Sparen (1979)
Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1985
Die Sparformen reduzieren sich durch die Aufhebung des Bau-S., Prämien-S. und das auslaufende Inhabersparen auf das Führen von Sparkonten, den Erwerb von Wertpapieren und das S. bei der Staatlichen Versicherung. Zur Förderung des S. wurden 1955 der Sparkaufbrief und 1965 der Spargiroverkehr eingeführt. Unter den Kreditinstituten des Bankwesens dominieren die Sparkassen, denen auch die Sparwerbung obliegt. Die täglich fälligen Spareinlagen werden mit 3¼ v. H. jährlich verzinst (Zinsertrag 1976: 2.543,3 Mill. Mark), erreichten 1977 mit 86,1 Mrd. Mark nahezu das im Einzelhandel erzielte Umsatzvolumen und haben sich seit 1950 wie folgt entwickelt:

Dem S. liegen überwiegend traditionelle Sparmotive zugrunde. Dazu zählt vorrangig das Zweck-S. zur Anschaffung von Konsumgütern des gehobenen Bedarfs, deren Preise durch starke Verbrauchsteueraufschläge auf einem relativ hohen Niveau liegen. Darüber hinaus schlägt sich im S. ein latenter Kaufkraftüberhang nieder, der aus im Vergleich zum Warenangebot überproportionalen Einkommensteigerungen, Unregelmäßigkeiten in der Belieferung mit hochwertigen Erzeugnissen sowie unzureichender Reagibilität des Warenangebots auf verändertes oder nicht eingeplantes Konsumverhalten resultiert.
Im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland sind folgende Entwicklungstendenzen bemerkenswert:
1. Die Spareinlagen je Kopf der Bevölkerung erreichen lediglich ca. 40 v. H. des Betrages in der Bundesrepublik Deutschland.
2. Der Anteil der Ersparnis an den Nettogeldausgaben (Sparquote) schwankt in der DDR zwischen 5 und 7 v. H., während er in der Bundesrepublik eine ansteigende Tendenz (1970: 8,5 v. H., 1975: 16 v. H.) aufweist.
3. Deutlich unterscheiden sich die Anlageformen, unter denen in der DDR das Konten-S. (85 v. H.) mit großem [S. 1008]Abstand vor dem Versicherungs-S. (9 v. H.) und Wertpapiere. (6 v. H.) rangiert.
Fundstelle: DDR Handbuch. 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1979: S. 1007–1008
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