Prognose (1979)
Siehe auch die Jahre 1969 1975 1985
Im Verständnis des Marxismus-Leninismus „wissenschaftlich begründete Aussage über Inhalt, Richtung, Umfang und Beziehungen von bisher nicht bekannten, aber real möglichen oder wirklichen Sachverhalten, die auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Theorie aus bekannten Gesetzesaussagen und Aussagen über gewisse Anfangs- und Randbedingungen des zu prognostizierenden Prozesses mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden abgeleitet werden mit dem Ziel, Erkenntnisvorlauf für die aktive Gestaltung der Zukunft zu schaffen“ (Kleines Politisches Wörterbuch, Berlin [Ost] 1973, S. 679). In der wissenschaftstheoretischen und methodologischen Diskussion in der DDR wird in erster Linie die Gesellschafts-P. behandelt. Aufgrund bereits erkannter „gesellschaftlicher Gesetze“ sollen Gesellschafts-P. Ziele der gesellschaftlichen Entwicklung, mit deren Hilfe die Menschen mobilisiert werden können, bewußt planen. Vor allem die Gestaltung der „entwickelten sozialistischen Gesellschaft“ in der DDR sei erst durch die wissenschaftliche, d. h. die marxistisch-leninistische Gesellschafts-P. möglich geworden.
Die Gesellschafts-P. in der DDR wird im Rahmen des ideologischen Klassenkampfes von der sog. „bürgerlichen Zukunftsforschung“ (Futurologie) abgesetzt. Mit anderen Formen der P., besonders in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur des Westens, finden Auseinandersetzungen in der DDR kaum statt.
Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 868
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