DDR von A-Z, Band 1956

Kampfgruppen (1956)

 

 

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985


 

Militärische Einheiten der SED in den Großbetrieben. Die KG. wurden nach dem 17. 6. 1953 auf Befehl des Politbüros der SED aufgestellt, um „die volkseigenen Betriebe gegen Saboteure und Provokateure zu schützen“. Nach offizieller SED-Version sind die „Arbeiterbataillone der CSR, die im Februar 1948 die Konterrevolution verjagten und den Schutz der CSR in ihre eigenen Hände nahmen“, Vorbild der KG. Der Beschluß der 23. Tagung des ZK der SED (13.–15. 4. 1955) [S. 131]sah eine Reorganisation der KG. vor mit dem Ziel, sie „zu einem wirksamen Instrument der Heimatverteidigung zu entwickeln“, d. h. Einsatz zur Unterstützung der KVP. — Die KG. unterstehen einem Kampfgruppenkommandeur und gliedern sich in Hundertschaften, Züge und Trupps. Uniform: Blaue Kombination mit roter Armbinde. SED-Mitgl. und zuverlässige Parteilose im Alter von 25–60 Jahren werden von den örtlichen SED-Parteileitungen dienstverpflichtet. Die militärische Verantwortung für die KG. tragen die Kampfgruppenkommandeure, die in besonderen Schulen ausgebildet werden. Verantwortliche Ausbilder: Instrukteure der VP, die SED-Mitgl. sein müssen. Zuständiger Politkommissar der KG.: Sekretär der Parteileitung. Frauen werden nur als Sanitäterinnen verwandt. Ausbildung: 4 Stunden wöchentl. zusätzlich zur Arbeitszeit. Hauptausbildungsthemen: Karabiner, Maschinenpistole, LMG. und Handgranate, Scharfschießen, Grund- und Geländeausbildung. — Nach Politbürobeschluß „über die Organisierung und Ausbildung der Kampfgruppen“ vom April 1955 (bisher nicht im Wortlaut veröffentlicht) sollen die KG. etwa 10 bis 15 v. H. der Kopfstärke der Betriebe erfassen, d. h. rund 200.000 bis 250.000 Mann in der gesamten SBZ. Seit Jan. 1957 machen die KG. größere militär. Übungen mit Volkspolizei und GST.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 130–131


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.