Fraktionsbildung (1975)
Siehe auch:
- Fraktion, Fraktionsbildung: 1985
Im Gegensatz zum Sprachgebrauch in der Bundesrepublik Deutschland, wo als „Fraktion“ alle dem Bundestag angehörenden Abgeordneten einer bestimmten Partei bezeichnet werden, steht F. im Marxismus-Leninismus für die Bildung von Meinungen und Gruppen innerhalb der jeweiligen Monopolpartei. Fraktionen sind Gruppierungen im Rahmen der herrschenden Partei, die die offizielle Linie nicht anerkennen und (vor allem in den Führungsgremien) Parteigänger für Abweichungen umfassen. In der SED haben 1953 (Zaisser-Herrnstadt-Fraktion) und 1956/57 (Schirdewan-Wollweber-Oelßner-Fraktion) derartige F. eine wirkliche — oder, gemäß der Behauptung der erfolgreich gebliebenen Ulbricht-Gruppe, eine „gewisse“ — Rolle gespielt. Opposition und Widerstand; demokratischer Zentralismus; Parteidisziplin.
Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 327