Kominform (1985)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979
Abk. für Informationsbüro der kommunistischen und Arbeiterparteien. Gegründet im September 1947 in Szlarska Porçeba (Schreiberhau). Mitglieder waren die KPdSU und die kommunistischen Parteien Bulgariens, Polens, Rumäniens, Ungarns, der Tschechoslowakei, Frankreichs und Italiens sowie Jugoslawiens. Die KP Albaniens und die SED waren durch Beobachter vertreten. Das K. war keine Fortsetzung der Komintern, es sollte lediglich gegenseitige Information und Koordination ermöglichen, diente aber hauptsächlich der Kontrolle der übrigen Parteien durch die KPdSU. Der Ende 1947/Anfang 1948 sich zuspitzende Konflikt zwischen der KPdSU und der KP Jugoslawiens, der sich an dem aus dem erfolgreichen Widerstand gegen die deutsche Besatzung entstandenen Selbstbewußtsein der jugoslawischen Parteiführung und an deren Plänen zu einer Balkanföderation entzündete, führte am 28. 6. 1948 zum Ausschluß der KPJ aus dem K. Der Vorwurf des Nationalkommunismus — in jenen Jahren nach dem Generalsekretär der KP Jugoslawiens Tito „Titoismus“ benannt — spielte in den Schauprozessen gegen Mitglieder der Parteiführungen in den Volksdemokratien (1949–1952) eine zentrale Rolle. Das K. unterstützte diese Prozesse propagandistisch. Offizieller Sitz des K. war von November 1947 bis Juni 1948 Belgrad, danach bis zu seiner Auflösung am 17. 4. 1956 Bukarest. Zeitschrift des K.: „Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie“.
Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 734
| Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft --- Deutfracht/Seereederei | A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z | Komintern |