DDR von A-Z, Band 1975

Industrierohstoffe (1975)

 

 

Siehe auch die Jahre 1969 1979 1985


 

Nach eigenen Angaben kann die Industrie der DDR ihren Rohstoffverbrauch nur zu 40 v. H. bis 50 v. H. aus einheimischen Quellen decken. Der Importanteil ausgewählter Rohstoffe beträgt bei: Erdöl knapp 100 v. H., Steinkohle 94 v. H., Eisenerz 90 v. H., Zink 90 v. H., Primäraluminium 60 v. H., Kupfer 50 v. H., Schnittholz 50 v. H., Walzstahl 45 v. H. Lediglich die Braunkohlen- sowie die Kali- und Steinsalzvorkommen reichen aus, um den inländischen Bedarf befriedigen zu können (Bergbau).

 

Wichtigster Rohstofflieferant ist die Sowjetunion. Anfang der 70er Jahre lieferte sie vom Industrieverbrauch: Erdöl 90 v. H., Eisenerz 90 v. H., Baumwolle 85 v. H., Zink 70 v. H., Blei 60 v. H., Primäraluminium 60 v. H., Walzstahl 40 v. H. und Schnittholz 40 v. H.

 

Aufgrund der relativ schmalen Rohstoffbasis werden erhebliche Anstrengungen unternommen, sog. Sekundärrohstoffe (Abfälle und Altmaterial) wieder dem Produktionsprozeß zuzuführen. Von den jährlich anfallenden Sekundärrohstoffen im Wert von über 2 Mrd. Mark werden gegenwärtig etwa 70 v. H. genutzt. Aus ihnen deckt die DDR-Volkswirtschaft 70 v. H. des Eisenbedarfs der Stahlindustrie, 60 v. H. des Behälterglasbedarfs der Lebensmittelindustrie, 40 v. H. des Bleiverbrauchs, 40 v. H. des Rohstoffbedarfs der Papierindustrie, 35 v. H. des Kupferbedarfs, 20 v. H. des Aluminiumverbrauchs, 10 v. H. des Faserbedarfs der Textilindustrie.

 

Da der spezifische Verbrauch von Rohstoffen bei einer Reihe von Erzeugnissen noch etwa 15 v. H. bis 30 v. H. über dem internationalen Niveau liegt, soll im Zeitraum 1971–1975 der Aufwand an volkswirtschaftlich wichtigen Roh- und Werkstoffen jährlich um durchschnittlich 1,8 v. H. bis 2 v. H. gesenkt werden. Erstmals wurden im Volkswirtschaftsplan 1973 zur Durchsetzung dieses Ziels 450 Normative für den spezifischen Verbrauch bestimmter Materialien vorgegeben. 1974 sollen bereits 800 Positionen zentral bestimmt werden, womit etwa 60 v. H. des Materialverbrauchs erfaßt sind.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 413


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.