Exquisit- und Delikatläden (1985)
Siehe auch:
- Exquisit- und Delikatläden: 1979
Seit 1962 werden E. eingerichtet, in denen Spitzenerzeugnisse der Bekleidungs-, Leder- und Rauchwarenproduktion vornehmlich westlicher Herkunft zu stark überhöhten Preisen angeboten werden. Die Bezahlung erfolgt mit Mark der DDR. Für den Nahrungs- und Genußmittelbereich entstanden seit 1976 D. Die E. und D. gehören zu jeweils eigenständigen zentralen volkseigenen Handelsunternehmen gleichen Namens. Sie sind vor allem als Gegenstück zu den Intershops gedacht, d.h. sie sollen denjenigen DDR-Bürgern den Kauf westlicher bzw. besonders hochwertiger Erzeugnisse ermöglichen, die nicht in den Besitz von DM gelangen können. Die Preisgestaltung in diesen Geschäften wird im Westen häufig als Bestätigung für die Angemessenheit des von der SED als „Schwindelkurs“ bezeichneten Kurses der M. in den Wechselstuben der Bundesrepublik Deutschland gewertet (Währung/Währungspolitik). Einen weiteren Ausbau des E.- und D.-Netzes kündigte der Generalsekretär der SED, Erich Honecker, am 26. 9. 1977 in seiner Rede zur Eröffnung des Parteilehrjahres in Dresden an; er bemerkte allerdings gleichzeitig zu dieser Problematik, daß derartige Läden nicht zu den dauerhaften Begleitern des Sozialismus gehören würden. Für 1982 wird die Zahl der E. mit 300, die der D. mit 550 angegeben. Besonders hochwertige Artikel der Textil- und Lederwarenbranche sollen in Zukunft durch das Gütesiegel „Exquisitqualität“ ausgezeichnet werden. Für diese Güter hat das Preisamt der DDR ab 1. 4. 1984 eine Anhebung der Preise bis zu 6 v.H. angeordnet.
Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 369