Naumburg (1956)
Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966 1969
Stadt im sachsen-anhaltischen Bezirk Halle, Kreisstadt, an der Saale gegenüber der Unstrutmündung, mit 39.315 Einwohnern (1955); Altstadt mit spätromanisch-frühgotischem Dom St. Peter und Paul (12./14. Jh., Westchor mit Lettnerreliefs und Stifterfiguren des Naumburger Meisters aus dem 13. Jh.), Moritzkirche (16. Jh.), Wenzelskirche (15./16. Jh.), Marientor (1446), spätgotischem Rathaus; Textil-, Lebensmittel- und Spielzeugindustrie.
N. entstand aus der Burgsiedlung Neuenburg, erhielt 1028 Stadtrecht und fiel mit der Verlegung des Bischofssitzes nach N. 1029 an die [S. 181]Bischöfe von Zeitz. Im Mittelalter entwickelte sich N. zu einer blühenden Handelsstadt und war bis 1433 Mitglied der Hanse, geriet in der Folgezeit jedoch in den Schatten von Leipzig. Die im 16. Jh. mehrfach von Bränden heimgesuchte Stadt kam mit dem säkularisierten Bistum 1565 an Kursachsen und war von 1652–1717 im Besitz der Herzöge von Sachsen-Zeitz; nach Erlöschen dieser Albertinischen Nebenlinie fiel N. 1718 an Kursachsen zurück. 1815 wurde die Stadt an Preußen abgetreten (Provinz Sachsen).
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 180–181