Kooperation in der Industrie (1975)
Siehe auch die Jahre 1969 1979
K. bezeichnet verschiedene Formen der Zusammenarbeit von Beschäftigten bzw. von Betrieben im arbeitsteiligen Wirtschaftsprozeß zum Zwecke der Konzentration und Spezialisierung. Sie ist eine Reaktion auf die steigende betriebliche, volkswirtschaftliche und internationale Arbeitsteilung. Die Formen der K. sind:
1. Die innerbetriebliche K. zwischen Abteilungen, Bereichen, Arbeitsgruppen und einzelnen Arbeitskräften zum Zwecke der Fertigung eines bestimmten Produktes.
2. Die zwischenbetriebliche K. als Zusammenarbeit zwischen juristisch selbständigen, spezialisierten Betrieben zur Herstellung eines bestimmten Produktes. Eine rationelle Form der Zusammenarbeit hat in erster Linie der Endproduzent (Finalproduzent) zu organisieren. Die Zusammenarbeit erstreckt sich u. a. auf die Abstimmung der Betriebssortimente und der Entwicklungsprogramme, auf die Bilanzierung und die Festlegung von Sanktionen bei Abweichungen von den Lieferbedingungen. Die verbundenen Produktionsprozesse von Betrieben unterschiedlicher Fertigungsstufen werden als K.-Ketten bezeichnet. Langfristige Verträge mit den Beteiligten sind eine notwendige Voraussetzung dafür, daß die Materialversorgung der K.-Partner kontinuierlich erfolgt. Die gegenwärtig intensivste Form der Zusammenarbeit stellen die K.-Verbände dar, in denen vor allem sogenannte strukturbestimmende Endprodukte entwickelt und hergestellt werden. Seit etwa 1966 sind die K.-Beziehungen der Betriebe untereinander wesentlich erhöht worden.
3. Die internationale K. erfaßt vor allem sozialistische Länder. Sie ist ein Mittel zur Planabstimmung zwischen den Mitgliedsländern des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe und soll die Voraussetzungen für die rationelle Auslastung bestehender Produktionskapazitäten und den Ausbau einer Massen- und Großserienfertigung schaffen.
4. Die intersystemare industrielle K. (z. B. zwischen Firmen der Bundesrepublik Deutschland und Betrieben der DDR) ist bisher nur gering entwickelt. Es gibt allerdings Anzeichen dafür, daß die SED-Führung zu dieser Art wirtschaftlicher Zusammenarbeit eine etwas flexiblere Einstellung gewonnen hat und inzwischen durchaus zur Aufnahme konkreter K.-Gespräche bereit ist. Betriebsformen und Kooperation.
Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 469
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