DDR von A-Z, Band 1975

Ostseewoche (1975)

 

 

Siehe auch:


 

In Rostock seit 1958 alljährlich im Sommer von der DDR veranstaltete Festwoche, in deren Verlauf auf zahlreichen Veranstaltungen („Arbeiterkonferenzen“, Parlamentariertreffen, Jugendmeetings, Frauentagungen und Sportwettkämpfen) eine angebliche Interessengemeinschaft aller Ostseeanliegerstaaten dokumentiert werden soll. Insofern hat die O. stets auch „Schaufenster“-Funktion.

 

Die O. diente bis 1972 der SED in erster Linie dazu, ihre Ostseepolitik zu verdeutlichen und um diplomatische Anerkennung durch die skandinavischen Länder zu werben.

 

Die Propagandafunktion der O. („Ostsee — ein Meer des Friedens“) bestand vor allem darin, das NATO-Mitglied Bundesrepublik Deutschland als Störenfried in dieser Region anzuprangern, die DDR dagegen als „friedliebenden Staat“ darzustellen.

 

Auf den O. der Jahre 1973 und 1974 ist dagegen von Seiten der SED insbesondere für das von der UdSSR vertretene Konzept eines europäischen Sicherheitssystems geworben, bzw. die östliche Position in den Verhandlungen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa vertreten worden.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 611


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.