DDR von A-Z, Band 1979

Objektivismus (1979)

 

 

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1985


 

Im Verständnis des Marxismus-Leninismus ein von der „bürgerlichen Philosophie“ vertretenes methodisches Prinzip, nach dem die entscheidende Voraussetzung jeder wissenschaftlichen Theorie Unparteilichkeit und politisch-ideologische Neutralität sind. Wissenschaftlichkeit und Parteilichkeit schließen sich, dem O. zufolge, aus. Bereits Lenin hatte versucht, die Beziehungen zwischen den Begriffen O., „Materialismus“ und Parteilichkeit zu klären. Während sich der O. bestenfalls auf die Feststellung der Notwendigkeit vorgegebener historischer Prozesse bezöge, bestimme der Materialismus deren sozioökonomischen Charakter. Der O. des Marxisten käme durch die Parteilichkeit zum Ausdruck, durch die bewußte Betonung des eigenen Standpunktes, der auf der Erkenntnis der tatsächlich ablaufenden historisch-gesellschaftlichen Prozesse beruhe. Die Doktrin des Marxismus-Leninismus enthält damit die Behauptung, daß in Klassengesellschaften die Theorie und Analyse der Gesellschaft notwendig stets klassenbedingt sei. Demzufolge diene der O. vor allem der „Verschleierung des Klasseninhalts“ der bürgerlichen Ideologie. Mit wahrhafter wissenschaftlicher Objektivität sei der O. deshalb unvereinbar. Subjektivismus.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 770


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.