DDR von A-Z, Band 1956

Bolz, Lothar (1956)

 

 

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* 3. 9. 1903 in Gleiwitz/OS als Sohn eines Uhrmachermeisters. Studierte Jura, Literatur- und Kunstgeschichte, Dr. jur., Rechtsanwalt beim Oberlandesgericht Breslau. KPD-Mitgl., 1933 aus der schlesischen Anwaltskammer ausgestoßen, emigrierte zunächst nach Danzig und 1939 in die SU, Lehrer der deutschen Sprache und Literatur an den Universitäten. Charkow und Nowosibirsk, später Assistent am Marx-Engels-Lenin-Institut in Moskau, während des Krieges Instrukteur und Lehrer in den Kriegsgefangenenlagern; gab unter dem Namen Rudolf Germersheim eine schwarz-weiß-rot umränderte Zeitung für deutsche Kriegsgefangene heraus. Mitbegründer des Nationalkomitees Freies Deutschland und sowjetischer Staatsbürger. Ende 1946 Rückkehr nach Deutschland, bis 1948 als Jurist in Sachsen-Anhalt tätig. Gründete 1948 auf Anordnung der SMAD die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NDPD), seit 3. 9. 1948 deren Vorsitzender. Von Jan. bis Okt. 1949 Mitgl. des Plenums der DWK, seit 7. 10. 1949 Abgeordneter der Volkskammer, vom 12. 10. 1949 bis 1. 10. 1953 Minister für Aufbau und Stellv. des Ministerpräsidenten bzw. stellv. Vorsitzender des Ministerrates der „DDR“. Seit 1. 10. 1953 als Nachfolger Dertingers Außenminister, [S. 50]seit 12. 11. 1953 gleichzeitig Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der „DDR“. Am 16. 10. 1954 mit dem „Vaterländischen Verdienstorden“ in Gold ausgezeichnet; 1954 nordkoreanischen, 1955 polnischen Orden erhalten.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 49–50


 

Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1956 wider.

Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei.

 

Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX https://www.kommunismusgeschichte.de/biolex/article/detail/bolz-lothar verwiesen.


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.