DDR von A-Z, Band 1979

Friedensfahrt (1979)

 

 

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1985


 

Die „Internationale Radfernfahrt für den Frieden“ wurde erstmals vom 1. bis 9. 5. 1948 auf der 1.104 km langen Strecke Prag ― Warschau und vom 1. bis 5. 5. 1948 auf einem 872 km langen Gegenkurs Warschau ― Prag durchgeführt. Seit 1952 steht die mit großem propagandistischem Aufwand „im Sinne der Weltfriedensbewegung“ (F.-Statut) veranstaltete Fernfahrt unter der Schirmherrschaft der 3 Parteizeitungen „Rude Pravo“ (ČSSR), „Trybuna Ludu“ (Polen) und „Neues Deutschland“ (DDR). Start und Ziel wechseln seither jeweils zwischen Warschau, Berlin (Ost) und Prag (Streckenführung 1952). Auf Protest des Tschechoslowakischen Radsportverbandes wegen der Okkupation der ČSSR durch Truppen des Warschauer Paktes fand die F. 1969 nur zwischen Warschau und Berlin (Ost) statt. Die für die Nichtbeteiligung der ČSSR verantwortlichen Funktionäre wurden nach dem Sturz Dubceks aus den Sportorganisationen der ČSSR ausgeschlossen.

 

Die jeweils über die Distanz von 1.800 bis 1900 km führende Etappenfahrt gilt als das schwierigste Straßenrennen des Amateurradsports und wird trotz seiner starken politischen Akzente auch von zahlreichen Radsportverbänden aus nichtsozialistischen Ländern beschickt. Die meisten Siege in der Mannschaftswertung errangen seit 1952 die UdSSR (13), Polen (7) und die DDR (6).


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 432


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.