In der Kategorie DDR A-Z verlinkt die Website auf Handbücher zur DDR, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland erschienen sind.
Zwischen 1953 und 1985 veröffentlichte die Bundesregierung mehrere Handbücher über die Deutsche Demokratische Republik (DDR) unter verschiedenen Titeln, darunter SBZ von A–Z (1953–1966), A bis Z (1969) und das DDR Handbuch (1975–1985). Diese Werke verfolgten das Ziel, umfassende Informationen über die DDR zu liefern. Die Artikel behandelten Themen wie die staatliche Organisation, die politische und wirtschaftliche Entwicklung sowie die führenden Akteure der DDR. Diese Informationen wurden teils in kurzen Stichworterklärungen, teils in ausführlichen Darstellungen aufbereitet.
Mit dem Ende der DDR trat eine zusätzliche Dimension dieser Handbücher zutage: Sie fungieren als Zeitzeugen, die nicht nur die Entwicklung innerhalb der DDR, sondern auch die sich verändernde Perspektive der Bundesrepublik auf die DDR über drei Jahrzehnte hinweg dokumentieren. Diese Handbücher bieten daher eine wertvolle Quelle, um den Wandel der historischen Sichtweisen nachzuvollziehen.
Der gesamte Text dieser Handbücher ist nun auf der Plattform www.kommunismusgeschichte.de zugänglich gemacht worden. Dabei wurde der ursprüngliche Charakter des Nachschlagewerks beibehalten, indem die Querverweise der Originaltexte als Links integriert wurden. Neu ist die Möglichkeit, die Veränderungen der Einträge über die verschiedenen Ausgaben hinweg zu verfolgen, was einen einzigartigen Vergleich der historischen Perspektiven ermöglicht. Weitere Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.
DDR A-Z 1985
DDR A-Z 1985
Ministerium für Bauwesen (1985)
Siehe auch die Jahre 1969 1975 1979 Nach Auflösung des Volkswirtschaftsrats (Ende 1965) reorganisiertes zentrales Anleitungs- und Kontrollorgan zur Planung und Leitung des gesamten Bauwesens. Gliederung des MfB.: je ein Bereich für Industriebau, Landwirtschaftsbau, Wohnungsbau und Baumaterialindustrie. Direkt unterstellt sind neben den Instituten der Bauforschung (Bauakademie der DDR mit ihren Instituten), den Kombinaten der Baumaterialindustrie, den Betrieben des Baumaterialhandels und der Baumechanisierung die Bau- und Montagekombinate, die Bauämter bei den Räten der Bezirke sowie die Kreisbauämter. Den beiden zuletzt genannten örtlichen Organen des Bauwesens, die gleichzeitig neben dem MfB. den Räten der Bezirke und Kreise unterstellt sind, unterstehen wiederum die Kombinate und Betriebe des örtlich geleiteten Bauwesens (einschließlich der privaten und genossenschaftlichen Betriebe des Bauhandwerks). Mit der Doppelunterstellung wird versucht, der Verzahnung zwischen zentralen Vorstellungen und regionalen Möglichkeiten Rechnung zu tragen (vgl. GBl., I/1975, S. 682 ff.). Minister: Bauingenieur Wolfgang Junker (SED). Staatssekretäre und 1. stellvertretende Minister sind Karlheinz Martini (SED) und Dr. Karl Schmiechen (SED). Das MfB. ist für den zusammengefaßten Plan der Bauwirtschaft (einschließlich der Bilanzierung nach Enderzeugnissen und Standorten) verantwortlich; es sichert die Planaufschlüsselung auf Betriebe und Kombinate, organisiert die Kontrolle der Plandurchführung, trägt die Verantwortung für die Einhaltung der Kennziffern, Normative sowie der Qualität und übt weisungsberechtigt Funktionen der Staatlichen ➝Bauaufsicht aus. Architektur; Bau- und Wohnungswesen. Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 900 Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Ministerium für Bezirksgeleitete Industrie und LebensmittelindustrieDDR A-Z 1985
Justitiar (1985)
Siehe auch die Jahre 1969 1975 1979 J. sind Juristen mit abgeschlossenem Hochschulstudium. Sie sind in Volkseigenen Betrieben, vor allem in Kombinaten und VVB sowie in staatlichen Organen und anderen Einrichtungen dem Betriebsleiter (bzw. staatlichen Leiter) direkt unterstellt und als deren Beauftragte mit der „Einhaltung und Festigung der sozialistischen Gesetzlichkeit“ betraut (Ökonomisches Lexikon, Band H-P, Berlin [Ost], 1979, S. 165). Der J. wirkt mit beim Abschluß von Absatz-, Liefer- und Lizenzverträgen, bei der Klärung von arbeitsrechtlichen Streitfragen sowie in Disziplinarverfahren, bei Verträgen über wissenschaftlich-technische Leistungen, bei der Durchsetzung sonstiger vertragsrechtlicher Ansprüche des von ihm vertretenen Betriebes oder staatlichen Organs, bei Patent- und Warenzeichenstreitfällen usw. Der J. ist berechtigt, seinen Betrieb vor dem Staatlichen Vertragsgericht zu vertreten (vgl. die VO über die Aufgaben und die Arbeitsweise des Staatlichen Vertragsgerichtes, GBl. II, 1963, Nr. 44, i. d. F. der Änderungs-VO vom 9. 9. 1965, GBl. II, Nr. 1, und der 2. Änderungs-VO vom 12. 5. 1970, GBl. II, Nr. 29). Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 696 Juni-Aufstand A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z KabarettDDR A-Z 1985
Sparkassen (1985)
Siehe auch die Jahre 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 Die S. sind als Einrichtungen der Räte der Stadt- bzw. Landkreise und des „Magistrats der Hauptstadt der DDR, Berlin“ innerhalb des Bankwesens zuständig für die Betreuung der Bevölkerung in allen Geldangelegenheiten sowie die Finanzierung und Kontrolle der Betriebe des Wohnungswesens und der örtlichen Versorgungswirtschaft. Zu ihren Aufgaben zählen die Koordination der Arbeit der Geld- und Kreditinstitute auf dem Gebiet des Sparverkehrs, die Abwicklung des baren und unbaren Zahlungsverkehrs, die Führung von Spar-, Spargiro- und Gehaltskonten, die Gewährung von Krediten an die Bevölkerung, die Förderung des Eigenheimbaus, die Vermietung von Schließfächern und der Depotverkehr. Im Auftrag der Staatsbank sind sie zum An- und Verkauf von Reisezahlungsmitteln, zur Führung von Depotkassen und zur Auszahlung von Obligationen (Wertpapiere) berechtigt. Sie arbeiten auf der Grundlage eines Statuts vom 23. 10. 1975 (GBl. I, S. 703) und unterliegen der Aufsicht und Kontrolle des Präsidenten der Staatsbank. In den 200 Stadt- und Kreis-S. existieren die Abteilungen Sparwesen, Zahlungsverkehr/Rechnungswesen, Kredite/Wohnungsbaufinanzierung. Neben den 4.000 Zweigstellen — die auch als Betriebs-S. in größeren Betrieben geführt werden — und Agenturen bestehen Reichsbahnspar- und Darlehnskassen sowie der Postsparkassendienst. Ihre wichtigste Tätigkeit liegt in der Förderung des Sparens. Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 1247 Sparen A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z SparkaufbriefDDR A-Z 1985
Einzelleitung (1985)
Siehe auch die Jahre 1963 1965 1966 1969 1975 1979 Das Prinzip der E. wird im Staats- und Wirtschaftsapparat der DDR sowie in den Apparaten der Parteien und Massenorganisationen angewendet. Ministerien, Fachabteilungen, Kombinate und VEB werden wie andere staatliche Institutionen und Einrichtungen nach diesem Prinzip geleitet, das auf dem Demokratischen Zentralismus beruht. E. bedeutet, daß der Leiter die volle persönliche Verantwortung für seine Entscheidungen trägt und das Recht zur Durchsetzung dieser Entscheidungen mit Hilfe von Weisungen besitzt. Die E. ist eine „direkte, objektbezogene und unkomplizierte Leitungstätigkeit“. Die E. wird beispielsweise in den Ministerien und den Wirtschaftsorganen durch die kollektive Beratung der Entscheidungen ergänzt. Damit sollen deren „Wissenschaftlichkeit“ erhöht und die Mitglieder eines Leitungsbereiches partiell in die Entscheidungsfindung und Kontrolle der Durchführung einbezogen werden. Die Verbindung von E. und kollektiver Beratung bedeutet nicht die Einführung bzw. Institutionalisierung des kollektiven Führungs- und Leitungsstils, auch wenn in der Praxis der Entscheidungsfindung bei wichtigen Fragen des Leitungsbereichs die vom Leiter gefällten Entscheidungen in der Regel den Empfehlungen des kollektiven Beratungsorgans, z.B. eines Kollegiums der Ministerien, entsprechen. Betriebsformen und Kooperation; Leitungswissenschaft, Sozialistische. Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 344 Einzelhandels-Verkaufspreise (EVP) A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z EinzelvertragDDR A-Z 1979
DDR A-Z 1979
Asoziales Verhalten (1979)
Siehe auch die Jahre 1975 1985 „Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger“ (Art. 24 der Verf.). § 249 StGB enthält die strafrechtliche Sanktion für die Verletzung dieser Staatsbürgerlichen Pflicht zur Arbeit. Danach wird derjenige, der „das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdet. daß er sich aus Arbeitsscheu einer gesetzlichen Arbeit hartnäckig entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, oder wer der Prostitution nachgeht oder sich auf andere unlautere Weise Mittel zum Unterhalt verschafft“, mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder einer Strafe ohne Freiheitsentzug (Strafensystem) verurteilt. Im Wiederholungsfall oder bei bestimmten Vorstrafen ist Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren angedroht. Zusätzlich zur Strafe oder in leichten Fällen kann auf staatliche Kontroll- und Erziehungsmaßnahmen erkannt werden. Für deren Verwirklichung sind gemäß § 4 Abs. 2 der VO über die Aufgaben der örtlichen Räte und der Betriebe bei der Erziehung kriminell gefährdeter Bürger vom 19. 12. 1974 (GBl. I, 1975, S. 130) die örtlichen Räte verantwortlich. Diese sind berechtigt, Auflagen zur Erziehung und Kontrolle zu erteilen (Kriminalität). Die Strafbarkeit arbeitsscheuen Verhaltens ist bereits durch die VO über Aufenthaltsbeschränkung vom 24. 8. 1961 (GBl. II. S. 343) eingeführt worden. Gegen arbeitsscheue Personen konnte nach § 3 Abs. 2 dieser VO auf Verlangen der örtlichen Organe der Staatsmacht durch Urteil des Kreisgerichts Arbeitserziehung auf unbestimmte Zeit angeordnet werden. Diese zunächst auch im § 249 StGB vorgesehene Strafart ist durch das 2. Strafänderungsgesetz vom 7. 4. 1977 (GBl. I, S. 100; Strafrecht) abgeschafft worden. AV. gehört zu den Schwerpunkten der Kriminalität in der DDR. Die Zahl der nach § 249 StGB Verurteilten ist jedoch in der Kriminalstatistik oder in anderen Veröffentlichungen nie genannt worden. Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 81 Arzthelfer A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z AspiranturDDR A-Z 1979
Betriebsarztsystem (1979)
Siehe auch das Jahr 1975 Gesundheitswesen, IV. Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 174 Betriebsambulatorium A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z BetriebsberufsschuleDDR A-Z 1979
Elternseminare (1979)
Siehe auch die Jahre 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 Elternhaus und Schule. Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 326 Elternhaus und Schule A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z EnergiemaschinenbauDDR A-Z 1979
Agrar-Industrie-Komplex (AIK) (1979)
Siehe auch die Jahre 1975 1985 Der AIK ist ein volkswirtschaftlicher Begriff, unter dem die Gesamtheit derjenigen Wirtschaftsbereiche zu verstehen ist, die zur landwirtschaftlichen Produktion beitragen bzw. an der Herstellung von Nahrungsgütern und Lebensmitteln beteiligt sind. Hierzu gehören die Produktionsmittel herstellende Industrie, die Landwirtschaft und die Nahrungsgüterwirtschaft. Zeitweise wird auch die Lebensmittelindustrie in den AIK einbezogen. Der Begriff AIK wurde von der UdSSR übernommen, wo er bisher mit der Bezeichnung Industrie-Agrar-Komplex synonym verwendet wurde. Nachdem im Frühjahr 1974 die Agrarökonomen der RGW-Staaten gemeinsam eine einheitliche Begriffssystematik erarbeitet haben, wurde die Bezeichnung „Agrar-Industrie-Komplex“ (AIK) für die DDR verbindlich und auf der „Agra“ 1974 erstmalig einem größeren Publikum vorgestellt. Die Notwendigkeit, den AIK als Planungsorgan zu etablieren, ergab und ergibt sich aus den mit der Spezialisierung der Landwirtschaftsbetriebe und mit der Intensivierung der Agrarproduktion quantitativ und qualitativ zunehmenden Verflechtungsbeziehungen. Diese Verflechtungsbeziehungen bedürfen der Planung und der Bilanzierung und sollen zunehmend einheitlich geleitet werden. Diesem Ziel diente vor allem die 1975 erfolgte Reorganisation des Ministeriums für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft (MfLFN). Als Ausgangsgrößen der [S. 12]Planung gelten stets die Produktionsziele der Landwirtschaft, auf die die Produktionsmittelbereitstellung und die Leistungsfähigkeit der Be- und Verarbeitungsbetriebe abzustimmen sind. Der AIK kann als Vorstufe zur vorgesehenen Planung der Volkswirtschaft nach Bedürfniskomplexen gesehen werden. In diesem Fall wäre der AIK um die Produktion aller sonstigen Nahrungs- und Genußmittel einschließlich des nahrungsmittelproduzierenden Handwerks zu erweitern. In gleicher Weise sind der Einzelhandel mit diesen Produkten und die Speisewirtschaft in den Bedürfniskomplex Ernährung einzubeziehen. Anfänge zur Entwicklung des Bedürfniskomplexes Ernährung sind in der DDR beim Handel mit Frischobst und Frischgemüse festzustellen, die von den Erzeugern in betriebseigenen oder kooperativen Verkaufsstellen angeboten werden. Gegenwärtig steht jedoch die Strukturierung des AIK im Vordergrund. Die volkswirtschaftliche Bedeutung des AIK wird einerseits am Wert der Bruttoproduktion und andererseits an der Zahl der Beschäftigten gemessen. Im Jahre 1972 war der AIK mit ca. 79,2 Mrd. Mark zu etwa 20 v. H. am gesamten Bruttoprodukt der DDR beteiligt. Die auf die einzelnen Produktionsbereiche entfallenden Anteile zeigt die untenstehende Tabelle. Im Zuge der Spezialisierung und Konzentration der Land- und Nahrungsgüterwirtschaft fanden in der Zeit von 1965 bis 1972 bei allgemeinem Abfall des nominellen Produktionswertes erhebliche Umschichtungen statt. (S. die nebenstehende Tabelle.) Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 11–12 Agrarflug A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Agrar-Industrie-Vereinigung (AIV)DDR A-Z 1975
DDR A-Z 1975
Plan Neue Technik (1975)
Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966 1969 1979 Vorläufer des „Plan Wissenschaft und Technik“. Planung. Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 637 Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z PlanaufgabenDDR A-Z 1975
Feinmechanische und Optische Industrie (1975)
Siehe auch die Jahre 1969 1979 1985 Entsprechend der Industriezweigsystematik der DDR ein Zweig des Industriebereichs Elektrotechnik/Elektronik/Gerätebau. Bis Ende 1967 umfaßte die FOI. auch die Betriebe der Datenverarbeitungs- und Büromaschinenindustrie und die der Meß-, Steuer- und Regelungstechnik. Ab 1968 verblieben im Zweig FOI. Betriebe zur Herstellung von optisch-mechanischen Geräten, von Erzeugnissen des wissenschaftlichen Gerätebaus, von medizinisch-mechanischen Geräten etc. Der bekannteste feinmechanisch-optische Betrieb der DDR ist der VEB Carl Zeiss Jena, dem die VEB Rathenower Optische Werke, der VEB Werkzeugmaschinenfabrik Rathenow-Mögelin und der VEB Freiberger Präzisionsmechanik direkt unterstellt sind. Die Fotoapparateindustrie hatte schon vor 1945 ihren traditionellen Sitz im Raume Dresden. 60 v. H. der Produktion waren hier konzentriert. Nach 1945 hat sich die Bedeutung Dresdens als Standort der Fotoapparateindustrie noch vergrößert. Hier produzieren die Betriebe der Marken Zeiss-Ikon, Altissa, Welta, Filmosto und Belca. Alle diese Betriebe sind organisatorisch zusammengefaßt in dem Großbetrieb VEB Pentacon. Von 1960 bis 1973 hat sich die Bruttoproduktion der FOI. um das 2,93fache und damit im Vergleich zur gesamten Industrie überdurchschnittlich erhöht. Innerhalb des Industriebereichs Elektrotechnik/Elektronik/Gerätebau rangiert sie allerdings beim Vergleich der Wachstumsraten vor der Elektrotechnischen Industrie an vorletzter Stelle. Die FOI. ist vor allem für den DDR-Export von großer Bedeutung. Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 292 Feiertage A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Feriendienst des FDGBDDR A-Z 1975
Wirtschaftsstrafrecht (1975)
Siehe auch: Wirtschaftsstrafrecht: 1969 1979 Wirtschaftsstrafverordnung: 1953 1954 1956 1958 1959 1962 1963 1965 1966 Strafrecht. Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 949 Wirtschaftsrecht A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z WirtschaftssystemDDR A-Z 1975
Ostblock (1975)
Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1979 Sozialistisches Weltsystem. Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 611 Örtliche Organe der Staatsmacht A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z OstseeküsteDDR A-Z 1969
DDR A-Z 1969
OG (1969)
Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1975 Abk. für Oberstes Gericht, Gerichtsverfassung. Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 456 Offiziersschulen A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z ÖkonomikDDR A-Z 1969
Jungaktivist, Hervorragender (1969)
Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1966 Ehrentitel, der an Jugendliche verliehen wird, „die im sozialistischen ➝Wettbewerb besondere Leistungen durch die Anwendung neuer Arbeitsmethoden zur Steigerung der Arbeitsproduktivität vollbringen, den technisch-wissenschaftlichen Fortschritt verwirklichen helfen, überdurchschnittliche Ergebnisse in der Sparsamkeitsbewegung erzielen und maßgeblich zur Erfüllung und Übererfüllung der staatlichen Pläne beitragen“. (Auszeichnungen) Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 317 Jugendwohlfahrt A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Junge GemeindeDDR A-Z 1969
Deutscher Bibliotheksverband (1969)
Siehe auch: Bibliotheksverband, Deutscher: 1966 Deutscher Bibliotheksverband: 1965 1975 1979 Bibliotheken. Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 152 Deutscher Bauernkongreß A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Deutscher Buch-Export und -Import (DB)DDR A-Z 1969
Sektierertum (1969)
Siehe auch: Sektierer: 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 Sektierertum: 1975 1979 1985 Bezeichnung für „linke“ Abweichungen von der Parteilinie, insbesondere für die Haltung solcher Gruppen und Personen, die den demokratischen Zentralismus nicht anerkennen, sich zugunsten einer ausschließlich proletarischen Bewegung gegen die Bündnispolitik wenden, Sozialismus und Kommunismus im Sinne sog. Gleichmacherei auslegen, z. T. auch den Führungsanspruch Moskaus nicht akzeptieren wollen. Häufig unter „Altkommunisten“ (KP-Mitglieder der Jahre vor 1933) in Mittel- und Westeuropa vertreten. Literaturangaben Leonhard, Wolfgang: Sowjetideologie heute, Bd. II — Die politischen Lehren (Fischer-Bücherei, 461). Frankfurt a. M., 1962. 328 S. Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 557 Sekretariat des ZK der SED A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z SektionenDDR A-Z 1966
DDR A-Z 1966
Gesellschaftlich (1966)
Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1965 Im Pj. soviel wie: orientiert am Interesse der „Arbeiterklasse“ und der übrigen „werktätigen Massen“. Meist in Wortverbindungen, wie „G. Betätigung“, „G. Nutzen“. Zugrunde liegt der Gedanke, daß die Arbeiterklasse, ihr Staat und insbesondere ihre Partei das Ganze der Bevölkerung (die Gesellschaft) führen und repräsentieren. Was im Sinne von Arbeiterklasse und Partei geschieht, fördert mithin das Ganze; was Klasse oder Partei abträglich ist, gefährdet das Ganze. Was hingegen anderen Schichten nützt, kann sehr wohl als „gesellschaftlich“ negativ gewertet werden. Dieser Begriff G. unterscheidet sich mithin wesentlich von dem westlichen, wo alles, was auf größere Gruppen bezogen ist, damit bezeichnet wird. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 167 Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Gesellschaftliche Ankläger und VerteidigerDDR A-Z 1966
Demontagen (1966)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1969 1975 1979 Reparationen. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 104 Demokratisierung A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z DenkmalschutzDDR A-Z 1966
Handelsvertretungen (1966)
Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1969 Außenpolitik, Teil 3, Diplomatische Beziehungen. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 191 Handelsspanne A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Handelszentralen, Deutsche (DHZ)DDR A-Z 1966
Arbeitshygiene (1966)
Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1969 1975 1979 1985 Anhaltende Bemühung um Steigerung der Arbeitsproduktivität oder zumindest der Arbeitsintensität bringt die ständige Gefahr mit sich, die Anspannung der Menschen am Arbeitsplatz zu übersteigern (Arbeitspolitik). Verbesserte Ausbildung der Ärzte soll den schädlichen Folgen entgegenwirken. An den Hygiene-Instituten der Mediz. Fakultäten und Akademien sind dafür Lehrstühle für A. errichtet worden. Als zentrale Stätte für Forschung, Fortbildung und Beratung entstand 1960 aus der aufgespaltenen Akademie für Sozialhygiene das Institut für A. mit einer großen Klinik für Berufskrankheiten und Arbeitsschäden. Durchsetzung der A. in der Praxis der Betriebe ist Aufgabe der Arbeitssanitätsinspektionen. Für die systematische Beobachtung auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin sind bei den „Leiteinrichtungen“ im Betriebsgesundheitswesen „Arbeitshygienische Abteilungen“ eingerichtet worden. (Gesundheitswesen) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 33 Arbeitshaus A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z ArbeitskräfteDDR A-Z 1965
DDR A-Z 1965
Bartel, Kurt (1965)
Siehe auch: Bartel, Kurt: 1962 1963 1966 Barthel, Kurt: 1956 1958 1959 1960 Kuba: 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Pseudonym: Kuba. * 8. 6. 1914 in Garnsdorf, Kr. Chemnitz, als Sohn eines Eisenbahnarbeiters, Volksschule, Dekorationsmaler, 1928 SAJ. 1933 Emigration in die CSR, 1938 nach England, 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitgl. der SED, Redakteur in einem Ost-Berliner Verlag, 1948 Kulturleiter der Max-Hütte, Unterwellenborn. 1952 bis 1954 Generalsekretär des Deutschen ➝Schriftstellerverbandes in der SBZ. 1959 Chefdramaturg des Rostocker Theaters. Seit 24. 7. 1950 Kandidat, seit 4. 6. 1954 Mitgl. des ZK der SED. 1950–1958 Abg. der Volkskammer. Mitgl. der Deutschen ➝Akademie der Künste in Ost-Berlin. 1949, 1958, 1959 und 1964 Nationalpreis. 1960 Dr. h.c. der Univ. Rostock. Begann im Exil mit zündender, bildkräftiger Kampflyrik („Gedicht vom Menschen“, 1948) Byzantinische „Kantate auf Stalin“ (1949). Wandte sich immer mehr polit. Gebrauchsarbeiten zu: Betriebskultur-Arbeit, Agitprop-Gruppen, Festprogramme (Dramatische Ballade „Klaus Störtebeker“ für Rügenfestspiele 1959; „Terra incognita“ 1964) und Filme („Vergeßt mir meine Traudel nicht“, Volkspolizei-Thema, 1957). K. ist als politischer Einpeitscher berüchtigt, verantwortlich für Verfolgung und Flucht der Schriftsteller Kantorowicz und Kasten. Literaturangaben Balluseck, Lothar von: Dichter im Dienst — der sozialistische Realismus in der deutschen Literatur. 2., erw. Aufl., Wiesbaden 1963, Limes-Verlag. 288 S. m. zahlr. Abb. Rühle, Jürgen: Das gefesselte Theater — vom Revolutionstheater zum sozialistischen Realismus. Köln 1957, Kiepenheuer und Witsch. 457 S. m. 16 Abb. Rühle, Jürgen: Die Schriftsteller und der Kommunismus in Deutschland (Auszüge aus „Literatur und Revolution“ und „Das gefesselte Theater“ nebst Beitr. von Sabine Brandt). Köln 1960, Kiepenheuer und Witsch. 272 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 53 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/barthel-kurt-walter verwiesen. Bargeldumlauf A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z BasisDDR A-Z 1965
Deutsch-Sowjetische Freundschaft, Gesellschaft für (DSF) (1965)
Siehe auch: Deutsch-Sowjetische Freundschaft: 1969 1975 1979 Deutsch-Sowjetische Freundschaft, Gesellschaft für (DSF): 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF): 1969 1975 1979 1985 Hervorgegangen aus der am 30. 6. 1947 gegr. „Gesellschaft zum Studium der Kultur der SU“, am 2. 7. 1949 in DSF umbenannt. Aufgaben: Werbung für Sowjet. Politik und Kultur sowie Hilfe bei Einführung sowjet. Arbeitsmethoden (Aktivistenbewegung). Die Mitgliedschaft zur DSF gilt als Mindestforderung zum Nachweis „gesellschaftlicher Betätigung“. Die DSF wird auch als Antreiber in den Betrieben eingesetzt. Der ZV der DSF beschloß am 15. 3. 1963 Richtlinien über „neue Aufgaben“ der DSF. Danach soll sie „eng mit anderen Massenorganisationen, vor allem mit den Gewerkschaften, der KdT und der FDJ sowie mit den staatlichen Leitungen zusammenarbeiten und die bewährten Formen zur Auswertung der Erkenntnisse der sowjetischen Wissenschaft und Technik und der Erfahrungen der sowjetischen Neuerer weiterentwickeln“. Sie soll „durch eine kämpferische und überzeugende Agitations- und Propagandaarbeit zur weiteren Entwicklung des sozialistischen Bewußtseins der Werktätigen beitragen“. Dazu sollen vor allem dienen: „a) Popularisierung der großen Erfolge der Sowjetunion beim Aufbau des Kommunismus … b) Erläuterung der Politik der friedlichen Koexistenz und des Ringens der Sowjetunion für die allgemeine und vollständige Abrüstung … c) Festigung des sozialistischen Patriotismus und der Überzeugung von der Lebensnotwendigkeit der brüderlichen Freundschaft und Zusammenarbeit mit der Sowjetunion.“ Der VI. Kongreß der DSF im März 1958 bezeichnete die DSF als „einen kämpfenden Teil der NF“. Präsident der DSF war vom 19. 6. 1950–30. 3. 1958 Friedrich Ebert (SED), dann Georg Handke (SED) bis 7. 9. 1962. Seit 15. 3. 1963 Johannes Dieckmann. Am 30. 3. 1958 wurde Fritz Beyling (SED) zum 1. Vors. des Sekretariats des Zentralvorstandes gewählt. Vom 15. 3. bis 12. 9. 1963 war dies Kurt Heutehaus (SED), seitdem Franz Fischer (SED). Im Besitz der DSF ist der Verlag „Kultur und Fortschritt“. — Die DSF verleiht die Johann-Gottfried-Herder-Medaille für vorbildliche Leistungen bei der Vermittlung und Erlernung der russischen Sprache und für gute Arbeit im Sinne der DSF. Die DSF gibt an, 3,52 Mill. Mitglieder zu haben. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 93 Deutsch-Polnische Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Deutsch-Südostasiatische GesellschaftDDR A-Z 1965
VE (1965)
Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 Abk. für Verrechnungseinheiten im Interzonenhandel. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 443 VDP A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z VEABDDR A-Z 1965
Hausvertrauensleute (1965)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Durch die sowjet. Militärbehörden unmittelbar nach der Kapitulation eingesetzte Vertreter von Hausgemeinschaften. Sie waren für die vollzählige Beteiligung der Hausbewohner an Aufräumungsarbeiten und Dienstleistungen für die Rote Armee verantwortlich. Später übernahmen sie die Verteilung der Lebensmittelkarten und stellten die ersten politischen Zeugnisse für die Entnazifizierung aus. Ihre Wahl durch die Hausbewohner und ihre Aufgaben wurden 1952 gesetzlich geregelt (MiBl. 1952, S. 33). Heute sind sie verpflichtet, alle Personen, die vorübergehend in ihrem Haus auf Besuch weilen, oder Hausbewohner, die auch nur kurzfristig verreisen, den örtlichen Polizeibehörden zur Registrierung zu melden, Versammlungen der Hausbewohner zu organisieren (Hausgemeinschaften, Wohngebiet) und u. U. dem SSD Auskünfte über politisch verdächtige oder geflüchtete Hausbewohner zu erteilen. Von einer generellen Verpflichtung aller H. zur Spitzeltätigkeit für den SSD kann jedoch keine Rede sein. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 180 Haushaltsorganisationen A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Hauswirtschaft, PersönlicheDDR A-Z 1963
DDR A-Z 1963
Geld (1963)
Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1965 1966 1969 1975 Währung. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 163 Geheimer Mitarbeiter (GM) A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z GeldstrafeDDR A-Z 1963
Erwachsenenbildung (1963)
Siehe auch: Erwachsenenbildung: 1956 1958 1959 1960 1962 1965 1966 Erwachsenenqualifizierung: 1966 1969 1975 1979 Während die E. in Deutschland sich in der Zeit zwischen den Kriegen über die reine Wissensvermittlung der älteren Volksbildung erhoben hatte und heute als eine den ganzen Menschen und das ganze Volk erfassende Bildungsaufgabe verstanden wird, war der rasche Wiederaufbau des Volkshochschulwesens in der SBZ nach dem Zusammenbruch von sowjetischen Konzeptionen bestimmt, d. h. einerseits von der alten Arbeiterbildungsparole „Wissen ist Macht“, zum anderen, wenn auch für viele deutsche Mitarbeiter zunächst nicht erkennbar, von der alle Erziehungsbereiche durchdringenden ideologischen Ausrichtung auf die bolschewistische Doktrin (Marxismus-Leninismus, Stalinismus). Von vornherein wurde das Erziehungsmonopol des Regimes auch für die E. geltend gemacht und das Volkshochschulwesen damit der Lenkung durch die den Verwaltungsapparat mehr und mehr beherrschende kommun. Partei (SED) unterstellt. Nach einer kurzen Periode, in der — wie auf anderen Erziehungsgebieten — der Idealismus deutscher Reformpädagogen von der Besatzungsmacht zugelassen worden war, das Volkshochschulprogramm sich aber mehr oder weniger in berufsfördernden Fortbildungskursen erschöpft hatte, begann 1948 die bewußte Lenkung der E. im Sinne ideologischer Planaufgaben; dementsprechend wurde die E. auch selbst Objekt der Planpolitik („Die Hörerzahl der Volkshochschulen ist von 305.000 auf eine Million zu erhöhen“). Im Sinne der Bedeutung, die das Regime der E. für die Erfüllung der Wirtschaftspläne und für die „Qualifizierung“ der „mittleren Kader“ in Staat, Partei und Wirtschaft beimaß, wurde aber nicht nur der Apparat des Volkshochschulwesens zentralisiert, seine ideologische Ausrichtung institutionell und personalpolitisch gesichert, sondern es wurden auch erhebliche Mittel für den Ausbau des Volkshochschulnetzes, die Vermehrung der vollamtlichen Leiter und Dozenten, ihre Schulung und angemessene Honorierung aufgewendet. Die E. näherte sich allerdings in Stoff und Methode mehr und mehr der Kulturellen Massenarbeit und war von 1954 bis 1957 auch der gleichnamigen Hauptabt. des Ministeriums für Kultur unterstellt. Andererseits schrumpfte der Wirkungsbereich der E. von Jahr zu Jahr ein. Das gesamte Einzelvortragswesen war bereits 1955 an die Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse abgegeben worden und wird von ihr u. a. in Betriebsakademien und Dorfakademien abgewickelt, andere Aufgabengebiete fielen an die Technischen ➝Betriebsschulen, die Volkskunstkabinette, die technischen Kabinette, vor allem aber auch an das Fernstudium der Fachschulen. Neuerdings hat sich das Volkshochschulwesen, das dementsprechend auch seit 1957 wieder dem Volksbildungsministerium untersteht, zu einer allgemeinbildenden Abend-Schule für Erwachsene nach sowjetischem Muster umgebildet, nach den Lehrplänen und meist in den Räumen der allgemeinbildenden Schulen sowie „mit dem Ziel, den vollen Abschluß der Grund-, Mittel- und Oberschule zu erreichen“. 1956 gab es 225 Volkshochschulen mit 2.015 Außenstellen in Gemeinden, 1836 in Betrieben und mit 478 hauptberuflichen Dozenten. — Im II. Lehrabschnitt 1960/61 waren zu den „Gesamtlehrgängen“ des Grundschul-Lehrplans 8.236, des Mittelschul-Lehrplans 27.658 und des Oberschul-Lehrplans 5.938 Hörer eingeschrieben. 28.411 bereiteten sich auf ein Fachschulstudium, 3.052 auf eine Sonderreifeprüfung vor. 23,7 Mill. DM Ost wurden 1960 für die Volkshochschulen aufgewendet. — Zeitschrift: „Die Volkshochschule“. (Kulturpolitik, Erziehungswesen, Schule) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 129 Erschwerniszuschläge A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Erziehung, SozialistischeDDR A-Z 1963
Betriebskultur (1963)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1965 Pj. für die Bestrebungen, die Kulturpolitik zur Hebung der Arbeitsproduktivität und zur „Vergesellschaftung“aller kulturellen Äußerungen weitgehend auf die Betriebe zu konzentrieren. (Betriebsakademien, Dorfakademien, Erwachsenenbildung, Kulturelle Massenarbeit, Kulturorganisator, Kulturkommission, betriebliche ➝Kulturstätten) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 75 Betriebskomitee Neue Technik A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Betriebsordnung der LPG, InnereDDR A-Z 1963
Kaul, Friedrich Karl (1963)
Siehe auch: Kaul, Friedrich: 1966 Kaul, Friedrich Karl: 1956 1958 1959 1960 1962 1965 [S. 237]* 21. 2. 1906 in Posen als Sohn eines Kaufmanns, Gymnasium, Studium der Rechtswiss. in Heidelberg und Berlin, Dr. jur. 1933 wegen jüdischer Abstammung aus dem Justizdienst entlassen, arbeitete als Versicherungsvertreter. 1935 bis 1937 KZ, dann Mittelamerika, 1942 in USA interniert. Nach Rückkehr SED, Justitiar beim Rundfunk in Ost-Berlin, später bei der dt. Verwaltung für Volksbildung. Im Mai 1948 vorläufig, im Juni 1949 endgültig als Rechtsanwalt bei sämtlichen Berliner Gerichten zugelassen. Prominentester SED-Verteidiger vor West-Berliner und westdeutschen Gerichten, vor allem auch im KPD-Prozeß in Karlsruhe. K. veröffentlichte zahlreiche Hörspiele u. Schriften, in denen es um Vorgänge im Grenzbereich von Politik und Kriminalität geht und die verfassungsrechtliche Ordnung der Bundesregierung diffamiert wird. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 237 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1963 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/kaul-friedrich-karl verwiesen. Kaufkraft A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z KdTDDR A-Z 1962
DDR A-Z 1962
Handelsinspektion, Staatliche (1962)
Siehe auch: Handelsinspektion, Staatliche: 1958 1959 1960 1963 1965 1966 Staatliche Handelsinspektion: 1969 1975 1979 Im Febr. 1953 errichtetes Organ des Ministeriums für Handel und Versorgung zur laufenden Kontrolle der Betriebe des staatlichen, genossenschaftlichen und privaten Konsumgüter-[S. 173]Groß- und Einzelhandels, der VEAB, der Versorgungs- und Lagerungskontore für Konsumgüter und der Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. Die SH. überprüft außerdem die Verwaltungen der Handelsorgane und die Abt. Handel und Versorgung der Räte der Kreise und Städte. Organisation und Aufgaben der SH. wurden in der VO vom 3. 5. 1956 geregelt. Die SH. soll die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich Preisfestsetzung, Warenverteilung, Sauberkeit, Vollständigkeit des Warensortiments usw. überwachen. Sie arbeitet eng mit der Arbeiterkontrolle zusammen. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Siebente, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1962: S. 172–173 Handelsbank AG., Deutsche (DHB) A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Handelskontore für Zucht- und Nutzvieh, VolkseigeneDDR A-Z 1962
Nationalhymne (1962)
Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985 Die N. der Sowjetzonen-Republik wurde 1949 verfaßt von Johannes R. ➝Becher und vertont von Hanns ➝Eisler. Ihr erster Vers lautet: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt, laß uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland. Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint, denn es wird uns doch gelingen, daß die Sonne schön wie nie über Deutschland scheint.“ (Aus dem zweiten Vers: „Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind …“) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Siebente, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1962: S. 306 Nationale Volksarmee (NVA) A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z NationalismusDDR A-Z 1962
Warenverkehr, innerdeutscher (1962)
Siehe auch die Jahre 1963 1965 1966 1969 1975 1979 Interzonenhandel. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Siebente, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1962: S. 477 Warenkontore, Zentrale A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Warenverzeichnis, AllgemeinesDDR A-Z 1962
Seeschiffahrt (1962)
Siehe auch die Jahre 1960 1963 1965 1966 1969 1975 1979 Schiffahrt. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Siebente, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1962: S. 390 Seepolizei A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Sefrin, MaxDDR A-Z 1960
DDR A-Z 1960
Normative (1960)
Siehe auch: Normative: 1958 1959 Normativ, Technisches: 1956 N. sind die kleinsten, nicht weiter zerlegbaren Teile eines Arbeitsvorganges. Ein technisches N. ist im Gegensatz zum Zeitnormativ der kleinste Teil eines Arbeitsvorganges (Arbeitsstudie), der durch die Arbeitsweise von Maschinen und Einrichtungen bestimmt wird. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 294 Norm A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z NormenkatalogDDR A-Z 1960
Polizeistunde (1960)
Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985 In der SBZ geregelt durch VO vom 8. 12. 1955 (GBl. I, S. 929). Die P. dauert grundsätzlich von 24 Uhr bis 6 Uhr. An Sonnabenden und Tagen vor gesetzlichen Feiertagen sowie an Sonn- und Feiertagen beginnt die P. um 1 Uhr des darauffol[S. 315]genden Tages. Die Volkspolizei ann die P. verkürzen, aufheben und zum Schutze der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einen früheren Beginn der P. festsetzen. Für die P. im Sperrgebiet bestehen Sonderregelungen. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 314–315 Polizeihelfer A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z PolizeitruppenDDR A-Z 1960
Görlitz (1960)
Siehe auch die Jahre 1956 1962 1963 1965 1966 1969 Stadtkreis im sächsischen Bezirk Dresden, Kreisstadt, Hauptort der Lausitz, an der Görlitzer Neiße, mit 90.658 Einwohnern (1959); zahlreiche Renaissancebauten, spätgotische Peter-und-Pauls-Kirche (13./15. Jh.); vielseitige Industrie: Maschinen- und Waggonbau, Textilien (Tuche); Sitz des Kapitelsvikars des Erzbistums Breslau und des Bischofs der Ev. Kirche von Schlesien. Im 2. Weltkrieg erlitt insbesondere die Innenstadt erhebliche Zerstörungen. 1945 kam G. mit den westlich der Neiße gelegenen Kreisen der preußischen Provinz Schlesien wieder zu Sachsen; die Vororte ostwärts der Neiße stehen seither (als Zgorzelec) unter polnischer Verwaltung (Oder-Neiße-Linie). Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 150 Goldenbaum, Ernst A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z GosplanDDR A-Z 1960
Kalibergbau (1960)
Siehe auch: Kalibergbau: 1959 1962 1963 1965 1966 Kaliindustrie: 1969 1975 1979 1985 Fast zwei Drittel der deutschen Kalivorkommen liegen im Gebiet der SBZ. Die effektive Produktion an Kalierzeugnissen liegt jedoch in der BRD wegen der besseren technischen Ausstattung der Betriebe höher. (1959 BRD 2,14 Mill. t, SBZ 1,64 Mill.~t K2O-Gehalt der Kalirohsalze). Die noch nicht erschlossenen Kalivorkommen in der SBZ werden auf 13 Mrd.~t geschätzt. In der Weltförderung nimmt die SBZ die dritte Stelle hinter den USA und der BRD ein. Kali ist Rohstoffbasis für viele chemische Verbindungen und für die Herstellung von Düngemitteln. 60 v. H. der SBZ-Erzeugung werden exportiert. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 195 Kadettenanstalt A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z KammerabkommenDDR A-Z 1959
DDR A-Z 1959
Nord-Süd-Kanal (1959)
Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1966 1969 Wasserstraßen. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Fünfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1959: S. 256 Norden, Albert A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z NormDDR A-Z 1959
Generallinie (1959)
Siehe auch die Jahre 1956 1958 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 Marxismus-Leninismus. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Fünfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1959: S. 192 Gemeindevertretung A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Generalstaatsanwalt der DDRDDR A-Z 1959
Außenpolitik (1959)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985 [S. 42]Von einer A. der SBZ kann erst seit Errichtung der „DDR“ (7. Oktober 1949) gesprochen werden. Innerhalb der Richtlinien der Verfassung soll der Außenminister die auswärtige Politik „selbständig unter eigener Verantwortung“ gegenüber der Volkskammer (Art. 98, 2 der Verfass.) leiten. Die A. der SBZ ist jedoch völlig nach der sowjetischen A. ausgerichtet und vollkommen von ihr abhängig. Die SBZ unterhält diplomatische Beziehungen nur zu den Staaten des Ostblocks, und ihre Botschafter und Gesandten haben im wesentlichen nur repräsentative Pflichten. Wie im gesamten Ostblock besteht auch in der SBZ eine Zweigleisigkeit der A., da unabhängig vom Außenministerium und Über dieses hinweg die SED (Abt. Außenpolitik und Internationale Verbindungen im ZK der SED) mit den kommun. Parteien der Oststaaten auch über außenpolitische Fragen verhandelt. Die enge außenpolitische Bindung an den Ostblock hat ihren Niederschlag in einer Reihe von Verträgen mit der SU und den Volksdemokratien gefunden. Die wichtigsten dieser Verträge sind: 1. die Abkommen mit Polen vom 6. 6. und 6. 7. 1950; sie gliedern sich in einen Vertrag über technisch-wissenschaftliche und über kulturelle Zusammenarbeit sowie das Grenzabkommen (Oder-Neiße-Linie)., 2. der Vertrag mit der Tschechoslowakei vom 23. 6. 1950, der bestätigte, „daß es zwischen beiden Staaten keine Streitigkeiten und offenen Fragen gibt“, und daß die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei „unabänderlich, gerecht und endgültig“ sei. Sämtliche Abkommen wurden durch Wirtschaftsverträge ergänzt (Außenhandel). Mit der Teilnahme der Regierung der SBZ an der Prager Konferenz der Ostblockstaaten, deren Ergebnisse in den sog. „Prager Beschlüssen“ vom 21. 10. 1950 niedergelegt sind, ist die außenpolitische Einbeziehung der SBZ in den Ostblock auch formell beendet (wichtigster Inhalt der Prager Bechlüsse: Die Deutschland-Beschlüsse der New Yorker Außenministerkonferenz der drei Westmächte vom 19. 9. 1950 werden für rechtswidrig und international ungültig erklärt; gefordert wird u. a. die Errichtung einer deutschen Zentralregierung, zu der die SBZ die Hälfte der Mitglieder bestimmt). Praktisch sind alle außenpolitischen Beziehungen der SBZ nur im Rahmen der sowjetischen Besatzungspolitik zu werten, obwohl die SU die „DDR“ (seit 25. 3. 1954) der Form nach als „souveränen Staat“ bezeichnet. Die Prager Konferenz von Vertretern der undemokratisch gewählten Einlisten-Parlamente Polens, der Tschechoslowakei und der „DDR“ (Dez. 1954) verstärkte die Abhängigkeit der SBZ vom Sowjetlager, indem sie gemeinsame Rüstungsvorkehrungen gegen die westeuropäische Abwehrorganisation beschloß. Nur eine formale Geste war es, als die SU den Kriegszustand mit Deutschland für beendet erklärte (25. 1. 1955) und Polen, die Tschechoslowakei und andere Satelliten diesem Beispiel folgten. Am 14. 5. 1955 schlossen die Staaten des Sowjetblockes, zu denen als 8. Staat die SBZ herangezogen war, in Warschau einen Beistands- und Rüstungspakt (Warschauer Beistandspakt) gegen die Abwehrbemühungen der nichtkomm. Staaten Europas und unterstellten sich auch offen dem Oberfehl eines Sowjetmarschalls (Konjew). Um die Empfindlichkeit der Westmächte zu schonen, und weil die SU an der Zuverlässigkeit der Waffenträger der SBZ zweifelte, wurde die „DDR“ — zum Bedauern der SED — noch nicht offen in die im engeren Sinne militärischen Abmachungen einbezogen. Dies wurde am 28. 1. 1956 nach[S. 43]geholt. Damit sollte die „DDR“ noch fester an das Sowjetlager gebunden werden, sollte der Wiedervereinigung ein weiterer Stein in den Weg gelegt werden. Der Moskauer Vertrag zwischen der SU und der „DDR“ (20. 9. 1955) bestätigte die „Souveränität“ der „DDR“ und erklärte, die sowjetzonale Republik sei „frei in der Entscheidung über Fragen ihrer Innenpolitik und Außenpolitik“. Diese formelle Anerkennung wurde ergänzt durch die Zusicherung der gegenseitigen Hilfe, der Zusammenarbeit und des Ausbaues der „wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technischen und kulturellen Verbindungen“. Die Besetzung der SBZ wurde als „zeitweilig … mit Zustimmung der Regierung der DDR“ bezeichnet. Damit wollte die SU 1. die Stellung der SED stärken; 2. im Hinblick auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der SU und der Bundesrepublik (13. 9. 1955) die „DDR“ als gleichberechtigten Verhandlungspartner gegenüber der Bundesrepublik hinstellen; 3. in bezug auf die „entspannende“ Konferenz der Regierungschefs in Genf (August 1955) der „DDR“ eine internationale souveräne Rolle Zuspielen. — Um die Finanz- und Wirtschaftsnot der „DDR“ zu beheben und um sie wettbewerbsfähig gegen die Bundesrepublik zu machen, erließ ihr die SU am 17. 7. 1956 die Hälfte der Besatzungskosten und gewährte ihr beträchtliche Kredite. Zugleich wollte die SU mit diesem Abkommen den Eindruck erwecken, als ob sie die „DDR“ als gleichberechtigten Verbündeten betrachte. Wie auf allen internationalen Konferenzen seit 1954 betonte die Regierung der SU auch bei dieser Gelegenheit, die „DDR“ habe den Anspruch darauf, unberührt von gesamtdeutschen Wahlen und bereits vor solchen, als rechtmäßiger und gleichberechtigter deutscher Teilstaat anerkannt zu werden und paritätisch mit der Bundesrepublik eine Wiedervereinigung auszuhandeln. — Die „DDR“ war und ist ständig bemüht, auch mit nichtkommun. Staaten Handelsabkommen abzuschließen, um auf diesem Wege allmählich auch als souveräner diplomatischer Partner anerkannt zu werden. Immer wieder, wie z. B. in der Regierungserklärung des Außenministers Dr. Bolz vom 28. 8. 1958, erhebt die „DDR“ den Anspruch, als Nachfolgestaat des Deutschen Reiches anerkannt zu werden. Ihre Bemühungen um diplomatische Anerkennung auch in Staaten außerhalb des Sowjetblockes hatten ein gewisses Ergebnis. Bis Mitte 1959 konnte die „DDR“ regierungsamtliche Handelsvertretungen errichten in Argentinien, Brasilien, Burma, Columbien, Finnland, Indien, Indonesien, Irak, Jemen, Jugoslawien, Liberia, Sudan, Uruguay, in der Vereinigten Arabischen Republik (Ägypten-Syrien). In einigen anderen Staaten erreichte sie nur die Zulassung von Vertretungen der „Kammer für Außenhandel der DDR“: in Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, in den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, Türkei. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Jugoslawien und der „DDR“ am 10. 10. 1957 war damit verbunden, daß seitdem auch Jugoslawien die Oder-Neiße-Linie als Grenze zwischen der SBZ und Polen bezeichnet. Mit diesem Abkommen wurde seitens der SBZ-Regierung einmal mehr den Interessen der sowjetischen Außenpolitik Vorschub geleistet. Ihr Ziel, im Sinne des sowjetischen Imperialismus und seiner weltrevolutionären Absichten zu wirken, verfolgt die A. der „DDR“ auch mit jener untergründigen Form außenpolitischer Aktivität, die der Ausschuß für deutsche Einheit z. B. wie folgt umschreibt: „Ein wichtiger Grundsatz der Außenpolitik der DDR ist die Zusammenarbeit mit den friedliebenden, demokratischen Kräften in allen Ländern und [S. 44]vor allem die Aktionseinheit der deutschen Arbeiterklasse mit der internationalen Arbeiterklasse.“ Seit dem Frühjahr 1957 zielt die unter dem Schlagwort Koexistenz geführte sowjetische Propaganda darauf ab, die atomaren Verteidigungswaffen von NATO-Truppen mit allen nur denkbaren Mitteln zu diffamieren. Seitdem ist die A. der SBZ noch enger als vorher mit dem „Friedenskampf“ (Frieden) des Sowjetblocks verknüpft. So schlug die Regierung der SBZ am 3. 4. 1957 der Bundesregierung vor, sie solle alle Atomwaffen ablehnen, einschließlich derer, die zur Ausrüstung von nicht-deutschen NATO-Truppen auf dem Boden der Bundesrepublik gehören. Am 27. 7. 1957 legte die Regierung der SBZ diesen Plan der Bundesregierung noch einmal vor und forderte als Voraussetzung für eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa das „Ausscheiden der beiden deutschen Staaten aus der NATO und aus dem Warschauer Vertrag, Aufhebung der Wehrpflicht und Vereinbarung über die beiderseitige Truppenstärke; gemeinsames oder einzelnes Ersuchen an die vier Mächte auf baldige schrittweise Zurückziehung ihrer Truppen aus ganz Deutschland.“ Um die NATO zu sprengen und die Bundesrepublik ohne den Schutz ihrer Verbündeten der Sowjetunion und der Agitation der SED gegenüberzustellen, arbeitet die A. der SBZ seit dem 5. 10. 1957 mit jenem Vorschläge für eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa, der mit dem Namen des polnischen Außenministers Rapacki verbunden ist. Dieser Vorschlag wurde z. B. am 11. 12. 1957 wieder aufgegriffen. An diesem Tage übernahmen Regierung und Volkskammer das von der KPdSU diktierte Moskauer „Friedensmanifest der kommunistischen und Arbeiterparteien“. Unter Berufung auf die weltrevolutionären Richtlinien, die die KPdSU den kommunistischen Parteien am gleichen Tage in Moskau erteilt hatte, forderte die Regierung der SBZ „eine breite atomwaffenfreie Zone im Herzen Europas“. Sie stellte diese taktischen Forderungen bezeichnenderweise in den Mittelpunkt einer Erklärung zur A. Weiter heißt es in dieser Regierungserklärung zur A., die eine Anweisung für den Klassenkampf und für die Aktionseinheit gegen den Bundestag der Bundesrepublik ist, u.a.: „Jetzt, wo der Widerstand gegen eine atomare Aufrüstung auch in Westdeutschland in starkem Maße zunimmt, sind aktive Kampfmaßnahmen einer breiten Volksbewegung unter Führung der im Zeichen der Aktionseinheit zusammengeschlossenen Arbeiterklasse nötig. Dazu gehört selbstverständlich auch die Zusammenarbeit mit der DDR … Ideologische Meinungsverschiedenheiten und Differenzen dürfen kein Hinderungsgrund für eine Vereinigung im Friedenskampf sein.“ Diese zersetzende Agitation gegen die Bundesrepublik wird ergänzt durch die Aufforderung an die Sowjetzone, vor allem an die SED und die Nationale Front, es dürfe „bei uns in Grundfragen keine Differenzen geben“. Denn „die Festigung unserer sozialistischen Ordnung ist die beste Unterstützung des Friedensmanifestes“. A. und parteipolitische Klassenkampf-Agitation sind, wie in allen Staaten des Sowjetblocks, auch in der SBZ eng miteinander verbunden. Seit 1949 erhebt das Sowjetzonenregime Anspruch, als souveräner Staat anerkannt zu werden. Wenn es seit Frühjahr 1957 diese Forderung verstärkt, dann hat dies zwei Seiten. Einerseits wünscht das Sowjetzonenregime, das ganze deutsche Volk und die Welt sollten es als gleichberechtigt mit der Bundesrepublik anerkennen, als den einen deutschen [S. 45]Staat neben dem anderen. Andererseits ist die Forderung, als souveräner Staat anerkannt zu werden, ein innenpolitischer Schritt, ein Schachzug in der sowjetzonalen Wiedervereinigungstaktik. Sobald nämlich die „DDR“ als souveräner Staat und als einer der beiden deutschen Staaten anerkannt wäre, würde das Sowjetzonenregime die Forderung erheben, der alleinberechtigte und ausschließliche Vertreter des ganzen deutschen Volkes zu sein. Das gleiche gilt von dem seit 30. 12. 1956 angeregten, seit 30. 1. 1957 deutlich ausgesprochenen Vorschlag zu einer Konföderation zwischen dem sowjetzonalen Staat und der Bundesrepublik. Er ist nicht eigentlich außenpolitisch, weil er auf einen staatsrechtlichen, bundesstaatsmäßigen Zusammenschluß zwischen der „DDR“ und der Bundesrepublik hinzielt, bei dem die Bundesrepublik mehr oder weniger staatsstreichmäßig sowjetisiert werden soll. Das Sowjetzonenregime sucht ständig nach Gelegenheiten, seine Forderungen zur Außenpolitik vorzutragen. Solch eine Gelegenheit bot die Genfer Außenministerkonferenz der vier Mächte vom Mai bis Juli 1959, die durch die ultimativen Erklärungen der SU (seit 10. 11. 1958) gegen den Vier-Mächte-Status West-Berlins herbeigeführt worden war. Wie die Regierungserklärung vom 9. 9. 1959 rückblickend betont, sucht die „DDR“ zu erreichen, „daß Verhandlungen über Deutschland ohne die Teilnahme beider deutscher Staaten unmöglich sind“. Sie erstrebt „ihre De-facto-Anerkennung durch die Westmächte“. Dabei vermeidet das Sowjetzonenregime ängstlich die Probe, wie die Bevölkerung der SBZ sich in geheimen, international kontrollierten Wahlen, vor allem in Mehrlistenwahlen, zu seiner Politik stellt. Literaturangaben : Die Bemühungen der Bundesrepublik um Wiederherstellung der Einheit Deutschlands durch gesamtdeutsche Wahlen. Dokumente und Akten, I. Teil (4., erw. Aufl.) Bonn 1958. 153 S.; II. Teil (erw. Neuaufl.) 1958. 290 S.; III. Teil: Systemat. Regist. 1958. 58 S. Je eine englische und eine französische Ausgabe in einem Bande enthält die in den beiden deutschen Sammlungen zusammengestellten Dokumente und Akten bis Januar 1954. Duhnke, Horst: Stalinismus in Deutschland — Die Geschichte der sowjetischen Besatzungszone (Rote Weißbücher 15). Köln 1955, Kiepenheuer und Witsch. 378 S. Erfurt, Werner: Die sowjetrussische Deutschlandpolitik. 4., erw. Aufl., Eßlingen 1959, Bechtle. 203 S. Lukas, Richard: 10 Jahre sowjetische Besatzungszone … Mainz 1955, Deutscher Fachschriften-Verlag. 215 S. Meissner, Boris: Rußland, die Westmächte und Deutschland. Die sowjetische Deutschlandpolitik 1943–1953. Hamburg 1953, Nölke. 375 S. Chronologische Materialien zur Geschichte der SED 1945 bis 1956. Berlin 1956, Informationsbüro West. 637 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Fünfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1959: S. 42–45 Außenhandelswerbegesellschaft m.b.H. A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z AustauschnormenDDR A-Z 1959
Sovexportfilm (1959)
Siehe auch: Sovexportfilm: 1954 1956 1958 1960 1962 1963 1965 1966 1969 Sowexportfilm: 1953 Sowjetische Filmverleihgesellschaft in der SBZ die in den ersten Jahren nach 1945 das Filmgeschäft der Zone (Verleih, Import, Theater) beherrschte. Die S. sorgte bis etwa 1949 dafür, daß mindestens 50 vH. aller laufenden Filme Sowjetfilme waren. Solche Filme liefen jedoch meistens vor fast leeren Häusern, und die Sowjets haben hierbei keine Gewinne erzielen können. 1950 wurde als Nachfolgeorganisation der S. und mit deren Beteiligung die Progress-Film-Vertrieb-GmbH gegründet, die den VEB gleichgestellt ist und das Monopol für den Filmvertrieb in der SBZ innehat. (Filmwesen) Literaturangaben Kersten, Heinz: Das Filmwesen in der sowjetischen Besatzungszone. (BB) 1954. 139 S. m. 2 Anlagen und Nachtrag. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Fünfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1959: S. 324 Sorgerecht A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z SowchosDDR A-Z 1958
DDR A-Z 1958
Naturalhilfsfonds (1958)
Siehe auch die Jahre 1953 1956 Als „Solidaritätsaktion der werktätigen ➝Bauern“ von der VdgB 1948 begründeter und verwalteter Fonds landwirtschaftlicher Erzeugnisse, aus dem unverschuldet in Not geratenen Bauern Hilfe zufließen soll. Die Einlagen für den N. stellen eine zusätzliche Belastung zur Ablieferungspflicht dar. Sie betrugen zunächst 2 v. H. der Ablieferungsmengen an die staatl. Erfassungsorgane und wurden von sämtlichen ablieferungspflichtigen Betrieben erhoben. Nach 1949 geriet der N. einstweilen in Vergessenheit. Erst am 1. 4. 1954 wurde vom Zentralvorstand der VdgB (BHG) seine Fortführung und Erweiterung beschlossen und in der Direktive Nr. 12 festgelegt. Danach wird zwischen dem N. A und B unterschieden. Im N. A werden Getreide, Kartoffeln, Heu und Stroh erfaßt, die als Übersollmengen gegen Bezahlung abgegeben werden. Unter N. B laufen die durch Selbstverpflichtung der Bauern kostenlos zu liefernden Naturalspenden. Die in allen Verwaltungskreisen jährlich durchzuführenden „Tage des N.“ sollen für die Einlagenzeichnung werben. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 221 Nationalpreis für Wissenschaft und Technik A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Naturgemäße ViehhaltungDDR A-Z 1958
Glaser, Heinz (1958)
Siehe auch das Jahr 1959 [S. 117]Dezember 1950 bis 23. 1. 1952 2. Sekretär der SED-Landesleitung Sachsen, anschließend bis Oktober 1952 im ZK-Apparat der SED tätig, von 5. 10. 1952 bis 21. 8. 1954 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Halle, nach dem Besuch der SED-Parteihochschule seit 5. 10. 1955 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Gera. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 117 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1958 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/glaser-heinz verwiesen. Girnus, Wilhelm A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Gleichberechtigung der FrauDDR A-Z 1958
Neulehrer (1958)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1959 1960 1962 1963 1965 1966 Bezeichnung vornehmlich für Lehrer mit einer Kurzausbildung. Für sie gab es von 1946 an verschiedene organisierte Einrichtungen zur Vorbereitung auf die 1. bzw. 2. Lehrerprüfung. (Lehrerbildung, Fernstudium) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 224 Neuer Kurs A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Neumann, Alfred 1909DDR A-Z 1958
Warenzeichen (1958)
Siehe auch die Jahre 1956 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985 Das W.-Recht ist durch Gesetz vom 17. 2. 1954 (GBl. S. 216) in Anlehnung an die Bestimmungen des W.-Gesetzes vom 5. 5. 1936 neu geregelt. Alt-W., die am 8. 5. 1945 noch bestanden haben, konnten innerhalb von vier Monaten nach Inkrafttreten des W.-Gesetzes durch einen Antrag beim Amt für Erfindung und Patentwesen aufrechterhalten werden. Nicht erledigte Alt-W.-Anmeldungen wurden auf Antrag mit dem Zeitrang des Eingangs beim ehemaligen Reichspatentamt weiter behandelt. Seit 1956 ist das Gebiet der SBZ wieder dem Madrider Abkommen über die internationale Registrierung von Fabrik- und Handelsmarken vom 14. 4. 1891 angeschlossen (VO vom 15. 3. 1956, GBl. S. 271). Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 343 Warenvertriebsgesellschaft mbH., Deutsche (DWV) A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Warnke, HerbertDDR A-Z 1956
DDR A-Z 1956
DEFA (1956)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 Abk. für Deutsche Film AG, jetzt Deutsche Filmgesellschaft m. b. H. (Filmwesen) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 58 DDR A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z DelitzschDDR A-Z 1956
Anhalt (1956)
Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 Land des Deutschen Reiches, 1945/1947 mit der preußischen Provinz Sachsen zu dem Land Sachsen-Anhalt vereinigt; 2.326 qkm, 0,4 Mill. Einwohner (1939); Hauptstadt: Dessau, Landesfarben: Rot-Grün-Weiß. A. ist hervorgegangen aus der Grafschaft Askanien und wurde 1218 Fürstentum. Nach dem Tode, des Fürsten Heinrich I. 1244 mehrfach geteilt, war A. um 1560 unter Fürst Joachim Ernst wieder vereinigt. 1603 zerfiel das Land in die Linien A.-Köthen I (bis 1665), A. Zerbst (bis 1793), A.-Köthen II (bis 1847), A.-Bernburg (bis 1863) und A.-Dessau. 1806/07 nahmen die Fürsten die Herzogswürde an; von 1807–1813 gehörten die drei anhaitischen Herzogtümer zum Rheinbund. Das vereinigte A. trat 1866 dem Norddeutschen Bund bei; seit 1871 gehört das Land zum Deutschen Reich. A. wurde 1918 Freistaat, der nach 1933 im Zuge der sog. Reichsreform weitgehend seine Eigenstaatlichkeit verlor und bis 1945 mit Braunschweig einem gemeinsamen Reichsstatthalter unterstand. In den letzten Wochen des 2. Weltkrieges wurde A. von amerikanischen und sowjetischen Truppen besetzt; am 1. 7. 1945 fielen auf Grund der alliierten Abkommen über die Zoneneinteilung auch die westlich der vorläufigen Demarkationslinie gelegenen Landesteile an die Sowjets. Wenige Tage später befahl die SMAD die Einbeziehung des Landes in die preußische Provinz Sachsen, aus der nach der Auflösung Preußens durch den Alliierten Kontrollrat im Juli 1947 das Land Sachsen-Anhalt hervorging. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 16 Angestellte A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z AnleitungDDR A-Z 1956
Investitionen (1956)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985 I. bilden nach der Defin. im Lehrbuch „Politische Ökonomie“ „die Gesamtheit der Aufwendungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zur Schaffung neuer und zur Rekonstruktion bereits bestehender Anlagefonds der Produktions- und der Nichtproduktionssphäre“. Um die einzelnen Betriebe ökonomisch stärker zu interessieren, werden ab 1. Januar 1955 in allen zentral geleiteten Betrieben der „volkseigenen“ Industrie Amortisationen und Gewinne zur vollen bzw. teilweisen Finanzierung der I. herangezogen, während vorher sämtliche Gewinne und Amortisationen an den Staatshaushalt abgeführt werden mußten. Die restlichen Investitionsmittel erhalten die Betriebe aus dem Staatshaushalt über die Deutsche ➝Investitionsbank zugewiesen. Die Höhe wird für jeden Wirtschaftszweig durch die Staatliche ➝Plankommission festgelegt. Die Investitionspolitik ist im Rahmen der sowjetzonalen Finanzpolitik eins der wirksamsten Instrumente der Wirtschaftslenkung. Im ersten Fünfjahrplan legte man den Gesamtumfang der staatlichen I. (ohne Lizenzen und Kredite) auf 20.564,5 Mill. DM Ost fest. Eine Erhöhung erfolgte jedoch in den einzelnen Volkswirtschaftsplänen auf insgesamt 22.413,9 Mill. DM Ost, von denen dann 20.879 Mill. DM Ost von der zentral geleiteten und örtlichen Wirtschaft in Anspruch genommen wurden (48,5 v. H. von der Industrie, 9,5 v. H. von der Landwirtschaft, 1,2 v. H. vom Handel, 13,1 v. H. vom Verkehr, 1,9 v. H. vom Gesundheitswesen, 3,8 v. H. von der Volksbildung). Von den Gesamtinvestitionen der zentral geleiteten „volkseigenen“ Industrie gingen 68 v. H. vorrangig in die Grundstoffindustrie, 14,7 v. H. in den Maschinenbau und 6,3 v. H. in die Leichtindustrie. Im zweiten Fünfjahrplan sollen 47,6 Mrd. DM Ost für staatliche H. aufgewendet werden, davon 3,6 Mrd. DM Ost für I. der nationalen Verteidigung. Hinzu sollen kommen 7 Mrd. DM Ost für I. aus Eigenmitteln und Krediten. Ziel dieser erhöhten I. ist, die Voraussetzung für die Beschleunigung des technischen Fortschritts in der Industrie, für Mechanisierung, Modernisierung, und Automatisierung der entscheidenden Produktionsprozesse und zur Steigerung der Arbeitsproduktivität zu schaffen. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 123 Interzonenverkehr A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Investitionsbank, Deutsche (DIB)DDR A-Z 1956
Volkseigentums, Gesetz zum Schutze des (1956)
Siehe auch die Jahre 1954 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 Mit dem „Gesetz zum Schutze des Volkseigentums und anderen gesellschaftlichen Eigentums“ vom 2. 10. 1952 (GBl. S. 982) folgt die Gesetzgebung der SBZ dem sowjetischen Vorbild, wonach „Volkseigentum, genossenschaftliches Eigentum oder Eigentum gesellschaftlicher Organisationen“ — unter letzteres fällt auch das Eigentum politischer Parteien — einen größeren Schutz genießt als das sonstige Privateigentum (Eigentum). Diebstahl, Unterschlagung und Betrug an „Volkseigentum“ usw. wird mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren, Urkundenfälschung oder Untreue mit Zuchthaus von 3 bis 15 Jahren bestraft. In besonders schweren Fällen Zuchthaus von 10 bis 25 Jahren und Vermögenseinziehung. Jeder hat die Pflicht, ein ihm „glaubwürdig bekanntgewordenes, in Vorbereitung befindliches oder begangenes Verbrechen“ anzuzeigen, selbst wenn sich die Anzeige gegen einen nächsten Angehörigen richtet. Bei Unterlassung der Anzeige wird er mit Gefängnis von 6 Monaten bis zu 3 Jahren bestraft (§ 4). In der nach Verkündung des Neuen Kurses erlassenen Richtlinie Nr. 3 (ZBl. S. 543) kritisiert das Oberste Gericht die bisherige Anwendung des Gesetzes als „zu formal. Ob die Anwendung des Gesetzes zum Schutze des Volkseigentums geboten ist, beurteilt sich nach den gesamten objektiven und subjektiven Umständen der Tat und ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang.“ Wenn kein „schwerer Angriff gegen gesellschaftliches Eigentum“ vorliegt, sollen die Bestimmungen des Strafgesetzbuches Anwendung finden. Auch in dieser Richtlinie fehlt — genau wie in der Richtlinie zur Anwendung des Gesetzes zum Schutze des ➝innerdeutschen Handels — eine klare Abgrenzung des „schweren Angriffs“, diese bleibt der Staatsanwaltschaft und den Gerichten überlassen. In einem Urteil v. 30. 9. 1954 sagt das Oberste Gericht, daß nicht nur deutsches, sondern auch sowjetisches oder volksdemokratisches Eigentum unter dem Schutz des VESchG steht („Neue Justiz“ 1955, S. 733). Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 283 Volkseigentums, Amt zum Schutze des A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z VolkshochschulenDDR A-Z 1954
DDR A-Z 1954
Apothekenreform (1954)
Siehe auch: Apotheken: 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985 Apothekenreform: 1953 1956 Das Apothekenwesen, in Deutschland seit langem reformbedürftig, wurde in der SBZ durch die „Verordnung der Deutschen Wirtschaftskommission über die Neuregelung des Apothekenwesens“ vom 22. 7. 1949 in dem Sinne reformiert, daß alle bisherigen Apothekenrechte (Privilegien, Real- und Personalkonzessionen) erloschen. Die zum Zeitpunkt der Verordnung verwalteten, verpachteten oder sequestrierten Apotheken wurden in Volkseigentum übernommen; die Privatbetriebe sollen mit dem Tode des Besitzers ebenfalls an den Staat fallen, haben inzwischen aber noch die Entschädigung für die bisherigen Inhaber der liquidierten Apothekenrechte aufzubringen. Die Apotheken im „Volkseigentum“ werden als Landes-, Poliklinik-, Betriebspoliklinik- oder Krankenhausapotheken geführt; die Landesapotheken werden im Gegensatz zu den übrigen Apotheken im „Volkseigentum“ verpachtet. Am 1. 1. 1950 gab es in der SBZ 737 Landesapotheken, 245 Poliklinikapotheken, 5 Betriebspoliklinikapotheken, 40 Krankenhausapotheken und 519 Privatapotheken. Die Zahl der Privatapotheken nimmt, wie nach Vorstehendem erklärlich, ständig ab, zumal zahlreiche Apotheker durch die wachsende Belastung der Ausgleichskasse und ständige Verwaltungsschikanen zur Aufgabe ihrer Betriebe und zum Verlassen der Zone gezwungen werden. Hierdurch wie auch durch einen empfindlichen Mangel an Fachpersonal, dem durch Schnellausbildung auf Pharmazie-Schulen begegnet werden soll, wird die ohnehin unzulängliche Arzneiversorgung der Zone noch weiter erschwert (Gesundheitswesen) Fundstelle: SBZ von A–Z. Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage, Bonn 1954: S. 12 Antifaschistisch-demokratische Ordnung A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Appelt, RudolfDDR A-Z 1954
Qualifizierung (1954)
Siehe auch: Qualifikation: 1953 Qualifizierung: 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 Im Pj. einer der Kernbegriffe der sowjetischen Arbeitspolitik. „Die Qualifizierung der Arbeiter, die durch die möglichst große Differenzierung sehr stark gefördert wird, ist ein außerordentlich wichtiger Faktor zur weiteren Steigerung der Arbeitsproduktivität“ („Einheit“, H. 4/1951). Daher berücksichtigen die Betriebskollektivverträge insbesondere „die Heranbildung von fachlichem Nachwuchs u. die systematische Erhöhung der Qualifikation der Arbeiter, Techniker und Ingenieure“. Dem dienen die Innerbetriebliche ➝Schulung, die Betriebsfachschulen, die Aktivistenschulen, Sonderkurse für Gewerkschaftsfunktionäre usw. Literaturangaben *: Die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft in der Sowjetzone. Materielle, ideologische und disziplinarische Mittel zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und ihre sowjetischen Vorbilder. 2., überarb. Aufl. (BB) 1953. 106 S. mit 6 Anlagen. Fundstelle: SBZ von A–Z. Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage, Bonn 1954: S. 127 Propaganda A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z RahmenkollektivvertragDDR A-Z 1954
Arbeiterkind (1954)
Siehe auch die Jahre 1953 1956 1958 Nicht ausreichend geklärter Begriff, der jedoch bei ragen der Berufs- und Schulbildung bedeutungsvoll ist, da bei der Vorbildung für gehobene Berufe A. bevorzugt und Kinder aus „sozial unerwünschten Schichten“ benachteiligt oder ausgeschlossen werden (Schulen, Hochschulen, Erziehungswesen). Um die gesellschaftliche Umwälzung seit 1945 zu berücksichtigen, wird als A. nicht ohne weiteres angesehen, wessen Vater oder Mutter heute Arbeiter ist, sondern maßgeblich ist der Zustand vom 1. 1. 1942. Das heißt, daß Kindern von Vätern, die nach 1945 Arbeiter werden mußten, die ehemalige Klassenzugehörigkeit ihrer Eltern als erbliches Verschulden angerechnet wird. Andererseits bleibt das Kind eines heutigen Staatsfunktionärs und ehemaligen Arbeiters auf jeden Fall als A. sozial bevorzugt. In Zweifelsfällen „sind die gesamten sonstigen Lebens- und Familienverhältnisse zu berücksichtigen, die Herkunft des Vaters selbst und vor allem seine ideologische Einstellung, inwieweit er durch Organisationszugehörigkeit und aktives Verhalten sich zur Arbeiterklasse bekannt hat.“ (H. Krahn: „Der Begriff ‚A.‘ richtig angewendet“ in „die neue Schule“, H. 6/51, S. 11/12.) — Die Fragwürdigkeit des Begriffs A. gilt sinngemäß für Bauernkind. Fundstelle: SBZ von A–Z. Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage, Bonn 1954: S. 13 Arbeit, Gesetz der A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z ArbeiterkontrollkommissionenDDR A-Z 1954
Persönliches Konto (1954)
Siehe auch: Persönliche Konten: 1969 1975 1979 Persönliches Konto: 1953 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 Pj. für ein auf den Namen des Besitzers ausgefertigtes Heft, in dem über Materialeinsparungen Buch geführt wird. In mehreren Spalten werden Datum, Kommissionsnummer, Materialart, die vorgegebene und die tatsächlich benötigte Menge, die Einsparung und deren Geldwert eingetragen. Diese Eintragungen müssen täglich erfolgen und vom Lagerverwalter bestätigt werden. Das PK wurde in der SU während eines Sparsamkeitswettbewerbs erfunden. Der Aktivist und Leiter einer nach ihm benannten Brigade, W. Piduch, der das PK. in der SBZ einführte, bemerkt dazu, daß die Prämien für die eingesparten Kosten an Material, Energie und Hilfsstoffen durchschnittlich 5 bis 25 v. H. betragen. G. Tambach schlug („Deutsche Finanzwirtschaft“, H. 8/1951) eine Erweiterung der PK. vor, so daß auch der „Fortschrittsgrad des Werktätigen“ sowie die Schadenwerte einzutragen seien, wodurch ein „Spiegelbild seiner Leistungen“ entstehe, das im Falle eines Betriebswechsels der neuen Arbeitsstelle zuzuleiten sei. Literaturangaben *: Die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft in der Sowjetzone. Materielle, ideologische und disziplinarische Mittel zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und ihre sowjetischen Vorbilder. 2., überarb. Aufl. (BB) 1953. 106 S. mit 6 Anlagen. Haas, Gerhard, und Alfred Leutwein: Die rechtliche und soziale Lage der Arbeitnehmer in der Sowjetzone und in Ost-Berlin. 2., erw. Aufl. (BB) 1953. 103 S. m. 2 Anlagen. Fundstelle: SBZ von A–Z. Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage, Bonn 1954: S. 121 Pazifismus A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z PflichtversicherungDDR A-Z 1953
DDR A-Z 1953
Volkseigentum (1953)
Siehe auch die Jahre 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 Stehender Begriff des Pj. für die im Wege entschädigungsloser Enteignung durch die Bodenreform vom 10. 9. 1945 und die SMAD-Befehle Nr. 124, 126, 154 und 181 zur „Enteignung von Kriegsverbrechern und Faschisten“ in das „Eigentum des Volkes“ übergeführten Sachen oder Rechte (Grund und Boden, Produktionsstätten, Patente usw.), die entweder vom Staat direkt genutzt oder verwaltet werden (Staatsbetriebe) oder zur Nutzung an staatlich kontrollierte Vereinigungen volkseigener Betriebe (VVB), Städte, Gemeinden mit ihren Kommunalwirtschaftlichen Unternehmen (KWU) oder Maschinenausleihstationen (MAS) widerruflich abgetreten werden. Die Behauptung, im volkseigenen Betrieb sei der Arbeiter Miteigentümer des dort geschaffenen Arbeitsprodukts, ist eine irreführende Fiktion, da auch hier der „Mehrwert“, wenn auch nicht privatkapitalistisch, so doch „gesellschaftlich angeeignet“ wird, was in den praktischen Folgerungen für den Arbeiter dasselbe ist. Fundstelle: SBZ von A–Z. Bonn, 1953: S. 159 Volkseigenen Industrie, Reorganisation der A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Volkseigentums, Amt zum Schutze desDDR A-Z 1953
DERUTRA (1953)
Siehe auch die Jahre 1954 1956 1958 1959 1960 1962 Abk. für Deutsch-Russische Transportgesellschaft, rein sowjetisches Unternehmen, das den Abtransport der Reparations- und Exportgüter auf sowjetische Rechnung durchführt. Die D. hat in allen größeren Städten der Zone Niederlassungen und einen großen Park von Kraftfahrzeugen. Fundstelle: SBZ von A–Z. Bonn, 1953: S. 34 DERUNAPHT A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Deutsche Demokratische RepublikDDR A-Z 1953
BHG (1953)
Siehe auch die Jahre 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 VdgB (BHG) Fundstelle: SBZ von A–Z. Bonn, 1953: S. 27 BGL A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z BHZDDR A-Z 1953
Kommunalwirtschaftliche Unternehmen (1953)
Siehe auch: Kommunalwirtschaftliche Unternehmen: 1954 1956 1958 Kommunalwirtschaftliche Unternehmen (KWU): 1959 1960 KWU wurden 1948 zur Zusammenfassung enteigneter kleinerer Betriebe errichtet. Sie waren wie andere Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB) Körperschaften öffentlichen Rechts. Ihnen angegliedert wurden nicht nur die rein kommunalen Versorgungsbetriebe wie Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke. sondern auch Autowerkstätten, kleinere Industriebetriebe, Gaststätten usw., insbesondere aber Baubetriebe. Die KWU wurden ausreichend mit Kapital ausgestattet und vordringlich mit Material beliefert und traten bald als fühlbare Konkurrenz des Handwerks auf. Sie wurden bevorzugt bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, so daß viele Handwerksbetriebe Konkurs anmelden oder sich in ein Vertragsverhältnis zu den KWU unter Preisgabe der Selbständigkeit begeben mußten. 1950 gab es etwa 560 KWU-Verwaltungen mit etwa 6.000 angeschlossenen Betrieben und ungefähr 110.000 Belegschaftsmitgliedern. Die KWU wurden im Zuge der Reorganisation der ➝volkseigenen Industrie 1951 als Organisation aufgelöst; die angeschlossenen Betriebe wurden teils in die Verwaltung der Städte und Kreise übergeführt, teils in die neu errichtete Organisation der Örtlichen Industrie übernommen. Ziel auch der neuen Organisationsform bleibt es, die private Wirtschaftstätigkeit — insbesondere die des Handwerks — weiter einzuengen. Fundstelle: SBZ von A–Z. Bonn, 1953: S. 71 Komintern A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Komplexbrigade