DDR von A-Z, Band 1959

Funktionäre (1959)

 

 

Siehe auch:


 

In der SED, den Massenorganisationen, bürgerlichen Parteien, gesellschaftlichen und staatlichen Einrichtungen sind F. die „ideologisch fortgeschrittensten und aktivsten Mitglieder“, die „eine fest umrissene, verantwortliche Funktion innehaben“. Dabei wird weder zwischen gewählten und ernannten noch zwischen haupt- und ehrenamtlichen F. unterschieden. Nach Otto Stammer repräsentieren die F. als sozialer Typus „Geisteshaltung, politischen Impetus und Menschenbild einer Partei, die aus Befehl, Anleitung und Gehorsam ein Organisationsprinzip, aus Mißtrauen und Kontrolle, Überlistung und gegenseitiger Überwachung ein soziales Klima“ machen. Kriterien der Auslese sind die „Anerkennung der führenden Rolle der SED“ und ihrer Ideologie, Parteidisziplin und Kritik und Selbstkritik. Alle nachgeordneten F. sind durch den Demokratischen Zentralismus an die Weisungen der übergeordneten F. gebunden. In der Praxis gibt es trotz vielfältiger Ausleseverfahren (Säuberungen, Schulung) einen permanenten Mangel an zuverlässigen F. So hat eine nicht geringe Zahl von F. mehrere Funktionen zugleich inne. (Multifunktionäre, Kader)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Fünfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1959: S. 119


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.