DDR von A-Z, Band 1985

Jugendaustausch, Innerdeutscher (1985)

 

 

Am 20. 9. 1982 wurden zwischen dem Vorstand des Deutschen Bundesjugendringes und dem Zentralrat der Freien Deutschen Jugend (FDJ) Abmachungen getroffen, um einen IJ. im Bereich des Tourismus zu ermöglichen. Beide Jugendverbände haben ihre Vereinbarungen hierzu in einer „Gemeinsamen Presseerklärung“ in Publikationsorganen beider Staaten veröffentlicht. Der touristische J. in Reisegruppen mit je ca. 30 Teilnehmern in beiden Richtungen wird gegenseitig devisenlos verrechnet. Er wird auf beiden Seiten von Jugendreisebüros organisiert und abgewickelt. In der DDR fungiert hierfür das FJD-eigene Jugendreisebüro Jugendtourist; in der Bundesrepublik Deutschland stehen folgende Reise-Service-Einrichtungen mit Angeboten bereit: Hansa-Tourist, Intercontact, CVJM Hamburg, Deutsches Jugendherbergswerk und Reisedienst Deutscher Studentenschaften.

 

Dieser IJ. bietet zum erstenmal die Möglichkeit, daß auch DDR-Jugendgruppen im Austauschverfahren touristische Reisen in die Bundesrepublik Deutschland unternehmen können. Dies ist eine — auch von der Bundesregierung begrüßte — Ergänzung der bisher schon möglichen Jugendreisekontakte — insbesondere Schulklassenfahrten —, die bis jetzt leider überwiegend nur in West-Ost-Richtung verliefen, jedoch von Jahr zu Jahr zugenommen haben. 1981 haben etwa 170 Klassen (zumeist Abschlußklassen bzw. Oberstufenklassen) mit ca. 2.500 Schülern die DDR besucht. 1982 wurden weitere Steigerungen registriert. 1983 schließlich fuhren rd. 16.000 Schüler im Klassenverband in die DDR, zuzüglich ca. 6.000 andere Jugendliche im Rahmen des IJ. In umgekehrter Richtung besuchten 1220 DDR-Jugendliche die Bundesrepublik Deutschland. Solche Fahrten werden auf Antrag vom Bund bzw. einzelnen Bundesländern bezuschußt. In der DDR werden die Fahrten vom Reisebüro „Jugendtourist“ organisatorisch betreut. Die Unterbringung erfolgt in Jugendherbergen oder in preiswerten Jugendhotels. Dort ergeben sich ebenso wie in Jugendklubs oder Diskotheken häufig Möglichkeiten zu Gesprächen mit jungen Menschen aus der DDR.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 687


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.