DDR von A-Z, Band 1985

Institut für Meinungsforschung beim ZK der SED (1985)

 

 

Siehe auch die Jahre 1969 1975 1979


 

Gegr. 1965, Sitz Berlin (Ost), letzter Direktor: Prof. Dr. Helene Berg (Mitgl. des Zentralkomitees (ZK) der SED). Die Gründung des IfM. erfolgte im Zusammenhang mit der Entwicklung einer empirisch orientierten Soziologie in der DDR; sie sollte dazu dienen, das Monopol der SED-Führung im Bereich der Meinungsforschung konsequent durchzusetzen (Soziologie und Empirische Sozialforschung).

 

Das IfM. sollte folgende Aufgaben erfüllen: a) Veranstaltung von regelmäßigen Umfragen im Auftrage des Politbüros des ZK der SED über die Stimmung der Bevölkerung und das Ansehen einzelner Spitzenfunktionäre; b) Beteiligung an Untersuchungen vor allem im Bereich der Industrie-, Betriebs- und Jugendsoziologie. Die Struktur- und Leitungsänderungen in der soziologischen Forschung der DDR führten Ende der 70er Jahre zur Auflösung des IfM. als einer selbständigen wissenschaftlichen Einrichtung. Es ging in dem 1978 gegründeten Institut für Soziologie und Sozialpolitik an der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW), dem Institut für Soziologie der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED (AfG) sowie dem Wissenschaftlichen Rat für Fragen der Sozialpolitik und Demographie an der AdW und dem Wissenschaftlichen Rat für soziologische Forschung an der AfG auf.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 656


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.