Wasserstraßen (1956)
Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979
Das W.-Netz hat trotz seiner Länge von 2.700 km nur binnenwirtschaftliche Bedeutung, da es auf sowjetzonalem Gebiet über keine Verbindung zum offenen Meer verfügt. Nach Beseitigung der Kriegstrümmer sind alle W. wieder befahrbar, doch ist ihre Unterhaltung unzureichend. Die Ausbaggerung der Fahrstraßen, die Instandsetzung der Schleusen und provisorisch aufgebauter Brücken sowie die Niedrigwasserregulierung der Elbe wären dringend erforderlich. Die wichtigsten Wasserstraßen sind die Elbe, die untere Havel sowie die Verbindungswege zur Oder. Für den Schiffsverkehr nach Westen spielt der Mittellandkanal eine große Rolle. Die sowjetzonalen Seehäfen Wismar, Rostock, Stralsund besitzen keinen Anschluß an das W.-Netz, da die Kapazität der mecklenburgischen Elbe- und Havel-Wasserwege äußerst gering ist. Der Schiffahrtsweg über Oder, Haff, Peene und Greifswalder Bodden ist lang und für Binnenschiffe nur bei günstiger Witterung befahrbar. Der Plan, den Häfen Wismar und Rostock durch Ausbau der bestehenden Gewässer eine Verbindung zum Hinterland zu verschaffen, ist vor einiger Zeit aufgegriffen worden, doch sind die Schwierigkeiten sehr erheblich, und der Plan wurde deshalb fallengelassen. Von verschiedenen Projekten ist nach 1945 nur der aus politischen Gründen zur Umgehung von Westberlin gebaute Kanal Paretz–Niederneuendorf mit einer Länge von 35 km ausgeführt worden. Der schon seit langem bestehende Plan, Leipzig durch Bau des Elster-Saale-Kanals an das Wasserstraßennetz anzuschließen, ist noch nicht durchgeführt worden. (Schiffahrt, Verkehrswesen)
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 291