Bruttoproduktionswerte (1956)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1958 1959
Planwerte in der bisherigen Wirtschaftsplanung der Sowjetzone. — Weder die schwankenden Selbstkostenpreise noch die veränderlichen Werksabgabepreise, die für Inlands-, Reparations- und Exportlieferungen verschieden sind, ließen sich bei der Planung als Produktionswerte verwenden. Daher wurde für die Planung der Begriff B. geschaffen, der sowohl eine konstante Vergleichsbasis der Produktionswerte verschiedener Jahre, insbesondere aber bei den über Jahre sich erstreckenden Plänen der SBZ Produktionsmeldungen für die Erfüllungsstatistik ermöglichen soll. Die B. sind also reine Planungswerte, die aus den Stopppreisen von 1944 entwickelt und festgelegt wurden. Sie sind lediglich Meßwerte für die Planungstechnik, keine Effektivwerte von finanztechnischer Bedeutung. Sie sind deshalb nicht mit den Selbstkostenpreisen oder den Warenpreisen oder den Warenproduktionswerten, die den innerbetrieblichen Umsatz nicht berücksichtigen, gleichzusetzen. Im Verlaufe des 1. Fünfjahrplanes zeigten sich erhebliche Mängel in der Planungsmethodik. Es waren nur für etwa 250 Planpositionen B. festgelegt worden, während der weitaus überwiegende Teil der Produktion nach Warenproduktionswerten (Werksabgabepreisen) geplant und abgerechnet wurde. Außerdem wichen die B. zum Teil sehr erheblich von den Warenproduktionswerten ab. Künftig soll deshalb die Gesamterzeugung einschließlich innerbetrieblichen Umsatzes und nicht absetzbaren Ausschusses in unveränderlichen Planpreisen einheitlich festgelegt werden. Wie die neuen Planpreise ermittelt werden sollen, ist noch nicht zu erkennen.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 52