Kupferbergbau (1975)
Siehe auch:
- Kupfererzbergbau: 1985
In der DDR werden die NE-Erzbergbaubetriebe entsprechend der ab 1968 gültigen Industriezweigsystematik zur Wirtschaftsgruppe NE-Metall-Erzbergbaubetriebe und NE-Metall-Gewinnungsbetriebe des Industriezweiges NE-Metallurgie gezählt. Da in den meisten Betrieben die Gewinnung der Erze mit der Kupferverhüttung gekoppelt ist, bestanden 1966 in der DDR nur drei reine Nichteisenerz-Bergbaubetriebe mit 1900 Arbeitern und Angestellten. Der K. wird zusammen mit der Kupferverhüttung im VEB Mansfeld-Kombinat „Wilhelm Pieck“, Eisleben (Hauptproduktion: Kupfererz, Raffinade- und Elektrolytkupfer) und im VEB Vereinigte NE-Metall-Halbzeugwerke Hettstedt (Hauptproduktion: Kupfer- und Aluminiumwalzerzeugnisse) betrieben. In den Schächten und Hütten des Kombinats im Raume Eisleben-Sangerhausen sind etwa 26.000 Arbeiter und Angestellte tätig.
Von den deutschen Kupfervorkommen liegen etwa vier Fünftel in der DDR. Gleichwohl deckt die Förderung nur etwa ein Viertel des Bedarfs der verarbeitenden Industrie dieses Gebietes. Drei Viertel des Bedarfs müssen importiert werden. Seit 1945 ist die Kupfererzförderung zwar angestiegen, jedoch nahm der Kupfergehalt der Erze stetig ab. 1952 hatte die Erzförderung den Vorkriegshöchststand erreicht; der Kupfergehalt betrug aber weniger als die Hälfte des Vorkriegsstandes. Gegenwärtig soll der Kupferanteil an einer Tonne Roherz nur noch 30 kg betragen. Man spricht von Vorräten, die einen Abbau mindestens bis zum Jahre 2.000 sicherstellen. Bis 1967 konnte durch Mechanisierung des Abbaus die Kupfergewinnung aus Eigenerz auf ca. 25.000 t gesteigert werden. Da aber mit steigender Industrieproduktion auch der Kupferbedarf wächst, bleibt auch in Zukunft eine sehr erhebliche Importabhängigkeit bestehen.
Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 494
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