DDR von A-Z, Band 1979

Demographie (1979)

 

 

Siehe auch das Jahr 1975


 

Die DDR gehörte 1977, gemessen an der industriellen Bruttoproduktion pro Kopf der Bevölkerung, zu den 10 führenden Industriestaaten der Welt. Diese Entwicklung muß auf dem Hintergrund soziographischer und wirtschaftlicher Faktoren gesehen werden, die die Ausgangsposition der DDR als relativ ungünstig erscheinen lassen. Auf einer Fläche von 108.179 km² lebten am 31. 12. 1977 16,758 Mill. Menschen (1946 noch 18,057 Mill.), was rd. 23 v. H. des Gebietes des Deutschen Reiches (1937) und etwa 27 v. H. seiner Bevölkerung entspricht. Mit 155 Menschen pro km² gehört die DDR zu den dichtest besiedelten Ländern der Erde; im Vergleich mit anderen RGW-Staaten liegt sie sogar mit einem Abstand von rd. 40 v. H. zum nächsten Staat, Ungarn, eindeutig an der Spitze.

 

Im Norden grenzt die DDR an die Ostsee, im Westen an die Bundesrepublik Deutschland, im Süden an die ČSSR und im Osten an die Volksrepublik Polen (Oder-Neiße-Grenze).

 

Während das Gebiet der heutigen DDR vor 1937 im wesentlichen agrarisch strukturiert war (mit Ausnahme: von Leicht-, Lebensmittel- und Textilindustrie), sind im Zuge der nach 1945 forcierten Industrialisierung 10 Industrieregionen (überwiegend im Süden sowie in der Mitte der DDR) entstanden, in denen ― von wenigen Ausnahmen abgesehen ― importierte Rohstoffe verarbeitet werden:

 

der Raum Magdeburg/Süd- und Ostharz (Schwermaschinen- und Leichtindustrie),

 

der Raum Halle/Leipzig (Braunkohlen- und Chemieindustrie),

 

der Raum Erfurt/Gera (Textil- und Automobilindustrie),

 

das Gebiet um Karl-Marx-Stadt, ehemals Chemnitz, (Textil- und Werkzeugmaschinenindustrie),

 

das Gebiet um Dresden (Elektrotechnische, Elektronik- und optische Industrie),

 

das Gebiet der Lausitz um Cottbus (Eisenerz- und Eisenerzverarbeitungsindustrie),

 

das Gebiet um Berlin (Ost) (Elektronische und Werkzeugmaschinenindustrie),

 

das Gebiet um Frankfurt (Oder) (Stahl- und Erdölindustrie),

 

das Gebiet um Brandenburg (Landmaschinenindustrie).

 

 

Statistische Daten (31. 12. 1977)

 

Wohnbevölkerung insgesamt 16,7.578 Mill.

 

davon Männer 7,8.170 Mill.

 

Frauen 8,9.408 Mill.

 

Lebendgeborene je 1000 der Bevölkerung: 13,3 (1968: 14,3)

 

Gestorbene je 1000 der Bevölkerung: 13,4

 

(1968: 14,2)

 

Gestorbenenüberschuß: -2087

 

(1968: + 2.670 Lebendgeborenenüberschuß) Berufstätige (ohne Lehrlinge): 8,058 Mill.

 

(davon 4,033 Mill. Frauen)

 

Eheschließungen: 147.402

 

Ehescheidungen: 43.034

 

Sparguthaben: 86,08 Mrd. Mark

 

Quelle: Statistisches Jahrbuch der DDR 1978.

 

%

 

[S. 249]die Hafenstadt Rostock (Schiffbau- und Schiffsausrüstungsindustrie).

 

Die nach 1945 zunächst weiter bestehende Verwaltungsstruktur (5 Länder) wurde 1952 geändert; seitdem bestehen 15 Bezirke, die ihrerseits in 219 Kreise (einschließlich Stadtkreise) und rd. 7.600 Gemeinden (einschl. kreisfreier Städte) aufgeteilt sind. 219 Gemeinden haben mehr als 10.000 Einwohner. Die drei größten Bezirke (Potsdam, Magdeburg, Neubrandenburg) sind wirtschaftlich auch heute noch überwiegend durch ihre landwirtschaftliche Produktion bestimmt.

 

Bevölkerung; Sozialstruktur; SED; Arbeitskräfte; Intelligenz; Wirtschaft; Agrarpolitik; Landwirtschaft.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 248–249


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.