DDR von A-Z, Band 1979

Maifeier (1979)

 

 

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1985


 

[S. 699]Der 1. Mai ist gesetzlicher Feiertag und wird in der DDR als „internationaler Kampftag der Arbeiterklasse“ begangen.

 

Die in allen Städten und größeren Gemeinden stattfindenden Aufmärsche und Kundgebungen wurden in Berlin (Ost) in der Regel von demonstrativen militärischen Paraden der Nationalen Volksarmee und der Kampfgruppen begleitet. Damit verstieß die DDR gegen den entmilitarisierten Status Berlins, der die Anwesenheit deutscher bewaffneter Verbände verbietet. Am 1. 5. 1977 hat die SED-Führung erstmals auf die Vorführung von Waffensystemen verzichtet. Militärische Paraden finden seitdem am 7. 10., dem „Nationalfeiertag“ der DDR. in Berlin (Ost) statt.

 

Die Propagandafunktion des 1. Mai (1977: 54 sog. „Mai-Losungen“. Reden der Politbüromitglieder in allen Bezirken) wird von der Parteiführung gekoppelt mit einer meist kurz vorher erfolgten großzügigen Verleihung von Preisen, Titeln und Auszeichnungen bzw. mit unmittelbar den Lebensstandard der Bevölkerung berührenden Maßnahmen zur Konsumgüterproduktion oder mit Preissenkungen für Güter des täglichen Bedarfs.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 699


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.