Produktionsfaktoren (1975)
Siehe auch die Jahre 1963 1965 1966 1979 1985
P. sind die persönlichen (Arbeitskraft, Gesamtheit der geistigen und physischen Fähigkeiten des Menschen) und sachlichen (Menge und Qualität von verfügbaren Produktionsmitteln und Naturreichtümern) Mittel, die aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen für den Produktionsprozeß unentbehrlich sind.
Die Theorie der P. geht auf den französischen Ökonomen J. B. Say (1767–1832) zurück. Nach dieser Theorie sind die P. „Kapital“, „Boden“ und „Arbeit“ gleichermaßen Quellen des Werts, und somit sind Profit, Grundrente und Lohn gleichberechtigte Leistungseinkommen. Die marxistische Politische Ökonomie weist diese Theorie als vulgär-ökonomische Lehre zurück, da sie die marxistische Auffassung leugne, daß nur die Arbeitskraft Wert und Mehrwert schaffe; so verschleiere sie die Ausbeutung der Arbeiterklasse. Da sie die Faktoren nur in ihren technischen und wirtschaftlichen Bezügen sehe, würden sie ihres gesellschaftlichen Gehaltes entkleidet. Zudem sei diese Theorie von K. Marx im 3. Band des „Kapital“ wissenschaftlich widerlegt worden.
Was die „bürgerliche Ökonomie“ unter dem Begriff P. faßt, wird in der marxistischen Politischen Ökonomie als [S. 679]persönliche und sachliche Produktionsbedingungen begriffen.
Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 678–679
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