DDR von A-Z, Band 1975

Bezirksgeleitete Industrie (1975)

 

 

Siehe auch die Jahre 1965 1966 1969 1979 1985


 

Neubezeichnung der örtlichen Industrie nach der Einführung des Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft 1963. Zur BI. zählen sämtliche den Bezirkswirtschaftsräten unterstehenden volkseigenen Industriebetriebe und die den Wirtschaftsräten der Bezirke beigeordneten wenigen noch vorhandenen privaten Betriebe. Bis zur Umwandlung der bestehenden halbstaatlichen Industriebetriebe und der industriell produzierenden Produktionsgenossenschaften des Handwerks in volkseigene Industriebetriebe im Jahre 1972 unterstanden sie ebenfalls den Bezirkswirtschaftsräten.

 

Die BI. umfaßt vorwiegend kleinere Betriebe. Mitte der 60er Jahre wurden ca. 85 v. H. aller Industriebetriebe, die jedoch nur mit 30 v. H. an der industriellen Bruttoproduktion beteiligt waren, bezirksgeleitet. Der Anteil der BI. an der gesamten industriellen Warenproduktion betrug 1973 nur noch 20,6 v. H.

 

Durch die Erzeugnisgruppenarbeit ist die BI. mit der zentralgeleiteten Industrie verbunden. Sie hat für die Versorgung der Bevölkerung erhebliche Bedeutung. In den folgenden Produktionsrichtungen sind alle oder fast alle volkseigenen Betriebe bezirksgeleitet: Möbel und Polsterwaren, Musikinstrumente, Spielwaren, Sportwaren, Schmuck, Pelz- und Lederbekleidung, Schlachthöfe und Fleischverarbeitung, Süßwaren, Spirituosen und Brauereien.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 162


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.