DDR von A-Z, Band 1979

Aktiv (1979)

 

 

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1985


 

A. bezeichnet im Sprachgebrauch der DDR eine zahlenmäßig meist kleinere Gruppe von Werktätigen, die im Staatsapparat, in der Wirtschaft, aber auch im gesellschaftlich kulturellen Bereich sowohl ad hoc als auch für die Lösung längerfristiger Aufgaben gebildet wer[S. 38]den. Der Begriff A. stammt ursprünglich aus dem Sozialistischen Wettbewerb.

 

Mit Ausnahme der Parteiaktivs der SED und der vom FDGB gebildeten Gewerkschaftsaktivs in den Betrieben bezeichnet heute A. eine Form der Arbeitsorganisation, die nicht klar von anderen Begriffen wie Kollektiv oder Brigade abhebt. Den A. können sowohl Angehörige des gleichen Arbeitsbereiches mit unterschiedlicher beruflicher Qualifizierung als auch Werktätige verschiedener Produktions- bzw. Verwaltungsbereiche angehören.

 

Die Bildung von A. wird von der zuständigen bzw. übergeordneten Leitungsebene angeordnet bzw. „vorgeschlagen“. Sie können sowohl beratende wie ausführende Funktionen übertragen erhalten.

 

Während gegenwärtig im industriellen Bereich die Bedeutung der A. zurückgeht, stellen sie auf der Ebene der örtlichen Volksvertretungen, in der Massenorganisation und in der Landwirtschaft noch immer eine wichtige Organisationsform dar. Mit ihrer Hilfe versucht die SED einerseits, die Mitwirkung der Arbeitnehmer im Arbeitsprozeß zu stärken, andererseits kommt den A. aber auch die Funktion zu, die Werktätigen ständig zu mobilisieren, um auf diese Weise eine Steigerung der Arbeitsproduktivität zu erreichen.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 37–38


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.