Arbeitskräfte, Ausländische (1979)
Siehe auch die Jahre 1969 1975 1985
AA. werden im nennenswerten Umfang erst seit Mitte der 60er Jahre in der DDR eingesetzt. Im Jahre 1977 dürften etwa 50.000 Ausländer, überwiegend Polen. Ungarn und Vietnamesen, in Betrieben der DDR tätig gewesen sein. Bei den Polen handelt es sich neben den „Grenzgängern“ (1972: ca. 6.000 Personen) um Arbeitskräfte, die zur Montage im Auftrag polnischer Firmen entsandt wurden (1975: ca. 10.000 Personen). Die ungarischen Erwerbstätigen halten sich aufgrund eines 1967 abgeschlossenen und 1973–1980 verlängerten Abkommens mit Ungarn in der DDR auf. Die meisten von ihnen sind jugendliche Facharbeiter, die sich beruflich weiterbilden wollen oder durch den höheren Lohn in der DDR angezogen werden. In der Regel bleiben sie 3 Jahre. Zur Zeit dürfte ihre Zahl bei 10.000 liegen. Eine Steigerung wird kaum zu erreichen sein, denn Ungarn hat angesichts eigener Arbeitsmarktprobleme Schwierigkeiten, die vorgesehene Zahl von A. bereitzustellen.
[S. 56]Aufgrund eines Regierungsabkommens von 1973 wurden z. B. 1976 5.000 Vietnamesen in einem Beruf ausgebildet.
Nur knapp 0,6 v. H. aller Erwerbstätigen in der DDR kommen aus dem Ausland und trugen deshalb zur Entlastung der angespannten Arbeitskräftesituation bisher kaum bei. Nach offiziellen Verlautbarungen sollen AA. trotzdem nicht in größerem Umfang eingesetzt werden. Ähnlich, wenn auch nicht in vergleichbarem Umfang wie in der Bundesrepublik Deutschland, wurden auch in der DDR Spannungen zwischen einheimischen und AA. beobachtet, die soziale, mentalitätsbedingte u. a. Ursachen haben mögen.
Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 55–56
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