Staatssekretariat für westdeutsche Fragen (1975)
Siehe auch die Jahre 1969 1979 1985
Das im Dezember 1965 errichtete Staatssekretariat für gesamtdeutsche Fragen, das nach den Worten seines Leiters, Joachim Herrmann (SED), im Sinn des Konföderationsplanes der DDR „zur Verständigung zwischen beiden deutschen Staaten“ beitragen und neue „Möglichkeiten für direkte Beziehungen mit der westdeutschen Regierung“ entfalten sollte, wurde am 2. 2. 1967 in StwF. umbenannt und am 7. 7. 1971 aufgelöst. Die Umbenennung wurde mit dem Hinweis begründet, daß seit Ende 1966 „durch die Schuld des westdeutschen Monopolkapitals und seiner Bonner Regierung einschließlich der sozialdemokratischen Minister Begriffe wie ‚gesamtdeutsch‘ ihres Inhalts entleert und gegenstandslos geworden“ seien. Der Beschluß zur Auflösung 1971 — im Zeichen der Politik der Abgrenzung — wurde vom Ministerrat der DDR ohne Begründung mitgeteilt. Nachdem das St. 1966 in dem von einem Autorenkollektiv verfaßten Buch „Wohin? Fragen — Widersprüche — Wege“ seine Vorstellungen von einer „demokratischen Zukunft der Bundesrepublik“ erläutert hatte, veröffentlichte es in seiner Schriftenreihe „Aus erster Hand“ Broschüren über die DDR, die sich vor allem an Leser im westlichen Deutschland wandten.
Soweit das StwF. sich mit der wissenschaftlichen und publizistischen Auswertung von Informationen über die Bundesrepublik Deutschland zu beschäftigen hatte, übernahm nach seiner Auflösung das Ost-Berliner Institut für internationale Politik und Wirtschaft (IPW) seine Funktionen. Erster Direktor des IPW wurde Herbert Häber (SED), der zuvor als Stellv. des Staatssekretärs Herrmann tätig gewesen war.
Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 832
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