DDR von A-Z, Band 1979

Konvergenztheorie (1979)

 

 

Siehe auch die Jahre 1975 1985


 

Im Verständnis des Marxismus-Leninismus imperialistische Gesellschaftstheorie, die von der Annäherung (Konvergenz) der Industriegesellschaften in kapitalistischen und sozialistischen Staaten ausgeht. Damit stehen die Konzepte der K. und der „Industriegesellschaft“ in engem Zusammenhang. Beide Konzeptionen betonen die determinierende Kraft der industriellen Produktionsweise und des technischen Fortschritts für den Wandel der Sozialstruktur, des Verhaltens des einzelnen und von sozialen Gruppen bis hin zum Wandel und der Annäherung der gegensätzlichen politischen Systeme von Kapitalismus und Sozialismus. Vor allem in der Sowjetunion und in der DDR wird die K. in ihrer politisch-ideologischen Substanz als „wichtigstes theoretisches Instrument der imperialistischen Globalstrategie“ seit Anfang der 60er Jahre bezeichnet, auch wenn sie den „neuen Kräfteverhältnissen zwischen Sozialismus und Kapitalismus“ Rechnung trage. Besonders jenen Implikationen und Konsequenzen der K., die von einer „Erosion“ der Ideologie in den sozialistisch-kommunistischen Systemen ausgeht (Brzezinski/Huntington, A. G. Meyer), stellt man in der Sowjetunion wie in der DDR immer mehr eine Divergenztheorie bzw. eine Art „umgekehrte“ K. gegenüber.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 604


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.