DDR von A-Z, Band 1956

Polytechnische Erziehung (1956)

 

 

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960


 

Die Forderung der p. E. geht auf Äußerungen von Marx und Engels zurück. Marx fordert im Gegensatz zu der „einseitigen“ (monotechnischen) Ausbildung infolge der modernen Arbeitsteilung die Entwicklung der „Totalität der Fähigkeiten“. Neben die geistige und körperliche Erziehung soll die p. E. treten, „welche die allgemeinen wissenschaftlichen Grundsätze aller Produktionsprozesse mitteilt“ und die Schüler „in den praktischen Gebrauch und in die Handhabung der elementarischen Instrumente aller Geschäfte“ einweiht. In der SU führte diese Forderung in den dreißiger Jahren zu einem verstärkten Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern. Seit einigen Jahren laufen erneute Bestrebungen, der Idee der p. E. endlich eine konkrete Form zu geben. Es wird u. a. eine verstärkte Verbindung des Unterrichts mit der Produktion und eine bessere Schulung der manuellen Geschicklichkeit gefordert. 1955 ist in der SBZ wieder Werkunterricht eingeführt worden, der vorher als Konzession an eine überwundene Stufe der Produktion abgelehnt worden war. (Erziehungswesen)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 197


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.