DDR von A-Z, Band 1985

Kulturfonds (1985)

 

 

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979


 

1949 aufgrund der ersten Kulturverordnung geschaffener Finanzstock, der aus Eintrittskartenzuschlägen bei unterhaltenden und kulturellen Veranstaltungen sowie Ausstellungen, Museen und Filmvorführungen (je 5 Pf), bei Tanzvergnügen, musikalischen und anderen künstlerischen Darbietungen in Gaststätten und Tanzlokalen (je 10 Pf), Preisaufschlägen beim Verkauf von Schallplatten (10 Pf je Platte) und einer monatlichen Abgabe von 5 Pf für jeden benutzten Rundfunk- und Fernsehempfänger gebildet wird. Nach einer AO vom April 1960 dienen die Mittel des K. der „Entwicklung und vollen Entfaltung des sozialistischen Kulturlebens“. Eingesetzt werden sie nach langfristigen Programmen aufgrund von Vorschlägen der Leitungen der Künstlerverbände, der Akademie der Künste, des Kulturbundes, der Gewerkschaft sowie staatlicher Organe und Institutionen vorrangig zur Schaffung neuer Werke der Literatur, der bildenden und darstellenden Kunst, der Musik, der Unterhaltungskunst sowie des künstlerischen Volksschaffens und zur Unterstützung der kulturellen Massenarbeit. Mittel des K. werden auch zur Unterhaltung von Arbeits- und Erholungsstätten für Schriftsteller und Künstler verwendet sowie zur Finanzierung von Stipendien, Förderungsverträgen und Studienreisen. Der K. wird von einem Kuratorium, dem Staats- und Parteifunktionäre und Vertreter der Massenorganisationen angehören, verwaltet. Die Mitglieder des Kuratoriums werden vom Minister für Kultur ernannt und abberufen. Seit 1964 verbleiben die örtlich aufkommenden Mittel den örtlichen „Staatsorganen“. Dabei werden die landwirtschaftlichen Bezirke bewußt bevorzugt.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 767


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.