DDR von A-Z, Band 1975

Postsparkassendienst (1975)

 

 

Siehe auch:


 

Die Eröffnung des P. in der DDR erfolgte am 1. 9. 1946. Es gilt die Postsparkassenordnung vom 17. 5. 1968 (GBl. II, S. 348). Die Aufgaben des P. werden beim Postsparkassenamt in Berlin wahrgenommen.

 

Auch wenn sich die Postsparkasse in der DDR den Vorschriften der anderen Sparinstitute weitgehend anpassen mußte und in das einheitliche Finanz- und Banksystem eingegliedert worden ist, so hat sie ihre Bedeutung als „Sparkasse des kleinen Mannes“ nicht verloren. Die Zahl der Postsparer und die Höhe der Einlagen auf den Postsparbüchern sind ständig gewachsen.

 

Die Postsparkasse ist nicht nur zur Führung von Sparkonten, sondern auch zum Freizügigkeitsverkehr zugelassen, d. h. Spareinlagen können ohne vereinbarte Kündigungsfrist bei jedem Geldinstitut in beliebiger Höhe eingezahlt und abgehoben werden, gleichgültig, von wem das Sparbuch ausgestellt worden ist.

 

Am P. können nur Bürger der DDR teilnehmen. Das Guthaben des Sparers wird ebenso wie das der Sparer anderer Sparinstitute einheitlich mit 3¼ v. H. verzinst. Wenn die Zinsen den Betrag von 50 Mark übersteigen oder der Sparer es wünscht, wird ihm über die mit Ablauf jedes Kalenderjahres aufgekommenen Zinsen eine Zinsenanweisung übersandt.

 

Ende 1972 bestanden bei der DP 2.501.800 Postsparkonten, d. h. in der DDR hat etwa jeder 7. Einwohner ein Postsparbuch. Das Guthaben auf allen Konten betrug Ende 1972 bei der DP 2.107.600.000 Mark, das durchschnittliche Guthaben auf einem Postsparkonto 842 Mark.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 666


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.