DDR von A-Z, Band 1979

Exquisit- und Delikatläden (1979)

 

 

Siehe auch:


 

Seit 1962 wurden E. eingerichtet, in denen Spitzenerzeugnisse der Bekleidungs-, Leder- und Rauchwarenproduktion vornehmlich westlicher Herkunft zu stark überhöhten Preisen angeboten werden. Auf dem Nahrungs- und Genußmittelbereich entstanden seit 1976 D. Die beiden Typen dieser Spezialläden dienen gegenwärtig als Gegengewicht zu den Intershops, d. h. sie sollen denjenigen [S. 343]DDR-Bürgern zu westlichen Erzeugnissen verhelfen, die nicht in den Besitz von DM gelangen können (Verbot von Westkontakten). Der Preisbildung in diesen Läden liegt zumeist der von der Propaganda der SED ansonsten verfemte sog. „Schwindelkurs“ der Wechselstuben der Bundesrepublik Deutschland zugrunde. Einen weiteren Ausbau des E.- und D.-Netzes kündigte der Generalsekretär der SED, Erich Honecker, am 26. 9. 1977 in seiner Dresdner Rede zur Eröffnung des Parteilehrjahres an (bekannt als „Intershoprede“).


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 342–343


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.