DDR von A-Z, Band 1975

Seefahrtsamt der DDR (1975)

 

 

Siehe auch die Jahre 1969 1979 1985


 

Staatliches Organ für Schiffahrtsaufsicht auf den Seewasserstraßen, in den Seehäfen, inneren Seegewässern und auf den Territorialgewässern der DDR, mit Sitz in Rostock. Gegründet am 1. 10. 1953, dem Ministerium für Verkehrswesen unterstellt. Das S. ist juristische Person und Haushaltsorganisation. Ihm unterstehen die Hafenämter in den Seehäfen der DDR.

 

Hauptaufgaben des S.: Überprüfen von Seeschiffen auf Einhalten nationaler und internationaler Sicherheitsvorschriften; Zulassen von Schiffen einschließlich Sportbooten durch Ausstellen der Fahrterlaubnisscheine; Führen des Seeschiffsregisters und Ausstellen von Schiffszertifikaten und Flaggenzeugnissen; An- und Abmustern von Seeleuten; Ausfertigen von Seefahrtsbüchern und Musterrollen (Besatzungslisten); Führen der zentralen Seemannskartei; Organisieren und Durchführen des Seenotrettungsdienstes; Maßnahmen bei Notaufenthalt von Fahrzeugen in den Gewässern der DDR; Verfügungsgewalt über Strandgut, soweit es sich nicht um Zollgut handelt; Wrackbeseitigung; Leitung der Eiskommission; Untersuchung von Havarien auf See, den Seewasserstraßen und in den Seehäfen durch die Seekammer und Große Seekammer beim Seefahrtsamt.

 

Der Leiter des S. der DDR kann Ordnungsstrafbescheide erlassen gemäß der Anordnung über An- und Abmusterung von Seeleuten sowie in Zusammenhang mit Havarieverfahren. Gegen Entscheidungen des S., auch im Rahmen seiner Aufgaben gemäß der Strandungsordnung, kann Beschwerde eingelegt werden, über die letztlich der Hauptabteilungsleiter für den Bereich Seeverkehr des Ministeriums für Verkehrswesen entscheidet.

 

Dem S. obliegt es seit Jahresbeginn 1974, das Herstellen von Ausrüstungsgegenständen, die der Schiffssicherheit und dem Schutz des menschlichen Lebens auf See dienen, nur nach bestimmten Richtlinien zuzulassen und zu kontrollieren.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 764


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.