau; 1928 / 29 Mitarb. der Org.-Abt. des ZK der KPD in Berlin; 1929 / 30 ZK-Instrukteur in der KPD-BL Schles. in Breslau… Geboren am 9. November 1904 in Solingen, Sohn einer Arbeiterfamilie; Nickelpolierer. Im November 1919 Mitglied der kommunistischen Jugend. 1922 trat er der KPD bei und wurde 1925 Sekretär des UB Solingen. Von 1926 bis 1928 absolvierte Adolphs die Internationale Leninschule in Moskau. Nach seiner Rückkehr arbeitete er 1928/29 in der Orgabteilung des ZK. Im Januar 1929 Instrukteur in Breslau, gemeinsam mit Ernst Wollweber zerschlug er die rechte Opposition in der BL Schlesien. Nach dem Weggang von Albert Kuntz wurde Adolphs Orgleiter der BL Hessen in Frankfurt/M., 1930/31 in gleicher Funktion Orgleiter der BL Pommern in Stettin. Das ZK zog ihn und den Polleiter Max Strötzel Mitte 1932 »aufgrund mangelhafter Arbeit des Sekretariats« aus Stettin ab. Danach in Essen für den Literaturvertrieb im Ruhrgebiet verantwortlich, von November 1932 bis April/Mai 1933 UB-Sekretär in Bochum. Im September 1933 wurde Adolphs Leiter der illegalen KPD im Bezirk Mittelrhein, im März 1934 Sekretär der illegalen BL Hannover-Braunschweig. Am 4. Februar 1935 in Hannover inhaftiert und im Juni 1936 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, von März 1944 bis April 1945 Häftling im KZ Buchenwald. Nach der Befreiung wurde Adolphs im Mai 1945 Bürgermeister von Ballenstedt, ab Februar 1946 Oberbürgermeister von Bernburg und von November 1946 bis November 1949 Oberbürgermeister von Dessau, danach Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks. Ab August 1952 Vorsitzender des Rates des Bezirkes Leipzig, im April 1959 von dieser Funktion entbunden und auf den einflußlosen Posten eines Direktors des zentralen Kulturparks »Clara Zetkin« abgeschoben. Von 1961 bis 1965 Stellvertreter des Oberbürgermeisters von Leipzig. Er erhielt den Karl-Marx-Orden. Karl Adolphs starb am 24.Dezember 1989.Andreas Herbst

Wer war wer in der DDR

Ahrbeck, Hans

* 19.5.1890 – ✝ 1.4.1981

Geb. in Linden (b. Hannover); Vater Apotheker; Studium der Germanistik, Geschichte, Theol. u. Philos. 1910 – 14 u. 1919/20 in Leipzig, Gießen u. Göttingen; 1915 – 18 Militärdienst, Offz.-Laufbahn abgelehnt; nach Wiederaufnahme des Studiums Mitgl. der freien Studentenschaft, Lehrender in Arbeiterkursen; 1920 St.-Ex. u. Gymnasiallehrer an einer priv. Mädchenschule in Magdeburg; 1925 Prom. mit einer Arbeit über W. Raabe in Göttingen; 1926 Lehrer an der Lessing-OS in Magdeburg; 1929 Doz., 1930 Prof.…

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Akkermann, Siegfried

* 19.2.1935

Geb. in Schaulen (Litauen/Siaulia); Eltern Lehrer; 1953 – 58 Studium der Med. an der Univ. Rostock, 1959 Prom.; dann Assistent am Lehrstuhl für Sozialhygiene, 1963 Oberarzt; 1969 Habil.; Doz. u. bis 1973 stellv. Dir. des Inst. für Sozialhygiene, danach stellv. Dir. des Bereichs Med. der WPU Rostock; 1974 – 76 Gastprof. im Irak; 1976 SED-GO-Sekr. am Bereich Med. der WPU; 1979 Prof. für Sozialhygiene; 1980 ins Präs. des DRK kooptiert, Vizepräs., 1981 – 87 Präs. des DRK (Nachf. von  Werner Ludwig);…

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Albrecht, Werner

* 19.2.1921 – ✝ 6.1.1993

Geb. in Leipzig; Vater Zimmermann (1933 von den Nationalsozialisten ermordet); 1934 Emigr. in die ČSR, Aug. 1934 UdSSR; 1934 – 38 Heim für Kinder von Pol.-Emigranten, Mittelschule in Moskau; 1939 sowj. Staatsbürgerschaft, Mitgl. des Komsomol; 1939 – 41 Studium der Med. an der Moskauer Univ. u. in Frunse (Kirgisien); 1942 – 45 Arzthelfer in der Trud-Armee in Tscheljabinsk u. Ufa; 1945 – 47 Elektromonteur in Spola (Kiewer Gebiet). Okt. 1947 Rückkehr nach Dtl., SED; 1947 – 50 Übersetzer u.…

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Albrecht, Hans

* 22.11.1919 – ✝ 27.3.2008

Geb. in Bochum; Vater Arbeiter; Volksschule; 1934 – 38 Ausbildung zum Schlosser; Wehrmacht, Flieger; 1945/46 Heizungsmonteur. 1945/46 SPD/SED; 1945/46 stellv. Vors. der SPD-Ortsgr. Bennewitz u. Mitgl. des SPD-KV Grimma; 1946 Mitgl. des FDGB u. der FDJ; 1946/47 Gemeindevertr. in Bennewitz; 1946 – 49 Mitarb. bzw. Sekr. des SED-KV Grimma; 1950 PHS; 1951/52 2. bzw. 1. Sekr. der SED-KL Frankfurt (Oder), 1952 – 54 1. Sekr. der SED-KL Eberswalde u. 1954 – 58 der SED-KL Stalinstadt; 1954 – 61 Mitgl. des…

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Alexejewa, Ljudmila

* 1927 – ✝ 2018

Ljudmila Alexejewa wurde in Jewpatorija auf der Krim geboren. Mit ihrer Familie zog sie einige Jahre später nach Moskau. Ihre Mutter war Mathematikerin, ihr Vater Ökonom. Er fiel 1942 an der Front. Während des Zweiten Weltkriegs ließ sich Alexejewa zur Krankenschwester ausbilden und meldete sich freiwillig, wurde aber aufgrund ihres Alters nicht eingezogen. Sie war aktive Komsomolzin: Während der kriegsbedingten Evakuierung aus Moskau arbeitete sie als technische Sekretärin eines Bezirkskomitees…

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Allmeroth, Heinrich

* 9.3.1901 – ✝ 18.10.1961

Geb. in Knickhagen (Hessen); Vater Lehrer; Studium der Staats- u. Rechtswiss. in Frankfurt (Main) u. Göttingen; 1924 Prom. zum Dr. rer. pol.; parallel zur kfm. Tätigkeit in Kassel Gesangsstudium; 1926 Bühnendebüt am Stadttheater Göttingen, Beginn der gewerkschaftl. Tätigkeit in der Genossenschaft Dt. Bühnenangeh.; ab 1927 wechselnde Engagements: 1927/ 28 Stadttheater Halle (Saale), 1928/29 Stadttheater Dortmund, 1929 – 32 Opernhaus Köln, 1932 – 34 Opernhaus Düsseldorf, 1934 – 38 Hof- u.…

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Altenburger, Wolfgang

* 19.9.1931 – ✝ 18.3.2008

Geb. in Chemnitz; Vater Schlosser u. Erfinder; Mittelschule. 1947 Ausbildung zum Bergmann; 1948 SED; Drei-Mon.-Lehrgang zum Lehrer u. Pionierltr., anschl. Pionierltr. in Borna; Fernstudium zum Unterstufenlehrer; Instrukteur beim FDJ-ZR für Touristik u. Wandern; nach dem Studienabschl. 1956 als Red. zum Verlag Junge Welt; 1960 – 62 Journalistikstud. in Leipzig, anschl. Fernstudium; 1964 Dipl.-Arbeit, in der er eine Theorie der »soz. Bildgeschichte« entwickelte; 1963 – 86 Chefred. von »Mosaik«;…

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Abrassimow, Pjotr Andrejewitsch

* 16.5.1912 – ✝ 16.2.2009

Geb. in Boguschewskoje (Gebiet Witebsk); Weißrusse; Vater Bauer; Elektromechaniker; 1933 – 41 Funktionär in staatl. u. gewerkschaftl. Org.; 1940 Mitgl. der KPdSU; ab 1941 Rote Armee, pol. Offz. im Zentralstab der weißruss. Partisanenbew. 1945 persönl. Ref. des Vors. des Rates der Volkskommissare der Weißruss. SSR u. 1. Sekr. des ZK der dortigen KP, Panteleimon K. Ponomarenko; 1946 – 48 ständ. Vertreter des Min.-Rats der Weißruss. SSR beim Min.-Rat der UdSSR; 1948 Erster stellv. Vors. des…

Wer war wer in der DDR

Ackermann, Else

* 6.11.1933

Geb. in Berlin; Vater Reichsbahnbeamter, Mutter Krankenschwester; 1952 Abitur; Studium der Med. an der HU Berlin, 1957 St.-Ex., 1958 Prom. zum Dr. med.; 1960 – 65 wiss. Assistentin am Lehrstuhl für Pharmakologie u. Toxikologie der Charité, 1965 – 75 wiss. Oberassistentin; 1969 Habil. u. ab 1971 ordentl. Doz. für Klin. Pharmakologie an der Med. Akad. »Carl-Gustav Carus« in Dresden; 1975 – 89 wiss. Oberassistentin am ZI für Krebsforschung (ZIK) der AdW in Berlin-Buch u. Honorardoz. an der Charité;…

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Adam, Wilhelm

* 28.3.1893 – ✝ 24.11.1978

Geb. in Eichen (b. Hanau); Vater Landwirt; 1908 – 13 Lehrerseminar in Schlüchtern; 1913 u. 1915 – 18 Militärdienst, Teiln. am Ersten Weltkrieg (Ltn.); 1919 – 34 Volks-, Mittel- u. Oberfachschullehrer (einer Heeres-FS) in Langenselbold (Hessen), ab 1929 in Weimar; 1919 – 29 Mitgl. des Militärvereins Langenselbold, 1920 – 23 des Jungdt. Ordens; 1922 –24 Studium an der Univ. Frankfurt (Main), legte 1927 die Mittelschullehrerprüfung ab; 1923/24 Mitgl. der NSDAP; 1926 – 29 Mitgl. der DVP; 1933 Mitgl.…

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Adolph, Gerhard

* 20.9.1937

Geb. in Halle (Saale); Grundschule; 1952 – 55 Ausbildung zum Postfacharbeiter; 1955 KVP; ab 1956 NVA; Mittelstreckenläufer; 1958 Delegierung zum ASK Vorwärts Neubrandenburg, anschl. ASK Vorwärts Berlin (Trainer Wilhelm Kustak); 1961 u. 1964 DDR-Vizemeister 20-km-Gehen; fünfmal DDR-Mannschaftsmeister 20-km-Gehen (1959, 1961, 1963 – 65); 1964 DDR-Hallenmeister 10.000-m-Gehen; DDR-Rekorde 10.000 m (1959, 1960 und 1964); Bestleistung 20 km 1:28:37,0 (1964); 1959 – 64 drei Länderkämpfe; 1964 Teiln.…

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Agricola, Rudolf

* 29.11.1900 – ✝ 14.1.1985

Geb. in Ladenburg a. Neckar (Krs. Mannheim); Vater Zigarrenfabrikant; Volksschule, Realschule u. -gymnasium; ab 1920 Studium Rechtswiss., Ökon. u. Betriebslehre an den Univ. Heidelberg, Freiburg, Erlangen u. der Handelsschule Mannheim; 1924 Prom. über »Die Beziehungen von Bankzentr. zu Filialen u. Depositenkassen«; 1924 – 31 SPD; 1926 Examen als Dipl.-Handelslehrer; dann in der Industrie tätig; 1927 Handelsoberlehrer u. Stadtverordneter in Zeitz; Vors. der Kinderfreunde; 1931 – 33 Mitgl. der…

Wer war wer in der DDR

Ahrendt, Lothar

* 13.3.1936

Geb. in Erfurt; Vater Feinmechaniker; Volksschule; 1950 – 53 Ausbildung zum Kfz.-Schlosser; 1953 Eintritt in die DVP; 1955 – 59 Kraftfahrer bei der Höheren Polizeischule in Berlin-Kaulsdorf; 1957 SED; 1959/60 Kursant an der Mittleren Polizeischule in Aschersleben, VP-Unter-Ltn.; 1960 – 64 Sachbearb. in der Abt. Schutzpolizei im VP-Präs. Berlin; 1964 – 68 HS des Min. des Innern in Berlin, Dipl.-Staatswiss.; stellv. Ltr. der VP-Inspektion Berlin-Köpenick, 1970 – 78 Ltr. der VP-Inspektion…

Wer war wer in der DDR

Albani, Bernd

* 9.2.1944

Geb. in Dresden; Mutter Angest.; 1960 mittlere Reife, anschl. Berufsausbildung zum Physiklaboranten im ZI für Kernforschung der AdW in Rossendorf, 1963 Abitur an der Abendschule; 1963 – 68 Studium der Physik an der TU Dresden, danach Aspirantur an der Lomonossow-Univ. Moskau; 1970 – 76 wiss. Mitarb. an der HS für Verkehrswesen Dresden, 1973 Prom. mit einer Diss. zur Theorie des Festkörpermagnetismus; 1976 – 80 Studium der Theol. am Theolog. Seminar in Leipzig; 1978 sechs Wochen Haft nach…

Wer war wer in der DDR

Albrecht, Christoph

* 4.1.1930

Geb. in Salzwedel; Vater Organist; 1943 – 48 Organistenamt an der Kirche St. Marien in Salzwedel übernommen; 1948 – 53 Studium der Theol. u. Kirchenmusik in Halle bei H. Wunderlich (Orgel), K. Fiebig u. J. Weyrauch (Komposition), priv. Orgelunterricht bei  Günther Ramin; 1953 – 60 Domkantor in Naumburg (Saale) u. Doz. an der Kirchenmusikschule in Halle; 1960 – 76 Dir. der Kirchenmusikschule in Dresden, Ltr. des Inst.-Chors (Tourneen im In- u. Ausland, A-cappella-Werke u. mod. Oratorien); 1976 –…

Wer war wer in der DDR

Albring, Werner

* 26.9.1914 – ✝ 21.12.2007

Geb. in Schwelm (Westf.); Vater Studienrat; Realgymnasium; 1934 – 38 Studium des Maschineningenieurwesens an der TH Hannover; 1938 Assistent; 1941 Prom.; dann stellv. Ltr. am Inst. für Aerodynamik u. Flugtechnik der TH Hannover. 1946 Abt.-Ltr. für Aerodynamik der Zentralwerke Bleicherode (Thür.); 1946 – 52 ltd. Mitarb. in einer dt. Spezialistengr. in der UdSSR; 1952 Berufung auf den Lehrstuhl für Angewandte Strömungslehre der TH Dresden, 1955 – 60 nebenamtl. Ltr. des Bereichs…

Wer war wer in der DDR

Alisch, Horst

* 20.5.1925

Geb. in Berlin; Vater Bankangest.; Ausbildung zum Bankkfm., abgebrochen; vier Semester Kunstschule der Dt. Zeichenfilm GmbH; Wehrmacht; Kriegsgefangenschaft. 1946 nach Berlin-Tegel entlassen; ging zum Zeichenfilm (EOS Film GmbH); durch Heirat in die DDR, 1954 – 84 pol. Zeichner bei der Ztg. »BZ am Abend«, anschl. bis 1990 nur noch Humorzeichner, auch tätig für die satir. Ztschr. »Frischer Wind«/»Eulenspiegel« u. den Verlag Junge Welt; neben Pressezeichnungen entstanden mehrere Bildergeschichten,…

Wer war wer in der DDR

Almsick, Franziska van

* 5.4.1978

Geb. in Berlin; begann 1983 mit dem Schwimmsport; 1985 Trainingszentrum; 1987 – 96 KJS bzw. Sportgymnasium; 1989 neunfache Spartakiadesiegerin beim SC Dynamo Berlin, 1990 1. PSV Berlin, SC Berlin, 2001 SG Neukölln (Trainer Dieter Lindemann, 1996 Gerd Eßer, 2001 Norbert Warnatzsch); 1991 2. Platz bei den Dt. Meisterschaften (200 m Freistil); 1992 sechsfache Junioren-EM; 1992 – 2004 viermal Teiln. an Olymp. Spielen: 1992: zweimal Silber (200 m Freistil, 4 x 100 m Lagen), zweimal Bronze (100 m…

Wer war wer in der DDR

Altenkirch, Ernst Albert

* 5.11.1903 – ✝ 24.3.1980

Geb. in Bahnitz (Krs. Jerichow II); Eltern Metallarbeiter; Volksschule in Brandenb. (Havel); 1918 – 22 Ausbildung zum Werkzeugschlosser in Brandenb., 1922 – 30 im Beruf tätig; 1919 DMV; 1923 u. 1925 Wanderschaft; 1923 – 29 KJVD, 1925 – 29 Pol.-Ltr.; 1924 wegen illeg. pol. Arbeit verhaftet, zu einer Geldstrafe verurteilt; 1929 KPD-Parteischule »Rosa Luxemburg« in Fichtenau; 1929 Mitgl. der KPD u. deren UBL; 1930 Mitgl. des DMV, ausgeschl.; 1930 – 32 arbeitslos; 1932 Pol.-Ltr. des KPD-UB…