Ingenieurhochschulen (IHS) (1979)
Siehe auch die Jahre 1975 1985
Die 1969 im Verlauf der 3. Hochschulreform durch die Umwandlung bisheriger Ingenieurschulen neugebildeten IHS bilden in einem 3½jährigen Studium Hochschulingenieure bzw. Hochschulingenieurökonomen aus. Die Studenten erhalten sowohl durch ihre Facharbeiterausbildung, die neben dem Abitur in der Regel Voraussetzung für die Aufnahme des Studiums ist, als auch durch das Studienprogramm eine produktionsbezogene Ausbildung. Sie unterscheiden sich von den Diplom-Ingenieuren und Diplom-Ingenieurökonomen, die an den Universitäten und Hochschulen in den gleichen Studienrichtungen in einem 4jährigen Studium ausgebildet werden.
Die Ausbildung an einer IHS zielt vor allem auf einen Einsatz im Bereich von Technologie und der produktionsvorbereitenden und -durchführenden Abteilungen. während die universitäre Ausbildung in diesen Fächern eher auf den Bereich Forschung und Entwicklung ausgerichtet ist. Die IHS bilden aus in den Grundrichtungen: Maschineningenieurwesen / Elektroingenieurwesen / Werkstoffingenieurwesen / Verfahrensingenieurwesen / Bauingenieurwesen / Verkehrsingenieurwesen / Chemie (Verfahrenschemie) und Betriebswirtschaft.
Absolventen der IHS können während ihrer Tätigkeit im Betrieb den akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs erwerben.
Die Tendenz geht jedoch dahin, möglichst vielen Absolventen der IHS einen Diplomabschluß zu vermitteln. Er kann an den fachlich zuständigen Universitäten bzw. Hochschulen nach einem sechsmonatigen „Fernstudienabschnitt“ erworben werden.
In der DDR bestehen gegenwärtig 9 IHS, die dem Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen unterstellt sind. Universitäten und Hochschulen; Fachschulen.
Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 528