DDR von A-Z, Band 1979

Exportbüros und -kontore (1979)

 

 

Siehe auch die Jahre 1969 1975


 

Die Eb. entstanden im Zuge der Durchsetzung des Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung in der Außenwirtschaft der DDR. 3 Arten von Eb. sind zu unterscheiden:

 

a) Absatzorgane verschiedener VVB auf dem Gebiet des Exports; in bezug auf die Vorbereitung und Durchführung von Exportlieferungen kann das Eb. als alleiniger Vertragspartner des Außenhandelsbetriebs auftreten;

 

b) nach Erzeugnisgruppen spezialisierte vorübergehend angewandte Form der Zusammenarbeit von Außenhandel und Industrie;

 

c) Verkaufsstützpunkte der AHB im Ausland; treten insbesondere auf internationalen Messen und Ausstellungen in Erscheinung.

 

Ek. sind zwischenbetriebliche, branchenmäßig gegliederte Einrichtungen, die von bezirklich und örtlich geleiteten Betrieben als gemeinsame Absatzorgane gebildet werden können. Sie entstanden in dem Bestreben, die zahlreichen kleinen und mittelgroßen Betriebe mit einem stark zersplitterten Produktionssortiment stärker in die zentral gelenkten Exportaktivitäten einzuschalten. Die Aufgaben der Ek. bestehen dementsprechend darin, „weltmarktfähige“ Exportsortimente der örtlichen Industrie und des örtlichen Handwerks zusammenzustellen, die örtliche Wirtschaft bei der Planung und Durchführung der Exportaufgaben anzuleiten und Verträge über Exportlieferungen mit dem AHB bzw. in Ausnahmefällen direkt mit den ausländischen Partnern abzuschließen.

 

Die Ek. werden, im Gegensatz zu den juristisch nicht selbständigen Verkaufsgemeinschaften der örtlichen Industrie, als GmbH oder eGmbH geführt und können auch sogenannte Eigengeschäfte (in eigenem Namen) abschließen, wenn sie vom Generaldirektor des zuständigen Außenhandelsbetriebes dazu ermächtigt werden (GBl. I, Nr. 35, 1976). 1968 wurde versucht. Ek. im Rahmen der Erzeugnisgruppen der VVB auch unter Beteiligung zentral geleiteter Betriebe zu gründen. Hier traten jedoch offenbar nichtgelöste Probleme hinsichtlich der Planungskompetenzen (zentrale Planung einerseits — bezirksgeleitete Planung andererseits) auf.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 341


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.