Intershop (1979)
Siehe auch die Jahre 1963 1965 1966 1969 1975 1985
Die Handelsorganisation I. ist 1962 gegründet worden. um ausländische, meist westliche Produkte, seltener solche aus der DDR oder aus anderen sozialistischen Staaten gegen Barzahlung in frei konvertierbarer Währung an westliche Reisende zu verkaufen. Anfangs befanden sich die wenigen I.-Läden häufig nur in Interhotels und an großen Bahnhöfen.
Seit dem Inkrafttreten des Devisengesetzes der DDR vom 19. 12. 1973 am 1. 2. 1974 (Devisen) ist den Bewohnern der DDR der Besitz von Zahlungsmitteln westlicher Währungen gestattet, um damit in I. einzukaufen. Dies und das kräftige Anwachsen des Reiseverkehrs aus der Bundesrepublik Deutschland in die DDR haben gleichzeitig dazu geführt, daß die Zahl der I.-Verkaufsstellen stark gestiegen ist. Ca. 250 I. werden in den Interhotels, auf den Bahnhöfen und in allen größeren Städten, aber z. T. auch in Kleinstädten unterhalten. Dort werden Nahrungsmittel, Genußmittel. Kosmetika. Bekleidung. Fernsehgeräte usw. angeboten. Die Preise, zu denen die Waren verkauft werden, liegen teilweise unter denen in der Bundesrepublik Deutschland. Dies ist insbesondere bei Genußmitteln (z. B. Zigaretten) der Fall, die in der Bundesrepublik Deutschland mit relativ hohen Zoll- und Verbrauchsteuerabgaben belastet sind. Mit Wirkung vom 16. 4. 1979 ist für Bewohner der DDR eine Neuregelung ergangen. Seither können Bewohner der DDR nicht mehr unmittelbar mit westlichen Devisen in I. bezahlen, sondern müssen diese vorher in „Mark-Wertschecks“ der Forum-Außenhandels-GmbH eintauschen. Devisenausländer können bei Vorlage ihrer Personaldokumente weiterhin gegen Bargeld frei konvertierbarer Währungen einkaufen.
Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 547
| Internationalismus, Proletarischer | A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z | Intertank |