Parteiaktiv (1975)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1979 1985
Die Bildung der P. im Herbst 1953 stellte eine Reaktion auf den Juni-Aufstand von 1953 dar, als große Teile der Mitgliedschaft und ganze Grundorganisationen der SED nach Auffassung der Partei versagt hatten. Ulbricht forderte damals zur Stärkung der SED 150.000 bis 200.000 Parteiaktivisten. Bevorzugt sollten solche Personen in P. aufgenommen werden, die sich während der Juni-Ereignisse der Partei gegenüber loyal verhalten und ihre Zuverlässigkeit durch Bekämpfung und Denunziation von Aufständischen bewiesen hatten.
Ein zweites Mal wurden die P. nach dem 13. 8. 1961 in den Vordergrund gerückt. In seiner Rede auf der 14. ZK-Tagung im November 1961 stellte Ulbricht den P. die Aufgabe, die psychologischen Folgen des 13. Augusts zu überwinden und die Isolierung der Partei von der Bevölkerung abzubauen.
Mit der Bildung der P. verfolgte die SED-Führung das Ziel, in jeder Parteiorganisation zuverlässige Kader für die Einhaltung der Parteilinie und zur Durchführung gegebener Parteiaufträge zu besitzen. Die geringe Zahl der Parteiaktivisten bot die Gewähr der besseren Anleitung und Kontrolle. Gleichzeitig hoffte man, mit den P. eine Kaderreserve für die Parteileitungen zu schaffen. Heute spielen die P. nicht mehr die Rolle, die sie in den 50er und 60er Jahren hatten.
Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 614
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