Prämienfonds (1979)
Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975
P. ist einer der für die Steigerung der Arbeitsmotivation der Arbeitnehmer wichtigen betrieblichen Fonds. Die Höhe des P. wird in Form einer staatlichen Plankennziffer vorgegeben. Der P. ist seit 1972 an die Höhe des geplanten Nettogewinns und der geplanten Warenproduktion gebunden. Der P. kann je nach Planübererfüllung oder -Untererfüllung um 1 v. H. nach oben bzw. 1,5 v. H. oder 0,5 v. H. nach unten verändert werden. Seit dem Jahr 1974 wurden die Zuführungen zum P. für den Fall erhöht (bis zu 2,5 v. H. des geplanten P.-Volumens), daß sich die Betriebe bereits in der Phase der Planausarbeitung zur Übererfüllung der Planauflage Warenproduktion um 1 v. H. (betriebliche Gegenpläne) verpflichten. Bei Überbietung des geplanten Nettogewinns um 1 v. H. können weitere 0,8 v. H. dem P. zusätzlich zugeführt werden. Die Jahresendprämie stellt die wichtigste Form der Zuwendung an Arbeitnehmer aus dem P. dar. Sie soll mindestens ein [S. 849]Drittel und bei besonderen Leistungen höchstens das Doppelte des Monatsdurchschnittsverdienstes ausmachen. Im Jahr 1977 erhielten rd. 4 Mill. Arbeiter und Angestellte (von mehr als 8 Mill. Beschäftigten) durchschnittlich 775 Mark als Jahresendprämie zugeteilt, d. h. rd. 30 v. H. mehr als 1971, als mit der neuen Prämienverordnung die Planung und Bildung des P. wieder an die Erfüllung der Wirtschaftspläne gebunden wurde.
Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 848–849