DDR von A-Z, Band 1956

Wittenberg (1956)

 

 

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1966 1969


 

Stadt im sachsen-anhaltischen Bezirk Halle, Kreisstadt, an der Elbe, mit 48.132 Einwohnern (1955); reich an Erinnerungen an die Reformation: Schloßkirche (an deren Portal Luther 1517 seine Thesen anschlug) mit den Gräbern Luthers und Melanchthons, Stadtkirche (Luthers Predigtkirche), Augusteum (Predigerseminar) mit Wohnung Luthers, Lutherhalle mit reformationsgeschichtlichem Museum, Rathaus; Elbhafen; vielseitige Industrie: Zellstoff-, Eisen-, Gummi- und Stickstoffwerke, Maschinen, Seife, Nahrungsmittel.

 

Als Gründung flämischer Kaufleute wird W. 1180 erstmals erwähnt und ist seit 1293 Stadt. Von 1260–1422 Residenz der askanischen Herzoge und Kurfürsten von Sachsen-W., fiel die Stadt 1423 mit dem Kurfürstentum an die Wettiner und kam bei der Landesteilung 1485 an deren Ernestinische Linie. Die 1502 von Kurfürst Friedrich dem Weisen gegründete Universität wurde durch Luther und Melanchthon zum Mittelpunkt der Reformation. Mit den Kurlanden fiel W. 1547 an die Albertinische Linie der Wettiner und verlor in der Folgezeit an Bedeutung. 1815 wurde W. an Preußen abgetreten (Provinz Sachsen). Die Universität ging 1817 in der Universität Halle-W. auf.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 300


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.