DDR von A-Z, Band 1985

Frauenbrigaden (1985)

 

 

Siehe auch die Jahre 1969 1975 1979


 

[S. 450]F. sind ausschließlich aus weiblichen Arbeitskräften bestehende Arbeitsgruppen, die ebenso wie die sonstigen Brigaden technologisch zusammenhängende Arbeitsaufträge bzw. -gänge arbeitsteilig im Kollektiv ausführen, dabei aber in besonderem Maße den spezifischen Problemen der Frauenarbeit gerecht werden sollen.

 

Ihre Bildung erfolgt unter folgenden Gesichtspunkten: a) Unter dem sozialpsychologischen bzw. gruppensoziologischen Aspekt sollen sie die Eingliederung vorher nicht berufstätiger Frauen in den Arbeitsprozeß und deren Eingewöhnung in die Arbeitswelt fördern; b) unter dem ökonomischen Aspekt stellen sie eine Möglichkeit dar, die verbreitete Teilzeitbeschäftigung der Frauen auch bei Schichtarbeit wirkungsvoll zu organisieren, indem sich z.B. 2 F. mit je 4stündiger Arbeitszeit pro Schicht ablösen; c) unter dem Arbeitsschutzaspekt erleichtern sie die Ausgestaltung der Arbeitsplätze und -bedingungen entsprechend den Bestimmungen des Frauenarbeitsschutzes (Arbeitsrecht, IX., XI.). Diesem Zweck dient z.B. auch die Zusammenfassung von Schwangeren, die ihre eigentliche Arbeitsaufgabe nicht mehr ausüben dürfen, zu zeitweiligen F., die mit leichteren Arbeiten beschäftigt werden.

 

Zeitweilige F. sind auch die Hausfrauenbrigaden (H.). Sie setzen sich aus nichtberufstätigen Frauen zusammen und dienen vor allem der Deckung eines vorübergehend bestehenden Arbeitskräftebedarfs, z.B. in Wirtschaftsbereichen mit saisonal bedingten, besonderen zeitweiligen Arbeitsanforderungen (insbes. Handel und Landwirtschaft). Durch die Aufnahme einer befristeten Tätigkeit in den H. sollen Nichtberufstätige aber auch für eine (erneute) volle Berufstätigkeit gewonnen werden. Frauen; Frauenkommission.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 450


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.