DDR von A-Z, Band 1959

Nationales Aufbauwerk (1959)

 

 

Siehe auch:


 

Im Jahre 1952 gegründete, durch die Nationale Front gelenkte „Bewegung für den Aufbau der Hauptstadt Berlin“, die 1953 auf das ganze Zonengebiet ausgedehnt wurde. Ziel ist die „Förderung der Initiative aller Werktätigen Berlins und der DDR für die finanzielle und praktische Unterstützung des Aufbaus“. Die Bevölkerung wird veranlaßt, durch Hergabe von Geldspenden — meistens im Lohnabzugverfahren — und durch Prämiensparen zu einem zentralen Fonds beizutragen. Darüber hinaus wird die Bevölkerung durch örtliche Organe der Nationalen Front unablässig dazu aufgerufen, an Enttrümmerungsaktionen zur Gewinnung von Baustoffen aus Trümmern mitzuwirken. Auch an Bauarbeiten soll sich die Bevölkerung „freiwillig“ und ohne Entgelt beteiligen. Durch das NAW sollen öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kinderheime, Sportstätten, Neubauernhäuser und Wohnungen wiederhergestellt oder neu gebaut werden. Aber auch beim Bau neuer Betriebe werden die „Aufbauhelfer“ herangezogen. Zum Beispiel wird das neue Schwefelsäurewerk in Coswig durch Mithilfe der Bevölkerung an Sonn- und Feiertagen aufgebaut. Auch für den Hafenbau in Rostock werden sonntags „freiwillige Helfer“ eingesetzt. Im Jahre 1959 sollen durch das NAW Werte im Betrage von 350 Mill. DM Ost geschaffen werden. Das bedeutet, daß jeder Wahlberechtigte in der SBZ 1959 für 30 DM Ost Leistungen beizutragen hat.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Fünfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1959: S. 250


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.