DDR von A-Z, Band 1979

Konsumtion, Gesellschaftliche (1979)

 

 

Siehe auch die Jahre 1975 1985


 

Unter GK. versteht man in der DDR — im Gegensatz zur produktiven K. (Verbrauch von Produktionsmitteln im materiellen Produktionsprozeß) — jenen Teil der nichtproduktiven K., in deren Verlauf Güter und Dienstleistungen für Zwecke verbraucht werden, die nicht direkt der materiellen Produktion dienen. Dazu gehören der „laufende Materialverbrauch und die Aufwendungen für die Erhaltung der Grundmittel in den Einrichtungen und Institutionen der Nichtproduktionssphäre“ sowie die Verteidigungsausgaben (Kleines politisches Wörterbuch, Berlin [Ost] 1973, S. 454).

 

GK. und individuelle K. zusammen ergeben den nichtproduktiven K.-Fonds. Während die individuelle K. (Warenkäufe der Bevölkerung, Sozialversicherungsleistungen usw.) unmittelbar den gewachsenen Lebensstandard der Bevölkerung der DDR bestimmt und in ihrem quantitativen Umfang relativ genau bestimmt werden kann, sind die vom Staat zur Verfügung gestellten Mittel für die GK. und der Grad ihrer Inanspruchnahme durch verschiedene Gruppen der Bevölkerung nicht exakt meßbar. Nach offiziellen Angaben aus der DDR sind die staatlichen Ausgaben für die GK. (im Westen oft ungenau: „Sozialkonsum“) ständig gewachsen und müssen daher bei Lebensstandardvergleichen ― wenigstens schätzungsweise ― berücksichtigt werden. Öffentliche Sozialleistungen; Sozialpolitik.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 603


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.