DDR von A-Z, Band 1956

Merseburg (1956)

 

 

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1966 1969


 

Stadt im sachsen-anhaltischen Bezirk Halle, Kreisstadt, an der Saale, mit 41.604 Einwohnern (1955); Dom (1504 bis 1517, ursprünglich romanische Basilika des 11. Jh., mit Grabmal Rudolfs von Schwaben und „Merseburger Zaubersprüchen“), gotisches Schloß (15./17. Jh.), Marktkirche (13. Jh.), Altes und Neues Rathaus (15./16. Jh.); bedeutende Papier-, Maschinen- und chemische Industrie; Technische Hochschule für Chemie (seit 1955). M. entstand aus einer karolingischen Burgsiedlung, die Anfang des 11. Jh. Marktrecht erhielt und Bischofssitz wurde. Mit dem säkularisierten Bistum kam die Stadt 1561 an Kursachsen und war von 1656–1738 Residenz der Herzoge von Sachsen-M.; nach Erlöschen dieser Albertinischen Nebenlinie fiel sie an Kursachsen zurück. 1815 wurde M. an Preußen abgetreten und war bis 1944 Sitz der Provinzialverwaltung für die Provinz Sachsen, 1944/1945 für die Provinz Halle-M. Im 2. Weltkrieg erlitt die Stadt schwere Zerstörungen.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 173


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.