DDR von A-Z, Band 1985

Friedensrat der DDR (1985)

 

 

Siehe auch:


 

Repräsentant und leitendes Organ der offiziellen, d.h. partei- und regierungsnahen Friedensbewegung in der DDR. Der F. erhebt den Anspruch, die gesamte, die „einheitliche“ Friedensbewegung in der DDR zu vertreten. Tatsächlich hat er aber mit der partei- und regierungsunabhängigen, insbesondere von den evangelischen Kirchen getragenen, Friedensbewegung nichts gemein. Im Mai 1949 — nach der Bildung eines Ständigen Komitees des Weltfriedenskongresses im April 1949 in Paris und Prag — konstituierte sich in Berlin (Ost) ein Deutsches Komitee der Kämpfer für den Frieden. Dieses Organ der Friedensbewegung in der DDR wurde im folgenden mehrfach umbenannt: im Dezember 1950 in Deutsches Friedenskomitee, im Januar 1953 in Deutscher F., im Juni 1963 in F. der DDR. Die Mitglieder des F. sind Vertreter des öffentlichen Lebens sowie aller Parteien und Massenorganisationen in der DDR. Präsident ist Prof. Dr. Günther Drefahl, 1. Vizepräsident und Generalsekretär Werner Rümpel (1984). Proklamierte Ziele des F. sind u.a. die Friedliche Koexistenz zwischen Staaten unterschiedlicher gesellschaftlicher und staatlicher Ordnung; der Verzicht auf Androhung und Anwendung von Gewalt zur Lösung von Konflikten; absolutes Verbot des Einsatzes von Massenvernichtungsmitteln; weltweite Abrüstung. Der F. unterstützt die nationalen Befreiungskämpfe in der Dritten Welt. Er tritt ein für nationale Unabhängigkeit jener Staaten und für Solidarisierung mit allen Bewegungen und Aktionen, die dem Kampf gegen Kolonialismus und Rassismus gelten. Der F. ist Mitglied des Weltfriedensrates und seiner ständigen Organe, er unterstützt dessen Programme und Aktivitäten.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 481


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.