DDR von A-Z, Band 1975

Agrarstatistik (1975)

 

 

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1979 1985


 

Die A. ist Teildisziplin der allgemeinen Wirtschafts- und Sozialstatistik. Aufgabe der A. ist die mathematische Erfassung, Abrechnung, Analyse und Darstellung der pflanzlichen und tierischen Produktion sowie der technischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse. Für die Erfassung besteht ein einheitliches Kennziffernsystem, das aus den Berichten der landwirtschaftlichen Leitungsorgane und der Landwirtschaftsbetriebe sowie durch regelmäßige oder einmalige Erhebungen gespeist wird (Berichte über die Pflanzenproduktion, Ernteermittlung, Viehzählung, Berichterstattung über Arbeitskräfte und Ausbildung etc.).

 

Die erarbeiteten Kennziffern werden über EDV in der volkswirtschaftlichen Rechnungsführung und für die Planung, Leitung und Kontrolle der Wirtschaftsvorgänge nutzbar gemacht. Sie sind damit Grundlage agrarpolitischer und betriebswirtschaftlicher Entscheidungen. Das Ziel, industriemäßig produzierende Landwirtschaftsbetriebe aufzubauen, und die Veränderung der Eigentumsverhältnisse und -rechte haben zur Folge, daß nunmehr auch für die Land- und Forstwirtschaft ein Einheitliches System von Rechnungsführung und Statistik aufgebaut wird, wie es für die Industrie seit vielen Jahren besteht, und in das die A. integriert wird. Gleichzeitig dient die A. als Grundlage für die Agrarpropaganda.

 

Im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland werden in der DDR landwirtschaftliche Einzelstatistiken nicht veröffentlicht. Die im Statistischen Jahrbuch der DDR ausgewiesenen Angaben können aufgrund unterschiedlicher Erhebungs- und Berechnungsmethoden nur selten direkt mit den statistischen Angaben der Bundesrepublik verglichen werden. Die Höhe der Abweichung wurde bisher vor allem für Ernteerträge ermittelt, die in der DDR je nach Fruchtart und Jahr um 5–12 v. H. höher ausgewiesen werden als in der Bundesrepublik.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 17


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.